Demokratie - Archiv


Klimawandel und Gesellschaftskritik

Klimakongress
Freitag, 20. bis Sonntag, 22. Mai 2022 an der Uni Oldenburg

In ihrer Komplexität, Größenordnung und Tragweite stellen die Gefahren des Klimawandels andere gesellschaftliche Probleme unserer Zeit in den Schatten. Die Dynamik der Erderwärmung erfordert dringend Maßnahmen. Sonst erreichen wir einen Point of no Return, ab dem (erwartbare) Kipppunkte und Rückkopplungseffekte des Klimasystems menschliches Eingreifen gegen die weitere Erderwärmung unmöglich machen. 55 Jahre nach der Entwicklung des ersten globalen Klimamodells, 50 Jahre nach der ersten Umweltkonferenz in Stockholm und 25 Jahre nach dem Beschluss des Kyoto-Protokolls ergibt sich allerdings die Frage, ob die bestehende Gesellschaft letztlich zu der Bewältigung einer solchen Aufgabe in der Lage ist. Wie ist bei der Allgegenwart des Themas im Privaten wie im Politischen, dem Ausmaß globaler Protestbewegungen und der Existenz verbindlicher multilateraler Beschlüsse zum Klimaschutz der stetige Anstieg der jährlichen weltweiten Emissionen zu erklären? Ist mit Blick auf dieses globale Scheitern von einer Systemimmanenz des Klimawandels zu sprechen?

Klimawandel und Gesellschaftskritik. Klimakongress 
Freitag, 20. bis Sonntag, 22. Mai 2022 an der Uni Oldenburg
Klimawandel und Gesellschaftskritik www.klimakongressoldenburg.de

Der Kongress „Klimawandel und Gesellschafts- kritik“ wird dieser Frage an der Universität Oldenburg drei Tage an lang auf den Grund gehen. Der Kongress beinhaltet 13 inhaltlich unterschiedlich ausgerichtete Panels, mehr als 30 Vorträge, mehrere Podiumsdiskussionen, einen Workshop, eine Buchvorstellung wie auch ein kulturelles Rahmenprogramm. Neben etablierten Forscher:innen sind auch Politiker:innen, Journalist:innen, Aktivist:innen und zahlreiche Nachwuchswissenschaftler:innen in die Veranstaltungen involviert.

Anmeldung erforderlich: Siehe http://klimakongressoldenburg.de/anmelden/

Programm: Siehe https://klimakongressoldenburg.de/programm/
Freitag von 12 bis 20 Uhr
Samstag von 9 bis 22 Uhr
Sonntag von 10 bis 16:30 Uhr

Wegbeschreibung und organisatorische Hinweise: Siehe https://klimakongressoldenburg.de/organisatorisches/

Veranstalter:innen: Allgemeiner Studierendenausschuss (AStA) der Universität Oldenburg,  Forschungsstelle Kritische Naturphilosophie (FKN), Rosa Salon, Gesellschaft für kritische Bildung e.V., Rosa-Luxemburg-Initiative – Rosa-Luxemburg-Stiftung Bremen u.v.a.m.

Krieg in der Ukraine: Waffenlieferungen?

rosalux jour fixe mit Alban Berisha, Norbert Schepers und anderen
Mittwoch, 11. Mai 2022, um 18 Uhr
Rosa-Luxemburg-Stiftung Büro Bremen, Am Wall 149/150, 28195 Bremen – Mit Anmeldung!

Die zum Teil groben Fehleinschätzungen zur Kriegsabsicht der russischen Regierung offenbaren einen Nachholbedarf in der außen- und sicherheitspolitischen Analyse der Linken. Die aktuellen Debatten um Waffenlieferungen an die Ukraine stellen Linke vor Grundsatzfragen: Neigen wir eher zu der Haltung, Krieg und Militarismus nicht unterstützen zu wollen, oder folgen wir dem Gebot der Solidarität mit den Opfern von Aggressionen und militärischer Gewalt? Haben wir überhaupt das Recht, Angegriffenen die Unterstützung zu verweigern, wenn sie sich gegen ihre Vernichtung und Vertreibung verteidigen wollen? Oder verschärfen Waffenlieferungen generell die Konfliktsituation und verstärken nur das Leid?

Wir möchten mit unserem Veranstaltungsformat „jour fixe“ einen Raum bieten, in welchem eine ergebnisoffene Diskussion geführt werden kann, und verschiedene Perspektiven und Sichtweisen einen Platz finden. Im Vordergrund stehen Austausch und Debatte. Die Anzahl der Teilnehmenden ist beschränkt, auch um einen vertrauensvollen Rahmen zu ermöglichen.

Wir bieten eine lose Folge von Gesprächsrunden an, es kann an einem oder mehreren Terminen teilgenommen werden.

Mitwirkende:

  • Alban Berisha ist freier Mitarbeiter der Rosa-Luxemburg-Initiative.
  • Norbert Schepers ist Leiter des Bremer Büros der Rosa-Luxemburg-Stiftung.
  • Weitere Akteure aus der Bremer Linken sind eingeladen.

Eine Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Initiative – Rosa-Luxemburg-Stiftung Bremen im Rahmen des »rosalux jour fixe«:

  • Der rosalux jour fixe findet in loser Folge im Bremer Büro Bremen der Rosa-Luxemburg-Stiftung statt.
  • Fester Tag: Mittwochs, um 18 Uhr.
  • Entsprechend dem Konzept hat der rosalux jour fixe eine Begrenzung für die Anzahl der Teilnehmenden: Zehn angemeldete TeilnehmerInnen, plus Gast bzw. ReferentIn und Moderation. Mehr Teilnehmende passen leider auch nicht in unseren Seminarraum.
  • First come, first served: Wir bitten um verbindliche Anmeldung per Mail an jourfixe@rosa-luxemburg.com (oder über unser Büro). Wir versenden per Mail eine Anmeldebestätigung, oder eine Absage, falls bereits alle Plätze belegt sind.
  • Kontakt und Nachfragen: Der rosalux jour fixe wird von Norbert Schepers (RLS) betreut.

Flyer zur Veranstaltung als PDF zum Download: 

Es gelten die aktuellen Abstands- und Hygieneregeln für die Corona-Pandemie des Bundeslandes Bremen.

Dahinter. Dazwischen. Daneben – Kulturelles Leben im Schatten

Von kulturellen Außenseitern und Sonderlingen – Lesung mit Jonas Engelmann
Freitag, 6. Mai 2022, um 20 Uhr in Bremen Hemelingen

Schule 21, Godehardstr. 21, 28309 Bremen

»Ich muss von irgendwo anders in dieses Universum gekommen sein, weil ich ein totaler Außenseiter bin«, hat der afroamerikanische Saxofonist Johnny Griffin einmal erklärt. Sun Ra hat diese Idee in seinem Konzept des Afrofuturismus aufgegriffen. Außenseiter wie Sun Ra hat Jonas Engelmann in seinem Buch »Dahinter. Dazwischen. Daneben.« versammelt. Die einen wollten nicht mitmachen. Die anderen durften nicht. Und wiederum andere sind zwar Teil des Kulturbetriebs, gelten dort jedoch als Sonderlinge.

In den Porträts der Künstler:innen werden kulturelle Konzepte präsentiert, die völlig aus ihrer Zeit gefallen scheinen, in Konflikt zum kulturellen oder politischen Konsens standen oder schlicht zu fremdartig waren, um ein breites Publikum zu finden. Jonas Engelmann zieht dabei keine Grenzen zwischen Hochkultur und Popkultur, Comic, Literatur, Wissenschaft, bildender Kunst oder Film: Elfriede Jelinek steht gleichberechtigt neben Jeffrey Lewis, Björk neben Calvin & Hobbes.

Das Buch versammelt in den letzten Jahren entstandene Texte über Aby Warburg, Zora Neale Hurston, Jean Améry, Eva Hesse, Franz Jung, Nella Larsen, Witold Gombrowicz, Tove Jansson, Sun Ra, Jandek, Julie Doucet, Boris Lurie, Raymond Federman und viele andere.

Jonas Engelmann ist studierter Literaturwissenschaftler, ungelernter Lektor und freier Journalist. Er hat über Gesellschaftsbilder im Comic promoviert, schreibt über Filme, Musik, Literatur, Feminismus, jüdische Identität und Luftmenschen für »Jungle World«, »Neues Deutschland«, »konkret«, »Zonic«, »Missy Magazine« und andere, lektoriert Bücher für den Ventil Verlag und gibt die »testcard« mit heraus. Daneben arbeitet er bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung im Bereich der politischen Bildung mit.

Das Buch von Jonas Engelmann: »Dahinter. Dazwischen. Daneben. Von kulturellen Außenseiternund Sonderlingen« erschien im Dezember 2021 im Ventil Verlag, ISBN 978-3-95575-153-1.
Ventil Verlag 2021

Das Buch von Jonas Engelmann: »Dahinter. Dazwischen. Daneben. Von kulturellen Außenseiternund Sonderlingen« erschien im Dezember 2021 im Ventil Verlag, ISBN 978-3-95575-153-1.

Veranstalter:innen: Kunst- & Kulturverein Schule 21 e.V. und Rosa-Luxemburg-Initiative – Rosa-Luxemburg-Stiftung Bremen

Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush

Bremer Preview des Kinofilms am 21. April 2022, mit Regisseur Andreas Dresen und Drehbuchautorin Laila Stieler

Donnerstag, 21.04.2022
Preview um 19:30 Uhr im Kino Schauburg, Vor dem Steintor 114, 28203 Bremen
Eröffnungsveranstaltung des Bremer Filmpreises um 19 Uhr, mit Filmvorführung um 20:30 Uhr im Theater am Goetheplatz, Goetheplatz 1-3, 28203 Bremen

Murat ist weg. Inhaftiert im US-Gefangenenlager Guantanamo.

Rabiye Kurnaz, Bremer Hausfrau und liebende Mutter, versteht die Welt nicht mehr. Geht zur Polizei, informiert Behörden und verzweifelt fast an ihrer Ohnmacht. Bis sie Bernhard Docke findet. Der zurückhaltende, besonnene Menschenrechtsanwalt und die temperamentvolle, türkische Mutter – sie kämpfen nun Seite an Seite für die Freilassung von Murat.

Papier ist geduldig, Rabiye ist es nicht. Eigentlich möchte sie nur zurück zur Familie in ihr Reihenhaus und wird doch immer wieder in die Weltgeschichte katapultiert. Sie zieht mit Bernhard bis vor den Supreme Court nach Washington, um gegen George W. Bush zu klagen. Bernhard gibt dabei auf sie acht. Und Rabiye bringt ihn zum Lachen. Mit Herz und Seele. Mit letzter Kraft.

Und am Ende geschieht, was niemand mehr für möglich hält.

Filmplakat RABIYE KURNAZ GEGEN GEORGE W. BUSH, ab 28.4. bundesweit im Kino
RABIYE KURNAZ GEGEN GEORGE W. BUSH, ab 28.4. bundesweit im Kino https://rabiye.film/

RABIYE KURNAZ GEGEN GEORGE W. BUSH ist die siebte gemeinsame Arbeit von Andreas Dresen (Regie) und Laila Stieler (Drehbuch). Ein Film über Recht und Willkür. Ein Film über Menschen, die über sich hinauswachsen. Mit überwältigender Präsenz und erdigem Alltagswitz gibt Meltem Kaptan als Rabiye Kurnaz ihr Kinodebüt. Alexander Scheer spielt mit geduldiger Zurückhaltung den Menschenrechtsanwalt Bernhard Docke. In weiteren Rollen agieren Charly Hübner, Nazmi Kirik und Sevda Polat. RABIYE KURNAZ GEGEN GEORGE W. BUSH feiert Weltpremiere im Wettbewerb der 72. Internationalen Filmfestspiele Berlin 2022. Deutscher Kinostart ist der 28. April 2022, in Bremen mit zwei Veranstaltungen am 21. April.

Trailer für den Kinofilm „Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush“

Kinder von Hoy – Freiheit, Glück und Terror


Buchvorstellung und Diskussion mit Grit Lemke, 06.08.2022, 19:00 Uhr, Parkcafe des Kulturzentrum Kukoon, Neustadtwallanlagen, 28201 Bremen

Parkcafé des Kukoon, Neustadtwallanlagen, Bremen – Achtet auf aktuelle Ankündigungen

Die Autorin Grit Lemke, die schon mit ihrem Grimmepreis-nominierten Film „Gundermann Revier“ einen tiefen Blick in das Leben ihrer Heimatstadt Hoyerswerda geworfen hatte, arbeitet nun die Biografie ihrer komplexen Generation auf. In einem dokumentarischen Roman verschränkt sie virtuos die Stimmen der Kinder von Hoy zu einer mitreißenden Oral History. In den sechziger und siebziger Jahren waren sie mit ihren Eltern nach Hoyerswerda gekommen, eine DDR-Musterstadt: aus dem Heideboden gestampft, aus Bauelementen zusammenmontiert. Morgens rollen die Eltern in Schichtbussen davon, die Kinder wachsen in einem großen Kollektiv auf. Die Erzählerin wird Teil der Kultur- und Kunstszene um Gerhard Gundermann, den Springsteen des Ostens. Eine Art proletarische Bohème entwickelt sich: nachts im Kellerclub, morgens im Schichtbus. Doch der Wiedervereinigung folgen Massenentlassungen, und ein latent vorhandener Rassismus gegen in der Stadt lebende Vertragsarbeiter sowie eine schnell erstarkende Rechte führen zu Ausschreitungen. Die Kulturszene bleibt tatenlos, doch auch für sie wird danach nichts mehr sein, wie es war…

Grit Lemke, geboren in Spremberg, aufgewachsen in Hoyerswerda, arbeitet als Dokumentarfilmregisseurin und Autorin. Ihr Film „Gundermann Revier“ wurde 2020 für den Grimmepreis nominiert.

Eine Veranstaltung des Kulturzentrum Kukoon in Kooperation mit Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen.

Der Intellektuelle als Unruhestifter. Wolfgang Pohrt – Eine Biographie

Buchvorstellung mit Klaus Bittermann, 10.06.2022, 19:00 Uhr, Parkcafe des Kulturzentrum Kukoon, Neustadtwallanlagen, 28201 Bremen

Parkcafé des Kukoon, Neustadtwallanlagen, Bremen – Achtet auf aktuelle Ankündigungen

»Sie sagen mir, was Sie denken, und ich sage Ihnen, warum das falsch ist.« (Wolfgang Pohrt)

Als Anfang der achtziger Jahre Wolfgang Pohrt die öffentliche Bühne betrat, wurde den Lesenden schnell klar, dass da jemand einen neuen Ton anschlug. Pohrt verstand es, seine Thesen mit großer Schärfe, Klugheit und Eleganz zu formulieren. Seine Kritik an den Grünen und der Friedensbewegung ist legendär, vor allem, seit diese nationale Töne anschlugen und die Nation nicht mehr abschaffen, sondern retten wollten. In der Biographie wird daran erinnert, dass die Linke in Deutschland zwar versagt hat, aber dank Wolfgang Pohrt das Niveau der Kritik an ihr weit besser war, als sie es verdient hatte, man kann sagen, dass ein realistisches Bild von ihr nur deshalb erhalten geblieben ist, weil Pohrt sich ihrer Fehler und Eigenarten angenommen und damit die Mythenbildung erschwert hat. Mit seiner großen Massenbewusstseinsstudie der Deutschen und dem Konkret-Kongress 1993 kündigte sich sein Abschied an, aber noch heute macht sich sein Einfluss bemerkbar, als ob seine Gedanken wie ein schwacher unterirdischer Strom immer wieder einen Nerv treffen und eine Reaktion erzeugen.

Klaus Bittermann (Berlin) ist Autor und Verleger. In seinem Verlag Edition Tiamat veröffentlicht er die gesammelten Werke von Wolfgang Pohrt. Letzte Veröffentlichung: Einige meiner besten Freunde und Feinde. Unruhestifter und Abweichler, Berlin 2019.

Eine Veranstaltung von associazione delle talpe in Kooperation mit dem Jungen Forum der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Bremen und der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen.

Die Revolution ist großartig – Was Rosa Luxemburg uns heute noch zu sagen hat

Buchvorstellung und Diskussion mit Peter Bierl am 29.04.2022, 19:00 Uhr, Kulturzentrum Kukoon, Buntentorsteinweg 29, 28201 Bremen

Eventuell zusätzlich als Stream unter media.kukoon.de – Achtet auf aktuelle Ankündigungen   Rosa Luxemburg ist eine Ikone der Linken, doch ihre inhaltlichen Positionen werden oft ignoriert. Diese Ambivalenz zeigte sich bereits kurz nach ihrer Ermordung, als die KPD der Märtyrerin zwar ein Denkmal errichtete, ihre Ansichten aber als »Syphilisbazillus« diffamierte. Für die SED galt, dass Luxemburg immer falsch lag und irrte, wo sie anderer Meinung war als Lenin. Heute wird vielerorts ihr Konzept der ›revolutionären Realpolitik‹ wieder aufgegriffen oder auf ihre Imperialismustheorie verwiesen, wenn es um Strategie und Taktik, um imperiale Lebensweise oder Landgrabbing geht. Andere suchen Inspiration für einen sozialistischen Feminismus oder beziehen sich auf die ›rote Rosa‹, die die Tierquälerei beklagte. Vor diesem Hintergrund werden in diesem Buch wesentliche Positionen Luxemburgs sowohl im historischen Kontext als auch hinsichtlich ihres aktuellen Gebrauchswerts diskutiert. Einerseits war Luxemburg befangen im deterministischen Marxismus der Zweiten Internationale. Andererseits versagte sie sich jede Beteiligung an der Administration der Kapitalverwertung. Sie bestand auf einem radikalen Bruch zugunsten einer klassen- und herrschaftslosen Gesellschaft, die nur demokratisch zu erreichen sei. Von Anfang an bekämpfte sie die autoritäre Politik Lenins, setzte stattdessen auf Lern- und Selbstverständigungsprozesse in konkreten Kämpfen und verfocht eine anti- und transnationale Haltung. Das sind Elemente, auf die auch eine moderne Linke aufbauen muss.

»Das Fazit gleich vorweg: Lesen. Unbedingt.« – Aurora, rso revolutionär sozialistische organisation »Das Buch ist eine gut lesbare Einführung in Luxemburgs Werk und Aktivismus, auch geeignet für Leute, die noch nicht so viel darüber wissen.« – Buchladen zur schwankenden Weltkugel Peter Bierl (*1963) hat Politikwissenschaft, Soziologie und Psychologie studiert. Er arbeitet als freier Journalist und lebt in der Nähe von München. Zuletzt sind von ihm erschienen »Die Revolution ist großartig. Was Rosa Luxemburg uns heute noch zu sagen hat« (2020), »Keine Heimat nirgendwo« (2020), »Einmaleins der Kapitalismuskritik« (2018) und »Grüne Braune: Umwelt-, Tier- und Heimatschutz von rechts« (2014).

Eine Veranstaltung des Kulturzentrum Kukoon in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen.

Transformative Gerechtigkeit und Community Accountability

Online-Workshop für Frauen, Lesben, Inter-, Nichtbinäre-, Trans- und Agender Personen
Sonntag, 17. Oktober 2021 von 14 bis 17:30 Uhr

Online via BigBlueButton; der Link zum Workshop wird am Tag der Veranstaltung an die durch bestätigten Teilnehmenden per E-Mail gesendet.
Nur mit verbindlicher Anmeldung, siehe unten!

Dieser Online-Workshop wird eine theoretische Einführung in die Konzepte der transformativen Gerechtigkeit und Community Accountability geben. Er wird dreieinhalb Stunden dauern, eine halbe Stunde Pause mit inbegriffen.  Durchgeführt wird er vom ignite! Kollektiv, einem horizontal organisierten Kollektiv, das zu feministischen und herrschaftskritischen Themen Workshops gibt, schreibt und handelt.

Die Organisator*innen sind ein neu gegründetes Kollektiv bestehend aus hauptsächlich weißen FLINTA*-Personen[1]. Wir heißen „TnP“ (gesprochen „Tea and Pee“) und sind Betroffene von Beziehungs-, patriarchaler- und sexualisierter Gewalt. Gleichzeitig verstehen wir uns auch als Allies mit anderen betroffenen Personen.

Im Rahmen des Workshops «Transformative Gerechtigkeit und Community Accountability» möchten wir, gemeinsam mit den Teilnehmer*innen, zunächst Grundlegendes zu den genannten Konzepten erfahren. Langfristig wollen wir lernen, wie wir Betroffene in unseren sozialen Netzwerken besser unterstützen können. Wie wir ihnen z. B. den Raum geben können, den sie brauchen, um das Erlebte zu verarbeiten. Gleichzeitig sind wir auch an Strategien interessiert, wie übergriffige Personen in die Verantwortung genommen werden können, ohne diese als Menschen zu verurteilen bzw. gewaltsam zu „bestrafen“.

Mit dem Begriff «Transformative Gerechtigkeit» ist ein Modell gemeint, das im Gegensatz zu strafenden Systemen in Justiz, Polizei, aber auch im Privaten und in Kollektiven, Gerechtigkeit als eine Konsequenz aus straffreien Prozessen begreift. Das Konzept der transformativen Gerechtigkeit wurde in den 1990er Jahren hauptsächlich von FLINTA* of Color entwickelt, also von Menschen die von rassistischer und patriarchaler Gewalt betroffen waren. Es geht davon aus, dass zwischenmenschliche Gewalt nicht losgelöst von Gesellschaft und ihren spezifischen Machtverhältnissen passiert, sondern dass diese Machtverhältnisse spezifische Formen von Gewalt „erzeugen“. Mehr dazu erfahrt ihr dann im Workshop.

Bei transformativer Gerechtigkeit spielt das soziale Umfeld, in welchem Gewalt passiert, eine elementare Rolle – und somit auch das Konzept der «Community Accountability». Ins Deutsche kann dieser Begriff sinngemäß mit «Gemeinschaftliche Verantwortungsübernahme» übersetzt werden. Es geht um das Schaffen von Communities, die in der Lage sind, Verantwortung für einen Prozess zu übernehmen, der nach einem Übergriff notwendig ist, um die Gewalt und gewaltvolle Machtverhältnisse aufzuarbeiten. Das ist eine sehr grobe Beschreibung und auch zu diesem Konzept werdet ihr im Workshop selbst natürlich mehr erfahren.

Um im Workshop möglichst einen geschützten Raum für die Anwesenden zu schaffen – im Vergleich zu einer Gesellschaft, in der Gewalt Alltag ist – haben wir uns für FLINTA*-Referent*innen und eine limitierte Teilnehmer*innenzahl entschieden. Darüber hinaus werden wir einen von uns betreuten virtuellen Raum einrichten, in den sich im Zweifelsfall zurückgezogen werden kann. Wir haben keine Ausbildung in Awarenessarbeit, aber Erfahrung in selbstorganisierten queerfeministischen Kontexten.

Der Workshop wird auf deutsch stattfinden, da wir leider aktuell nicht genügend Ressourcen für eine Synchronübersetzung haben. Referent*innen und Orga-Team versuchen in dem Workshop möglichst allgemein verständliche Worte zu benutzen und Fach- und Szenebegriffe zu erklären. Menschen ohne Vorwissen sind herzlich willkommen!

Zielgruppe: Der Workshop richtet sich an FLINTA*-Personen, die von Beziehungs-, patriarchaler- bzw. sexualisierter Gewalt betroffen sind und Allies.

Es ist uns wichtig darauf hinzuweisen, dass die Teilnehmer*innen sich akut nicht in einer instabilen Phase befinden sollten, da wir keine Psycholog*innen sind und uns lediglich  aus Betroffenenperspektive theoretisch mit den genannten Konzepten beschäftigen.

Anmeldungen bitte bis zum 14. Oktober 2021 an tnp@riseup.net.
Wir bitten darum, bei der Anmeldung kurz eigene Positionierungen in Bezug auf Diskriminierungserfahrungen zu benennen, sowie die Motivation für die Teilnahme und damit verbundene Wünsche und Erwartungen. Die Angaben werden nur von den Organisator*innen gelesen und vertraulich behandelt.
Die Benachrichtigung bzw. Bestätigung der Teilnehmenden erfolgt durch die Vorbereitungsgruppe.

Veranstalter:innen: Kollektiv TnP und Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen.


[1] Der Begriff „FLINTA*“ bedeutet Frauen, Lesben, Inter-, Nichtbinäre-, Trans- und Agender Personen. Der Begriff „weiß“ meint Menschen, die keine rassistische Diskriminierung erfahren und bezieht sich nicht auf unsere Hautfarben oder Ähnliches, sondern auf unsere sozialen Positionen, in einer von rassistischer Gewalt geprägten Gesellschaft.

Arbeit und Krankheit im Kapitalismus

Buchvorstellung und Diskussion mit Wolfgang Hien  / 22.10.2021, 19:00 Uhr, Kulturzentrum Kukoon, Buntentorsteinweg 29, 28201 Bremen Evtl. zusätzlich als Stream unter media.kukoon.de – Achtet bitte auf aktuelle Ankündigungen  

Die Pandemie hat, wie ein Brennglas, erneut die dunklen Seiten des Kapitalismus überdeutlich sichtbar gemacht. Millionen prekärer Arbeiter*innen halten unter teilweise unglaublichen Bedingungen den gesellschaftlichen Betrieb am Laufen. Es muss produziert und Profit gemacht werden ohne Rücksicht auf die Gesundheit der Arbeiter*innen. Gesundheitsarbeiter*innen wurden beklascht und dann wieder mit Brosamen abgespeist, während Kliniken weiter privatisiert werden. Die kapitalistische Arbeitsgesellschaft erzeugt Wohlstand, der nicht nur im ökonomischen Sinne auf Ausbeutung, sondern auf der systematischen Zerstörung der körperlichen und seelischen Gesundheit der Massenarbeiter*innen gebaut ist. Wolfgang Hien wird am Beispiel der Bergarbeiter und der Textilarbeiterinnen einen Einblick in die Geschichte geben, um sich dann der These zuzuwenden: Die Fixierung der politischen Linken auf Arbeit und Arbeitsplätze hat der kapitalistischen Entwicklung Vorschub geleistet, und in vielen bereich ist der Sozialstaat eine Illusion. Wäre es nicht endlich an der Zeit, umzusteuern und sich auf ein Recht auf einenkonsequenten Gesundheitsschutz und ein Recht auf ein gutes Leben hin zu orientieren? Und dafür auch in der Arbeiter*innenklasse zu werben?   

Wolfgang Hien ist Arbeits- und Gesundheitswissenschaftler und befasst sich seit den 1970er Jahren mit Geschichte und Kritik der Arbeitsmedizin, die als Herrschaftsinstrument den arbeitenden Menschen entmündigte und zur Höherleistung antrieb. Veröffentlichung zuletzt: Die Arbeit des Körpers – Von der Hochindustrialisierung in Deutschland und Österreich bis zur neoliberalen Gegenwart, Mandelbaum Verlag, Wien 2018.  

Eine Veranstaltung des Kulturzentrum Kukoon in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen.

Das NSU-Urteil und unsere Verantwortung

Vortrag und Gespräch mit Friedrich Burschel (NSU-Watch)
Dienstag, 13. Juli 2021, Online-Veranstaltung: Ab 19 Uhr auf Zoom

Auch seit dem fragwürdigen Schussakkord im Münchener NSU-Prozess 2018 reißt die Kette rechtsterroristischer Anschläge und Eskalationen, Bedrohungen und Angriffen nicht ab. Über 10 Jahre nach dem Auffliegen des NSU kann und darf es keinen Schlussstrich geben. Denn wesentliche Fragen sind nach wie vor offen. Gesellschaftlicher Rassismus und Antisemitismus sind nach wie vor omnipräsent, neo-nazistische Netzwerke und Rechtsterrorismus weiterhin eine enorme Gefahr.

In seinem Vortrag präsentiert Prozess-Beobachter Friedrich Burschel seine Einschätzungen zum NSU-Prozess und Urteil. Dabei wird er auch auf die Arbeit der zahlreichen Untersuchungsausschüsse, die Verstrickung von Behörden in den NSU-Komplex sowie die ideologischen Verbindungen von NSU-Mordserie und weiteren Attentaten der letzten Jahre aufzeigen. Nicht zuletzt stellt sich vor diesem Hintergrund die Frage nach den Konsequenzen für den Kampf gegen die Gefahr von rechts.

1. Mai Demo im Jahr 2019 in Erfurt. Foto: Friedrich Burschel
Mai-Demo im Jahr 2019 in Erfurt. Foto: Friedrich Burschel

Friedrich Burschel ist Referent zum Schwerpunkt Neonazismus und Strukturen/Ideologien der Ungleichwertigkeit bei der Akademie für Politische Bildung der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Berlin. Er war über fünf Jahre akkreditierter Korrespondent des nicht-kommerziellen Lokalsenders Radio Lotte Weimar im NSU-Prozess und ist Mitarbeiter von NSU-Watch (nsu-watch.info).

Einwahldaten via ZOOM: https://us02web.zoom.us/j/82694323366?pwd=Uk1rYTRDVERiYWUrSGt0T2FsN1hjZz09

Eine Veranstaltung des Bildungsprojektes Köfte Kosher; in Zusammenarbeit mit der soliport – Beratungsstelle für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt und der Rosa-Luxemburg-Initiative – Rosa-Luxemburg-Stiftung Bremen.

Fritz Burschel; Foto: Radio LOTTE Weimar

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die neonazistischen Parteien oder Organisationen angehören, der Neonazi-Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

Was hat der Kolonialismus mit Bremen zu tun? Und was mit Walle?

Koloniale Spuren finden sich überall in deutschen Städten – auch in Bremen. Obwohl sie Teil unseres alltäglichen Lebens sind, sehen wir sie häufig nicht, denn deutscher Kolonialismus ist für viele ein unbekanntes Kapitel der Geschichte.

Bei dieser Veranstaltung werfen wir ein Licht darauf. Mit Modupe Laja von München Postkolonial und Mnyaka Sururu Mboro von Berlin Postkolonial sprechen wir über die koloniale Vergangenheit und die Spuren, die sie hinterlassen hat. Wir thematisieren außerdem Möglichkeiten und Wege, den öffentlichen Raum zu entkolonialisieren und dabei die Geschichte sichtbar zu machen, anstatt sie unter den Teppich zu kehren.

Modupe Laja ist seit Langem unter anderem im Arbeitskreis Panafrikanismus München e.V und im NeRas Netzwerk Rassismus an Schulen aktiv. Mit der Gruppe München Postkolonial wirkt sie, beispielsweise durch Straßenumbenennungen, auf die Dekolonisierung Münchens hin.

Mnyaka Sururu Mboro ist Mchagga-Lehrer und Aktivist aus Tansania, lebt aber schon seit rund 30 Jahren in Berlin. Er ist Gründungs- und Vorstandsmitglied von Berlin Postkolonial e.V., wo er sich mit der versteckten Kolonialgeschichte der deutschen Hauptstadt beschäftigt.

Die Veranstaltung findet online statt unter https://t1p.de/lecs. Eine vorherige Anmeldung ist nicht nötig.

Veranstaltet von der Stadtteilinitiative Walle Entkolonialisieren und der Rosa-Luxemburg-Initiative Bremen.

Antifaschistischer Aufbruch

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung (RLS) ist als parteinahe Stiftung der Partei Die LINKE einen antifaschistischen Tradition verbunden und hat den Kampf gegen Rechts stets als einen Schwerpunkt betrachtet und entsprechende Bildungsangebote gemacht, Projekte aufgelegt und Initiativen unterstützt.

Antifa? Ja, Antifa!

Auch und gerade weil links, weil antifaschistisches Engagement gegenwärtig häufig mit dem Rücken zur Wand und im Fokus rechter Angriffe steht und nicht nur in Deutschland, sondern in Europa und der ganzen Welt ein autoritärer, nationalistischer, ja faschistischer Sog zu verspüren ist, ruft die RLS zu einem Antifaschistischen Aufbruch auf, um dem Rechtsdrift etwas Kämpferisches, Kluges und Motivierendes entgegenzusetzen. Auf der RLS-Homepage ist der Juni genau diesem Aufbruch gewidmet und wir freuen uns, unsere Angebote gegen rechts und antifaschistischen Bildungsformate hier präsentieren zu können.

Warum?  

In der zurückliegenden Dekade hat das Themenfeld «Neonazismus und Strukturen und Ideologien der Ungleichwertigkeit» dramatisch an Bedeutung zugenommen. Ihm ist im Laufe der Jahre eine aufpilzende Breite an weiteren Themen zugewachsen: die Extremismusdoktrin und die Rolle des Verfassungsschutz genannten Inlandsgeheimdiensts in der Zivilgesellschaft; das Auffliegen des NSU und Prozessbeobachtung sowie -intervention als Gegenstand linken Aktivismus‘ und linker Bildung; das Auftauchen 2013 der neuen autoritär-populistischen Partei «Alternative für Deutschland» (AfD), die sich während ihres beispiellosen Siegeszugs in viele kommunale, alle Landesparlamente und 2017 den Bundestag nach etlichen Häutungen in einen rechts-nationalistischen und einen völkischen Flügel spaltet; das Auftauchen einer neuen rechten Bürger*innenbewegung mit Pegida und den diversen Ablegern; die so genannte Flüchtlingskrise und/oder Willkommenskultur mit einer begleitenden Explosion rechter und rassistischer Gewalt gegen Geflüchtete und ihre Unterstützer*innen; eine bedrohliche Welle rechtsterroristischer Gewalt, Bedrohung und Verstrickung bewaffneter Organe des Staates in miliz-ähnliche Prepper- und Freischärler-Truppen (Uniter, Hannibal, Nordkreuz); rechte und rassistische Mordanschläge wie in München (2016), Istha/Kassel (2019,) Halle (2019) und Hanau (2020); die drastisch zunehmende Bedeutung eines neuen alten Antisemitismus, der Themenfelder Antifeminismus und Misogynie ebenso wie des Klimawandels als Katalysator eines globalen Rechtsrucks und kapitalistischer Besitzstandswahrungskämpfe, sowie der globale Aufstieg faschistischer oder autoritärer Regierungen, häufig im Gewand «illiberaler Demokratien» (Ungarn, Polen; Brasilien, Israel, Indien, USA usw.) und schließlich das Auftauchen einer weiteren nach rechts offenen und anschlussfähigen Protestbewegung gegen die (oft tatsächlich fragwürdigen) Regierungsmaßnahmen im Rahmen der Eindämmung der globalen Pandemie mit dem SARS-Cov-2-Virus.

1. Mai Demo im Jahr 2019 in Erfurt. Foto: Friedrich Burschel
Mai-Demo im Jahr 2019 in Erfurt. Foto: Friedrich Burschel

Nach wie vor überschlagen sich Ereignisse und Entwicklungen auf dem ausufernden Themenfeld «Rechts». Das zurückliegende Jahr war geprägt von einer fortschreitenden autoritären Formierung, die ihren Ausdruck in der weiteren Entwicklung der völkisch-nationalistischen Partei AfD, im Auftauchen einer neuen starken rechten Anti-Establishment-Bewegung im Zuge der Corona-Pandemie und in eskalierenden Formen eines über hermetische Interneträume international verbundenen Nazi-Terrorismus‘ fand. Mit einem globalen autoritären Backlash, der Anfang Januar 2021 in den USA mit dem Sturm eines rechten Mobs auf das Parlamentsgebäude Kapitol einen bedrohlichen Höhepunkt fand, kann von einem autoritären Sog gesprochen werden, der westliche Demokratien ebenso wie viele andere, teils vorher schon instabile Staaten weltweit in Schieflage bringt. 

Rechtsruck in Deutschland

Auch die ach so stabile Bundesrepublik: Am fünften Februar vergangenen Jahres gelang es der «Alternative für Deutschland» (AfD) erstmals, das ganze Land in Aufruhr zu versetzen. Nach zwei vergeblichen Anläufen verhalf ausgerechnet die Fraktion des faschistischen «Flügel»-Führers oder Führers des faschistischen Flügels, Björn Höcke, im Thüringer Landtag einem FDP-Ministerpräsidenten ins Amt und führte so die dortige CDU und die Fünf-Prozent-Liberalen als Spielball der völkisch-nationalistischen Partei vor. Der Triumph währte nicht lange: kurze Zeit später beugte sich der Kurzzeit-Landesvater dem Druck aus den Chefetagen der eigenen Partei und konservativer Medienhäuser.

Der Monat blieb katastrophal: Am 19. Februar richtete ein von völkischem Größenwahn und rassistischem Hass fanatisierter Attentäter in Hanau ein Massaker an, dem neun Menschen zum Opfer fielen und als zehntes Opfer die Mutter des Täters, die er vor seinem Suizid ebenfalls erschoss. Die neun zuerst Getöteten hatte der Mörder wegen ihrer familiären Migrationsgeschichten ausgewählt. Wenige Tage zuvor war ein gutes Dutzend verdächtiger Männer – alles «harmlose» Familienväter, einer von ihnen im Polizeidienst – aufgeflogen: Die durch und durch rassistische «Gruppe S» mit einer kruden «White Supremacy»-Ideologie, die schwer bewaffnet Massaker in muslimischen Gebetsräumen und Moscheen in 14 Städten gleichzeitig anrichten wollte, um so den grundstürzenden «Tag X» herbeizuführen, wurde gerade noch rechtzeitig ausgehoben, um diese barbarischen Pläne zu durchkreuzen. Der Prozess gegen diese Gruppe begann im April dieses Jahres vor dem Oberlandesgericht Stuttgart und könnte sich in den nächsten Mammutprozess mit bereits über 100 terminierten Prozesstagen auswachsen. Wer also angesichts dieser Entwicklungen dachte, es stünden weitere rechtsterroristische Anschläge und Umsturzversuche bevor, hatte dazu allen Grund.

Das Jahr prägten dann auch der Strafprozess gegen den Attentäter, der im Oktober 2019 versucht hatte, ein Blutbad in der Halleschen Synagoge anzurichten, und, nachdem das Vorhaben gescheitert war, zwei Menschen tötete, die zufällig seinen Weg kreuzten, sowie das Verfahren wegen des Mordes am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU) im Juni 2019. Mit Hanau und Halle (und München 2016), aber auch im Verfahren vor dem Landgericht Berlin, wo sich ein Schreiber von Drohmails vor allem gegen prominente starke Frauen und mit Bombenanschlägen auf öffentliche Gebäude drohender Terrormonade, der sich «Nationalsozialistische Offensive» nannte, erscheint ein (gar nicht mehr so) neuer Tätertyp, der zwar allein in tödliche Aktion tritt, aber kein Einzeltäter ist. Im stillen Kämmerlein oft in der elterlichen Wohnung ist er mit einer hasserfüllten internationalen Online-Community in Austausch, die die Motive Nazismus, Rassismus, Antisemitismus und krude Misogynie bis zur Tat triggert.    

Diverse Prozesse gegen rechte Täter*innen laufen

Überhaupt Strafverfahren: Die Zahl der laufenden, zurückliegenden und noch anstehenden Prozesse zu rechtem Terrorismus beginnen antifaschistische Prozessbeobachtungsgruppen im ganzen Land an den Rand ihrer Kapazitäten zu bringen: In München steht der Prozess gegen «Blood & Honour»-Strukturen an und ein weiterer gegen die mutmaßliche Rechtsterroristin Susanne G., in Frankfurt – endlich – das Verfahren gegen den Bundeswehrsoldaten Franco A., der unter false flag und als Asylsuchender getarnt terroristische Anschläge verüben wollte, um damit rassistische Gegenreaktionen auszulösen. Außerdem steht ein CDU-Ratsherr aus Köln-Porz vor Gericht, der in der Silvesternacht 2019/20 mutmaßlich aus rassistischen Motiven mit einer Schusswaffe einem jungen Mann in die Brust schoß und lebensgefährlich verletzte. Es gibt auch eine Initiative von Prozessbeobachter*innen, die sich nun den Prozess wegen des homophoben, islamistischen Messeranschlags im Oktober 2020 in Dresden angeschaut haben (Ende des Prozesses wahrscheinlich 20.5.), bei dem ein Mensch ums Leben kam und ein weiterer schwer verletzt wurde. Vom zweiten und dritten Freital-Prozess dort gar nicht zu reden.

Neue (rechte) Gruppierungen seit Beginn der Corona-Pandemie

Aber auf einmal war alles ganz anders: ab März 2020 veränderte die globale Pandemie mit dem SARS-CoV-2-Virus Leben und Alltag aller grundlegend. Im Seuchen-Ausnahmezustand schwoll der Protest gegen die Regierungspolitik bei sog. Hygiene-Demos an und seit im Herbst jenes Jahres der zweite Lockdown absehbar war, sind Zehntausende Bürger*innen bundesweit bei den sogenannten «Querdenker»-Protesten auf den Straßen. Die laut werdende Kritik an den herrschenden Verhältnissen, eine sehr weitgehende Delegitimierung staatlichen Handelns und damit eine ernst zu nehmende Spaltung der Gesellschaft hatten und haben jedoch keineswegs linken, klassenkämpferischen oder emanzipatorischen Charakter, sondern sind gegenwärtig getragen von geradezu grotesken Grundannahmen, Falschmeldungen und altbekannten Verschwörungsideologien. Wesentliche Bestandteile auch hier: Antisemitismus, Antifeminismus, Rassismus und Nationalismus, aber auch der gute alte Antikommunismus westdeutscher Prägung. Diesen zunächst diffusen Bewegungen, die sich in einem Freiheits- und Widerstandskampf gegen diktatorische Verhältnisse, seuchenpolitische «Ermächtigungsgesetze» und das «sozialistische Merkel-Regime» wähnen, kann sich eine faschistische Rechte leicht anverwandeln und sie so rahmen und lenken, wie etwa beim telegenen «Sturm» der Freitreppe des Reichstagsgebäudes im August 2020. Forderungen aus diesen Kontexten sind eine Art Umsturz, Systemwechsel oder «Neuanfang» mit «verfassungsgebender Versammlung» zur Beendigung eines vermeintlichen alliierten, wahlweise finanzoligarchischen, in jedem Fall «fremdbestimmten» Besatzungsregimes. Das Mobilisierungspotenzial von mehreren Zehntausend Menschen ist beträchtlich.

Bemerkenswert und kennzeichnend für die Einschätzung dieser neuen rechten Bewegungen von «besorgten Bürgern» und «Querdenkern» ist eine Melange an ideologischen, politischen und assoziativen Versatzstücken, die hier scheinbar beliebig zusammengeschraubt werden. Rhetorisch wird eine fundamentale Kritik am Ist-Zustand formuliert, die hoch anschlussfähig ist für unterschiedliche und inkonsistente politische Vorstellungen, aber eben auch für völkisch-nationalistische Argumentationen. Dabei sind Andockmöglichkeiten für eine Vielzahl von Personen und Gruppen gegeben, die – mutmaßlich mit nur wenig politischer Erfahrung oder Bildung – ohne Arg fragen, was daran falsch sein kann, für das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland auf die Straße zu gehen. Unbemerkt oder bewusst unbeachtet bleibt dabei, dass organisierte Nazis die Großdemonstrationen für ihre Zwecke instrumentalisieren und so medial auch kapern. Transportiert werden diese rechten Narrative durch – häufig dezidiert antisemitische – Verschwörungsfantasien und hochgejazzte Falschmeldungen in den Sozialen Netzwerken und Messenger-Diensten. Die benutzten Symbole und Figuren, von der Reichskriegsflagge über «Judensterne» mit der Aufschrift «ungeimpft» bis hin zu den Ikonen Anne Frank, Sophie Scholl, Ernesto Che Guevara und Mahatma Gandhi erlauben es Vielen, sich guten Glaubens den Protesten anzuschließen, und erschweren für viele «Ungeübte», aber auch durchaus für Geübte, die Sache stichhaltig einzuschätzen. Eine Herausforderung für linkes Gegenhalten und eine richtige Kritik an den herrschenden Verhältnissen aus der Kakophonie menschenfeindlichen Getöses herauszulösen und von links humanistisch und emanzipatorisch wieder in Anspruch zu nehmen und zu behaupten.

Denn die andere Seite dieser Medaille ist ein massiver Backlash gegen alles, was links, antifaschistisch, Antifa oder «Errungenschaft der 68er Revolte » ist oder so markiert wird. Die AfD, oft im Verbund einerseits mit den stets diensteifrig einknickenden rechten Rändern der bürgerlichen Parteien (v.a. SPD, FDP und CDU/CSU) und andererseits mit sich professionalisierenden Kampagnenmacher*innen neurechten Zuschnitts wie EinProzent oder Compact-Magazin, geht mit grimmiger Hartnäckigkeit und zunehmender Finesse gegen alles vor, was nach Sozio-Kultur, Feminismus, Diversität und linkem Aktivismus riecht. Attacken gegen «die Antifa» und die «unterschätzte Gefahr» des «Linksextremismus» treiben wenig wohlriechende Blüten, wenn der niedersächsische Innenminister – ganz im Sinne und Stile der AfD – ein «Verbot der Antifa» prüfen will oder auf «Querdenker»-Demos zur Trump’schen Hatz auf «die Antifa» als eigentlicher «terroristischen Vereinigung» geblasen wird. Bei der Diskussion über Gegenmaßnahmen der «wehrhaften Demokratie» gegen diesen gesellschaftlichen Rechtsdrift – auch etwa von Seiten der Grünen – feiern die unsägliche «Extremismusklausel»-Debatte der Nuller Jahre und die verrostete Hufeisentheorie fröhliche Urstände, wird von «linker Militanz» und Radikalisierung geschwafelt. 

Es ist also hohe Zeit, uns der kämpferischen antifaschistischen Ideale zu erinnern und uns schlau zu machen gegen rechts und für eine grundsätzliche und unkorrumpierbare humane Orientierung stark.

Der Autor Friedrich Burschel ist Referent für Neonazismus und Strukturen / Ideologien der Ungleichwertigkeit bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung, deren Bremer Landesstiftung die Rosa-Luxemburg-Initiative ist.

Folgend einige Publikationen der RLS zu den Themen Extremismus und Antifaschismus:

Auf ein Wort: Extremismus
Broschüre der RLS vom Frühjahr 2011
https://www.rosalux.de/publikation/id/5037/auf-ein-wort-extremismus

«Der Sommer ist vorbei…» Vom «Aufstand der Anständigen» zur «Extremismus-Klausel»: Beiträge zu 13 Jahren «Bundesprogramme gegen Rechts». Herausgegeben von Friedrich Burschel, Uwe Schubert, Gert Wiegel (edition assemblage: Münster 2013)
https://www.rosalux.de/publikation/id/7497/der-sommer-ist-vorbei

Politologentrug
Ideologiekritik der Extremismus-Legende. Standpunkte 10/2010 von Wolfgang Wippermann
https://www.rosalux.de/publikation/id/3960/politologentrug

Geld gegen Gesinnung
Bundesförderung gegen alle möglichen «Extremismen» gibt es künftig nur noch nach einem ideologischen Kotau. Standpunkte 6/2011 von Friedrich Burschel
https://www.rosalux.de/publikation/id/4799/geld-gegen-gesinnung

Verfassungsschutzwissenschaftsjournalismus
Der ehrbare Karriereweg von der Uni über den Geheimdienst in die Publizistik, Forschung und Bildung. Artikel von Friedrich Burschel, Mai 2013
https://www.rosalux.de/publikation/id/6973/verfassungsschutzwissenschaftsjournalismus

Utopisch und Konkret – Bremen als «Sorgende Stadt»

Freitag, 18. Juni 2021, um 18 Uhr, Online-Veranstaltung

In den nachbarschaftlich organisierten Suppenküchen mit Wäscheraum, Freizeit- und Betreuungsangeboten treffen sich regelmäßig Nachbar*innen. Wer eine Schicht übernimmt, wird dafür bezahlt vom Job freigestellt. Das Unterrichtsfach «Füreinander sorgen» hat dazu beigetragen, dass Sorgearbeit ein gesellschaftlich anerkannter Wert wurde. Pflegeheime und Krankenhäuser sind vergesellschaftet und mit ausreichend Personal ausgestattet. Gesundheitsversorgung und Sorgearbeit wird an den Bedürfnissen aller Menschen dieser Stadt organisiert, nimmt Bezug auf alle Geschlechter und Nationalitäten.

Was ist euer Traum? Wie stellt ihr – wie stellen wir uns eine Stadt vor, in der die Sorge umeinander und um uns selbst im Zentrum steht? Welche Angebote stehen uns als ganz verschiedene Einwohner*innen zur Verfügung? Wie sehen unsere Quartiere, unsere Parks und Spielplätze aus? 

Eine «Sorgende Stadt» ist heute noch eine Utopie. Aber wenn wir sie uns genau ansehen, dann sehen wir, dass schon Schritte in diese Richtung unternommen werden. In Bremen und darüber hinaus gibt es zahlreiche Initiativen, die sich seit langem Fragen nach einem guten Leben für alle stellen. Inspirieren und motivieren können weitere Projekte aus der ganzen Welt – von Uruguay über Hawaii bis nach Spanien. 

Bei diesem Treffen wollen wir entwickeln, wie eine Sorgende Stadt aussehen könnte und was das in Bremen bedeuten würde. Wir wollen miteinander ins Gespräch kommen, gemeinsam träumen und konkret überlegen, welche Schritte wer wie in Angriff nehmen kann und was es dafür braucht.

Osterdeich, Bremen CC BY-NC 4.0Wendy/flickr

Die Veranstaltung ist für alle Interessierten offen. Wir bitten um eine Anmeldung zur Veranstaltung an Alex Wischnewski (Leiterin des Dialogprogramms Globaler Feminismus, Rosa-Luxemburg-Stiftung) unter alex.wischnewski@rosalux.org.

Einwahldaten zur Videokonferenz via ZOOM: https://zoom.us/j/98583065664?pwd=YlBFQkU2aFAvOUwxdFJiZGF2TFpYZz09

Eine Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Stiftung und der Rosa-Luxemburg-Initiative.

Behemoth: Eine Einführung in Franz Neumanns Analyse des nationalsozialistischen Unstaats

Wochenendseminar mit Moritz Zeiler / Digital oder im Freien – Je nach Pandemieentwicklung, mehr Informationen bei Anmeldung / Anmeldung bitte unter agb@antifahb.net /

Im Auftrag des exilierten Instituts für Sozialforschung verfasste Franz Neumann mit „Behemoth“ Anfang der 1940er Jahre in den USA eine der bis dahin umfangreichsten und kenntnisreichsten Studien der nationalsozialistischen Herrschaft. In seiner Pionierarbeit analysierte er (ähnlich wie sein Freund und Anwaltskollege Ernst Fraenkel in „Doppelstaat“) gleichermaßen die theoretischen Schriften von Carl Schmitt – dem „Kronjuristen des Reiches“ – als auch die Herrschaftspraxis des nationalsozialistischen Regimes anhand dessen Gesetzen, Prozessen und Erlassen. Die Negation eines allgemein gültigen Rechts zugunsten einer exklusiven Ordnung der Volksgemeinschaft und der Herrschaft von rackets (Banden) beschrieb er als einen zentralen Aspekt der autoritären Krisenlösung des Nationalsozialismus. In den USA erfuhr das Buch große Beachtung und verschaffte Neumann ein Engagement beim amerikanischen Geheimdienst, für den er wie sein Institutskollege Herbert Marcuse „Feindanalysen“ über den deutschen Nationalsozialismus erstellte. Obwohl „Behemoth“ international rasch als Klassiker der Forschung zum Nationalsozialismus galt, dauerte es in Deutschland bis in die 1970er Jahre, bis Neumanns Werk erstmals in deutscher Sprache veröffentlicht wurde. Aufgrund andauernder Kontinuitäten von Antisemitismus und Antimarxismus bekam Neumann als jüdischer Autor mit Sympathie für die Marxsche Ökonomiekritik jedoch im postnazistischen Deutschland nie die Aufmerksamkeit und Anerkennung wie in der englischsprachigen Diskussion.

Mit dem Seminar soll ein Überblick über die zentralen Thesen von Neumanns Studie gegeben und diese mit zeitgenössischen linken Faschismusinterpretationen verglichen werden. Dabei werden besonders Parallelen und Differenzen zu Ernst Fraenkels „Doppelstaat“ und Friedrich Pollocks Interpretation des Nationalsozialismus als neuer Ordnung eines autoritären Staatskapitalismus behandelt. Des weiteren soll diskutiert werden, inwiefern seine Analysen auch einen Beitrag für ein besseres Verständnis aktueller autoritärer Tendenzen liefern können. Es werden gemeinsam Textausschnitte gelesen und diskutiert.

Moritz Zeiler hat Geschichte und Politikwissenschaften studiert. Veröffentlichungen: „Materialistische Staatskritik. Eine Einführung“ (Stuttgart 2017) und – zusammen mit der Bremer Initiative associazione delle talpe – Mitherausgabe von „Staatsfragen. Einführungen in materialistische Staatskritik“ (Berlin 2009) sowie „Maulwurfsarbeit I-V“ (Berlin/Bremen 2010-2020).

Eine Kooperation von Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen und AGB – Antifaschistische Gruppe Bremen.

Geschichte wird gemacht – aber wie und von wem?

Online-Workshop zur Erinnerungskultur
Freitag, 26. Februar 2021, um 19 Uhr
Livestream unter: media.kukoon.de

Das Erinnern an die Verbrechen und ein würdiges Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus ist und bleibt wichtig. Darin sind sich ein großer Teil der Bremer:innen und auch viele Politiker:innen einig. Doch wie sollten diese Erinnerung(en) eigentlich gestaltet sein? Wie sollten die heutigen Kenntnisse und die geschichtlichen Perspektiven vermittelt werden? Wie können die Auseinandersetzungen um die historischen Orte in unserer unmittelbaren Umgebung aktuell bleiben? Diese und andere Fragen wollen wir als ein Zusammenschluß freier Mitarbeiter:innen am Denkort Bunker Valentin in einem digitalen Forum mit den Gästen diskutieren. Bewusst wollen wir damit die Konvention einer starren Frontalveranstaltung aufbrechen und miteinander ins Gespräch kommen. In einer anschließenden Podiumsdiskussion wollen wir dann abgleichen, wie es um die „gesellschaftliche Verantwortung“ in Bremen und anderswo praktisch bestellt ist. Wer macht diese Arbeit und unter welchen Bedingungen? Wir diskutieren mit einer Aktiven des „Arisierungs“-Mahnmals in Bremen und der Initiative „Geschichte wird gemacht“ aus Berlin. Gemeinsam sollen Grenzen und Chancen einer Geschichtsvermittlung diskutiert werden, die eine lebendige Erinnerungskultur nicht nur beredet sondern umsetzt. Alle Interessierten sind herzlich willkommen!

Die Teilnahme ist ohne Anmeldung möglich. Aufgrund der aktuellen Pandemiesituation findet die Veranstaltung online statt.

Eine Veranstaltung von Erinnerungskultur anstellen. Organisierung freier Mitarbeitender am Denkort Bunker Valentin in Kooperation mit dem Kulturzentrum Kukoon, Erinnern für die Zukunft e.V. und der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen.

Der Flyer zur Veranstaltung als PDF zum Download:

Einführung zum autoritären Charakter

06.08.2021, 20:00 Uhr, Diskussionsveranstaltung mit Ingo Elbe
Kulturzentrum Kukoon, Buntentorsteinweg 29, 28201 Bremen bzw. Parkcafé des Kukoon
Voraussichtlich zusätzlich Stream unter live.talpe.org

– Achtet auf aktuelle Ankündigungen

Zahlreiche Zeitdiagnosen kreisen um den gemeinhin unerwarteten Aufstieg autoritärer Parteien und Bewegungen, der gegenwärtig weltweit zu beobachten ist. Knüpft man indes an die Erkenntnisse des frühen Frankfurter Instituts für Sozialforschung zum autoritären Charakter an, so überrascht die Attraktivität der neuen »falschen Propheten« keineswegs. Die Theorie des autoritären Charakters untersucht, wie Menschen unter bestimmten gesellschaftlichen Bedingungen das Bedürfnis nach Unterwerfung unter irrationale Autoritäten entwickeln und ebenso irrationale Feindbilder hervorbringen. Ingo Elbes Vortrag stellt das ursprüngliche Programm der Autoritarismusforschung vor, wie es von der kritischen Theorie der Frankfurter Schule, insbesondere von Erich Fromm, in den 1930er Jahren entwickelt wurde.

Ingo Elbe ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Privatdozent am Institut für Philosophie der Universität Oldenburg.  Zuletzt erschienen: „Triebökonomie der Zerstörung. Kritische Theorie über die emotionale Matrix der Judenvernichtung“ im Sammelband „Konformistische Rebellen. Zur Aktualität des autoritären Charakters“ (2020) sowie „Gestalten der Gegenaufklärung. Untersuchungen zu Konservatismus, politischem Existenzialismus und Postmoderne“ (2020).

Der Veranstaltungsort ist barrierefrei zugänglich.

Eine Veranstaltung von associazione delle talpe in Kooperation mit Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen.

(Fällt aus) Querfront der Herzen: Die Heimatsehnsucht im deutschen Pop

Veranstaltung wird nachgeholt, Informationen folgen – 11.06.2021, 20:00 Uhr, Vortrag und Diskussion mit Frank Apunkt Schneider
Kulturzentrum Kukoon, Buntentorsteinweg 29, 28201 Bremen bzw. Parkcafé des Kukoon
Voraussichtlich zusätzlich Stream unter live.talpe.org

– Achtet auf aktuelle Ankündigungen

Seit dem 03.10.1990 wird zurückgeschossen: Die wiedervereinigten Deutschen haben jener Kultur den Krieg erklärt, die im 20. Jahrhundert zum synonym für Heimatlosigkeit, Migration und kulturelle Umvolkung geworden ist. Gegen die Überfremdungslust durch den wurzellosen Pop setzen sie die „deutsche Popidentität“, die 1998 auch gleich von der ersten vollständig popsozialisierten deutschen Regierung in die Pflicht genommen wurde. Im Sommer 2015 gelang es erstmals, die Album-Charts – lange Zeit eine fremdländische Enklave in der hiesigen Alltagskultur – zurückzuerobern: die ersten zehn Plätze wurden von deutschen Produktionen belegt. Ein Novum! Um Pop zum Soundtrack der geistig-moralischen Sesshaftigkeit zu machen, musste seine Spracheinstellung von Englisch auf Deutsch geändert und seine klassischen Themen mit deutscher Ideologie überschrieben werden, die nicht mehr hinaus in die Welt und auch nicht zur anderen Seite durchbrechen will. Der Deutschpop der Gegenwart fühlt sich pudelwohl in der unbedrohlichen und überschaubaren Welt der Identitäten, der Eigenheime und Herkunftskieze, der Familien, Zweierbeziehungen und alles überdauernden Freundschaften; unabhängig davon, auf welcher Seite von „Weltanschauung“ er sich zu befinden glaubt: Rechtsrock, Deutschrap und die bunt-statt-braunen Popdeutschen passen perfekt in jene hysterische Sehnsucht nach Heimat und Zu(sammen)gehörigkeit, die die Deutschen gerade um ihren Verstand und den letzten Rest kritischer Vernunft zu bringen droht.

Frank Apunkt Schneider ist unfreundlicher Plattenhändler, unfreier Autor und selbsternannter Poptheoretiker, Mitherausgeber der testcard und der deutsche Aussenposten der Kulturbewegung monochrom. Aktuelle Veröffentlichung: Deutschpop halts Maul! Für eine Ästhetik der Verkramp-fung, Ventil Verlag 2015.

Der Veranstaltungsort ist barrierefrei zugänglich.

Eine Veranstaltung von associazione delle talpe in Kooperation mit Rosa- Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen.

Normalität, eine trostlose Hoffnung – Reflexionen zur Pandemie

28.05.2021, 20:00 Uhr Diskussionsveranstaltung mit Thomas Ebermann // Stream unter live.talpe.org

Im Vergleich haben die Staaten, welche die Coronapandemie nicht verharmlost haben, weniger Todesopfer verursacht. Die Verharmlosung (oder das Bekenntnis zu heroischer Opferbereitschaft) ist, von Ausnahmen abgesehen, weltweit Domäne der Rechten. In den armen Regionen der Welt, wo das soziale Elend der Slums weder Abstandsgebote und erst recht nicht Home-Office denkbar macht – und die Staatskassen nur drakonische Repression erlauben, werden die Toten weder untersucht noch gezählt, sondern verscharrt. Unermittelbar wird sein, wer am Virus gestorben ist und wer am Hunger und Unterversorgung durch die Wirtschaftskrise und ihre Begleiterscheinungen. Das beunruhigt in Deutschland wenige; und nie darf übersehen werden, dass zum guten Zeugnis, das der Regierung ausgestellt wird, auch Zustimmung zur Gnadenlosigkeit gegen Geflüchtete in den Lagern auf den griechischen Inseln und anderswo gehört. Das Versprechen der Herrschaft, Deutschland werde „gestärkt“ aus der Krise hervorgehen, ist, als relative Größe, durchaus chancenreich. Damit geht eine Ideologie der Risiken einher, die Kollateralschäden akzeptiert – also Tote, weggeschlossene Alte und die Angeschlagenen aller Risikogruppen. Noch etwas verdruckst, aber unübersehbar machen Eugenik und Sozialdarwinismus ihren Weg ins Legitime. Hier liegt die Schnittstelle von Liberalismus und dem Faschistoiden, die Linke, als Verfechter:innen des Lebens und des guten Lebens, reflektieren müssen. Die Produktiven, in ihrem (spontanen) Interesse – ökonomisch und im Bewusstsein – ihrem Kapital und dem Gelingen seiner Geschäfte untergeordnet, demonstrieren ihre Verdinglichung („Wir sind Lufthansa“) und Verzichtbereitschaft auf Lohnbestandteile. Die  Normalität verachtenden Gesellschaftskritiker:in-nen stehen im Abseits – und die Tatsache, dass trotz der Gefahren alle, denen das vom Staat nicht untersagt war oder deren Unternehmen nicht die Nachfrage weggebrochen bzw. die Lieferketten gerissen waren, zur Arbeit gingen und gehen, macht ihre Randständigkeit noch deutlicher. Der Referent hält es für einen Irrweg, für Produkte und Dienstleistungen zu fechten, die er für Schrott, überflüssig, schädlich hält – im Namen von Bruttosozialprodukt und Arbeitsplätzen. Er ist Gegner des herrschenden Modells der entsagungsreichen Plackerei und ihrer scheinbaren Entschädigung durch konsumtive Möglichkeiten. Das bedeutet Kritik der Bedürfnisse als Kritik der kapitalistischen Produktionsweise. Die Ankündigung ist auf dem Stand vom Herbst 2020. Die Referent wird auf aktuelle  Entwicklungen seitdem eingehen.

Thomas Ebermann ist Publizist, zuletzt erschien von ihm Linke Heimatliebe. Eine Entwurzelung, Hamburg 2019.In den letzten Jahren war er mit Bühnenauf-führungen wie Heimat – Eine Besichtigung des Grauens (2019) und Herbert Marcuse – Der eindimensionale Mensch wird fünfzig (2014) in Bremen zu Gast.

Der Veranstaltungsort ist barrierefrei zugänglich.

Eine Veranstaltung von associazione delle talpe in Kooperation mit Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen.

Pushbacks, Internierung, Zugangshürden – Zum Stand des europäischen Migrations- und Grenzregimes

Vortrag und Diskussion mit Bernd Kasparek am Freitag, 05.02.2021, 19:00 Uhr als Stream: https://media.kukoon.de/


Nach dem katastrophalen Brand des Flüchtlingslagers Moria auf Lesbos hatte die Europäische Kommission erneut einen Neustart in der europäischen Migrations- und Asylpolitik versucht. Der Neue Pakt für Asyl und Migration spitzt jedoch vor allem die Entwicklungen zu, die das europäische Asylsystem seit dem Sommer der Migration 2015 kennzeichnen: Zugangshürden zum Asylsystem und massive Internierung. Der Pakt adressiert jedoch nicht die bestehenden Rechtsverletzungen, die das europäische Grenzregime kennzeichnen: illegale Pushbacks sind an vielen Abschnitten der europäischen Außengrenze zur Normalität geworden, und scheinen von der europäischen Grenzschutzagentur Frontex stillschweigend geduldet, oder sogar aktiv unterstützt zu werden. Dies ist vor allem deswegen Besorgnis erregend, da die Agentur bis 2027 über ein eigenes Grenzschutzkorps mit 10.000 Grenzschützern verfügen soll. In der Veranstaltung werden all diese Entwicklungen des letzten Jahres skizziert werden, wobei eine Diskussion um Alternativen und Handlungsmöglichkeiten für ein solidarisches Europa von unten nicht zu kurz kommen sollen.

Bernd Kasparek ist seit vielen Jahren Aktivist und Grenzregimeforscher. Sein Buch „Europa als Grenze. Eine Ethnographie der Grenzschutz-Agentur Frontex“ wird im Mai bei transcript erscheinen. Er ist Mitglied des Netzwerks für Kritische Migrations- und Grenzregimeforschung und der Forschungsassoziation bordermonitoring.eu e.V.


Eine Veranstaltung des Kulturzentrum Kukoon in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen.

Erinnern stören. Der Mauerfall aus migrantischer und jüdischer Perspektive

Erinnern stören. Der Mauerfall aus migrantischer und jüdischer Perspektive
Buchvorstellung mit Lydia Lierke und Massimo Perinelli
Donnerstag, 17.06.2021, 19:00 Uhr, Parkcafe des Kukoon im Leipnizplatzpark

Der Mauerfall vor 30 Jahren bedeutete eine gewaltvolle Zäsur für migrantisches und jüdisches Leben in Ost und West. Während die einen vereinigt wurden, wurden die anderen ausgeschlossen. Das vorliegende Buch möchte ausgegrenzte Perspektiven auf die deutsch-deutsche Vereinigung wieder sichtbar machen und an die Kämpfe um Teilhabe in den 1980er Jahren, einschneidende Erlebnisse um die Wende und die Selbstbehauptung gegen den Rassismus der 1990er Jahre erinnern. So beinhaltet der Band Geschichten von Bürgerrechts- und Asylkämpfen ehemaliger Gastarbeiter*innen, von Geflüchteten in BRD und DDR, Beiträge über den Eigensinn von Vertragsarbeiter*innen, von damaligen internationalen Studierenden, über jüdisches Leben in Ost und West sowie über die Kämpfe von Sinti und Roma im geteilten Deutschland. Mit Beiträgen von Sharon Adler, Emmanuel Adu Agyeman, Pablo Dominguez Andersen, Felix Axster, Mathias Berek, Gabriel Berger, Róza Berger-Fiedler, Hamze Bytyçi, Leah Carola Czollek, Max Czollek, Nuray Demir, Dostluk Sineması, Gülriz Egilmez, Naika Foroutan, Mirna Funk, Elisa Gutsche, Kathleen Heft, Initiative 12. August, Anetta Kahane, Dmitrij Kapitelman, Kadriye Karcı, Andrea Caroline Keppler, Evrim Efsun Kızılay, Jana König, David Kowalski, Janko Lauenberger, Lydia Lierke, Jessica Massochua, Paulino Miguel, Dan Thy Nguyen, Hannah Peaceman, Massimo Perinelli, Patrice G. Poutrus, Sabuha, Elisabeth Steffen, Ceren Türkmen, Nea Weissberg, Alexandra Weltz-Rombach und Cynthia Zimmermann.
Mit Illustrationen von Nino Paula Bulling und Burcu Türker.

Lydia Lierke, geboren 1990 in Hoyerswerda, ist Politikwissenschaftlerin. Sie ist Mitglied der „Initiative 6. April“ in Kassel, unterstützt das Bündnis „NSU-Komplex auflösen“ und beschäftigt sich mit der Aufarbeitung deutsch-deutscher Erinnerungspolitik mit dem Schwerpunkt auf Migration. Massimo Perinelli ist Historiker. Er lebt und arbeitet als Referent für Migration bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Berlin. Er ist Mitglied von Kanak Attak, Mitbegründer der Initiative „Keupstraße ist überall“ und hat das Tribunal „NSU-Komplex auflösen“ mitinitiiert. 2018 gab er den Band „Die Macht der Migration“ (2018) heraus.

Eine Veranstaltung des Kulturzentrum Kukoon in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen.

Das faschistische Jahrhundert

Buchvorstellung und Diskussion mit Felix Schilk und Volkmar Wölk als Stream hier!
Freitag, 29.01.2021, 19:00 Uhr

„Wer das Wesen des Faschismus erkennen will, muss zurück zu dessen Wurzeln“ ­– so der Faschismusforscher Zeev Sternhell. Gleiches gilt für die europäische Neue Rechte. Aus welchen Gründen ist sie wann und wo mit welchen Zielen entstanden? Wo liegen ihre geistigen Wurzeln? Betreiben die „neuen“ Rechten tatsächlich eine ideologische Erneuerung der extremen Rechten, oder handelt es sich lediglich um alten Wein in neuen Schläuchen? Volkmar Wölk und Felix Schilk, Mitautoren des Bandes Das faschistische Jahrhundert, veranschaulichen die Denkwege der Neuen Rechten anhand von zwei zentralen Themenfelder: Einerseits ihre Europakonzeptionen und andererseits ihre wirtschafts- und sozialpolitischen Vorstellungen.

Ein kurzer Beitrag zu dem Buch hier.

Eine Veranstaltung des Kulturzentrum Kukoon in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen.

Spuren – Die Opfer des NSU

Filmvorführung und Gespräch mit der Initiative 19. Februar Hanau
Neuer Termin: Montag, 13. Dezember 2021, um 20 Uhr in Bremen

Kino City 46, Birkenstraße 1, 28195 Bremen

Familienangehörige der NSU-Opfer berichten von der anhaltenden Traumatisierung durch die Morde, die massiven Verdächtigungen ihnen gegenüber und die milden Urteile gegen die Mörder:innen in 2018.

Spuren – Die Opfer des NSU: D 2019, Regie: Aysun Bademsoy, 81 Min., DF
Gäste: Initiative 19. Februar Hanau

Titelbild Filmreihe Kein Schlussstrich 2021

Filmreihe Kein Schlussstrich Bremen 2021

Filmreihe ›Vom Gedenken zur Veränderung – Kämpfe gegen rechte Gewalt und Terrorismus‹
Veranstalterinnen: Kein Schlussstrich Bremen, CITY 46/Kommunalkino Bremen e.V., Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen

Zum Download als PDF: Flyer & Plakat Filmreihe Kein Schlussstrich Bremen 2021.

Abhängig von der Pandemie-Situation kommt es möglicherwiese zur erneuten Verschiebung der Veranstaltungstermine.

Der Kuaför aus der Keupstraße

Filmvorführung und Gespräch mit Kutlu Yurtseven, Ulf Aminde und der Initiative Keupstraße ist überall
Neuer Termin: Montag, 15. November 2021, um 20 Uhr in Bremen

Kino City 46, Birkenstraße 1, 28195 Bremen

Nach dem Nagelbombenanschlag vor einem türkischen Frisörsalon in Köln in 2004
wurde jahrelang gegen die Angehörigen als Verdächtige ermittelt – bis die Tat 2011 der Terrorzelle NSU zugeordnet wurde.

Der Kuaför aus der Keupstraße: D 2015, Regie: Andreas Maus, 97 Min., dt./türk. OmU
Gäste: Initiative Keupstraße ist überall, Kutlu Yurtseven, Ulf Aminde

Titelbild Filmreihe Kein Schlussstrich 2021

Filmreihe Kein Schlussstrich Bremen 2021

Filmreihe ›Vom Gedenken zur Veränderung – Kämpfe gegen rechte Gewalt und Terrorismus‹
Veranstalterinnen: Kein Schlussstrich Bremen, CITY 46/Kommunalkino Bremen e.V., Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen

Zum Download als PDF: Flyer & Plakat Filmreihe Kein Schlussstrich Bremen 2021.

Abhängig von der Pandemie-Situation kommt es möglicherwiese zur erneuten Verschiebung der Veranstaltungstermine.

Der zweite Anschlag

Filmvorführung und Gespräch mit Ferat Kocak
Neuer Termin: Montag, 18. Oktober 2021, um 20 Uhr in Bremen

Kino City 46, Birkenstraße 1, 28195 Bremen

Bei rassistischen Anschlägen konzentrieren sich die Medien meistens auf die Täter:innen. Der Film gibt endlich den Opfern und ihrem Kampf nach Gerechtigkeit Raum.

Der zweite Anschlag: D 2018 Mala Reinhardt, 62 Min., dt./türk. OmU
Gast: Ferat Kocak (Betroffener des rechten Terrors in Neukölln, Initiative Basta)

Titelbild Filmreihe Kein Schlussstrich 2021

Filmreihe Kein Schlussstrich Bremen 2021

Filmreihe ›Vom Gedenken zur Veränderung – Kämpfe gegen rechte Gewalt und Terrorismus‹
Veranstalterinnen: Kein Schlussstrich Bremen, CITY 46/Kommunalkino Bremen e.V., Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen

Zum Download als PDF: Flyer & Plakat Filmreihe Kein Schlussstrich Bremen 2021.

Abhängig von der Pandemie-Situation kommt es möglicherwiese zur erneuten Verschiebung der Veranstaltungstermine.

Polizeigewalt – Ein deutsches Problem

Diskussionsveranstaltung mit Laila Abdul-Rahman, der Grün-Weißen Hilfe Bremen und der Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt
Donnerstag, 10. Dezember 2020, um 19:30 Uhr

Aufgrund der aktuellen Pandemie-Beschränkungen findet die Veranstaltung online statt unter media.kukoon.de

Nach dem Mord an George Floyd ist es zu großen Protesten in den Vereinigten Staaten gekommen. Auch in Deutschland sterben schwarze Menschen in Polizeigewahrsam. Ihre Namen sind weitgehend unbekannt: William Tonou-Mbobda, Hussam Fadl, Rooble Warsame, Oury Jalloh, Yaya Diabi, Amed A., Aamir Ageeb, Achidi John, Laya-Alama Condé, Mohamed Idrissi – die Liste ließe sich fortsetzen. Laila Abdul-Rahman vom Forschungsprojekt Körperverletzung im Amt an der Ruhr-Universität Bochum wird gemeinsam mit Aktivist*innen der Grün-Weißen Hilfe und der  Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt (KOP-Bremen) die Themen Polizeigewalt und rassistische Polizeigewalt beleuchten. Beginnt Polizeigewalt nicht schon bei der sogenannten „Anlasslosen Kontrolle“ oder dem rechtswidrigen Kessel? Warum trifft sie manche Menschen häufiger als andere? Wie geht die Polizei mit Kritik um? Und was unterscheidet die Gewalterfahrungen von Personen mit Migrationshintergrund sowie People of Color von Personen ohne Migrationshintergrund bzw. weißen Personen?

Mit Laila Abdul-Rahman, N.N. (Grün-Weiße Hilfe Bremen) und N.N. (Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt – KOP Bremen).

Eine Veranstaltung des Kulturzentrum Kukoon in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Intiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen und Partnerschaft für Demokratie Bremen.

Entfällt: Eva von Redecker: Revolution für das Leben. Philosophie der neuen Protestformen

Achtung: Die Veranstaltung entfällt leider aufgrund der aktuellen Einschränkungen öffentlicher Veranstaltungen. Nach Möglichkeit wird Nachholtermin für 2021 geplant.

Buchvorstellung am Dienstag, 24.11.2020
Einlass 17:30, Beginn 18:00
Kulturzentrum Kukoon, Buntentorsteinweg 29, 28201 Bremen

In Zeiten der Krise entzündet sich politisches Engagement. Protestbewegungen wie Black Lives Matter, Fridays for Future und NiUnaMenos kämpfen derzeit weltweit gegen Rassismus, Klimakatastrophe und Gewalt gegen Frauen. So unterschiedlich sie scheinen mögen, verfolgen diese Widerstandskräfte doch ein gemeinsames Ziel: die Rettung von Leben. Im Kern richtet sich ihr Kampf gegen den Kapitalismus, der unsere Lebensgrundlagen zerstört, indem er im Namen von Profit und Eigentum lebendige Natur in toten Stoff verwandelt: Der Kapitalismus verwertet uns und unseren Planeten rücksichtslos. In autoritären Tendenzen und rassistischen Ausschreitungen, in massiven Klimaveränderungen und einer globalen Pandemie zeigt er seine verheerendsten Seiten. In den neuen Protestformen erkennt Eva von Redecker, die als Philosophin zu Fragen der Kritischen Theorie forscht und auf einem Biohof aufgewachsen ist, die Anfänge einer Revolution für das Leben, die die zerstörerische kapitalistische Ordnung stürzen könnte und unseren grundlegenden Tätigkeiten eine neue solidarische Form verspricht: Wir könnten pflegen statt beherrschen, regenerieren statt ausbeuten, teilhaben statt verwerten. Die erste philosophische Analyse des neuen Aktivismus.

Eva von Redecker, geboren 1982, hat in Kiel, Tübingen, Cambridge und Potsdam Philosophie studiert. Von 2009 bis 2019 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Berliner Humboldt-Universität, 2015 unterrichtete sie für ein Semester als Gastdozentin an der New School for Social Research in New York. Ende 2020 tritt sie ein Marie-Skłodowska-Curie-Fellowship an der Universität Verona in Italien an. Sie arbeitet derzeit an einem Forschungsprojekt zum autoritären Charakter und ist freischaffend publizistisch tätig. Eva von Redecker ist auf einem Biohof aufgewachsen und hat dort viel über Erdbeeranbau, Direktvermarktung und Pferdezucht gelernt. Heute lebt sie wieder auf dem Land.

Eine Veranstaltung des Kulturzentrum Kukoon in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen und dem autonomen feministischen Referat der Universität Bremen.

Achtung – Bitte um Aufmerksamkeit! Spezielle Information wegen Coronapandemie und Planungsunsicherheit.
Aufgrund der aktuellen Coronapandemie existiert leider keine Planungssicherheit wie bisher. Wir möchten das Programm soweit möglich gern in klassischer vertrauter Form als Präsenzveranstaltungen anbieten. Sollte dies aber nicht möglich sein, bemühen wir uns um Alternativen. Falls potentielle erneute Einschränkungen öffentlicher Veranstaltungen seitens der zuständigen Behörden das Programm erschwehren bzw. verhindern beziehungsweise ein für Referent*innen und Publikum entspannter Modus schwer umsetzbar sein sollte, werden wir ein Alternativprogramm an den jeweiligen Terminen online anbieten. Bitte achtet daher vor den Veranstaltungsterminen auf Updates – wir werden euch dann entsprechend über eventuelle Änderungen informieren.

Emanzipatorisches Grundeinkommen oder digitaler Turbokapitalismus?

Vortrag und Diskussion mit Timo Daum (Leipzig/Berlin)
Freitag, 25. September 2020, um 19 Uhr in Bremen
Gemeindezentrum Zion, Kornstraße 31, 28201 Bremen (Vereinigte Ev. Gemeinde Bremen-Neustadt)

Gegenwart: Der digitale Kapitalismus verändert die Arbeitsverhältnisse und wartet mit neuen Formen auf: Solo-Selbständigkeit, Klickwork, User/Kunden auf Plattformen usw. In diesem Kontext wird das BGE als notwendig-passendes soziales Sicherungssystem für diese neuen Lebens- und Arbeitsrealitäten proklamiert.
In der Coronazeit konnten wir einen weiteren Veränderungsschub im Zeitraffer beobachten: Zoom, Homeoffice, verteilte Arbeitsformen nahmen zu. Und es gab einen neuen Aufwind für das bedingungslose Grundeinkommen, z.B. die Online-Petition von Tonia Merz, die explizit um ein temporäres BGE für Selbständige warb.

Zukunft: Wenn wir diese Entwicklung extrapolieren, was ergibt sich für eine Szenario? Geht es eher in eine dystopische Richtung, also Turbodigitalkapitalismus + ein rein funktionales Grundeinkommen (siehe Vorschläge von IT-Managern) ? Oder entwickeln wir ganz neue Zukunftsideen für ein gutes Leben für Alle unter Wahrung der Natur? Kann die Digitalisierung dabei unterstützen durch völlig neue Möglichkeiten der Planung und Vernetzung?

Timo Daum ist Hochschullehrer und Autor. Sein Buch „Das Kapital sind wir. Zur Kritik der digitalen Ökonomie“, das bei der Edition Nautilus erschienen ist, hat von der Friedrich-Ebert-Stiftung den Preis „Das politische Buch 2018“ erhalten. Näheres unter www.2pir.de.

Timo Daum bei der Vorstellung seines Buch «Die Künstliche Intelligenz des Kapitals» bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung im April 2019

Timo Daum bei der Vorstellung seines Buch «Die Künstliche Intelligenz des Kapitals» bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung im April 2019

Im Rahmen der 13. Internationalen Woche des Grundeinkommens unter dem Motto „Basic Income: Freedom to Choose!“.

Veranstalterinnen: attac Bremen AG „Genug für alle“ und Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen sowie weitere.

Flyer A4 und Plakat A3 zur Veranstaltung als PDF zum Download: BGE Flyer 2020 | BGE Plakat 2020

Es gelten die Abstands- und Hygieneregeln für die Corona-Pandemie des Bundeslandes Bremen.

Zur Aktualität des autoritären Charakters

Buchvorstellung „Konformistische Rebellen“ und Diskussion mit Jan Gerber und Lars Rensmann sowie Andreas Stahl
Montag, 21. September 2020, um 18 Uhr in Bremen
Galerie K‘, Alexanderstraße 9b, 28203 Bremen
Neuer Ort: Kulturzentrum Schlachthof, Findorffstr. 51, 28215 Bremen (Bürgerweide)

Die Veranstaltung wird draußen im Hof der Galerie K‘ und nur bei gutem Wetter stattfinden. Es gelten die Corona-Schutzmaßnahmen. Die Platzanzahl ist begrenzt, wir bitten um pünktliches Erscheinen.

Zahlreiche Zeitdiagnosen kreisen um den gemeinhin unerwarteten Aufstieg autoritärer Parteien und Bewegungen, der gegenwärtig weltweit zu beobachten ist. Knüpft man indes an die Erkenntnisse des frühen Frankfurter Instituts für Sozialforschung zum autoritären Charakter an, so scheint die Attraktivität der neuen »falschen Propheten« keineswegs zu überraschen. Die Theorie des autoritären Charakters untersucht, wie Menschen unter bestimmten gesellschaftlichen Bedingungen das Bedürfnis nach Unterwerfung unter irrationale Autoritäten entwickeln und ebenso irrationale Feindbilder hervorbringen.

Doch inwiefern lassen sich die damaligen Erkenntnisse auf die Gegenwart übertragen? Diese Frage ist zentraler Gegenstand des kürzlich erschienenen Sammelbandes „Konformistische Rebellen. Zur Aktualität des autoritären Charakters“, der auch Beiträge von Jan Gerber und Lars Rensmann enthält. Im Rahmen der Veranstaltung werden beide ihren Beitrag jeweils vorstellen. Die anschließende Diskussion soll der Frage nachgehen, inwiefern sich die Theorie des autoritären Charakters zum Verständnis des zeitgenössischen Autoritarismus und Populismus eignet. Mitherausgeber Andreas Stahl wird zu Beginn kurz in den Band einführen und die Veranstaltung moderieren.

Konformistische Rebellen

Konformistische Rebellen. Verbrecher Verlag, Berlin 2020

Jan Gerber ist Historiker und Politikwissenschaftler. Zuletzt von ihm erschienen: „Ein Prozess in Prag. Das Volk gegen Rudolf Slánský und Genossen“, Göttingen/Bristol 2017, und „Karl Marx in Paris. Die Entdeckung des Kommunismus“, München 2018.
Lars Rensmann ist Professor für Europäische Politik und Gesellschaft, Direktor des Research Centre for the Study of Democratic Cultures and Politics sowie Geschäftsführender Direktor des Fachbereichs Europäische Sprachen und Kulturen an der Rijksuniversiteit Groningen (Niederlande). Zum Thema erschien von ihm u. a.: „The Politics of Unreason. The Frankfurt School and the Origins of Modern Antisemitism“, Albany 2017.
Andreas Stahl studiert Philosophie an der Universität Oldenburg und ist Mitherausgeber des Sammelbandes „Konformistische Rebellen. Zur Aktualität des autoritären Charakters“ (https://www.verbrecherverlag.de/book/detail/1025).

Veranstalterinnen: Galerie K‘ und Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen sowie weitere.

Queer traces in space & time

Erinnerungen, Orte und Situationen aufzeichnen und verknüpfen.
Öffentliches Gespräch mit den Gästen Jack Gieseking (Lexington / Seattle) & Philipp Gufler (München / Amsterdam) und Mitgliedern der Gruppe “Queer narratives, mapped”
Donnerstag, 30. Juli 2020, um 20 Uhr, in Bremen und online

Livestream ab 20 Uhr MESZ auf https://spedition-bremen.com
Sprache: deutsch/englisch gemischt.

Im Ramen der Reihe city/data/explosion.

Queere Orte in der Stadt entstehen oftmals aus Subkulturen und sind das Ergebnis kollektiver Selbstorganisierung. Diese urbanen Räume sind häufig informell, temporär und fragil. Manchmal sind sie explizite politische Interventionen in den öffentlichen Diskurs. Spuren und Erinnerungen an diese Orte und Situationen sind ebenfalls flüchtig und fragmentarisch. Wie gelingt die Sichtbarkeit von queeren Orten und Aktivitäten, wie können Geschichten von Orten, Ereignissen, Menschen und der Beziehungen sich daraus entwickeln erzählt werden? Wie können kollaborative Sammlungen queerer Momente und Orte Teile einer gemeinsamen Erinnerung werden – und so Inspiration und Bezugspunkte für gegenwärtige und künftige Praxen bilden? Diese Fragen bearbeiten wir in einem Workshop vom 30.7 bis 2.8.2020. Zum Auftakt des Workshop laden wir zu einem öffentlichen Gespräch im Live-Stream mit zwei Gästen ein:

Im Gespräch mit Jack Gieseking (Lexington & Seattle) und Philipp Gufler (München & Amsterdam) reden wir darüber, welche Formen erlauben, Erinnerungen, Orte und Situationen aufzuzeichnen und zu verknüpfen. Beide Gäste entwickeln mit unterschiedlichen Fragestellungen und unter Verwendung verschiedener Medien (Plakate, Videos, Mental Maps, digitale Karten, Text- und Theorieproduktion) eigene Wege der Sichtbarmachung und Kontextualisierungen von queerer und feministischer Geschichte und Gegenwart.

Jack Gieseking (Lexington & Seattle) arbeitet als Geograph und queerer, feministischer Theoretiker zur Produktion von Räumen und Identität im Digitalen und Physischen. Jack ist Professor für Geographie an der University of Kentucky. Seine nächste Veröffentlichung trägt den Titel A Queer New York: Geographies of Lesbians, Dykes, and Queers, 1983-2008. Er hat dazu eine digitale Karte veröffentlicht: An Everyday Queer New York (1983-2008). Website: http://jgieseking.org/

Philipp Gufler (München & Amsterdam) ist Künstler, der sich in seinen Arbeiten mit queeren kulturellen und sozialen Praxen auseinandersetzt. In der Ausstellung I wanna give you devotion hat Philipp Plakate aus dem Forum Queeres Archiv München aus mehreren Jahrzehnten mit Kommentaren anderer Künstler*innen und Gruppen in Verbindung gesetzt und durch Videoassemblagen ergänzt. Philpp ist Mitglied im Forum Queeres Archiv. Aktuell sind Arbeiten von ihm in der Ausstellung Rohstoff Pourquoi in BQ-Berlin zu sehen. Website:http://philippgufler.blogspot.com/

Diese Veranstaltung ist die Eröffnung der zweitägigen WorkshopsQueer narratives, mapped #2“, welcher vom Donnerstag, 30.07., bis zum Samstag, 01.08.2020 der in der Spedition stattfinden wird.

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Abendveranstaltung und Workshop sind Teil der Veranstaltungsreihe city/data/explosion. Veranstaltungsreihe zu Stadt, Öffentlichkeit und digitale Medien im Kunst- und Kulturverein Spedition Bremen in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Initiative – Rosa-Luxemburg-Stiftung Bremen. Konzept und Organisation der Reihe: Thomas Böker und Ulf Treger.

Das Plakat zur Veranstaltung und zum Workshop 2020 (A3 quer) als PDF zum Download: cde-qnm-2-plakat_A3

Queer narratives, mapped #2

Workshop und Gespräche über queere Räume, Sichtbarkeit und Erinnerungen
Donnerstag, 30. Juli bis Samstag, 1. August 2020, ab 18 Uhr, in Bremen und online

Im Ramen der Reihe city/data/explosion.

Queere Orte in der Stadt – aus Subkulturen entstandene, informelle, temporäre und manchmal auch verstetigte Räume ebenso wie politische Interventionen im öffentlichen Raum: Spuren und die Erinnerungen an diese Orte und Situationen waren immer schon prekär und gleichzeitig Teil einer queeren Kultur in urbanen Räumen. Im Projekt Queer narratives, mapped diskutieren wir und experimentieren damit, wie sich diese Spuren und Erinnerungen aufzeichnen lassen; wie sich daraus Verknüpfungen herstellen und Erkenntnisse ableiten lassen. Es geht uns darum, die Sichtbarkeit von queeren Aktivitäten zu erhöhen, die immer mehr als nur kulturelle Praxis oder soziales Miteinander sind. Eine kollaborative Sammlung dieser Momente und Orte kann Teil einer gemeinsamen Erinnerung werden, um Inspiration und Bezugspunkte für gegenwärtige und künftige Praxen zu ergeben.

Die Anzahl der Teilnehmenden ist beschränkt, insbesondere auch aufgrund Corona-bedingter Einschränkungen.

## Update: Seit dem 10. Juli sind leider alle Plätze belegt. Bei Interesse an dem Projekt über den Workshop hinaus meldet euch gerne via E-Mail an info@citydataexplosion.de. Wir werden das Thema weiter verfolgen und planen, die konkrete Arbeit an der Karte auch nach dem Workshop fortzuführen.##

Wir möchten besonders auf die im Netz übertragene Veranstaltung zu Beginn des Workshops hinweisen: Queer traces in space and time, Donnerstag, 30.07.2020 um 20 Uhr, Gespräch mit Jack Gieseking (Lexington & Seattle) und Philipp Gufler (München & Amsterdam). English/Deutsch. Livestream via https://www.spedition-bremen.com/

cde2020_talk_sharepic_blanco

Abendveranstaltung und Workshop sind Teil der Veranstaltungsreihe city/data/explosion. Veranstaltungsreihe zu Stadt, Öffentlichkeit und digitale Medien im Kunst- und Kulturverein Spedition Bremen in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Initiative – Rosa-Luxemburg-Stiftung Bremen. Konzept und Organisation der Reihe: Thomas Böker und Ulf Treger.

Das Plakat zur Veranstaltung und zum Workshop 2020 (A3 quer) als PDF zum Download: cde-qnm-2-plakat_A3