Veranstaltung - Archiv


Karl Marx… die Verhältnisse zum Tanzen zwingen

Marx 2018
2018 wäre Karl Marx 200 Jahre alt geworden. Hat er uns heute noch etwas zu sagen? Zwei Theaterproduktionen, ein Filmprogramm und zwei Diskussionen offenbaren die Wirkmacht des Marxismus über Ländergrenzen, Generationen und Disziplinen hinweg. Aus der Perspektive der Kunst fragen wir, ob die Marx’sche Ökonomie unter heutigen Bedingungen noch greift, und wer Marxismus heute überhaupt noch braucht. Die von Marx aufgeworfenen Themen wie Armut, soziale Ungleichheit und entfremdete Arbeit bewegen uns jedenfalls nach wie vor.

Karl Marx… die Verhältnisse zum Tanzen zwingen

Tanztheater von Michael Rettig in der Schwankhalle
Donnerstag bis Sonntag, 31. Mai bis 03. Mai 2018, jeweils um 20:30 Uhr
Schwankhalle, Buntentorsteinweg 112/116, 28201 Bremen

Man müsse ›diese versteinerten Verhältnisse dadurch zum Tanzen zwingen, daß man ihnen ihre eigne Melodie vorsingt‹, dachte sich Marx. Das versucht der Bremer Musiker und Theatermacher Michael Rettig durch den Einsatz von Text, Bewegung und Musik. Während sich einer mit Marx‘ ›Das Kapital‹ beschäftigt und das Publikum zum Mit- und Nachdenken animiert, geistert ein anderer als Schattenspiel rastloser Verwertung und endloser Akkumulation über die Bühne. Begleitet werden sie vom Sirren, Fiepen und Brummen der Hochleistungsrechner und -per Videozuspiel- von der TAZ-Redakteurin Ulrike Herrmann.

Premiere: Donnerstag, 31.05., anschließend Publikumsgespräch
Freitag, 01.06., 18.30 ›Was soll das?‹ mit Studierenden der HKS Ottersberg
Samstag, 02.06., anschließend Late Night Tips

Credits
Text, Regie   Michael Rettig
Schauspiel   Ralf Knapp
Tanz   Mirosław Żydowicz
Musik   Riccardo Castagnola

Eintritt
Solidarisches Preissystem, frei wählbare Preiskategorien 7€ / 10€ / 14€
3€ Bremen Pass. Tickethotline 0421-5208070 oder ticket@schwankhalle.de; Abendkasse ab 1 Stunde vor Vorstellungsbeginn.
Siehe auch Spielplan der Schwankhalle.

Eine Veranstaltung der sch wa nk hal le in Kooperation mit der Arbeitnehmerkammer Bremen und der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen. Gefördert durch den Senator für Kultur Bremen.

Marx 2018 Begleitprogramm

Samstag, 02.06., und Sonntag, 03.06., jeweils um 18 Uhr
Bojan Djordjev: ›The Discreet Charm of Marxism – a six course dinner piece‹
Kulinarische Lektüre in deutscher Sprache
Marxistische Texte zu Klassenkampf und Revolution werden als Sechs-Gänge-Menü auf die Bühne gebracht und in bekömmlichen Happen gemeinsam mit anderen Gästen verspeist, gelesen und diskutiert. Gastgeber sind der serbische Theatermacher und Theoretiker Bojan Djordjev und der belgische Regisseur Joachim Robbrecht. Sie servieren den Marxismus als eine Möglichkeit, die heutige Gesellschaft aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Als weitere Appetizer werden aktuelle Theorie-Ansätze von Franco ›Bifo‹ Berardi, Ellen Meiskins Wood und Tamara Djordjević gereicht.
Begrenzte Platzkapazität, Speisen und Getränke inklusive
Anmeldung unter ticket@schwankhalle.de oder 0421 520 80 710
Samstag, 02.06., anschließend Publikumsgespräch in englischer Sprache

Sonntag, 03.06., um 16 Uhr
›Marx und ich‹
Gespräch mit Joachim Barloschky, Adelheid Biesecker, Michael Rettig, Ulli Jakob und Andrej Bill. Moderation Pirkko Husemann
Wir bitten zwei Generationen zum Gespräch über Marx. Wann hatten Sie Ihr erstes Date mit Marx? Wie hat es Ihren weiteren Lebensweg bestimmt? Was macht die marxistische Theorie für Sie aus? Und wer braucht Marxismus heute? Auf diese Fragen antworten ein Theatermacher, ein ehemaliger Quartiersmanager, eine Ökonomin und zwei Gewerkschafter.

Dienstag, 05.06., um 18 Uhr & 21:30 Uhr
Phil Collins
›marxism today (prologue)‹ & ›use! value! exchange!‹
Kurzfilmprogramm auf Deutsch mit englischen Untertiteln 
Für seine Filmmontage ›marxism today (prologue)‹ (Deutschland, 2010, 35 min.) interviewte der britische Filmkünstler Phil Collins Lehrer*innen marxistisch-leninistischer Theorie aus der ehemaligen DDR. Der Film rückt gemeinhin als Verlierer der politischen und gesellschaftlichen Umwälzungen bezeichnete Menschen in den Vordergrund. Der vertraute und entschieden empathische Ton des Filmes vermittelt den Eindruck von einer vergangenen und dennoch präsenten Zeit.
›use! value! exchange!‹ (Deutschland, 2010, 21 min.) macht den Prozess einer historischen Auslöschung sichtbar. Gezeigt wird eine Unterrichtsstunde in marxistischer Ökonomie, gehalten von einer der vier Protagonist_innen aus ›marxism today (prologue)‹. Andrea Ferber, die einst an der Elite-Hochschule für Ökonomie Bruno Leuschner unterrichtete, kehrt an die heutige Hochschule für Wirtschaft und Technik in Berlin-Karlshorst zurück, um eine aus ihrem ehemaligen Seminarplan stammende Einführung zu Karl Marx’ ›Das Kapital‹ zu geben.

Dienstag, 05.06., um 19 Uhr
›Marx – das Kapital. Aktualität und Grenzen‹
Vortrag von Ulrike Herrmann (taz) und Gespräch mit Sabine Nuss (Rosa-Luxemburg-Stiftung)
Globalisierung, Automation, Finanzcrash, Klima, Armutsrevolten, Wachstumsschwäche – die multiple Krise der Weltwirtschaft, die wir durchleben, nimmt kein Ende. Warnungen über die explosiv wachsende Ungleichheit und Mutmaßungen über das Ende des Kapitalismus werden schon längst nicht mehr nur von stehengebliebenen Sozialisten, sondern unter den Eliten der Weltwirtschaftsgipfel diskutiert. Grund genug, ›Das Kapital‹ noch einmal gründlich zu lesen… Siehe auch hier auf unserer Website.