Demokratie - Archiv


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Die türkisch-islamische Synthese

Zur Radikalisierung von Nationalismus und Islamismus in der Türkei und die Rolle der Gülen-Bewegung, der Grauen Wölfe und der AKP
Vortrag und Diskussion mit Kemal Bozay und Nikolaus Brauns

Freitag, 3. Februar 2017, 19 Uhr in Bremen
Gewerkschaftshaus DGB Bremen, Bahnhofsplatz 22-28, 28195 Bremen (Tivoli Saal)

Die heutige Radikalisierung von Nationalismus und Islamismus in der Türkei hat eine lange Entwicklungsgeschichte. Bereits seit Ende der 50er Jahre hat eine Gruppe nationalistisch und islamistisch geprägter Oligarchen versucht die Türkei politisch zu prägen und ihre Wertvorstellungen gesellschaftlich zu verbreitern. Im Umfeld antikommunistischer Programme und des Militärputsches der 80er Jahre hatten diese Initiativen an Macht gewonnen und insbesondere die Gülen-Bewegung konnte sich zunehmend etablieren. Es wurde ein Wirtschaftsimperium im Wert vieler Milliarden Euro aufgebaut und zahlreiche Stellen im Regierungs- und Verwaltungsapparat besetzt. Seit den 90er Jahren wurde Erdogan und sein politischer Aufstieg von der Gülen-Bewegung gefördert.
Die heutige Situation in der Türkei mit ihren Verhaftungs- und Entlassungswellen, der Gleichschaltung des politischen Apparats, der Islamisierung der Innenpolitik, der Unterdrückung von Rede- und Pressefreiheit und dem Krieg gegen die kurdische Opposition haben ihren Ursprung im Wesentlichen in dieser Vorgeschichte. Zum Teil sind sie das Ergebnis eines Machtkampfes innerhalb der islamisch-nationalistischen Kräfte, zwischen Erdogan und Gülen, der 2015 mit der Veröffentlichung von internen Informationen seitens Gülens über die Korruption im engsten Kreis um Erdogan eskalierte und im Putschversuch endete. Ein zentraler Aspekt dieses Konflikts war die Frage der Machtverteilung im Rahmen der gesellschaftlichen Umgestaltung der Türkei. Zum anderen resultiert die Gesamtentwicklung aus der nationalistischen Ausrichtung der Politik Erdogans und der über Jahre fortgesetzten Islamisierung der Gesellschaft und ist damit eine konsequente Fortführung der Programmatik des Bündnisses für eine türkisch-islamische Synthese.
Wir möchten diese Entwicklung, die aktuelle Situation und auch die daraus erwachsenden Fragen für die weitere Zukunft mit dieser Diskussions- und Informationsveranstaltung diskutieren. Die beiden Referenten werden zur Eröffnung der Debatte einen Einblick in die verschiedenen Facetten der Entwicklung geben, mit denen sie sich auseinandergesetzt haben.

Die Referenten: Dr. Kemal Bozay, ist Sozialwissenschaftler, Journalist und Autor. Vertretungsprofessor am Institut für Angewandte Sozialwissenschaften der Fachhochschule Dortmund und zugleich Lehrbeauftragter am Institut für vergleichende Bildungsforschung und Sozialwissenschaften (Humanwissenschaftliche Fakultät) der Universität zu Köln. Dr. Nikolaus Brauns, Berlin, ist Historiker und Journalist; wissenschaftlicher Mitarbeiter der innenpolitischen Sprecherin der Linksfraktion im Deutschen Bundestag Ulla Jelpke.

VeranstalterInnen: Türkei Info Bremen, Verein für Alltagskultur und Politische Bildung, Kommunikationszentrum paradox, Bremen Halkevi, Verein für Internationalismus und Kommunikation, Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen. Unterstützt von Arbeit und Leben Bremen.

Das Flugblatt zur Veranstaltung als PDF zum Download: 1702-VA-Flyer-Nationalismus-Islamismus.

 

Und sie bewegt sich doch…

Progressive soziale Bewegungen und ihr Einfluss auf die internationale institutionelle Politik
Buchvorstellung und Diskussion mit Birgit Daiber, sowie Gespräch mit Doris Achelwilm
Dienstag, 14. Februar 2017, um 19 Uhr in Bremen
Kulturzentrum Kukoon, Buntentorsteinweg 29, 28201 Bremen

Die neuen progressiven sozialen Bewegungen sind seit den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts immer wieder Impulsgeber für politische Veränderungen gewesen. Sie unterscheiden sich von politischen Parteien durch ihre zeitliche und/oder thematische Begrenztheit, ihren Anspruch auf Basis-Demokratie, und sie sind transnational bzw. international verortet. Ihr Erfolg ist aber zugleich auch ihr Scheitern: Weder können sie Erfahrungen generieren noch längerfristige Konzepte gesamtgesellschaftlicher Emanzipation verfolgen.

Birgit Daibers Buch „Und sie bewegt sich doch…“ erzählt über die 68er-Bewegungen, die Frauen-, Umwelt-, Friedensbewegungen und die Antiglobalisierungsbewegungen. Es versucht, ihre Spezifik darzustellen und die gegenseitige Beeinflussung zwischen den Bewegungen und der institutionellen Politik der Europäischen Union und der UNO aufzuzeigen. Das Buch skizziert die Europäisierung der Gewerkschaftsbewegungen. Ausgerechnet der großen „alten“ Schwester der progressiven sozialen Bewegungen gelang es trotz der großen nationalen Unterschiede eine genuin transnationale europäische Organisation – den Europäischen Gewerkschaftsbund – zu schaffen, der seit seiner Gründung 1973 den Kampf um die soziale Dimension Europas aufgenommen hat. Es bleibt die Frage, wie sich eigentlich die politischen Parteien zu den progressiven sozialen Bewegungen und zur Transnationalisierung verhalten.

Titel Birgit Daiber „Und sie bewegt sich doch…“

Unrast-Verlag 2017

Birgit Daiber (Jg. 1944) hat an einigen der progressiven sozialen Bewegungen teilgenommen, angefangen mit der 68er Bewegung. Immer wieder hat sie sich auch auf dem traditionellen politischen Parkett bewegt: als Abgeordnete im Europa-Parlament, als Mitglied der Grundsatzkommission der ehemaligen PDS oder auch als Figur des politischen Stiftungswesens in Brüssel, wo sie bis 2012 das Europa-Büro der Rosa-Luxemburg-Stiftung aufbaute. Sie hat vor allem in ihrer Berliner Zeit (1982-2007) einige der herausragenden Berliner Frauen- und Bildungsprojekte mit aufgebaut und arbeitete als Expertin für soziale Stadtentwicklung in Europa.
Doris Achelwilm ist Bremer Landessprecherin der Partei DIE LINKE. und arbeitet als Pressesprecherin der Linksfraktion in der Bremischen Bürgerschaft.
Moderation: Norbert Schepers, RLS Bremen

Eine Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen.

Der Termin dieser Veranstaltung wurde mit der Veranstaltung mit Birgit Daiber am 16. Februar 2017 getauscht.

Auf der Suche nach einer Alternative zu dem, was ist. Reportage aus Rojava

Vortrag und Gespräch mit Marcus Staiger
Freitag, 25. November 2016, um 19:30 Uhr in Bremen
Bremer Presse-Club, Schnoor 27-28, 28195 Bremen

Im Oktober 2015 reiste Marcus Staiger nach Rojava in Nordsyrien. Er erlebte eine Gesellschaft im Umbruch und Widerspruch. Eine Gesellschaft, die sich im permanenten Diskurs befindet, darüber wie sie leben will. Abgeschnitten von der Hilfe der westlichen Welt, wirtschaftlich geschwächt durch mehrere Embargos, verwickelt in einen Krieg mit dem sogenannten Islamischen Staat, versuchen die Aktivistinnen und Aktivisten der Kurdischen Freiheitsbewegung, die Ideen einer ökologischen basisdemokratischen und geschlechterbefreiten Gesellschaftsordnung voran zu bringen. Staiger sprach mit Vertreterinnen und Vertretern der Justizakademie und des Frauenrats des Kantons Cizre. Er sprach mit Ärzten und Freiwilligen, die ihre Heimat in Westeuropa verlassen haben, um sich dem Projekt Rojava anzuschließen. Er sprach mit Künstlern aus Holland, die ihre ganz eigenen Erfahrungen in Sachen Basisdemokratie machen durften und mit Vertreterinnen der MLKP, die eine wichtige Rolle in der Organisation der Internationalen Brigaden in Rojava spielen. Er ging der Frage nach, ob die Entwicklung in Rojava tatsächlich als Revolution zu bewerten ist und was die kurdische Freiheitsbewegung unter der Führung der PKK so erfolgreich gemacht hat, dass sie nun tatsächlich die Grundlagen für eine staatenähnliche Verwaltungseinheit schaffen konnten, eine Einheit, die aber eben kein Staat und keine Gewalt sein will. Mit einer Vielzahl von kleinen Alltagsbeschreibungen, Auszügen aus Interviews und Gesprächen, sowie einer Unmenge an Fotos versucht Marcus an diesem Abend einen Eindruck von seinen Erlebnissen und Erfahrungen zu vermitteln.

Marcus Staiger, geboren 1971, arbeitet als Koch und Journalist, begann ein VWL- und Philosophie-Studium und gründete 1998 das Rap-Label Royalbunker. Seit 2011 arbeitet Staiger als Industriekletterer, freier Autor und Moderator für Medien wie SPEX, Berliner Zeitung, FAZ, JUICE, vice, noisey, vice.TV und 2014 erschien sein Roman „Die Hoffnung ist ein Hundesohn“. Zurzeit schreibt er an seinem zweiten Buch, einer Reportage-Erzählung über eine Reise nach Rojava in Nordsyrien. Seit ungefähr drei Jahren ist Marcus Staiger auch in antirassistischen Zusammenhängen aktiv und beschäftigt sich hauptsächlich mit den politischen Rahmenbedingungen, die Menschen zu Geflüchteten machen und unter denen diese dann leben müssen. Er sieht einen direkten Zusammenhang zwischen den Verhältnissen, die auf der einen Seite die Menschen zu Flucht und Migration zwingen und den Verhältnissen unter denen diese Menschen dann wiederum hierzulande zu leiden haben. Denn die Gesetze und wirtschaftlichen Regeln unter denen die Welt zu leiden hat, werden zu großen Teilen in den Zentren der westlichen Welt gemacht.

Eine Veranstaltung von:
Flüchtlingsrat Bremen, Bremer Solidaritätskomitee Kurdistan, Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen

Selbstorganisation, demokratische Prozesse & Digitalisierung

rli jour fixe mit Ulf Treger (Hamburg)
Mittwoch, 21. Dezember 2016, um 18:30 Uhr in Bremen
Rosa-Luxemburg-Stiftung Büro Bremen, Breitenweg 25, 28195 Bremen – Mit Anmeldung!

Mit den spanischen Kommunalwahlen im Mai 2015 wurden in Barcelona und Madrid Protagonistinnen aus der Bürgerrechtsbewegung PAH und dem Umfeld von Podemos zu Bürgermeisterinnen gewählt. Wie gehen diese Stadtregierungen mit den kommunalen Digitalisierungsprojekten in ihren Metropolen (Stichwort Smart City) um? Wie lassen sich im Gegenzug (basis)demokratische und aktivistische Prozesse durch digitale Werkzeuge unterstützten und verstärken? Oder fördern Sie nur eine Simulation von Teilhabe und Mitbestimmung und erzeugen eine weitere Dimension urbaner „Datifizierung“? Was bewirken Prinzipien wie Transparenz, Freie Software und Open Data?

Ulf Treger, wird – dann frisch aus Madrid zurückgekehrt – aus erster Hand berichten. Er nimmt zur Zeit unter anderem an einem Code-Workshop zum Thema digitale Tools für demokratische Prozesse teil, veranstaltet von der Stadt Madrid, welche von der Bürgermeisterin Manuela Carmena regiert wird. Das Wahlbündnis „Ahora Madrid“ aus Sozialdemokraten und Podemos brachte die Menschenrechtsverteidigerin und ehemalige Richterin Mitte 2015 ins Amt.

Ulf Treger (Hamburg, ehemals Bremen) schreibt, recherchiert, macht Vorträge und Workshops zu den Themen städtischer und öffentlicher Raum, digitale Kommunikation, Mapping, Design und Code (rails/js); ist beteiligt an city/data/explosion (einer Veranstaltungsreihe zu Stadt, Öffentlichkeit und digitalen Medien in Bremen und Hamburg). Arbeitet als Grafik- und User Interface-Designer, ist Teil des Büros 3plusx und der Coding/UI-Arbeitsgruppe Pragma Shift. Er betreibt den Kleinverlag Sprung Verlag.

Eine Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen im Rahmen des »rli jour fixe«: Der Platz im Seminarraum in unserem Büro ist auf etwa zehn bis zwölf Teilnehmende begrenzt, der überschaubare Kreis ermöglicht zugleich eine intensivere Auseinandersetzung. Deshalb bitten wir um verbindliche Anmeldung per Mail an jourfixe@rosa-luxemburg.com (oder über unser Büro). Wir versenden per Mail eine Anmeldebestätigung, oder eine Absage, falls bereits alle Plätze belegt sind.

Das Flugblatt zur Veranstaltung als PDF zum Download: 1611 VA-Flyer Dallas Criminal Robotics & Madrid.

Dallas Criminal Robotics

rli jour fixe – Workshop mit Norbert Schepers und anderen
Mittwoch, 16. November 2016, um 18:30 Uhr in Bremen
Rosa-Luxemburg-Stiftung Büro Bremen, Breitenweg 25, 28195 Bremen – Mit Anmeldung!

Eine improvisierte Drohnen-Bombe der Polizei in Dallas eröffnete im Juli diesen Jahres überraschend eine Debatte über Killerroboter. Schlagzeilen wie „Cops Kill With a Robot for the 1st Time“ oder „Now That We’ve Entered The Age Of Robocop“ dominierten die Medien. Was ist in Dallas diesen Sommer geschehen, und was nicht – und was bedeutet das alles? Dieser Workshop will herausarbeiten, was sich durch den Einsatz von unbemannter Technik gesellschaftlich ändert.

Am 7. Juli 2016 überfiel Micah Xavier Johnson in Dallas (Texas, USA) eine Gruppe Polizisten, tötete fünf von ihnen und verwundete neun weitere. Nach dem Überfall verschanzte sich der Attentäter auf dem Gelände einer Schule und wurde dort von der Polizei belagert. Früh morgens am Folgetag tötete die Polizei von Dallas Johnson mit einer Sprengladung, welche mit Hilfe von einem ferngesteuerten Bombenentschärfungsroboter der Polizei in die unmittelbare Nähe des Verdächtigen gebracht und gezündet wurde.

Der Knall von Dallas eröffnete eine schwungvolle Debatte über Killerroboter im Einsatz bei der Polizei. Tatsächlich ist die Tötung eines Tatverdächtigen durch eine unbemannte Maschine durch die Polizei eine Premiere in den USA. Die rege Diskussion darüber kam allerdings durchaus überraschend für die Fachwelt, weil genau diese Debatte in der Breite bisher ausblieb, obwohl doch bereits zahlreiche Prototypen für weitgehend autonom handelnde Waffensysteme das Licht der Öffentlichkeit erblickt haben. Vielleicht nicht so überraschend ist die Dallas-Debatte jedoch vor dem Hintergrund einer anhaltenden Diskussion über Polizeigewalt in den USA. Diese Debatte ist wiederum an zwei aktuelle Konfliktfelder in den USA zurückgebunden, denn einerseits betrifft diese tödliche Polizeigewalt vor allen schwarze BürgerInnen – und hat so die aktuelle „Black Lives Matter“-Bewegung erst ausgelöst. Andererseits ist eine zunehmende Militarisierung von lokalen Polizeieinheiten festzustellen. Ein Teil dieser Kritik bezieht sich auf Bill Clinton’s „1033 Program“, die Ausstattung von regulärer Polizei mit ausgedientem US-Militär-Equipment, insbesondere aus den Einsätzen in Afghanistan und im Irak. Entsprechend sieht das Polizeiaufgebot bei mancher Großdemonstration so schwer bewaffnet aus wie eine Militärpatrouille durch Aufstandsgebiete während der Besatzungszeit im Irak.

Das Ding von Dallas war ein „Remotec Andros Mark V-A1“. Das ist quasi eine ferngesteuerte Boden-Drohne zur Bombenentschärfung. Damit ist diese Maschine eben kein Killerroboter, wie manche Medien bereits reißerisch titelten. Es ist kein weitgehend autonom handelnder Roboter à la Terminator, der selbständig Menschen aufspüren und töten könnte.

Remotec Andros Mark V-A1 by Northrop Grumman

Remotec Andros Mark V-A1 by Northrop Grumman

Genauso falsch allerdings liegen jene, die sich beeilten einzuwenden, dass der Andros 5 ja nur eine Art ferngesteuertes Werkzeug wäre, welches die polizeiliche Gewalt aus der Ferne gelenkt gegen den Attentäter transportierte – in etwa also wie ein Scharfschütze mit seinem Gewehr. Es geht darum, dass es eben nicht egal ist, wie tödliche Gewalt angewendet wird. Die Maschine als bloßes Transportsystem für letale kinetische Energie? Nein, es macht einen erheblichen Unterschied, ob ein Einsatzkommando mit feuerbereiten Waffen vor einem Verdächtigen steht, ob ein Scharfschütze jemanden bei der Ausübung von Gewalt hindert oder ob der Verdächtige mit einer Bombenexplosion hingerichtet wird.

Sprechen wir noch ernsthaft über Verhältnismäßigkeit bei der Ausübung von militärischer oder polizeilicher Gewalt? Kann man sich einer Drohne ergeben? Eine Lehre, die man aus dem Einsatz von Kampfdrohnen im „globalen Krieg gegen den Terror“ ziehen kann: Durch den Einsatz unbemannter Technologie ändern sich die Einsatzsituationen selbst, in denen die tödliche Gewalt ausgeübt wird. Drohnen- und Robotertechnologie ermöglicht Einsätze, die sonst so nicht stattfänden. Der Einsatz unbemannter Technologie in Verbindung mit Waffengewalt kann ein beträchtliches Eskalationspotential mit sich bringen. Ist die tödliche Gefahr, z.B. für die Polizeibeamten, welche den Einsatz tödlicher Gewalt erst rechtfertigt und erforderlich macht, mit dem Einsatz der unbemannten Technologie überhaupt noch gegeben?

Norbert Schepers ist Politikwissenschaftler und Leiter des Bremer Büros der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Ihn interessieren insbesondere Zusammenhänge von Technik und Gesellschaft, auch deshalb war er zum Thema Drohnenkriege in den letzten Jahren mit zahlreichen Vorträgen unterwegs, siehe www.norbert.schepers.info. – Weitere kurze Beiträge zum Thema sind willkommen, bitte möglichst vorher kurz mit dem Referenten absprechen.

Eine Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen im Rahmen des »rli jour fixe«: Der Platz im Seminarraum in unserem Büro ist auf etwa zehn bis zwölf Teilnehmende begrenzt, der überschaubare Kreis ermöglicht zugleich eine intensivere Auseinandersetzung. Deshalb bitten wir um verbindliche Anmeldung per Mail an jourfixe@rosa-luxemburg.com (oder über unser Büro). Wir versenden per Mail eine Anmeldebestätigung, oder eine Absage, falls bereits alle Plätze belegt sind.

Das Flugblatt zur Veranstaltung als PDF zum Download: 1611 VA-Flyer Dallas Criminal Robotics & Madrid.

„Arisierung“ – Über den Umgang mit dem Unrechts-Erbe

Fachtagung
Donnerstag, 3. November 2016, von 14 Uhr bis 21:30 Uhr
Festsaal der Bremischen Bürgerschaft/Landtag, Am Markt 20, 28195 Bremen

Wird in Bremen ein „Arisierungs“-Mahnmal realisiert? In den letzten anderthalb Jahren wurde in Bremen eine Auseinandersetzung mit dem Thema „Arisierung“ während des Nationalsozialismus geführt. Angestoßen wurde dies durch eine Feier der Firma Kühne+Nagel auf dem Bremer Marktplatz anlässlich deren 125-jährigen Jubiläums. Der Logistikkonzern machte Werbung mit der Firmengeschichte und verschwieg die Beteiligung am Raub an der jüdischen Bevölkerung während des Nationalsozialismus. Dabei hatte die Spedition ein Monopol auf den Transport „arisierten“ Eigentums in Westeuropa und laut Historiker Frank Bajohr eine „relative Nähe zum Massenmord“. Inzwischen geht es in der Bremer Debatte um die Beteiligung verschiedener gesellschaftlicher Gruppen am damaligen „Arisierungs“-Geschehen – die „Profit-Trias“ aus Fiskus, Firmen und Privatleuten. Insbesondere die Bremer Redaktion der Tageszeitung taz engagierte sich in der Debatte und startete eine Initiative für ein Bremer Arisierungs-Mahnmal, weiteres findet sich auf der Website www.taz.de/denkmal.

Voraussichtlich am 9. November 2016 soll nun die Bürgerschaft über einen interfraktionellen Antrag für ein Bremer Arisierungs-Mahnmal abstimmen. Im Vorfeld soll diese Tagung v.a. verschiedene HistorikerInnen, politische Akteure und eine interessierte Öffentlichkeit zusammenbringen, um noch einmal Gelegenheit zur fachlichen Debatte zu geben und auch insbesondere den aktuellen gesellschaftlichen Umgang mit der „materiellen Seite des Holocaust“ zu beleuchten. Natürlich ist auch eine Diskussion zu Sinn oder Unsinn eines „mahnmalenden Umgangs“ mit der Thematik möglich.

Weitere Informationen finden sich auf der Website der taz Die Totalität der „Verwertung“ – Wie umgehen mit Unrechts-Erbe? Die taz, die Bremer Bürgerschaft und die Uni Bremen laden zum öffentlichen Symposium… und im Programm-Flyer zur Tagung (PDF).

Programmablauf
14 Uhr
Begrüßungen
Karoline Linnert, Bürgermeisterin und Finanzsenatorin der Freien Hansestadt Bremen
Prof. Dr. Martina Winkler, Direktorin des Instituts für Geschichtswissenschaft der Universität Bremen
14:15 Uhr
Vernetzte »Verwertung«: Die Arbeitsteilung zwischen Behörden, Gerichtsvollziehern und Spediteuren bei der Beraubung der jüdischen Bevölkerung am Beispiel Bremens
Johannes Beermann, Leiter der Abteilung Archiv und Dokumentation des Fritz Bauer Instituts Frankfurt/M.
Fragen & Diskussion
15 Uhr
Erinnern und Vergessen: Unternehmen und ihre Aufarbeitung der NS-Geschichte im Spannungsfeld von Öffentlichkeit, Politik und Ökonomie
Dr. Stefanie van de Kerkhof, Professurvertreterin für Wirtschafts- und Sozialgeschichte des Historischen Seminars der Universität Heidelberg
Fragen & Diskussion
15:45 Kaffeepause
16:15 Uhr
»Das Unrecht nahm Einzug in unzählige Haushalte«: Die Auseinandersetzung privater Erbinnen und Erben mit dem Thema »Arisierung«
Dr. Hilde Schramm, Stiftung Zurückgeben (Berlin)
Fragen & Diskussion
17 Uhr
Das Bremer Mahnmalprojekt, Kurzvorstellung
Fragen & Diskussion
17:30 Uhr Pause
19:30 Uhr
Grußwort
Christian Weber, Präsident der Bremischen Bürgerschaft/Landtag
Zum Umgang mit der »materiellen Seite« des Holocaust
Prof. Dr. Constantin Goschler, Professor für Zeitgeschichte an
der Ruhr-Universität Bochum
Fragen & Abschluss-Diskussion

Eine Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen in Kooperation mit der Bremer Tageszeitung taz sowie folgenden PartnerInnen: Landtag der Freien Hansestadt Bremen; Landeszentrale für politische Bildung; Institut für Geschichtswissenschaft der Universität Bremen; Heinrich Böll-Stiftung Bremen, Friedrich-Naumann-Stiftung u.a.


Wer gestaltet die Stadt der Zukunft?

Interventionen und Visionen zur Stadt
Sonntag, 25. September 2016, ab 13 Uhr in Bremen
Spedition Bremen, Beim Handelsmuseum, 28195 Bremen

13 bis 17 Uhr: Supermarkt #13
Ein Flohmarkt bei Kaffee und Kuchen auf dem Platz vor der Spedition, bzw. bei schlechtem Wetter in der großen und kleinen Halle
Wer einen Stand machen möchte, kann sich ganz einfach per Mail anmelden. Standgebühr = 1 Kuchen, 1 Quiche, 10 Muffins oder gerne auch ein paar liebevoll belegte Stullen. Auf jeden Fall am Besten etwas vegetarisch/veganes, dass man gut aus der Hand essen kann.
Aufbau ist ab 12.00 Uhr. Tische bitte selber mitbringen. Stühle, Spiegel und eine Umkleide gibt es vor Ort. Die verbindliche Anmeldemail bitte bis spätestens 22.09. mit der Info der ungefähren Platzbedarfsangabe und was als Standgebühr beigesteuert wird an: sellout@spedition-bremen.com

17 Uhr: Letzte Hoffnung Stadt
Ein Vortrag von Ivo Bozic in der Belle Etage
Ivo Bozic ist Mitbegründer und Mitherausgeber der Wochenzeitung „Jungle World“. Er hat Publizistik, Politik und Philosophie studiert und sich als Autor intensiv mit Fragen der Emanzipation und Migration beschäftigt und in diesem Zusammenhang in den letzten Jahren auch die Entwicklungen in den Weltstädten beobachtet. Kann die Globalisierung ihr Versprechen auf eine Abkehr vom Nationalismus halten? Sind kosmopolitische Schmelztigel, wie sie die Global Cities darstellen, Ausgangspunkt für eine postnationale, postkulturalistische Welt? Ivo Bozic hinterfragt in seinem Vortrag das emanzipatorische Potential der Urbanisierung.

18.30 Film: The Human Scale
Eine Dokumentation über die weltweit voranschreitende Verstädterung und den Versuch, diese mit Architektur positiv zu gestalten
Der dänische Architekt Jan Gehl hat das menschliche Verhalten in den Städten rund 40 Jahre lang erforscht und zeigt in diesem Dokumentarfilm, was das Phänomen Großstadt für den Menschen, seine Beziehungen und sein Leben bedeutet. Dabei setzt er den Menschen und die Stadtentwicklung in Bezug zum Auto, macht deutlich wie Autoraum geschaffen wird ohne auf die Bedürfnisse der Menschen einzugehen und was passiert, wenn der Raum wieder den Menschen überlassen wird.
(72min. englisch mit deutschen Untertiteln)

VeranstalterInnen: Kunst- und Kulturverein Spedition Bremen in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen.

Von wegen sicher

Sichere Herkunftsstaaten in der Balkanregion?
Vortrag und Gespräch mit Tamara Baković-Jadžić (Belgrad), Lirije Cesmedi und Allegra Schneider
Mittwoch, 15. Februar 2017, um 19 Uhr in Bremen
Kulturzentrum Kukoon, Buntentorsteinweg 29, 28201 Bremen

Tamara Baković-Jadžić (Forum Roma Srbije) berichtet über die Lebensrealität von Roma in Südosteuropa sowie über die schwerwiegenden Folgen dieser Asylrechtsänderung. Seit Bundestag und Bundesrat die Länder des Balkans zu «sicheren Herkunftsstaaten» erklärt haben, werden AsylbewerberInnen aus diesen Ländern, viele von ihnen Roma, als AntragstellerInnen zweiter Klasse behandelt. Ihre Anträge werden zu fast 100 Prozent abgelehnt, sie werden in speziellen Lagern untergebracht, mit verschärfter Residenzpflicht und Beschäftigungsverbot. Die Zahl der Abschiebungen ist rasant angestiegen.
Gleichzeitig hat diese Regelung dramatische Folgen für mehrere Tausend Roma, die infolge des Kosovokonflikts 1999 nach Deutschland geflohen sind und seitdem als «Geduldete» in Deutschland leben. Auch ihnen droht die Abschiebung in eine Lebensrealität, die von massiver Ausgrenzung und Diskriminierung in allen gesellschaftlichen Lebensbereichen geprägt ist. Nicht ohne Grund versuchen viele Roma dieser Marginalisierung durch Migration zu entkommen.

Veranstaltung in englisch und deutsch.

Broschüre Von wegen Sicher

Von wegen sicher. Das Konzept der sicheren Herkunftsstaaten in der Kritik

Nachdem Bundestag und Bundesrat im Herbst 2014 und 2015 die Länder des Balkans zu sicheren Herkunftsstaaten erklärt haben, werden nicht nur AsylbewerberInnen aus diesen Ländern, viele von ihnen Roma, als AntragstellerInnen zweiter Klasse behandelt. Die Asylverfahren sind verkürzt, die Anträge werden zu fast 100 Prozent abgelehnt, sie werden in speziellen Lagern untergebracht, mit verschärfter Residenzpflicht und ohne Taschengeld. Gleichzeitig hat diese Regelung dramatische Folgen für über 20.000 Roma, die infolge des Kosovokonflikts 1999 nach Deutschland geflohen sind und seitdem mit einem Duldungsstatus in Deutschland leben. Ihnen droht nun die Abschiebung, in mehreren Bundesländern nimmt die Zahl der Abschiebungen bereits seit Monaten deutlich zu.

In diesem Kontext sind nicht nur die Praxis der Kettenduldung ohne Aufenthaltsperspektive sowie die menschenunwürdige Abschiebepraxis von langfristig geduldeten Flüchtlingen kritikwürdig. Die Abgeschobenen erwartet im Kosovo oder Serbien eine Lebensrealität, die von massiver Ausgrenzung und Diskriminierung in allen gesellschaftlichen Lebensbereichen geprägt ist. Nicht ohne Grund versuchen viele Roma dieser Marginalisierung durch Migration zu entkommen.

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung veröffentlichte im Herbst/Winter 2016 eine Broschüre, die leicht verständlich die zentralen Argumente für die Festschreibung sicherer Herkunftsstaaten widerlegen und Alternativen aufzeigen soll. Dabei werden sowohl asylrechtliche und migrationspolitische Kritikpunkte vorgebracht, aber auch auf die Lebensumstände und die massive Diskriminierung und Marginalisierung der Roma im Balkan Bezug genommen. Die Lebenssituation geduldeter Roma in Deutschland, wie auch die Folgen der Anwendung der sicheren Herkunftsstaaten-Regelung, u.a. die massiv zunehmenden Abschiebungen von Roma, sollen ebenso thematisiert werden. Ziel ist es, eine interessierte Öffentlichkeit in Deutschland über die Folgen dieser Aushöhlung des Asylrechts zu informieren und Unterstützung für Alternativen in der Asyl- und Migrationspolitik zu gewinnen und gegen die inhumanen Abschiebungen in den Balkan zu mobilisieren, die derzeit von den Behörden in Deutschland vorbereitet und durchgeführt werden.

Im Winter 2016/2017 führt die Rosa-Luxemburg-Stiftung eine Speakers-Tour in mehreren Bundesländern zur Vorstellung dieser Broschüre durch. Als Referentin aus Südosteuropa steht Tamara Baković-Jadžić (Medienportal Mašina, Forum Roma Srbije/Levi Samit Srbije) mit umfangreichen Kenntnissen zur Thematik, vor allem auch zur Lebenssituation und Diskriminierung von Roma in Serbien zur Verfügung.
Dazu kommt Lirije Cesmedi als eine AktivistIn aus der Roma-Selbstorganisation in der Region, sowie Allegra Schneider vom Flüchtlingsrat Bremen, die in den letzten Jahren mehrere Recherchereisen in die Balkanländer unternommen und die Situation in den Herkunftsländernder Roma dokumentiert hat.

Eine Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen, in Zusammenarbeit mit dem Flüchtlingsrat Bremen sowie dem Arbeitskreis akate:hier Bleiberecht für Roma.

Helfen & verdienen – Das Geschäft zwischen Solidarität und Sonderangebot

Ausstellung „Helfen & verdienen“
Montag, 20. Juni bis Samstag, 20. August 2016
jeweils Montags 17 bis 20 Uhr, Samstags 14 bis 17 Uhr geöffnet
In den neuen Räumen des Flüchtlingsrats in der Sankt-Jürgen-Straße

## Update ##
Business as usual? Panorama der Ökonomie der Flucht
Abschlussveranstaltung der Ausstellung „Helfen & verdienen“
Samstag, 20. August 2016, um 15 Uhr (Weiteres siehe unten)

Ausstellungseröffnung
Montag, 20. Juni 2016, um 19:30 Uhr in Bremen
Flüchtlingsrat Bremen, Sankt-Jürgen-Straße 102, 28203 Bremen

Zur gesellschaftlichen Diskussion über Schutz und Integration hat sich unlängst ein Markt der Möglichkeiten für vermeintliche Bedarfe von Geflüchteten entwickelt, den wir mit dieser Ausstellung und Veranstaltungsreihe kritisch beleuchten.

Es beginnt im Sommer 2015. Immer mehr nach Bremen geflüchtete Menschen treffen hier auf eine Aufnahmestruktur, die von Mangel geprägt ist. Gleichzeitig wächst die öffentliche Aufmerksamkeit für die ankommenden Menschen. In dieser Zeit erreichen den Flüchtlingsrat viele Anfragen, aber auch eine Vielzahl von Emails mit konkreten Angeboten zur Unterstützung. Einiges lässt sich schnell vermitteln: Getränkespenden für ein Fest oder Wohnungsangebote an Suchende. Doch beim Großteil der Angebote verhält es sich anders. Ihnen sei zu Ohren gekommen, beginnen manche dieser Schreiben zögerlich, akute Probleme des Ansturms und Engpässe seien der Anlass, sich an uns zu wenden. Anhand von Emails, Akquisematerialien und Hintergrundinformationen wird eine kritische Auseinandersetzung mit der Industrialisierung der Flüchtlingsaufnahme möglich.

1606 Helfen und Verdienen Motiv

Die Ausstellung thematisiert die kommerzielle Annäherung von Herstellern und Dienstleistern aus den Bereichen Bau und Versorgung an das Thema Flucht und Unterstützung. Weiterführende Infos und Diskussionen werden im Rahmenprogramm ermöglicht.

Eine Veranstaltung des Flüchtlingsrates Bremen und der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen.

Das Flugblatt zur Ausstellung als PDF zum Download: 160620 Helfen und Verdienen Fluechtlingsrat.

Business as usual? Panorama der Ökonomie der Flucht

Abschlussveranstaltung der Ausstellung „Helfen & verdienen“ mit Ramona Fischer
Samstag, 20. August 2016, um 15 Uhr

Flüchtlingsrat Bremen, Sankt-Jürgen-Straße 102, 28203 Bremen

Wir laden ein, im lockeren Rahmen (Mit Kaffee und Kuchen) den Abschluss unserer Ausstellung „Helfen & verdienen“ zu begehen. Zum letzten Mal werden ab 14 Uhr die als Hilfsangebote deklarierten Mails einschliesslich aufbereiteter Hintergrundinformationen gezeigt, die der Bremer Flüchtlingsrat seit vergangenem Sommer von kommerziellen Anbietern aus dem gesamten Bundesgebiet erhalten hat.

Bei Kaffee und Kuchen wird die Migrationsforscherin Ramona Fischer ab 15 Uhr einen Impulsvortrag zur Ökonomie der Flucht halten. Der kurze Überblick soll den Anstoß für Gespräche und Austausch geben. Die Veranstaltung endet um etwa 17 Uhr.

Business as usual? Panorama der Ökonomie der Flucht
Im Nachgang des ‚langen Sommers der Migration‘ ist in medialen wie wissenschaftlichen Debatten vermehrt die Rede von einer Ökonomie der Flucht. Im Fokus stehen meist Kosten-Nutzen-Abwägungen für den bundesdeutschen Kontext als Zufluchtsort. Doch was kann Ökonomie der Flucht darüber hinaus eigentlich bedeuten? Und wer sind die ProfiteurInnen? Im Rahmen der Ausstellung „Helfen & verdienen“ wird mit diesem Impulsvortrag der Blick auf das breite Bedeutungsspektrum der Ökonomie der Flucht geweitet und somit Denkanstöße für eine Diskussion geliefert, die über den Tellerrand der BRD hinaus schaut.

„Schließt Euch dieser Karawane an…“

Militanter Islamismus in und aus Bremen und Deutschland

Vortrag und Diskussion mit Jan Raudszus
Mittwoch, 22. Juni 2016, um 19 Uhr in Bremen
Villa Ichon, Goetheplatz 4, 28203 Bremen (Raum 5 im OG)

Seit dem Frühjahr 2012 tobt im Syrien ein blutiger Bürgerkrieg. Junge Menschen aus Deutschland kämpfen dort und im Irak. Vielen haben sich dem Islamischen Staat angeschlossen, einer militanten islamistischen Organisation, die zeitweise zahlreiche Städte und Landstriche kontrollierte. Der Islamische Staat hat immer wieder durch grausame Verbrechen auf sich aufmerksam gemacht. Einige von diesen Taten haben seine Mitglieder für ihre Propaganda gefilmt. Mit den Videos erlangten sie massive Aufmerksamkeit.

Für den Islamischen Staat kämpfen auch Männer aus Deutschland. Über 800 Menschen aus Deutschland haben sich der Organisation inzwischen angeschlossen, darunter auch etwa zwei Dutzend aus Bremen. Etliche sind aber inzwischen auch wieder in Deutschland. Nicht nur Sicherheitsbehörden sehen in einigen von ihnen eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit.

Die salafistische Szene gilt als Quelle der deutschen Dschihadisten, so auch in der Hansestadt. In Bremen ist sie seit Anfang der 2000er Jahre stark gewachsen und gehört inzwischen zu einer der größten in Deutschland. Es ist außerdem eine starke Differenzierung zu beobachten.

Die Politik diskutiert schon lange darüber, wie sie mit dem Problem umgehen soll, ob es neben repressiven Maßnahmen auch noch andere Möglichkeiten gibt. So wurden in Bremen 2014 und 2016 salafistische Vereine verboten. Unterdessen sind an vielen Orten Präventionsorganisationen und Aussteigerprogramme entstanden, hier war Bremen lange Vorreiter.

Dschihadistische Propaganda: „Call of Jihad“

Dschihadistische Propaganda: „Call of Jihad“

Dieser Vortrag gibt einen Überblick über die deutschsprachige Propaganda des Islamischen Staates und über die deutschen Syrien- und Irakkämpfer. Er bietet eine detaillierte Diskussion über das Kontingent aus Bremen und die wichtigsten Protagonisten, sowie die Entwicklung der behördlichen Maßnahmen.

Jan Raudszus (Bremen) hat 2012 ein Master-Studium mit sicherheitspolitischem Schwerpunkt am King‘s College in London abgeschlossen. Er analysiert seit Jahren Fragen der politischen Gewalt und Sicherheitspolitik. Von 2013 bis 2015 war er Volontär beim Weser-Kurier. Seit 2016 arbeitet er als freier Journalist und Analyst für deutsche und internationale Medien.

Moderation: Norbert Schepers, RLS Bremen.

Eine Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen.

Das Flugblatt zur Veranstaltung als PDF zum Download: 1606 Flyer Veranstaltungen Karawane & Strategien.

Linke Strategien in Zeiten des Rechtspopulismus

Vortrag von Thomas Seibert mit anschließender Diskussion mit Kai Wargalla und Felix Pithan
Freitag, 1. Juli 2016, um 19 Uhr in Bremen

Kulturzentrum Lagerhaus, Schildstraße 12-19, 28203 Bremen, KIOTO-Saal (1. Stock)

In kurzer Zeit ist den RechtspopulistInnen in Europa offenbar das gelungen, woran die gesellschaftliche Linke seit Jahrzehnten scheitert. In fast allen europäischen Ländern organisieren rechte Kräfte massiven Protest, prägen den medialen Diskurs und nehmen teilweise erheblichen Einfluss auf politische Entscheidungen. Infolgedessen schwinden einst wirksame Tabus. In sozialen Medien und auf der Straße bricht sich offener Rassismus Bahn – Hass und Gewalt sind an der Tagesordnung. Eine Antwort auf diese dramatische Entwicklung ist die gesellschaftliche Linke bislang schuldig geblieben. Die von linken AkteurInnen geführten Auseinandersetzungen verbleiben zumeist auf der Ebene von Abwehrkämpfen. Die Formulierung eines gemeinsamen Projekts, das breitenwirksam und schlagkräftig genug wäre, um der rechten Aufkündigung des gesellschaftlichen Konsenses eine linke Offensive entgegenzusetzen, steht bisher aus.

Gemeinsam aufstehen; RLS Büro Brüssel http://de.rosalux.eu/themen/solidaritaet-und-emanzipation/gemeinsam-aufstehen/

Gemeinsam aufstehen; RLS Büro Brüssel

Der schlagende Erfolg der AfD bei den letzten Landtagswahlen hat gleichwohl dazu geführt, dass wieder verstärkt Strategiedebatten geführt werden. Wie lässt sich der rechte Erfolg erklären, braucht es möglicherweise einen linken Populismus und was lässt sich von SYRIZA, Podemos oder von der französischen Streikbewegung lernen – das sind einige der zentralen Fragen, um welche die aktuellen Diskussionen kreisen. Die Veranstaltung soll zu dieser Debatte über die strategische Ausrichtung der Linken in Zeiten des Rechtspopulismus einen Beitrag leisten.

Referent:
Thomas Seibert (Frankfurt am Main) ist Philosoph und Autor, Mitarbeiter von medico international, Vorstandssprecher des Instituts Solidarische Moderne (ISM) und seit vielen Jahren politischer Aktivist, unter anderem auch in der Interventionistischen Linken.

Thomas Seibert, Institut Solidarische Moderne

Thomas Seibert schrieb zum Thema dieser Veranstaltung den Artikel „Nach Athen, im Kampf um die Grenzen, nach Paris, von unterwegs: Erste Notizen zum Plan A einer neuen Linken (nicht nur) in Deutschland (Dezemeber 2015), der auch als PDF verfügbar ist.

Ergänzung:
Ebenfalls zum Thema der Veranstaltung der Aufruf des ISM „Mit der Demokratie neu beginnen – Gegen die Politik der Angst, für eine Politik der Hoffnung!“

Es kommentieren und diskutieren mit Thomas Seibert und dem Publikum:

Kai Wargalla ist Landessprecherin der Partei Bündnis 90/DIE GRÜNEN in Bremen, hat Occupy London mitgegründet und zeitweise Occupy Wall Street mitorganisiert.

Felix Pithan ist Landessprecher der Partei DIE LINKE. in Bremen, Mitglied bei ver.di und war in der Vergangenheit an zahlreichen außerparlamentarischen Kampagnen beteiligt, unter anderem in der internationalen Bewegung für Klimagerechtigkeit.

Moderation: Andreas Schindel und Norbert Schepers, Rosa-Luxemburg-Stiftung Bremen.

Eine Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen.
Eintritt frei; Einlass ab 18:30 Uhr.

Das Flugblatt zur Veranstaltung als PDF zum Download: 1606 Flyer Veranstaltungen Karawane & Strategien.

Die Bleibenden. Wie Flüchtlinge Deutschland seit 20 Jahren verändern

Buchpräsentation und Gespräch mit Christian Jakob (Autor) und Sunny Omwenyeke (The Voice Refugee Forum)
Freitag, 3. Juni 2016, um 19:30 Uhr in Bremen
DGB-Haus, Bahnhofsplatz 22-28, 28195 Bremen

„Wegbereiter der ‚Willkommenskultur‘ war nicht Merkel – es waren die Flüchtlinge selbst“

2015 zählten die deutschen Behörden 1.091.894 eintreffende Geflüchtete. Die Zahl der fremdenfeindlichen und rassistischen Angriffe erreichte einen Höchststand, doch gleichzeitig entstanden unzählige Willkommensinitiativen. Der Journalist Christian Jakob beschreibt in seinem jüngst erschienenen Buch, wie tiefgreifend sich Zivilgesellschaft und staatliche Institutionen in Deutschland seit dem sogenannten Asylkompromiss von 1993 verändert haben. Das, so seine These, ist auch das Werk der Geflüchteten selbst. Mit jahrzehntelangen Protesten haben sie ihre Isolation durchbrochen und eine überfällige Modernisierung Deutschlands zum Einwanderungsland vorangetrieben. Und dieser Prozess, so Jakob, ist nicht wieder umkehrbar. Aus seiner jahrelangen Beschäftigung mit den Themen Migration und Asyl zieht er den Schluss, dass der Flüchtlingspolitik nichts anderes übrig bleiben wird, als die Realität der Migration endlich zu akzeptieren: „Wer den Zugang zu diesem Land wieder verschließen will, wird scheitern.

In der Veranstaltung werden auch Sunny Omwenyeke und weitere FlüchtlingsaktivistInnen sprechen, die in dem Buch portraitiert sind. Sunny Omwenyeke gehört zur ersten Generation der 1994 in Thüringen gegründeten Flüchtlingsselbstorganisation The Voice Refugee Forum. Er wird insbesondere über das Spannungsverhältnis zwischen der Flüchtlingsselbstorganisierung und einer „Willkommenskultur“ sprechen, die auf Hifleleistung und funktionale Integration zielt.

Eine Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen in Zusammenarbeit mit Afrique-Europe-Interact, der Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen (Bremen) und ADA – Arbeitsstelle Antidiskriminierung in der Arbeitswelt.

Mobile Commons. Transnationale Mobilität, digitale Grenzregime und Kommunikation

Transnationale Mobilität, digitale Grenzregime und die gemeinschaftliche Kommunikation von MigrantInnen mit Hilfe von Smartphones
Vortrag und Diskussion mit Vassilis Tsianos, Hamburg

Donnerstag, 28. April 2016, um 20 Uhr in Bremen
Spedition Bremen, Beim Handelsmuseum, 28195 Bremen

«Mobile Commons» nennt Vassilis Tsianos die Vernetzung und Kommunikation der MigrantInnen mit Smartphone und Facebook und beschreibt den Kontext als einen «Raum, in dem mediale Kontrolltechnologien einerseits und alternative Nutzungsmöglichkeiten der Medien seitens der MigrantInnen andererseits koexistieren. Das ist das Entscheidende: Ihre wechselseitige Kopräsenz und Beobachtung. Jeder Form von Kontrolltechnologie entspricht eine Form des Widerstands gegen sie. Und mobile commons der Migration sind die Antwort auf eine bestimmte Form digitaler Erfassung oder digitaler Gefängnisse.«

Vassilis Tsianos lehrt an der Fachhochschule Kiel. Im Rahmen des EU-Forschungsprojektes MIG@net hat er gemeinsam mit anderen die Rolle digitaler Vernetzung unter MigrantInnen untersucht. Er gehört zu den Gründern von Kanak Attak und ist Mitglied des „Rates für Migration“.

Logo citydataexplosion. Veranstaltungsreihe zu Stadt, Öffentlichkeit und digitale Medien 2016

citydataexplosion. Veranstaltungsreihe zu Stadt, Öffentlichkeit und digitale Medien im Kunst- und Kulturverein Spedition Bremen in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen.

Digitalisierung und Vernetzung prägen zunehmend unser Leben, unser soziales Miteinander und auch unseren Alltag in den Städten. Mit einer Reihe von Vorträgen und Diskussionen an den Schnittstellen von künstlerischen Ausdrucksformen, wissenschaftlichen Fragestellungen und sozialen Praxen möchten wir einige Facetten dieser Entwicklung beleuchten und eine Debatte über die Zukunft einer vernetzten, von digitalen Medien durchdrungene Stadt anregen. Besonderer Augenmerk der Beiträge liegt auf der Perspektive der Anwendung, der ExpertInnen des Alltags und der Handlungsperspektiven die sich diesen Akteuren in einer kooperativen Stadt bieten.

Die Veranstaltungsreihe citydataexplosion findet 2016 mit vier Veranstaltungen im Abstand von jeweils zwei Wochen im Zeitraum von Ende März bis Mitte Mai in der Spedition statt.

  • 31. März: Freiräume frei räumen. Ein inflationär gebrauchter Topos wird entsedimentiert. Lesung und Diskussion mit Christiane Wehr, Hamburg
  • 14. April: Soft Resistance. Die gesellschaftliche Verhandlung der Benutzung von Smartphones und sozialen Medien und dem Konzept digitaler Enthaltsamkeit. Vortrag und Diskussion mit Eve Massacre, Nürnberg
  • 28. April: Mobile Commons. Transnationale Mobilität, digitale Grenzregime und die gemeinschaftliche Kommunikation von MigrantInnen mit Hilfe von Smartphones. Vortrag und Diskussion mit Vassilis Tsianos, Hamburg
  • 12. Mai: Space mapping/Space making. Digitale Karten als Werkzeuge zur Beschreibung und Verhandlung urbaner Lebensbedingungen. Vortrag und Diskussion mit Ulf Treger, Hamburg

Begleitet wird die Reihe durch das citydataexplosion Audioarchiv, eine akustische Installation im Fliesseneck der Spedition.

Space mapping/Space making. Digitale Karten als Werkzeuge

Digitale Karten als Werkzeuge zur Beschreibung und Verhandlung urbaner Lebensbedingungen
Vortrag und Diskussion mit Ulf Treger, Hamburg

Donnerstag, 12. Mai 2016, um 20 Uhr in Bremen
Spedition Bremen, Beim Handelsmuseum, 28195 Bremen

Karten und Geografische Informationssysteme bestimmen  Wahrnehmung und Zugänglichkeit von Raum und beeinflussen dadurch auch unmittelbar die «BenutzerInnen» dieser Räume. «Die Weltsichten, wie sie von Google Earth und anderen Projekten angeboten werden, verstärken das Phänomen einer Stereo-Wirklichkeit, wie Paul Virilio sie nennt. Diese besteht aus der Realität der direkten Umgebung «in der sich unsere Körper fortbewegen» und der medialen Wirklichkeit – zwei Bilder, die sich gegenseitig überlagern und unsere Wahrnehmung beeinflußen.» (Ulf Treger)

Wie aber lassen sich Karten für antagonistische Projekte benutzen, um diesen Sichtweisen alternative Modelle entgegen zu stellen? Wie können Karten gestaltet werden, um soziale Ungerechtigkeiten, Ausgrenzungen oder Vertreibungsprozesse zu dokumentieren? In seinem Vortrag stellt Ulf Treger soziale und künstlerische Projekte vor.

Ulf Treger arbeitet als Gestalter und Webentwickler in Hamburg. In verschiedenen Projekten und Kollaborationen hat er sich mit Stadt, öffentlichen Räumen und elektronischen Medien auseinandergesetzt, unter anderem als Mitbegründer der Gruppe „Offene Kartierung“. Er ist Mit-Initiator unserer Veranstaltungsreihe „city/data/explosion“ die derzeit in Bremen und Hamburg stattfindet.

Logo citydataexplosion. Veranstaltungsreihe zu Stadt, Öffentlichkeit und digitale Medien 2016

citydataexplosion. Veranstaltungsreihe zu Stadt, Öffentlichkeit und digitale Medien im Kunst- und Kulturverein Spedition Bremen in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen.

Digitalisierung und Vernetzung prägen zunehmend unser Leben, unser soziales Miteinander und auch unseren Alltag in den Städten. Mit einer Reihe von Vorträgen und Diskussionen an den Schnittstellen von künstlerischen Ausdrucksformen, wissenschaftlichen Fragestellungen und sozialen Praxen möchten wir einige Facetten dieser Entwicklung beleuchten und eine Debatte über die Zukunft einer vernetzten, von digitalen Medien durchdrungene Stadt anregen. Besonderer Augenmerk der Beiträge liegt auf der Perspektive der Anwendung, der ExpertInnen des Alltags und der Handlungsperspektiven die sich diesen Akteuren in einer kooperativen Stadt bieten.

Die Veranstaltungsreihe citydataexplosion findet 2016 mit vier Veranstaltungen im Abstand von jeweils zwei Wochen im Zeitraum von Ende März bis Mitte Mai in der Spedition statt.

  • 31. März: Freiräume frei räumen. Ein inflationär gebrauchter Topos wird entsedimentiert. Lesung und Diskussion mit Christiane Wehr, Hamburg
  • 14. April: Soft Resistance. Die gesellschaftliche Verhandlung der Benutzung von Smartphones und sozialen Medien und dem Konzept digitaler Enthaltsamkeit. Vortrag und Diskussion mit Eve Massacre, Nürnberg
  • 28. April: Mobile Commons. Transnationale Mobilität, digitale Grenzregime und die gemeinschaftliche Kommunikation von MigrantInnen mit Hilfe von Smartphones. Vortrag und Diskussion mit Vassilis Tsianos, Hamburg
  • 12. Mai: Space mapping/Space making. Digitale Karten als Werkzeuge zur Beschreibung und Verhandlung urbaner Lebensbedingungen. Vortrag und Diskussion mit Ulf Treger, Hamburg

Begleitet wird die Reihe durch das citydataexplosion Audioarchiv, eine akustische Installation im Fliesseneck der Spedition.

Das Grundeinkommen in der Schweiz

Vortrag und Diskussion mit Markus Härtl (Schweiz)
Mittwoch, 20. April 2016, um 19 Uhr in Bremen
Gemeindehaus 
Unser Lieben Frauen, Ecke Schwachhauser Ring 61 / Bürgermeister-Schoene-Str., 28213 Bremen

Volksabstimmung: Am 5. Juni 2016 entscheiden die SchweizerInnen über die Einführung eines Bedingungslosen Grundeinkommens (BGE). Die Schweiz ist damit das erste Land auf diesem Planeten, welches über die Einführung eines
  Grundeinkommens abstimmen lässt. Unser Gast Markus Härtl ist Mitinitiator dieser Volksabstimmung und leitet die Gruppe BGE-Rheintal in der Ostschweiz (Forum für wirtschafts- und gesellschaftspolitische Zukunftsfragen) und ist Vorstandsmitglied der Kampagne BGE Schweiz. In seinem Vortrag wird er über das Projekt BGE in der Schweiz aktuell berichten und möchte versuchen, den Funken der Begeisterung für die Grundeinkommens-Idee von der Schweiz nach Bremen tragen.

Eine Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen in Kooperation mit Attac Bremen, Initiative BGE in der BEK u.a.

Soft Resistance. Die gesellschaftliche Verhandlung der Benutzung von Smartphones mit dem Konzept digitaler Enthaltsamkeit

Die gesellschaftliche Verhandlung der Benutzung von Smartphones, sozialen Medien und dem Konzept digitaler Enthaltsamkeit
Vortrag und Diskussion mit Eve Massacre, Nürnberg

Donnerstag, 14. April 2016, um 20 Uhr in Bremen
Spedition Bremen, Beim Handelsmuseum, 28195 Bremen

Das Soziale, das Zwischenmenschliche ist von Technologie druchdrungen, wir spielen miteinander Cops, indem wir anderen vorschreiben wie sie ihre Geräte zu nutzen haben – no Selfie, keine Handyfotos auf Konzerten. Warum das unsinnig ist, wie das Soziale vom Technologischen durchdrungen ist, wann Facebook Telepathie einführen wird, und warum wir uns auch aus politischen Gründen für all das mehr interessieren sollten, das versucht Eve Massacre in einem Vortrag zusammenzudenken.

Eve Massacre ist eine hoffnunglose culture/queer/politics Romantikerin + Netztheorie-Enthusiastin. Sie ist Autorin und Bloggerin, Aktivistin und Künstlerin, DJ und Veranstalterin. Sie bloggt auf evemassacre.de (engl.) und breakingthewaves.de (dt.). Sie veröffentlichte u.a. in testcard und auf Radio Z.

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citydataexplosion. Veranstaltungsreihe zu Stadt, Öffentlichkeit und digitale Medien im Kunst- und Kulturverein Spedition Bremen in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen.

Digitalisierung und Vernetzung prägen zunehmend unser Leben, unser soziales Miteinander und auch unseren Alltag in den Städten. Mit einer Reihe von Vorträgen und Diskussionen an den Schnittstellen von künstlerischen Ausdrucksformen, wissenschaftlichen Fragestellungen und sozialen Praxen möchten wir einige Facetten dieser Entwicklung beleuchten und eine Debatte über die Zukunft einer vernetzten, von digitalen Medien durchdrungene Stadt anregen. Besonderer Augenmerk der Beiträge liegt auf der Perspektive der Anwendung, der ExpertInnen des Alltags und der Handlungsperspektiven die sich diesen Akteuren in einer kooperativen Stadt bieten.

Die Veranstaltungsreihe citydataexplosion findet 2016 mit vier Veranstaltungen im Abstand von jeweils zwei Wochen im Zeitraum von Ende März bis Mitte Mai in der Spedition statt.

  • 31. März: Freiräume frei räumen. Ein inflationär gebrauchter Topos wird entsedimentiert. Lesung und Diskussion mit Christiane Wehr, Hamburg
  • 14. April: Soft Resistance. Die gesellschaftliche Verhandlung der Benutzung von Smartphones und sozialen Medien und dem Konzept digitaler Enthaltsamkeit. Vortrag und Diskussion mit Eve Massacre, Nürnberg
  • 28. April: Mobile Commons. Transnationale Mobilität, digitale Grenzregime und die gemeinschaftliche Kommunikation von MigrantInnen mit Hilfe von Smartphones. Vortrag und Diskussion mit Vassilis Tsianos, Hamburg
  • 12. Mai: Space mapping/Space making. Digitale Karten als Werkzeuge zur Beschreibung und Verhandlung urbaner Lebensbedingungen. Vortrag und Diskussion mit Ulf Treger, Hamburg

Begleitet wird die Reihe durch das citydataexplosion Audioarchiv, eine akustische Installation im Fliesseneck der Spedition.

Freiräume frei räumen. Ein inflationär gebrauchter Topos wird entsedimentiert

Lesung und Diskussion mit Christiane Wehr, Hamburg
Donnerstag, 31. März 2016, um 20 Uhr in Bremen
Spedition Bremen, Beim Handelsmuseum, 28195 Bremen

Wo kann heute und zukünftig emanzipatorischer Freiraum gewonnen werden? Wie kann etwas „frei“ sein, das sich stets durch soziale Verhältnisse konstituiert? Welche kritischen Impulse sind in diesem Zusammenhang von Freiräumen in der Kunst zu erwarten? Freiraum wird in dieser fächerübergreifenden Studie als Idee, als Ort und als Rahmenbedingung für Veränderungshandeln in den Blick genommen.

Christiane Wehr, Hamburg, stellt ihr Anfang 2016 im Sprung-Verlag erschienendes Buch „Freiraum frei räumen. Ein inflationär gebrauchter Topos wird entsedimentiert‟ vor.

Logo citydataexplosion. Veranstaltungsreihe zu Stadt, Öffentlichkeit und digitale Medien 2016

citydataexplosion. Veranstaltungsreihe zu Stadt, Öffentlichkeit und digitale Medien im Kunst- und Kulturverein Spedition Bremen in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen.

Digitalisierung und Vernetzung prägen zunehmend unser Leben, unser soziales Miteinander und auch unseren Alltag in den Städten. Mit einer Reihe von Vorträgen und Diskussionen an den Schnittstellen von künstlerischen Ausdrucksformen, wissenschaftlichen Fragestellungen und sozialen Praxen möchten wir einige Facetten dieser Entwicklung beleuchten und eine Debatte über die Zukunft einer vernetzten, von digitalen Medien durchdrungene Stadt anregen. Besonderer Augenmerk der Beiträge liegt auf der Perspektive der Anwendung, der ExpertInnen des Alltags und der Handlungsperspektiven die sich diesen Akteuren in einer kooperativen Stadt bieten.

Die Veranstaltungsreihe citydataexplosion findet 2016 mit vier Veranstaltungen im Abstand von jeweils zwei Wochen im Zeitraum von Ende März bis Mitte Mai in der Spedition statt.

  • 31. März: Freiräume frei räumen. Ein inflationär gebrauchter Topos wird entsedimentiert. Lesung und Diskussion mit Christiane Wehr, Hamburg
  • 14. April: Soft Resistance. Die gesellschaftliche Verhandlung der Benutzung von Smartphones und sozialen Medien und dem Konzept digitaler Enthaltsamkeit. Vortrag und Diskussion mit Eve Massacre, Nürnberg
  • 28. April: Mobile Commons. Transnationale Mobilität, digitale Grenzregime und die gemeinschaftliche Kommunikation von MigrantInnen mit Hilfe von Smartphones. Vortrag und Diskussion mit Vassilis Tsianos, Hamburg
  • 12. Mai: Space mapping/Space making. Digitale Karten als Werkzeuge zur Beschreibung und Verhandlung urbaner Lebensbedingungen. Vortrag und Diskussion mit Ulf Treger, Hamburg

Begleitet wird die Reihe durch das citydataexplosion Audioarchiv, eine akustische Installation im Fliesseneck der Spedition.

 

Die Situation in der Türkei und in Kurdistan aus feministischer Sicht

Vortrag und Diskussion mit Evren Ulutaş (Türkei)
Dienstag, 8. März 2016, um 18:30 Uhr in Bremen
Kulturzentrum Lagerhaus, Schildstraße 12, 28203 Bremen (Kioto-Saal, 1. Stock)

Informationsveranstaltung über die Situation in der Türkei und in Kurdistan mit einer Vertreterin des Frauenfreiheitsrates aus der Türkei. Der Frauenfreiheitsrat (KÖM) ist eine feministische Organisation, die sich dafür einsetzt, dass der Krieg in der Türkei und in Kurdistan beendet und der Friedensprozess zwischen der Regierung und der PKK wieder aufgenommen wird.

Seit dem Sommer 2015 ist die politische Situation in der Türkei/Kurdistan äußerst angespannt. Nachdem die islamisch konservative Regierung eine Offensive gegen die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) gestartet hat, wurden über 200 Zivilisten – darunter kleine Kinder, alte Frauen und Männer – regelrecht von Scharfschützen hingerichtet. In vielen Städten (z.B. Nusaybin, Cizre, Sur) gibt es seit Monaten eine absolute Ausgangssperre. Die Menschen leben unter schrecklichen Zuständen, sie haben keinen Strom, kein Wasser, kein Heizmittel und zum Teil auch keine Nahrung. Etliche Regionen in Kurdistan wurden zu militärischen Sperrzonen erklärt. Alle (ob Journalisten, Wissenschaftler, Kulturschaffende usw.), die gegen diesen Krieg sind, werden von der Regierung eingeschüchtert, inhaftiert oder verlieren ihre Arbeitsstellen.

Trotz der Repressalien, die mit dem Ende des Friedensprozesses zwischen der PKK und der türkischen Regierung einhergehen, ist es vielen Frauen gelungen, sich unter der Fahne des Frauenfreiheitsrat zu organisieren, um gemeinsam ins Leben einzugreifen und um eine gemeinsam in allen Bereichen des Freiheitskampfes zu verwendende Sprache zu entwickeln, damit Frauen mit dieser gemeinschaftlichen Sprache als Subjekt und Partei der Friedensgespräche zwischen der PKK und dem türkischen Staat fungieren können.

Die Referentin Evren Ulutaş ist eine Vertreterin des Frauenfreiheitsrates aus der Türkei, sie ist Politikwissenschaftlerin, Frauenrechtsaktivistin und Kurdin. Moderatorin dieser Veranstaltung ist Gül Yoksulabakan, Dolmetscherin Fatos Atali-Timmer.

Die Bremerin Berna Müküs Kaya ist Psychotherapeutin und unterstützt die Arbeit des Frauenfreiheitsrates: „Wir sind eine Fraueninitiative, die sich aus unabhängigen Frauen (parteiübergreifend und unabhängig von ethnischer/Religiöser Herkunft) zusammensetzt und sich für Frieden und die Rechte der Frauen in der Türkei und Kurdistan einsetzt. Eines unserer wichtigsten Anliegen ist, dass die unterbrochenen Friedensverhandlungen zwischen der Türkei und PKK wieder aufgenommen werden und wir als unabhängige Seite daran teilnehmen.“

Eine gemeinsame Veranstaltung des Frauenfreiheitsrates (KÖM), des Kulturzentrums Lageshaus und der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen zum internationalen Frauentag am 8. März.

Polen heute: Vom Musterknaben zum Sorgenkind?

Vortrag und Diskussion mit Holger Politt (Warschau)
Donnerstag, 3. März 2016, um 17 Uhr in Bremen

Villa Ichon, Goetheplatz 4, 28203 Bremen (Raum 5 im OG)

Die aktuelle politische Situation in Polen gibt bei einigen europäischen Nachbarländern einigen Anlaß zu besorgter Nachfrage, allerdings reagiert nicht nur das regierende nationalkonservative Spektrum allergisch auf solche – offenbar als anmaßend empfundenen – Interventionen. Dabei ist der politische Rechtstrend in Polen unübersehbar. Jarosław Kaczyński, der starke Mann hinter der im November 2015 vereidigten Präsidentin Beata Szydło, verkündet, dass das Jahr 2015 in der jüngsten Geschichte des Landes genauso wichtig sei wie das Jahr 1989. – Was ist los im ehemaligen Musterland neoliberaler Transformation? Holger Politt gibt einen kurzen Überblick über die Lage im Land und ordnet das Geschehen politisch ein.

Dr. Holger Politt, Warschau, war von 2003 bis 2009 Leiter des Warschauer Büros der Rosa Luxemburg Stiftung und beschäftigt sich in der Folge mit den polnischen Schriften Luxemburgs, welche zu großen Teilen noch nicht ins Deutsche übersetzt sind. Er arbeitet bei der Rosa Luxemburg Stiftung als Referent für editorische und historische Arbeit zu Rosa Luxemburg  und setzt sich immer wieder intensiv mit der Situation in Osteuropa, historisch und aktuell, auseinander. – Ein paar Texte von Holger Politt zum Thema der Veranstaltung finden sich bei der Berliner Zeitschrift „Das Blättchen“. Siehe auch den Artikel Polen: Was wird? vom Herbst 2015 als Leseprobe bei der Zeitschrift „Sozialismus“.

Eine Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen.

Die Veranstaltung dauert bis etwa 18:30 Uhr; am gleichen Ort findet im Anschluss die Veranstaltung Rosa Luxemburgs Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus mit Holger Politt statt.

Das Buch zur Veranstaltung:

Titelbild von "Polens Rolle rückwärts", Pilawski/Politt, VSA-Verlag 2016

Krzysztof Pilawski / Holger Politt
Polens Rolle rückwärts
Der Aufstieg der Nationalkonservativen und die Perspektiven der Linken
VSA-Verlag, Hamburg 2016
ISBN 978-3-89965-702-9 – Erscheint im April 2016

Zwischen Trump und Sanders: Der Präsidentschaftswahlkampf und die Linke in den USA

Vortrag und Gespräch mit Ethan Young (New York)
Sonntag, 6. März 2016, um 18 Uhr in Bremen
Kulturzentrum Kukoon, Buntentorsteinweg 29, 28201 Bremen

Ist der Milliardär und republikanische Präsidentschaftsbewerber Donald Trump ein Faschist? Ist der demokratische Bewerber Bernie Sanders zu sozialistisch für die USA? Die politische Auseinandersetzung im US-Präsidentschaftswahlkampf schlägt hohe Wellen, die Töne werden rauer und die Forderungen radikaler.

Mit dieser Veranstaltungsreihe wollen wir die aktuellen Kontroversen, die Bilanz der Obama-Regierung und die Offensive der ultrarechten Tea Party ebenso diskutieren wie den jüngsten Aufschwung der Linken: Wohin entwickelt sich das Land, wie sind die gegenwärtigen Kräfteverhältnisse?

Unser Referent Ethan Young engagiert sich seit Jahrzehnten in der US-Linken, derzeit vor allem im Left Labor Project, einem New Yorker Zusammenschluss linker Gewerkschafter, und bei Portside.org, einem der wichtigsten Internetportale der US-Linken. Er lebt als freier Autor in Brooklyn. Für das RLS-Büro New York hat Ethan Young kürzlich eine Studie über linke Wahlerfolge in den USA unter dem Titel Risse im Beton erarbeitet.

Die Veranstaltung findet in englischer und deutscher Sprache statt, es wird simultan übersetzt.
Moderation: Norbert Schepers, RLS Bremen.

Im Rahmen der Vortragsreise «Sanders, Trump und Co. Ein US-Wahlkampf, der polarisiert» der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Büro New York und mehreren Landesstiftungen der RLS.
Hamburg: Donnerstag, 03.03.2016 | Kiel: Freitag, 04.03. | Bremen: Sonntag, 06.03. | Köln: Montag, 07.03. | Jena: Dienstag, 08.03. | Erfurt: Donnerstag, 10.03. | Berlin: Freitag, 11.03.

Alle Informationen und Termine zur Veranstaltungsreihe finden sich hier auf unserer Website, darunter auch ein aktuelles Videointerview mit Ethan Young.

Eine Übersicht der bei unserem New Yorker Büro erschienenen Analysen von Ethan Young:


Zum Thema:

Bernie Sanders’ sozialistisches Amerika. Porträt des demokratischen Sozialisten und amerikanischen Präsidentschaftskandidaten Bernie Sanders
Von Ethan Earle, Rosa-Luxemburg-Stiftung Büro New York

Dass Senator Bernie Sanders sich darum bewirbt, der 45. Präsident der Vereinigten Staaten zu werden, erscheint immer weniger als Donquijoterie. Seine Kampagne hat die amerikanische Öffentlichkeit in eine ungewohnte, geradezu hektische Stimmung versetzt. Er zieht mehr Publikum an und erweckt größere Begeisterung als irgendein anderer Kandidat der einen oder der anderen Partei… Weiter auf der Seite des New Yorker Büros der RLS.

Der vollständige Text als PDF auf Deutsch, Englisch und Spanisch.

Ausstellung Neofaschismus in Deutschland

Eröffnung der Ausstellung mit Annette Düring und Thomas Willms
Montag, 01. Februar 2016, 17:30 Uhr
Gewerkschaftshaus, Bahnhofsplatz 22-28, 28195 Bremen (Foyer)

Update: Die Ausstellung im DGB-Haus wird bis zum Freitag, 26. Februar, verlängert; auch Führungen sind weiterhin möglich.

Vom 01. bis zum 19. Februar 2016 wird im Foyer des DGB-Hauses, Bahnhofsplatz 22-28 in Bremen, die Ausstellung „Neofaschismus in Deutschland“ zu sehen sein. VeranstalterInnen sind Arbeit und Leben, DGB, Rosa-Luxemburg-Initiative, Universität Bremen/Fachbereich 9 und VVN-BdA Bremen. Auf 21 Tafeln im DIN-A-1-Format werden Ideologie des Neofaschismus, gesellschaftliche Zusammenhänge und Hintergründe dargestellt. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht ein großes Wimmelbild, das die Struktur des Neofaschismus aufzeigt.

Titelbild "Neofaschismus in Deutschland" VVN-BdA, http://www.neofa-ausstellung.vvn-bda.de

Der Besuch der Ausstellung und der Begleitveranstaltungen ist kostenlos. Führungen von Schulklassen und Besuchergruppen sind nach Anmeldung bei Raimund Gaebelein unter (0421) 6163215 raygaeb@web.de 0176/49865184 möglich. Arbeitsbögen sind auf Anfrage erhältlich. Der Inhalt der Tafeln ist über Katalog oder im Internet einzusehen unter www.neofa-ausstellung.vvn-bda.de.

Öffnungszeiten DGB-Haus:
Montags bis Donnerstags, von 9 bis 17 Uhr, Freitags bis 12:30 Uhr

Eröffnet wird die Ausstellung am Montag, den 1. Februar 2016 um 17:30 Uhr von Annette Düring, Vorsitzende des DGB-Regionalverbandes Elbe-Weser-Bremen, und Thomas Willms (Berlin), Bundesgeschäftsführer der VVN-BdA.

Die folgenden Begleitveranstaltungen finden jeweils im DGB-Haus am Bahnhofsplatz 22-28 statt:

  • Mittwoch, den 03. Februar, findet 17:30 Uhr ein Workshop zu „Sprache und Rassismus“ mit Margrit Kaufmann (Uni Bremen) statt.
  • Mittwoch, den 10. Februar, wird Andreas Kemper (Münster) um 17:30 Uhr über „Rechtspopulismus und Folgen, Ideologie und Auftreten der AfD in Bremen“ referieren.
  • Dienstag, den 16. Februar, wird Helmut Kellershohn (Neukirchen-Vluyn) um 17:30 Uhr über „Grundlagen rechtsextremer Ideologie“ referieren.
  • Donnerstag, den 18. Februar, spricht Fritz Burschel (Berlin) um 19:30 Uhr zum NSU-Prozess.

Eine Veranstaltung im Rahmen der Ausstellung Neofaschismus in Deutschland, die vom 01. bis 19. Februar 2016 im Gewerkschaftshaus am Hauptbahnhof zu sehen ist. Die Ausstellung und das Begleitprogramm sind eine Kooperation von Arbeit und Leben Bremen, DGB Bremen, Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen, Universität Bremen Fachbereich 9 und VVN-BdA Bremen.

Wimmelbild "Neofaschismus in Deutschland" VVN-BdA

Wimmelbild „Neofaschismus in Deutschland“ VVN-BdA, http://www.neofa-ausstellung.vvn-bda.de

Flyer zur Ausstellung „Neofaschismus in Deutschland“ der VVN-BdA sowie das Begleitprogramm als PDF zum Download.

Birgit Rommelsbacher: Dominanzkultur

Dominanzkultur als herrschafts- und machtsicherndes System? Eine kritische Analyse gesellschaftlicher Macht- und Ausgrenzungsphänomene, in Bezug auf die Publikation `Dominanzkultur` von Birgit Rommelspacher.
Vortrag und Diskussion mit Monique Paladino (Bremen)

Freitag, 4. März 2016, um 18 Uhr in Bremen
Forum Kirche, Hollerallee 75, 28209 Bremen

Eine Dominanzkultur basiert, laut Birgit Rommelspacher, auf Erfahrungen von Unterdrückung, Herrschaft, Gewalt, Vernichtung, Ausbeutung, Expansion, Hegemonie und Macht durch den industrialisierten Westen und das industrialisierte Europa. Monique Paladino möchte mit ihrem Vortrag auf die gesellschaftskritische Publikation „Dominanzkultur“ von Birgit Rommelspacher aufmerksam machen, die bereits 1995 erschienen ist, aber weiterhin Aktualität besitzt.

Für Birgit Rommelspacher reichen individuell motivierte Einstellungen und Haltungen der Subjekte nicht aus, um rassistisch konstruierte Ausgrenzungsphänomene zu analysieren. Gesellschaftliche Machtverhältnisse schreiben rassistische Konstruktionen fest. Für eine kritische Analyse ist eine gesellschaftlich vorhandene Dominanzkultur strukturell verantwortlich. Sie konstituiert das Ein- und Ausgrenzen von Menschen. Durch einen Mechanismus des „Normativen“ wird eine Dominanzkultur von der bundesdeutschen Mehrheitsgesellschaft verinnerlicht und hinterfragt folglich keine ungleichen Verhältnisse. Dies gilt auch für die Mitte der Gesellschaft. Ungleiche Macht- und Herrschaftsverhältnisse werden in Kontexten reproduziert, in denen Mehrheiten und Minderheiten agieren. Dies gilt für das Geschlechterverhältnis genauso wie für Beziehungen von weißen deutschen Mehrheitsangehörigen mit Migrantinnen und Migranten, bis hin zu wissenschaftlichen Diskursen, die sich auf das sog. Eigene und Fremde beziehen.

Birgit Rommelspacher, am 03. Juli 1945 in Rammingen bei Ulm geboren; am 16. April 2015 in Frankfurt am Main verstorben, war Professorin für Psychologie, mit dem Schwerpunkt Interkulturalität und Geschlechterstudien an der Alice-Salomon-Hochschule in Berlin-Hellersdorf. Seit Oktober 2007 emeritiert.

Titelbild Birgit Rommelspacher Dominanzkultur

Monique Paladino, Bremen, ist Diplom-Pädagogin und arbeitet als sozial-diakonische Mitarbeiterin in Osterholz-Tenever.

Eine gemeinsame Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen und des Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt (KDA) Bremen zum internationalen Frauentag am 8. März.

„Organisieren, um zu gewinnen: Handwerkszeug für die politische Arbeit“

Wochenendseminar mit Jana Seppelt und Tashy Endres
Samstag/Sonntag, 05. bis 06. Dezember 2015
Jugendbildungsstätte LidiceHaus, Weg zum Krähenberg 33 a, 28201 Bremen

Wer kennt das nicht: Jenseits von „unterschreib doch hier“ oder „tritt doch ein“ oder „komm doch zur Veranstaltung“ setzt linke Politik noch viel zu oft auf reine Aufklärung. Das Ergebnis sind Kampagnen, Aktionen und Initiativen, denen es an politisch Aktiven fehlt, die erfolgreiche Politik machen. „Organize to win“, der Titel eines bereits 1998 erschienenen Buches von Kate Bronfenbrenner zu nachbarschaftlichen Organisationsformen wurde daher der provokante Slogan dieses neuen Seminarangebots der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Ziel des Workshops ist ein kompakter Einblick in die Denkweise und Methoden des Organizing zu bekommen, wie sie bereits im gewerkschaftlichen Feld wie auch im Community Organizing seit Jahren erfolgreich praktiziert werden. Der Transfer in den konkreten politischen Alltag wird durch ausgeprägte Übungsphasen gesichert.

Gerade Linke sind Organizing gegenüber oft skeptisch. Diese Tools sind bloß was für Gewerkschaften, nicht links, weil sie nicht die ganze Gesellschaft in den Blick nehmen oder Organizing sei das Mittel gewesen, mit dem Obama die Wahl gewonnen habe, sind nur einige der Argumente. Selten ist bekannt, dass Organizing aus der kommunistischen Tradition und der Arbeiterbewegung entstanden ist. Im Community Organizing – getragen von kleinen Gruppen von Betroffenen – wird bewusst eine Antwort auf den neoliberalen Generalangriff auf die Arbeits- und Lebensbedingungen der Mehrheit der Menschen formuliert. Besonderes Augenmerk wird im Workshop auf den Ansatz des transformativen Organizing gelegt, der konkrete Politik vor Ort mit der Entwicklung von grundlegenden gesellschaftlichen Alternativen verbindet.

Mit den Werkzeugen des Organizing Politik zu machen, heißt nicht nur kurzfristige Aktionen, sondern längerfristige (Selbst-)Organisierung anzustoßen und dazu beizutragen, die gesellschaftlichen Verhältnisse nach links zu verschieben, zu lernen, zuzuhören und politische Konfrontationen verbal, fröhlich-offensiv zu führen.

Organize! (Quelle: Pixabay)

Organize! (Quelle: Pixabay)

Zeitrahmen: Samstag (05.12.2015) von 11 bis 18 Uhr und Sonntag (06.12.2015) von 9 bis 15 Uhr

Bitte meldet Euch bis zum 25. November 2015 unter matting@rosalux.de an. Die Teilnehmendenzahl ist auf 15 Personen begrenzt.

Veranstalterin: Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen in Kooperation mit der Akademie für Politische Bildung der RLS.

Das Flugblatt zur Veranstaltung 1512 Seminar Organizing als PDF zum Download.

Benim Çocuğum – Mein Kind – My Child. Filmrundreise mit Can Candan

Der Dokumentarfilm “Benim Çocuğum – Mein Kind” von Can Candan startet am 16. Juni 2015 in Bremen eine bundesweite Premiere-Rundreise, organisiert von der Rosa-Luxemburg-Initiave. Der Regisseur Can Candan und weitere Mitwirkende stellen den Film vor und diskutieren mit dem Publikum.

16.06. Bremen: Premiere @ City46 Kino | 17.06. Hamburg: Premiere @ Metropolis Kino | 18.06. Berlin: Premiere @ Arsenal Kino | 20.06. Berlin: Neighborhood Screening @ SO36 | 21.06. Köln: Premiere @ Filmclub 813 | 22.06. München: Premiere @ Maxim-Kino

"Mein Kind" Deutschlandtour

Im Anschluss an den Film findet jeweils eine Diskussion mit dem Regisseur Can Candan und dem Produzenten Hasan Metehan Özkan sowie mit den beiden im Film mitwirkenden Eltern und Aktivistinnen Şule Ceylan und Ümmühan Kıyan aus Istanbul statt.

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Filmpremiere: Benim Çocuğum – Mein Kind

Filmvorführung und Diskussion mit dem Regisseur Can Candan (Istanbul) und weiteren Mitwirkenden
Dienstag, 16. Juni 2015, um 20:30 Uhr
Kino City 46, Birkenstraße 1, 28195 Bremen

„Benim Çocuğum“ (Mein Kind) ist ein Dokumentarfilm über eine sehr engagierte und inspirierende Gruppe von Müttern und Vätern in İstanbul, Türkei, die aus ihrer persönlichen Erfahrung mit ihren lesbischen, schwulen, bisexuellen oder trans*-gender Kindern ein soziales und politisches Anliegen gemacht haben: Mit der Gruppe LİSTAG (Families of LGBTs in İstanbul) teilen sie ihre Erfahrungen mit anderen und gehen für mehr Akzeptanz von LGBT*IQ-Menschen an die Öffentlichkeit.

Benim Çocuğum – Mein Kind – My Child

In „Benim Çocuğum“ begleitet Filmemacher Can Candan mit seinem Team sieben Menschen als Eltern und AktivistInnen auf dem Weg, die Rolle und die Bedeutung von Familie in einer konservativen, homo- und transphoben Gesellschaft neu zu definieren.

Im Anschluss an den Film findet eine Diskussion mit dem Regisseur Can Candan und dem Produzenten Hasan Metehan Özkan sowie mit den beiden im Film mitwirkenden Eltern und Aktivistinnen Şule Ceylan und Ümmühan Kıyan aus Istanbul statt.

Benim Çocuğum. Dokumentarfilm von Can Candan, 2013, 82 min.
Türkisch mit englischen Untertiteln. Surela Film, Istanbul.

Die Veranstaltung wird auf Türkisch mit deutscher Übersetzung stattfinden, der Film wird auf Türkisch mit englischen Untertiteln gezeigt. – Eintritt: 8€ pro Person / 5,50€ ermäßigt. Tickets können beim Kino reserviert werden: tickets@city46.de | www.city46.de

Eine Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen in Kooperation mit dem City 46 – Kommunalkino Bremen.

Die Veranstaltung findet im Rahmen einer durch die Rosa-Luxemburg-Initiative organisierten, bundesweiten Rundreise statt.

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Film prömiyeri: Benim Çocuğum – Mein Kind

Film gösterimi ve İstanbullu yönetmen Can Candan ile yapıma katkısı olanlarla tartışma

16 Haziran, Salı günü, saat 20:30’da
Kino City 46, Birkenstraße 1, 28195 Bremen adresinde

“Benim Çocuğum” Türkiye, İstanbul’da çocukları lezbiyen, gey, biseksüel veya transseksüel olan bir grup anne ve babanın hikayesi. Çocukları üzerinden kendi kişisel deneyimleri yapıp konuyu sosyal ve siyasal bir mesele olarak gören bir grup anne baba üzerine bir belgesel film. Bu anne ve babalar başkalarına ilham verici bir çabayla, LİSTAG (İstanbullu LGBT’lerin aileleri) ile birlikte deneyimlerini başkalarıyla paylaşıp LGBT’lerin toplumda daha çok kabul görmesi için kamu önüne çıkıyorlar.

“Benim Çocuğum” filminde yönetmen Can Canden ve ekibi, muhafazakar, homofobik, transfobik bir toplumda, ailenin rolünü ve önemini yeniden tanımlamak için yola çıkan anne baba ve eylemci yedi insana refakat ediyorlar.

Filmden sonra yönetmen Can Candan ve yapımcı Hasan Metehan Özkan ile filmde hikayeleri anlatılan İstanbullu anne ve eylemciler Şule Ceylan ve Ümmühan Kıyan ile tartışma olanağı olacak.

Benim Çocuğum. Bir Can Candan belgeseli, 2013 yapımı, 82 dk. Türkçe, İngilizce alt yazılı. Surela Film, İstanbul.

Etkinlik Türkçe olacak ve Almancaya çevrilecek. Film Türkçe, İngilizce alt yazılı olarak gösterilecek. Giriş 8 € / indirimli 5,50 €. Bilet rezervasyonu sinema gişesinden yaptırılabilir: tickets@city46.de | www.city46.de

Bu Rosa-Luxemburg-Girişimi’nin (Bremen’deki Rosa Luxemburg Vakfı), City 46 – Bremen Belediye Sineması işbirliği ile yaptığı bir etkinliktir.

Etkinlik, Rosa Luxemburg Girişimi tarafından, ülke çapında düzenlenen etkinlik turunun bir parçası olarak gerçekleştirilmektedir.

 

After the Summer of Snowden

Was folgt auf die Aufdeckung der weltweiten Totalüberwachung?

Veranstaltungen (in Berlin) zum zweiten Jahrestag der Snowden-Enthüllungen am 5. Juni 2015

Update: Zur Videodokumentation des Talks mit Sarah Harrison and Jacob Appelbaum vom 12. Juni 2015 in Berlin.

After The Summer Of Snowden Titelmotiv After The Summer Of Snowden Plakat

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Nach den Bürgerschaftswahlen – Wo steht die LINKE?

Wahlauswertung und Gespräch mit Jürgen Wayand, Kristina Vogt, Doris Achelwilm und Christoph Spehr
Freitag, 26. Juni 2015, um 19 Uhr
Konsul-Hackfeld-Haus, Birkenstraße 34, 28195 Bremen (großer Clubraum)

Die Partei DIE LINKE wird voraussichtlich nach den Bürgerschaftswahlen am 10. Mai 2015 zum dritten Mal in die Bremische Bürgerschaft einziehen. Mit den 2007ner Wahlen gelang der Linkspartei in Bremen zum ersten Mal der Einzug in ein westdeutsches Landesparlament, inzwischen scheint sie zu einer im politischen System fest verankerten Kraft geworden zu sein.
Diese Veranstaltung findet direkt nach dem Feststehen der endgültigen Wahlergebnisse für die Wahl zur Bremischen Bürgerschaft im Land Bremen und für die Beirätewahlen im Gebiet der Stadt Bremen statt. Was haben die Bürgerschaftswahlen für die politische Landschaft in Bremen geändert, was bleibt – und wo steht darin die Bremer Linkspartei?
Landeswahlleiter Jürgen Wayand gibt einen Überblick über die Ergebnisse der repräsentativen Wahlstatistik: Bevölkerungs- und Sozialstruktur der Ortsteile; Wahlberechtigte, Wähler/-innen, Wahlbeteiligung und Stimmabgabe. Wir diskutieren anschließend mit führenden VertreterInnen der Bremer LINKEN über die Ergebnisse und deren Bedeutung für Bremen und für die linke Partei.

Mitwirkende:
Vortrag von Jürgen Wayand, Bremer Landeswahlleiter und Leiter des statistischen Landesamtes, mit anschließendem Gespräch mit Kristina Vogt (Spitzenkandidatin DIE LINKE Bremen und bisherige Fraktionsvorsitzende in der Bremischen Bürgerschaft), Doris Achelwilm und Christoph Spehr (beide LandessprecherInnen DIE LINKE Bremen); Moderation: Norbert Schepers (Rosa-Luxemburg-Stiftung).

Eine Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen.

Griechenlands Linke an der Regierung: Ende der Austerität in Europa?

Diskussion mit Giorgos Chondros und Kristina Vogt
Am Mittwoch, 25. Februar 2015, um 19 Uhr

EuropaPunkt Bremen, Am Markt 20, 28195 Bremen (im Erdgeschoss der Bremischen Bürgerschaft, Seiteneingang gegenüber dem Rathaus)

Eine Veranstaltung mit Giorgos Chondros (Mitglied im Zentralkomitee/Parteivorstand der regierenden griechischen Linkspartei SYRIZA) und Kristina Vogt (Vorsitzende der Linksfraktion im Bremer Landtag). Ein historischer Sieg, ein Zweckbündnis im Kampf gegen die Troika und die durch die EU verordnete Sparpolitik, die Griechenlands Bevölkerung verarmen ließ. Eine Hoffnung für viele weit über Griechenland hinaus. Was bedeutet der Sieg von SYRIZA für Griechenland? Was waren die Gründe für die Regierungskoalition mit der ANEL? Was sind die ersten Schritte der linken Regierung und vor welchen Herausforderungen steht SYRIZA? Wird ein Kurswechsel in Europa eingeleitet? Welche Auswirkungen könnte dies auf Deutschland haben? Wird die Diskussion über einen Schuldenschnitt an Fahrt gewinnen und welche Auswirkungen hätte dies für das hoch verschuldete Bundesland Bremen? Diesen und weiteren Fragen stellt sich Giorgos Chondros, der mit seiner Analyse auf wichtige Probleme nicht nur der Linken in Griechenland verweist.

Eine Veranstaltung der Fraktion DIE LINKE in der Bremischen Bürgerschaft und der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Vom Rand bis zur Mitte: Rechtspopulismus, Rassismus, AfD

Podiumsdiskussion zu Analyse und Kritik von Rassismus, Rechtspopulismus und Angstpolitik im deutschsprachigen Raum
Freitag, 30. Januar 2015, um 19:00 Uhr
Gewerkschaftshaus DGB Bremen, Bahnhofsplatz 22-28, 28195 Bremen (Tivoli Saal)

Am Vorabend des Bundesparteitages der Partei “Alternative für Deutschland” (AfD) am 31.01 und 01.02.2015 in Bremen wollen wir aus unterschiedlichen Blickwinkeln die Neuformierung und Erstarkung der politischen Rechten in Deutschland kritisch analysieren. Entsteht nach den Wahlerfolgen der AfD mit der PEGIDA-Bewegung ein außerparlamentarischer Arm? Oder ist der Erfolg der AfD nicht eher Ausdruck einer historischen  Verfestigung reaktionärer und rassistischer Muster in der Mitte der Gesellschaft, deren parlamentrarischer Ausdruck die AfD nun sein will? Die AfD bietet angesichts von Eurokrise und Neoliberalismus nationalistische Antworten, die rassistische Mobilisierung ist die Klammer, in der sich die AfD als Partei mit rassistischen und rechtspopulistischen Bewegungen wie PEGIDA trifft.

Mit:
Nissar Gardi, Erziehungswissenschaftlerin und Referentin für politische Bildungsarbeit, zudem Jugendbildungsreferentin der DGB-Jugend Bremen-Elbe-Weser
Kai Budler, Journalist (u.a. für Publikative.org, blick nach rechts, Rechter Rand, tageszeitung), analysiert den Charakter der AfD

Moderation: Norbert Schepers, Rosa-Luxemburg-Stiftung.

VeranstalterInnen: DGB-Jugend Bremen-Elbe-Weser und Rosa-Luxemburg-Initiative – Rosa-Luxemburg-Stiftung Bremen.

Materialhinweise der Rosa-Luxemburg-Stiftung zum Thema:

Am 31. Januar 2015 findet in Bremen eine überregionale Großdemonstration gegen den Parteitag der AfD statt. Auf der Website www.gegen-rassismus-bremen.de findet sich dazu ein Aufruf des Bündnisses gegen Rassismus und Rechtspopulismus – Bremen in verschiedenen Sprachen. (Um 13:00 Uhr, Treffpunkt voraussichtlich Am Brill.) – Und nach direkt der Demo geht es zum Antirassistischen Festival „Still not loving Racism“ mit Workshops und Musik ins Helene-Kaisen-Haus nach Gröpelingen, mehr dazu bei der Linksjugend [’solid] Bremen.

„Mein Weg vom Kongo nach Europa“

Zwischen Widerstand, Flucht und ExilLesung und Diskussion mit Emmanuel Mbolela
Montag, 19. Januar 2015, um 19:30 Uhr
Gewerkschaftshaus DGB, Bahnhofsplatz 22-28, 28195 Bremen

Emmanuel Mbolela schreibt in seiner autobiographischen Erzählung über seine politische Aktivität im Kongo und die brutale Repression staatlicher Sicherheitsorgane, die ihn in die Emigration zwingt. Er berichtet auf eindrückliche Weise von der Gewalt und Ausbeutung während der Flucht. Quer durch die Sahara gelangt er bis nach Marokko, wo er eine Organisation kongolesischer Flüchtlinge mitbegründet. Nach vier Jahren kann er in die Niederlande ausreisen, als neue Erfahrung erweisen sich dort die extrem ausbeuterischen Arbeitsbedingungen, denen vor allem migrantische Arbeitskräfte unterliegen.

Im Zentrum der Demokratischen Republik Kongo geboren, studierte Emmanuel Mbolela in seiner Heimatstadt Ökonomie, musste jedoch nach kurzer Haft aus politischen Gründen 2002 das Land verlassen. Seit 2008 lebt er in den Niederlanden, ist antirassistischer Aktivist und u.a im Netzwerk Afrique-Europe-Interact aktiv.

Die Texte werden in französischer und deutscher Sprache gelesen.

VeranstalterInnen: Netzwerk Afrique-Europe-Interact, biz – Bremer Informationszentrum für Menschenrechte und Entwicklung und Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen.

Diese Veranstaltung findet am folgenden Tag auch in Oldenburg statt:
Dienstag, 20. Januar 2015, um 19:30 Uhr; im Alhambra, Hermannstraße 83, 26135 Oldenburg.

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