Antifaschismus - Archiv


Österreich und der Umgang mit seiner NS-Vergangenheit

Vortrag mit Sandra Wachtel

Freitag 15. Februar 2008, 20.00 Uhr paradox, Bernhardstr. 12, Bremen

„Ich bin dafür, die Sache in die Länge zu ziehen…“ (Oskar Helmer in der 132. Ministerratssitzung am 9.11.1948)

Lange Jahre blieben die Themen Vergangenheit und Nationalsozialismus in Österreich nahezu tabu. Es herrschte ein einstimmiger Konsens, dass über das „Dritte Reich“ nicht diskutiert, und über die Verbrechen dieses Regimes nicht gesprochen werden sollte – hatte man doch als Österreicher damit nichts zu tun. Der Nationalsozialismus wurde „externalisiert“ (ausgelagert) und war somit nicht Teil der österreichischen Geschichte. Schließlich waren die nationalsozialistischen Verbrechen von Deutschen ausgeübt worden und nicht von Österreichern. Erst die „Waldheim-Debatte“ in den 80er Jahren hat der Legende von Österreich als Opfer des Nationalsozialismus ein Ende bereitet. Das Land ohne NS-Geschichte wurde von seiner Geschichte eingeholt. Es wurde heftig diskutiert – abwehrend, aber auch intensiver und politisch folgenreicher als zuvor. Wie kam es zu der These des „ersten Opfers“ und was waren die Auswirkungen? Was waren die Diskussionen rund um die Wahl von Dr. Kurt Waldheim zum Bundespräsidenten? Und wie steht der Staat Österreich und seine Gesellschaft heute zu seiner NS-Vergangenheit?

Sandra Wachtel ist Historikerin aus Wien und lebt derzeit in Hamburg.

Fahrt zur Gedenkstätte Sandbostel

Sonntag, 10. Februar 2008, 12 Uhr

Fahrt zur Gedenkstätte Sandbostel – mit Informationen vor Ort von Andreas Ehresmann, dem Projektkoordinator Dokumentations- und Gedenkstätte Lager Sandbostel.

Veranstaltung in der Reihe Antifaschistische Perspektiven des Erinnerns

Wir organisieren Kleinbusse. TeilnehmerInnenzahl maximal 20 Personen.

Treffpunkt: PLUS-Parkplatz, Admiralstrasse (Findorff)
Anmeldung auf der Veranstaltung am 4.2. 2008 oder unter: huettner(ädd)rosa-luxemburg.com, oder: 0421/3909620.

Kriegsgefangenenlager Sandbostel – die Transformation eines verdrängten Ortes

Montag, 4. Februar 2008, 19.30 Uhr, Kulturzentrum paradox, Bernhardstr. 12, 28203 Bremen

Veranstaltung mit Andreas Ehresmann, Projektkoordinator Dokumentations- und Gedenkstätte Lager Sandbostel, im Rahmen der Reihe „Antifaschistische Perspektiven des Erinnerns“

Von 1939 bis 1945 bestand nahe dem niedersächsischen Dorf Sandbostel (60 km nördlich von Bremen) ein Kriegsgefangenenlager. 1 Mio. Kriegsgefangene und Internierte durchliefen das Lager. Ab Mitte April 1945 wurden auch 10.000 Häftlinge aus dem KZ Neuengamme dort untergebracht. Zwischen 8.000 und 50.000 Menschen starben insgesamt in Sandbostel.
Nach der Befreiung wurde das ehemalige Lager als britisches Internierungslager, dann als Gefängnis, als Lager für DDR-Flüchtlinge, später als Bundeswehrdepot und seit 1974 als Gewerbegebiet nachgenutzt. An das Kriegsgefangenen- und KZ-Auffanglager mochte am historischen Ort niemand denken. Das Gedenken wurde delegiert auf eine nahe „Kriegsgräberstätte“, wo die Toten des Stalag X B Sandbostel (Stalag X B = Kriegsgefangenen-Mannschafts-Stammlager B im Wehrkreis X) bestattet sind.
Erst ab Anfang der 80er Jahre forderten lokale Initiativen eine Gedenkstätte. Nach fast 25 Jahren Bemühen führte schließlich 2004 eine stark emotionalisierte öffentliche Kontroverse zur Gründung der Stiftung Lager Sandbostel.

In dem Vortrag werden die Geschichte des Kriegsgefangenen- und KZ-Auffanglagers, die Nachnutzung und die gegenwärtige Situation dargestellt.

HINWEIS: Am 10. Februar findet eine Fahrt nach Sandbostel statt, siehe www.rosa-luxemburg.com/?p=117

Erinnerung und Geschichtspolitik – diskursgeschichtliche Verschiebungen, Entsorgungen und Ausblicke

Mo, 21. Januar 2008, 19.30 Uhr, paradox, Bernhardstr. 12, 28203 Bremen

Vortrag und Diskussion mit Claudia Krieg

Auftaktveranstaltung der Reihe Antifaschistische Perspektiven des Erinnerns

Die öffentlich-staatlichen Direktiven zur Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus sind in den letzten Jahren vielfach kritisch betrachtet wurden. Ihnen wird dabei zumeist ein verschleiernder und reaktionärer Charakter bescheinigt, der sich besonders durch „Verdrängen“, „Vergessen“ oder „Verleugnen“ auszeichne. Aber den bundesdeutschen Erinnerungsdiskurs auf die Rechtfertigung nationaler Identität und eine Viktimisierung von Täter_innen zu beschränken, greift zu kurz. Welche politische Legitimationsfunktion Erinnerung erfüllt und ob und wie sich aktuell, gerade zwischen dem 60. Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus 2005 und dem 20. Jahrestag der Auflösung des Ostblocks im Jahr 2009 eine weitere Epoche in der sozialen und politischen Verwendung des Begriffs der Erinnerung ausmachen lässt, sind zwei der Fragenkomplexe, die in dieser Veranstaltung kurz skizziert werden.

Claudia Krieg ist Soziologin und lebt in Leipzig.

Halbmond und Hakenkreuz. Das “Dritte Reich”, die Araber und Palästina

Freitag, 9. November 2007, 20 Uhr, Paradox, Bernhardstr. 12, 28203 Bremen

Mit Martin Cüppers

Martin Cüppers referiert zum 2006 erschienen Buch: „Halbmond und Hakenkreuz. Das „Dritte Reich“, die Araber und Palästina“, welches er gemeinsam mit Klaus Michael Mallmann herausbrachte. Martin Cüppers und Klaus Michael Mallmann haben erstmals deutsche Quellen Ausgewertet, die in der deutschsprachigen Forschung kaum erschlossen sind. Hauptgegenstand der Untersuchung ist die Beziehung der arabischen und insbesondere der palästinensischen Nationalbewegung zu Nazideutschland in den 30er und 40er Jahren.

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Der Gegen-Staat. Zur politischen Romantik der RAF

So. 28. 10 2007, 20 Uhr – Zucker-Club, Friedrich-Rauers-Strasse 10, 28195 Bremen
Mit Felix Klopotek
Im Rahmen der Reihe „Sternzeit 77: 30 Jahre ´Deutscher Herbst´ – Medien, Erinnerungspolitik, Geschichtsbewusstsein, Bewegung“

Die Praxis der RAF war eine konsequente Form des Staatsfetischismus. Sie war der Gegen-Staat, der dem Souverän sein Gewaltmonopol entgegenstellte und ihm das ureigene Recht streitig machte, Gefangene zu nehmen und über sie zu richten. Schon in ihrem radikalen Existenzialismus ist die politische Romantik angelegt. Das fällt sogar ihren staatstragenden Kritikern auf. Wie die RAF jedoch den Staat brauchte, um sich daran aufzurichten, so ist sie längst zu einem konstitutiven Moment der ideologischen Staatsapparate mutiert.
Felix Klopotek ist freier Journalist und schreibt unter anderem für jungle world und konkret. Demnächst erscheinen die von ihm herausgegebenen Schriften von Christian Riechers Die Niederlage in der Niederlage. Texte zur Arbeiterbewegung, Klassenkampf, Faschismus in Italien (Münster 2007).

Eine Veranstaltung der Rosa Luxemburg Initiative

Von Moskau nach Worpswede – Jan Vogeler

Donnerstag, 18. Oktober 2007 20.00

Villa Ichon, Goetheplatz 4, 28203 Bremen
mit Michael Baade, Rostock

ausf. Ankündigung folgt…..

Literaturhinweis: Michael Baade (Hrsg.): Von Moskau nach Worpswede. Jan Vogeler – Sohn des Malers Heinrich Vogeler. Mit Bildern und Briefen von Heinrich Vogeler. Ingo Koch Verlag Rostock 2007

In Kooperation mit MASCH Bremen und Villa Ichon

“Noch immer dieses Mittenwald”

Soldatische Gedenkpraxen und Möglichkeiten des Widerspruchs am Beispiel des „Kameradenkreises der Gebirgsjäger“

Donnerstag, den 3. Mai 2007, 19. 30 Uhr, Infoladen Bremen, St. Pauli-Str. 10-12

Mit Jennifer Gronau, Politologin, Bremen und Ralph Klein, Historiker, Witten

Dieses Mittenwald steht für das Pfingstreffen des Kameradenkreises der Gebirgstruppe e.V. Im Verbund mit aktiven Bundeswehrsoldaten, Familienangehörigen und Teilen der Bevölkerung gedenken ehemalige Wehrmachtsoldaten der „Elitetruppe“ den Toten ihrer Einheiten auf dem „Hohen Brendten“ im bayrischen Mittenwald und stellen bewusst eine positive Traditionslinie mit den aktuellen Bundeswehreinsätzen her.

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„13 Minuten“ – die die Welt verändert hätten …

Georg Elser – Erinnerungen an einen Unbekannten

Eine Theateraufführung des Trias Theater Ruhr über den Hitlerattentäter Georg Elser.

Donnerstag, 19.4. 2007, 11.30 Uhr
Aula des Schulzentrum Walle, Lange Reihe 81, 28219 Bremen

In Kooperation mit der Georg Elser-Initiative Bremen

„13 Minuten“ – die die Welt verändert hätten …

Georg Elser – Erinnerungen an einen Unbekannten

Eine Theateraufführung des Trias Theater Ruhr über den Hitlerattentäter Georg Elser.

Mittwoch, 18.4.2007, 20.00 Uhr
Freie Waldorfschule, Touler Straße 3, 28211 Bremen

In Kooperation mit der Georg Elser-Initiative Bremen

„Unfinished Business“ und Holocaust-Erinnerung

Die Geschichtspolitik der USA und die Transformation der Holocaust-Erinnerung in den 1990er Jahren
Vortrag und Diskussion mit Jan Surmann (Hamburg)

Freitag, 02.02.2007
Ab 19 Uhr, Villa Ichon (Kaminzimmer), Goetheplatz 4, 28203 Bremen

Die Implosion der osteuropäischen Staatengemeinschaft – und damit das Ende der Nachkriegszeit – hat in der Auseinandersetzung mit den Folgen der nationalsozialistischen Raub- und Vernichtungspolitik zu einem einschneidenden Paradigmenwechsel geführt. Sowohl entschädigungs- wie auch restitutionspolitische Mängel der Nachkriegszeit wurden in den 1990er Jahren unter dem Schlagwort des „unfinished business“ international thematisiert und ihre Klärung gefordert. Die handlungsorientierte Geschichtspolitik der USA, die sich im Kontext der Forderungen jüdischer Organisationen nach Restitution in Osteuropa herausentwickelte, hat in diesem Prozess eine zentrale Rolle gespielt: Sie hat über die Ausübung politischen, ökonomischen und juristischen Drucks nicht nur elementar zum Abschluss diverser Fonds und Stiftungen – und damit zur materiellen Aufarbeitung – beigetragen, sondern erinnerungspolitisch eine Transformation der Shoah-Erinnerung hin zu einer Entkontextualisierung und Universalisierung gerade auch auf internationaler Ebene maßgeblich vorangetrieben.

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Zwei Staaten – eine Geschichte?

Konturen eines kritischen Bildes der deutschen Nachkriegsgeschichte

Bundesweite Tagung am Fr. 1.12. und Sa. 2.12. 2006, Bremen
Je länger die deutsche Vereinigung zurückliegt, um so stärker scheinen die Diskussionen darüber zu werden, wie eine – erst recht: kritische – Geschichtsschreibung der deutschen Nachkriegszeit aussehen könnte:

  • Gab es zwar zwei Staaten, aber nur eine Geschichte?
  • Ist mit der DDR auch die Bundesrepublik untergegangen und damit ein Fall für die Geschichtswissenschaft?
  • Welche Interessen und Sichtweisen stehen hinter welcher Herangehensweise?
  • Wie stellt sich die Geschichtsschreibung der deutschen Nachkriegszeit im europäischen Kontext dar?

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Buchpräsentation: Georg-Elser – Ein Attentäter als Vorbild

Mittwoch, 8. November, 17 Uhr, Rathaus Bremen

Die Georg-Elser-Initiative Bremen präsentiert ihren neuen Essayband im Bremer Rathaus. Georg Elser wurde nach dem Krieg diffamiert oder totgeschwiegen. Heutzutage wird er eher heroisiert und auf einen Sockel gestellt. In 19 Beiträgen, u.a. von Rolf Gössner, Jutta Limbach, Karl Heinz Roth und Jörg Wollenberg beleuchtet der Band Elser im Lichte der neuesten Forschung. Der Attentäter und sein missglückter Tyrannenmord werden in soziale, politische, kulturelle und moralische Kontexte gestellt.
Informationen über Georg Elser sowie die bestehenden Georg-Elser-Initiativen/Arbeitskreise sind auf den Webseiten: www.georg-elser-arbeitskreis.de/ und www.georg-elser.net/bremen/ erhältlich. Inhaltsverzeichnis des beim Bremer Verlag Edition Temmen erscheinenden Buches.

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Unheilige Allianzen – Black Metal

Zwischen Satanismus, Heidentum und Neonazismus

Achtung: neuer Termin, Sonntag 20. April, 20 Uhr

und neuer Ort: Villa Ichon, Goetheplatz

Lesung mit Hans-Peter Killgus und Christian Dornbusch

Im Schatten des Black-Metal-Mainstreams hat sich eine Underground-Szene aus Bands, Fans und Magazinen entwickelt, die sich zwischen Satanismus, Heidentum und offener Glorifizierung des Nationalsozialismus bewegt. Die Anhänger eines sozialdarwinistisch geprägten Satanismus beanspruchen als selbsternannte „Elite“ ein „Recht des Stärkeren“ und propagieren die Vernichtung all dessen, was in ihren Augen schwach ist.

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