Stadtguerilla, Medien und die bundesdeutsche Linke
Dienstag 30.10. 2007 Kulturzentrum Lagerhaus, Kioto, Schildstraße 12-19, 28203 Bremen 20 Uhr
Im Rahmen der Reihe „Sternzeit 77: 30 Jahre ´Deutscher Herbst´ – Medien, Erinnerungspolitik, Geschichtsbewusstsein, Bewegung“
Mit Hanno Balz und Klaus Viehmann
m Zentrum der gegenwärtigen Inszenierungen des 30. Jahrestags von „77“ stehen die RAF, Buback, Schleyer, Mogadischu. Die vielfältige und auch militante Linke jener Zeit, ihre Praxis, Beweggründe und Themen werden nicht erwähnt, obwohl sie weitaus bedeutender als die RAF war und sich der staatliche Angriff auch gegen sie richtete. Diese verkürzte Geschichtsschreibung und der Ausnahmezustand des „Deutschen Herbstes“ werden Themen von Klaus Viehmann sein, der in den 70er Jahren in der westdeutschen Stadtguerilla aktiv war. Angesichts neuer Sicherheitsgesetze wird es auch um Funktion und Grenzen von „Terror“-Diskursen und mögliche Lehren für die linke Bewegungen heute gehen.
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So. 28. 10 2007, 20 Uhr – Zucker-Club, Friedrich-Rauers-Strasse 10, 28195 Bremen
Mit Felix Klopotek
Im Rahmen der Reihe „Sternzeit 77: 30 Jahre ´Deutscher Herbst´ – Medien, Erinnerungspolitik, Geschichtsbewusstsein, Bewegung“
Die Praxis der RAF war eine konsequente Form des Staatsfetischismus. Sie war der Gegen-Staat, der dem Souverän sein Gewaltmonopol entgegenstellte und ihm das ureigene Recht streitig machte, Gefangene zu nehmen und über sie zu richten. Schon in ihrem radikalen Existenzialismus ist die politische Romantik angelegt. Das fällt sogar ihren staatstragenden Kritikern auf. Wie die RAF jedoch den Staat brauchte, um sich daran aufzurichten, so ist sie längst zu einem konstitutiven Moment der ideologischen Staatsapparate mutiert.
Felix Klopotek ist freier Journalist und schreibt unter anderem für jungle world und konkret. Demnächst erscheinen die von ihm herausgegebenen Schriften von Christian Riechers Die Niederlage in der Niederlage. Texte zur Arbeiterbewegung, Klassenkampf, Faschismus in Italien (Münster 2007).
Eine Veranstaltung der Rosa Luxemburg Initiative
Wochenendseminar, 26. – 28. Oktober 2007
Im Tagungshaus Erlenhof, 21775 Steinau
Ein Seminar über Biopolitik und Globalisierung am Beispiel von Gesundheits- und Drogenpolitik
Mit Kai Kaschinski
Themenfelder:
a) Einführung in die Diskussion um die globale Dimension von Biopolitik
b) Globale Gesundheitspolitik und ihre Strategien am Beispiel des Konfliktfelds der „Anti-Raucher-Politik“
c) Gesundheitsvorstellungen und ihre Auswirkungen auf die Ideologie der Biopolitik und die Formierung der Körper
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Eine Einführung in die Geschichte der Stadtguerilla jenseits der medialen Räuberpistolen
Donnerstag, 25.10. 2007, 20 Uhr – Kulturzentrum Lagerhaus, Kioto, Schildstraße 12-19, 28203 Bremen
Im Rahmen der Reihe „Sternzeit 77: 30 Jahre ´Deutscher Herbst´ – Medien, Erinnerungspolitik, Geschichtsbewusstsein, Bewegung“
Mit Hanno Balz
Bei der Mainstream-Sicht auf die RAF hat sich in den letzten Jahrzehnten ein regelrechter Erzähl-Kanon herausgebildet, der sich in der Regel um personalisierte Dramen dreht. Bei dieser Veranstaltung soll es jedoch darum gehen, die RAF, vor allem jene der 1970er Jahre, im Kontext einer bundesrepublikanischen Linken und dem weltweiten revolutionären Aufbruch der 60er und 70er Jahre zu diskutieren. Welche Programmatik war die Grundlage für den Versuch, in der Metropole BRD eine Stadtguerilla ins Leben zu rufen? Und wieso ist dieser Versuch schon früh gescheitert?
Hanno Balz ist Historiker und Kulturwissenschaftler an der Universität Bremen, er erforscht die Medialität der RAF und ist kein Zeitzeuge.
Eine Veranstaltung der Rosa Luxemburg Initiative in Kooperation mit dem Antifaschistischen Komitee
Dienstag, 23. Oktober 2007, 20 Uhr
Paradox, Bernhardstr. 12, 28203 Bremen
Revolution als Fetischkritik und Selbstemanzipation. Eine Einführung in Open Marxism und die Diskussion um John Holloway
Mit Lars Stubbe und Marcel Stoetzler
In seinem in der internationalen radikalen Linken breit diskutierten Buch „Die Welt verändern, ohne die Macht zu ergreifen“ formuliert John Holloway eine fundierte Kritik an Theorie und Praxis des traditionellen Marxismus. Soziale Bewegungen, die für die emanzipatorische Überwindung von Kapital, Staat und identitärem Denken kämpfen, müssten sich von Etatismus, Klassenreduktionismus und Partei- und Avantgardekonzepten verabschieden. Eine kommunistische Transformation der Gesellschaft kann nicht als Gegenmacht zu aktuellen Machtverhältnissen, sondern nur als deren Negation und Anti-Macht gedacht werden.
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Donnerstag, 18. Oktober 2007 20.00
Villa Ichon, Goetheplatz 4, 28203 Bremen
mit Michael Baade, Rostock
ausf. Ankündigung folgt…..
Literaturhinweis: Michael Baade (Hrsg.): Von Moskau nach Worpswede. Jan Vogeler – Sohn des Malers Heinrich Vogeler. Mit Bildern und Briefen von Heinrich Vogeler. Ingo Koch Verlag Rostock 2007
In Kooperation mit MASCH Bremen und Villa Ichon
Dienstag, 16 Oktober 2007 , 20 Uhr
Infoladen, St. Pauli Str. 10/12, 28203 Bremen
Eine Analyse der Agit 883 und ihre politische Kontextualisierung
Vortrag mit Diskussion
Mit Knud Andresen
Es ist in der Forschung wie auch in der politisch aktiven Linken heute weitgehend unstrittig, dass es Antisemitismus auch in der Linken gegeben hat und gibt. Aber die Frage nach der Bedeutung und Einordnung der antisemitischen Phänomene spaltet die Geister. War ein als Antizionismus getarnter Antisemitismus konstitutiv für die Linke nach 1968? Oder handelt es sich um Erscheinungen von mangelnder Reflexion, unangenehmen Einzelfällen und gerüttelter Dummheit, die normativ von der Linken auszugrenzen sind? Paradox mag die Frage nach einem linken Antisemitismus erscheinen, wenn die damals und manchmal noch heute behauptete Unvereinbarkeit von Antisemitismus und Linkssein angenommen wird.
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Freitag, 5. Oktober 2007, 20 Uhr
Paradox, Bernhardstr. 12, 28203 Bremen
Eine Einführung in die zentralen Thesen der Marxschen
Revolutionstheorie und ihre Rezeption in der radikalen Linken.
Mit Ingo Elbe
Anstelle reformistischer Korrekturen der bestehenden Verhältnisse fordert die radikale Linke gern mit militanter Rhetorik und großem Pathos deren revolutionäre Überwindung. Was unter Revolution aber genau verstanden wird, variiert dabei sowohl in der Geschichte der radikalen Linken wie in ihren verschiedenen aktuellen Varianten. Das umfangreiche und in sich stellenweise auch widersprüchliche Marxsche Werk bietet an verschiedenen Stellen Elemente einer Revolutionstheorie. Seine Reflexionen über die kapitalistische Aneignung des von den Arbeiter_innen produzierten Mehrwerts, deren Erfahrung von Ausbeutung und sich daraus entwickelnden revolutionärem Klassenbewusstsein oder die Krisentendenz des Kapitalismus bieten dem traditionellen wie undogmatischen Marxismus einen reichhaltigen Zitatenschatz bei der Konstruktion diverser Revolutionstheorien.
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