Geschichte - Archiv


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Kritik des Patriarchats – Was ist materialistischer Feminismus?

Diskussionsveranstaltung mit Karina Korecky am 09.06.17 um 19.30 Uhr
Infoladen / St. Pauli-Str. 110-12 / 28203 Bremen

Reihe intros. Einführungen in kritische Gesellschaftstheorie


Zu den grundlegenden Übungen feministischer Kritik gehört, die repressiven Rede vom Körper der Frau oder von der Natur der Geschlechter zurückzuweisen. „Ich bin keine Ehefrau, keine entzückende Geliebte und ich werde auch niemals eine Mutter sein. Ich habe mich immer“, so die amerikanische Literatin Margaret Anderson (1886-1973), „ganz entschieden von allen Naturgesetzen ferngehalten.“ Die Verankerung von Körper und Geschlecht in biologischer Natur zu lösen wird seit Judith Butler als Dekonstruktion betrieben, die heute der wichtigste Referenzpunkt feministischer Theorie ist. In der linken Diskussion um queere Theorie und Praxis wird der dekonstruktivistischen Position vorgeworfen, nicht nur soziale Fragen, Arbeitsbedingungen und Verwertungszwang zu vernachlässigen, sondern mit ihrer Leugnung der Leiblichkeit, der Natur, des körperlichen Schmerzes, der Materie, Gesellschaftskritik überhaupt zu verunmöglichen. Dabei wird gegenüber dem dekonstruktivistischen Denken allerdings nicht selten breitbeinig auf „es gibt aber Materie“ gepocht – die Geste der Abwehr bestätigt, das mit der Infragestellung der Natürlichkeit etwas getroffen wurde: Aber was? Gegenstand des Vortrags ist die seit Butler neu zu stellende Frage: Was ist feministischer Materialismus bzw. ein materialistischer Feminismus? Dabei geht um die Form feministischer Kritik, die etwas mit dem Materialismus gemeinsam hat: die Verweigerung von Denken als System. Das meint kein Sprechen aus dem Bauch heraus, sondern es bedeutet die patriarchale Totalität zu unterlaufen.


Karina Korecky studierte Soziologie und Politikwissenschaft in Wien und Hamburg und promoviert an der Universität Hamburg zum Naturbegriff in der Staatstheorie. Sie fragt nach der Rolle von Natur in der feministischen Theorie und den Gründen für das Auseinanderfallen von Feminismus und Gesellschaftskritik. Sie hält Vorträge zu verschiedenen Aspekten feministischer Theorie.

Eine Veranstaltung von associazione delle talpe in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen und dem feministischen Referat des Asta der Universität Bremen.

Der Veranstaltungsort ist barrierefrei zugänglich, die Toilette leider nicht.

 

Kritik des Linkspopulismus – Die postmoderne Querfront am Beispiel ihrer Vordenker_innen Chantal Mouffe und Ernesto Laclau

Diskussionsveranstaltung mit Ingo Elbe am 31.03.17 um 19.00 Uhr
Galerie K´/ Alexanderstr. 9b / 28203 Bremen

Reihe intros. Einführungen in kritische Gesellschaftstheorie

Chantal Mouffes Begriff des Politischen und ihre zusammen mit Ernesto Laclau erarbeitete ‚postmarxistische‘ Theorie des Populismus sind in aller Munde. Linkspopulistische Bewegungen wie Syriza oder Podemos betrachten Laclau und Mouffe gar als ihre Vordenker_innen. Der Vortrag stellt ihren – in weiten Teilen der Linken akzeptierten – Erklärungsansatz für den Aufstieg des Rechtspopulismus und ihre linkspopulistische Gegenstrategie dar. Es wird gezeigt, dass sowohl die politikwissenschaftliche Diagnose als auch die Strategievorschläge von einer irrationalistischen Gesellschaftstheorie abhängig sind. Diese entnehmen Laclau/Mouffe weitgehend den Abhandlungen des faschistischen Rechtsphilosophen Carl Schmitt. Unter anderem mit Bezug auf Laclau/Mouffe bildet sich derzeit weltweit auf akademischer und politischer Ebene eine ideologische Querfront. Ingo Elbe stellt Akteur_innen, Elemente und Argumentationsstrategien dieser Querfront vor und unterzieht sie einer Kritik.

Dr. Ingo Elbe ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Privatdozent an der Carl von Ossietzky- Universität Oldenburg. Letzte Publikationen: Paradigmen anonymer Herrschaft. Politische Philosophie von Hobbes bis Arendt. Würzburg 2015; „Politische Macht, Faschismus und Ideologie. Ernesto Laclaus Auseinandersetzung mit Nicos Poulantzas“. In: A. Hetzel (Hg.): Radikale Demokratie. Zum Staatsverständnis von Chantal Mouffe und Ernesto Laclau. Baden-Baden 2017.

Eine Veranstaltung von associazione delle talpe in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen.

Der Veranstaltungsort ist barrierefrei zugänglich, die Toilette leider nicht.

Kritik des Rechtspopulismus – Die autoritaere Revolte, die Neue Rechte und der Untergang des Abendlandes

Buchvorstellung und Diskussion mit Volker Weiß am 20.04.17 um 19.00 Uhr
Kukoon / Buntentorsteinweg 21 / 28203 Bremen

intros. Einführungen in kritische Gesellschaftstheorie

In seinem neuen Buch bietet Volker Weiß eine historisch fundierte Zeitdiagnose zu den rechtspopulistischen Phänomenen Pegida, AfD & Co. Dabei beschreibt er das vielfältige Spektrum der neuen rechten Bewegungen und untersucht die Herkunft und Vernetzung ihrer Kader. Mit Blick auf die deutsche Geschichte demaskiert er die zentralen Mythen der Neuen Rechten und zeigt: Gegenwärtig werden nationalistische Strömungen der Vergangenheit, die der Nationalsozialismus verdrängt hatte, wieder aufgegriffen. Volker Weiß geht den autoritären Vorstellungen nach und veranschaulicht Übergänge von Konservativismus, Rechtspopulismus und Rechtsradikalismus. Mit seiner Kritik ihrer antiliberalen Phrasen und ihrem Gestus als »68er von rechts« zeigt er Parallelen von Verteidiger_innen „des Abendlandes“ und Islamist_innen in ihrem Kampf gegen Selbstbestimmung. In diesem Vortrag wird Volker Weiß die zentralen Thesen seines Buches vorstellen.

Volker Weiß ist Historiker aus Hamburg und schreibt unter anderem für die Zeit und jungle world. Ausgewählte Veröffentlichungen: Deutschlands Neue Rechte Angriff der Eliten – Von Spengler bis Sarrazin, Paderborn 2011; Moderne Antimoderne. Arthur Moeller van den Bruck und der Wandel des Konservatismus, Paderborn 2012. Sein neues Buch Die autoritäre Revolte – Die Neue Rechte und der Untergang des Abendlandes erscheint diesen Frühling und ist für den Buchpreis der diesjährigen Leipziger Buchmesse nominiert.

Eine Veranstaltung von associazione delle talpe in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen.

Der Veranstaltungsort ist barrierefrei zugänglich, die Toilette leider nicht.

Ohh Porajmos – Illustrationen zur Diskriminierungs- und Verfolgungsgeschichte der Sinti und Roma

Ausstellung und Begleitprogramm vom 1. März bis zum 7. April 2017 in der Stadtbibliothek Bremen

Jahrzehntelang gehörten deutsche Sinti und Roma auch in der Bundesrepublik zu den vergessenen Opfern des deutschen Faschismus. Ihre Anerkennung als Opfer des Faschismus und Entschädigungsleistungen waren lange auf Einzelfälle begrenzt, und als Verfolgtengruppe wurden sie nur zögerlich anerkannt. Der Völkermord in Auschwitz an den Sinti und Roma ist erst seit wenigen Jahren als Genozid benannt. Nach wie vor kämpfen ihre Verbände um endgültige Vernichtung der sogenannten Landfahrerkartei.

Die Ausstellung Ohh Porajmos… Illustrationen zur Diskriminierungs- und Verfolgungsgeschichte der Sinti und Roma wurde vom Landesverein der Sinti in Hamburg herausgegeben, die Illustrationen und Texte wurden von Boris Weinrich erstellt. „Porajmos“ bedeutet „das Verschlingen“. Es geht in dieser provokativen Ausstellung um Verfolgung und Ermordung der (deutschen) Sinti und Roma während des Nationalsozialismus. Der Katalog zur Ausstellung ist beim Landesverein der Sinti in gedruckter Fassung und als PDF zum Download erhältlich, die Ausstellungstafeln finden sich auch online.

Gezeigt wird außerdem eine weitere Ausstellung vom Landesverband der Sinti und Roma Bremen e.V. (Einblick in die Herkunft und Geschichte der Sinti und Roma aus dem Lande Bremen).

Eröffnung am Mittwoch, 1. März 2017, um 18 Uhr
Wall-Saal der Stadtbibliothek Bremen, Am Wall 201, 28195 Bremen

Es sprechen: Tobias Peters (Stadtbibliothek Bremen), Arnold Weiß, Vorsitzender des Landesvereins der Sinti in Hamburg, Roberto Larze, Vorsitzender des Verbandes deutscher Sinti und Roma/Landesverband Bremen, Bürgermeisterin Karoline Linnert und die Filmemacherin Iovanka Gaspar (München). Im Anschluss wird der Film »Dui Roma« gezeigt. Moderation: Raimund Gaebelein (VVN-BdA Bremen).

Porajmos Cover – „Das Verschlingen“

Porajmos Cover – „Das Verschlingen“, Landesverein der Sinti in Hamburg e.V.

Begleitprogramm der Ausstellung:

Donnerstag, den 9. März um 19:30 Uhr
im Jugendhaus Buchte der Naturfreundejugend Bremen, Buchtstraße 14/15, 28195 Bremen
Romano Hanstein und Ralf Lorenzen lesen aus den Erinnerungen Ewald Hansteins »Meine hundert Leben«. Ewald Hanstein war deutscher Sinto und Überlebender des Holocaust. Er überlebte Auschwitz-Birkenau, Buchenwald, Dora-Mittelbau und die Todesmärsche. Nach Kriegsende kämpfte er jahrzehntelang für die Anerkennung der Angehörigen der Minderheit als NS-Opfer.

Donnerstag, den 16. März 2017, gibt Dardo Balke um 19:30 Uhr im Jugendhaus Buchte mit dem Film „Auf Wiedersehen im Himmel“ einen Einblick in die Verfolgungsgeschichte der Sinti und Roma.

Donnerstag, den 23. März 2017, beleuchtet Dardo Balke um 19:30 Uhr in den Räumen des Bremer Sinti Vereins (Thedinghauser Straße 105/Ecke Lobsienstraße, 28201 Bremen) den Antiziganismus in den Medien.

Donnerstag, den 30. März 2017, berichten VertreterInnen der Recherchegruppe des Bremer Flüchtlingsrats jeweils um 19:30 Uhr im Jugendhaus Buchte über die Lage der Roma im Kosovo und Mazedonien.

Mittwoch, den 5. April 2017, berichtet Richard Gauch (BI Leipzig Korrektiv) um 19:30 Uhr im Jugendhaus Buchte über die Lage der Roma in Ungarn.

VeranstalterInnen: VVN-BdA Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes Bremen, Bund Deutscher PfadfinderInnen, Landesverband der Sinti und Roma Bremen, Flüchtlingsrat Bremen, Naturfreundejugend Bremen und Jugendhaus Buchte, Stadtbibliothek und Rosa-Luxemburg-Intitiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen.

Das Flugblatt zur Ausstellung und zum Begleitprogramm als PDF zum Download: 1703 Flyer Ausstellung Porajmos Bremen.

Reparationsschuld – Hypotheken der deutschen Besatzungsherrschaft in Griechenland und Europa

Buchvorstellung und Gespräch mit Karl Heinz Roth
Mittwoch, 22. März 2017, um 19 Uhr in Bremen
Villa Ichon, Goetheplatz 4, 28203 Bremen (Saal 5, erster Stock)

Die Reparationsfrage ist nach wie vor ein brisantes und umstrittenes Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte. Während die großen Siegermächte in den ersten Nachkriegsjahren umfangreich entschädigt wurden, gingen die kleineren Länder Europas und zahlreiche Opfergruppen weitgehend leer aus. Zu ihnen gehörte auch Griechenland, das bis auf den heutigen Tag Entschädigungen für die Opfer der Massaker und die Ausplünderung seiner Volkswirtscha einfordert. Einer umfassenden, alle ehemals besetzten Länder und alle Opfergruppen einschließenden Kriegsentschädigung hat sich die deutsche Machtelite bis heute verweigert.

Karl Heinz Roth und Hartmut Rübner analysieren und dokumentieren in ihrem im März 2017 erscheinenden Arbeits- und Dokumentenband „Reparationsschuld“ die Kontexte, die strategischen Optionen und Taktiken des deutschen Vorgehens, die in der Ausklammerung der Reparationsfrage aus dem De-Facto-Friedensvertrag von 1990 („Zwei plus Vier-Vertrag“) kulminierten.

Dr. Karl Heinz (Karlo) Roth, Bremen, ist Mediziner, Historiker und einer der wichtigsten linken Sozialforscher des 20. Jahrhunderts. Er hat intensiv zur Sozialgeschichte des Nationalsozialismus geforscht und publiziert, insbesondere auch zur deutschen Besatzungs-, Vernichtungs- und Kollaborationspolitik in verschiedenen Ländern Europas; Vorstand der Stiftung für Sozialgeschichte des 20. Jahrhunderts. Veröffentlichungen u.a.: Karl Heinz Roth/Jan-Peter Abraham: „Reemtsma auf der Krim. Tabakproduktion und Zwangsarbeit unter der deutschen Besatzungsherrschaft 1941–1944“, August 2011 (Edition Nautilus); Karl Heinz Roth/Zissis Papadimitriou: „Die Katastrophe verhindern. Manifest für ein egalitäres Europa“, August 2013 (Edition Nautilus). Siehe auch www.egalitarian-europe.com

Moderation: Norbert Schepers, Politikwissenschaftler, Geschäftsführer der Rosa-Luxemburg-Initiative.

Eine gemeinsame Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen, der Sympáthia – deutsch-griechische Solidarität, der Stiftung für Sozialgeschichte des 20. Jahrhunderts sowie von Attac Bremen.

Das Flugblatt zur Veranstaltung als PDF zum Download: 170322 Flyer VA Reparationsschuld

Titelbild Reparationsschuld

Reparationsschuld – Metropol-Verlag, Berlin

Karl Heinz Roth/Hartmut Rübner:
Reparationsschuld

Hypotheken der deutschen Besatzungsherrschaft in Griechenland und Europa
Metropol Verlag, März 2017, ca. 650 Seiten
ISBN: 978-3-86331-265-7


Karl Heinz Roth über die Ausplünderung Griechenlands durch die Nazis und die Berliner Arroganz gegenüber Reparationsforderungen, im Interview mit Tom Strohschneider vom Frühjahr 2015 (PDF).

Spanien war ihre Hoffnung!

„80 Jahre Spanischer Bürgerkrieg“
Ausstellung und Veranstaltungsreihe an der Universität Bremen zur Erinnerung an den 80. Jahrestag des Spanischen Bürgerkriegs

Ausstellung vom 7. Februar bis zum 31. März 2017
Staats- und Universitätsbibliothek Bremen (SuUB), Bibliothekstraße, 28359 Bremen

„Mitten im Kampf gegen Franco und seine Helfershelfer hat die Republik im ersten Jahr des Bürgerkriegs 7587 neue Schulen gescha en und der Etat für Schule und Erziehung ist in diesem Jahr von 311 auf 496 Millionen Peseten erhöht worden. 10 Millionen dienen der Beseitigung des Analphabetentums. (…) Leerstehende Paläste und Villen hat man zu musterhaften Kinderheimen umgewandelt.“ (Anna Siemsen, 1937)

Eine Ausstellung von Jörg Wollenberg, in Zusammenarbeit mit Claus Hammer und Achim Locke; mit Dank an das Museu d’Història de Catalunya in Barcelona für die Nutzung der Bilder und Dokumente aus dem Katalog „Republica!“ (1931-1939), Barcelona 2006.
Die Ausstellung beruht zum Teil auf dem umfangreichen Buchprojekt von Jörg Wollenberg „Krieg der Erinnerungen. Von Ahrensbök über New York nach Auschwitz und zurück“, welches u.a. von der Rosa-Luxemburg-Initiative gefördert wurde und das in 2017 in zwei Bänden im Bremer Sujet-Verlag erscheint (Band I | Band II).

Eröffnung: Dienstag, 7. Februar, um 18 Uhr in der SuUB
Begrüßung durch Maria Elisabeth Müller, Direktorin der Staats- und Universitätsbibliothek Bremen
Vortrag des Ausstellungsmachers Prof. Dr. Jörg Wollenberg: „Spanien war ihr Schicksal“ – Vom Spanischen Bürgerkrieg nach Auschwitz. Ein anderer Blick auf den Widerstand gegen die Nazis
Im Anschluss lädt der Freundeskreis der SuUB Bremen zu einem Umtrunk ein.

Ausstellung 80 Jahre Spanischer Bürgerkrieg – Eine Spurensuche

Begleitprogramm zur Ausstellung
Beginn jeweils um 18 Uhr in der Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Raum 1220

1. März, 18 Uhr
Dr. Teresa Huhle: „Eine amerikanische Geschichte“ – Das Abraham-Lincoln-Bataillon und seine Veteranen

9. März, 18 Uhr
Hubert Brieden: “… ein voller Erfolg der Luftwaffe” – Die Vernichtung von Guernica am 26. April 1937 Geschichte und Gegenwart eines deutschen Kriegsverbrechens

15. März , 18 Uhr
Dr. Joachim Drews: Der Spanische Bürgerkrieg: Ursachen – Verlauf – Nachwirkungen

23. März, 18 Uhr
Matthias Loeber/Jannik Sachweh: Mein Katalonien. George Orwell und der Spanische Bürgerkrieg

30. März, 18 Uhr
Prof. Dr. Jörg Wollenberg: „Was bleibt? Hilfe für Flüchtlinge“ (Ernst Toller 1938) – Die Familie Mann und Willy Brandt im Spanischen Bürgerkrieg

VeranstalterInnen: Die Staats- und Universitätsbibliothek Bremen in Zusammenarbeit mit dem ASTA der Universität Bremen, dem Bremer Presse-Club, der GEW Bremender Heinrich-Böll-Stiftung Bremen, der Stiftung für Sozialgeschichte des
20. Jahrhunderts Bremen und der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen.

Geschichte der Bremer Räterepublik

Stadtrundgang mit Joachim Bellgart
Sonntag, 12. Februar, von 14:00 Uhr bis ca. 16 Uhr in Bremen
Treffpunkt: Parkplatz am Südbad, Neustadtswall 81

Vor annähernd 100 Jahren machten Bremer Arbeiter*innen und Soldaten etwas Unerhörtes: eine Revolution. Dass Bremen einmal, wenn auch nur kurz, mit einem sozialistischen Anspruch regiert wurde, ist heute weitgehend vergessen.
Noch vor Ende des Ersten Weltkriegs fand in Bremen die Novemberrevolution 1918 statt. Es schloss sich eine Phase der Doppelherrschaft zwischen Arbeiter*innen- und Soldatenräten einerseits sowie Bürgerschaft und Senar andererseits an. Im Januar 1919 wagten Bremer Revolutionär*innen, eine sozialistische Republik auszurufen. Dreieinhalb Wochen später wurde sie im Auftrag der Reichsregierung militärisch zerschlagen.
Die Ereignisse haben einige Spuren hinterlassen, denen wir auf unserm Rundgang folgen werden. Bilder und Dokumente ergänzen die Schilderungen. Welche Bedingungen führten dazu, dass ausgerechnet Bremen zu der Handvoll Städte in Deutschland gehörte, die eine Räterepublik erlebten? Auch die Erörterung solcher Fragen wird nicht zu kurz kommen.

Joachim Bellgart führt in Bremen thematische Stadterkundungen durch. Nicht zufällig wächst die Zahl seiner Rundgänge oder – fahrten zu politischen Themen wie z.B. Bremen und Kolonialismus, Globalisierung, Nationalsozialismus, jüdisches Leben.

Eine Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen

Und sie bewegt sich doch…

Progressive soziale Bewegungen und ihr Einfluss auf die internationale institutionelle Politik
Buchvorstellung und Diskussion mit Birgit Daiber, sowie Gespräch mit Doris Achelwilm
Dienstag, 14. Februar 2017, um 19 Uhr in Bremen
Kulturzentrum Kukoon, Buntentorsteinweg 29, 28201 Bremen

Die neuen progressiven sozialen Bewegungen sind seit den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts immer wieder Impulsgeber für politische Veränderungen gewesen. Sie unterscheiden sich von politischen Parteien durch ihre zeitliche und/oder thematische Begrenztheit, ihren Anspruch auf Basis-Demokratie, und sie sind transnational bzw. international verortet. Ihr Erfolg ist aber zugleich auch ihr Scheitern: Weder können sie Erfahrungen generieren noch längerfristige Konzepte gesamtgesellschaftlicher Emanzipation verfolgen.

Birgit Daibers Buch „Und sie bewegt sich doch…“ erzählt über die 68er-Bewegungen, die Frauen-, Umwelt-, Friedensbewegungen und die Antiglobalisierungsbewegungen. Es versucht, ihre Spezifik darzustellen und die gegenseitige Beeinflussung zwischen den Bewegungen und der institutionellen Politik der Europäischen Union und der UNO aufzuzeigen. Das Buch skizziert die Europäisierung der Gewerkschaftsbewegungen. Ausgerechnet der großen „alten“ Schwester der progressiven sozialen Bewegungen gelang es trotz der großen nationalen Unterschiede eine genuin transnationale europäische Organisation – den Europäischen Gewerkschaftsbund – zu schaffen, der seit seiner Gründung 1973 den Kampf um die soziale Dimension Europas aufgenommen hat. Es bleibt die Frage, wie sich eigentlich die politischen Parteien zu den progressiven sozialen Bewegungen und zur Transnationalisierung verhalten.

Titel Birgit Daiber „Und sie bewegt sich doch…“

Unrast-Verlag 2017

Birgit Daiber (Jg. 1944) hat an einigen der progressiven sozialen Bewegungen teilgenommen, angefangen mit der 68er Bewegung. Immer wieder hat sie sich auch auf dem traditionellen politischen Parkett bewegt: als Abgeordnete im Europa-Parlament, als Mitglied der Grundsatzkommission der ehemaligen PDS oder auch als Figur des politischen Stiftungswesens in Brüssel, wo sie bis 2012 das Europa-Büro der Rosa-Luxemburg-Stiftung aufbaute. Sie hat vor allem in ihrer Berliner Zeit (1982-2007) einige der herausragenden Berliner Frauen- und Bildungsprojekte mit aufgebaut und arbeitete als Expertin für soziale Stadtentwicklung in Europa.
Doris Achelwilm ist Bremer Landessprecherin der Partei DIE LINKE. und arbeitet als Pressesprecherin der Linksfraktion in der Bremischen Bürgerschaft.
Moderation: Norbert Schepers, RLS Bremen

Eine Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen.

Der Termin dieser Veranstaltung wurde mit der Veranstaltung mit Birgit Daiber am 16. Februar 2017 getauscht.

Peter Weiss-Lesekreis

Lesekreis mit Jörg Wollenberg und Detlef Dahlke
Ab 17. Januar 2017, alle vier Wochen Dienstags, um 17 Uhr in Bremen

Peter Weiss (1916 – 1982) erwarb sich in der deutschen Nachkriegsliteratur gleichermaßen als Vertreter einer avantgardistischen, minutiösen Beschreibungsliteratur, als Verfasser autobiographischer Prosa wie auch als politisch engagierter Dramatiker einen Namen. Internationalen Erfolg erzielte er mit dem Stück Marat/Sade, das mit dem US-Theater- und Musicalpreis „Tony Award“ ausgezeichnet wurde. Das dem dokumentarischen Theater zugerechnete „Auschwitz-Oratorium“ Die Ermittlung führte Mitte der 1960er Jahre zu breiten vergangenheitspolitischen Auseinandersetzungen. Als Weiss’ Haupttext gilt der dreibändige Roman Die Ästhetik des Widerstands, eines der „gewichtigste[n] deutschsprachige[n] Werk[e] der 70er und 80er Jahre“. [Wikipedia]

Peter Weiss

Peter Weiss. Bild: www.zersetzer.com/ CC BY-NC-SA

Anmeldung bitte an Prof. Dr. Jörg Wollenberg.

Jenseits des Kapitalismus!?

Diskussionsveranstaltung mit Gesine Schwan (SPD) und Gregor Gysi (DIE LINKE)
Rosa Luxemburg – Tanztheater von Michael Rettig
Donnerstag, 1. Dezember 2016, um 19 Uhr in Bremen
Schwankhalle, Buntentorsteinweg 112/116, 28201 Bremen (Alter Saal)

Die Podiumsdiskussion musste wegen des Gesundheitszustandes von Frau Schwan leider abgesagt werden und wird am 21. März 2017 nachgeholt! – Eine Aufzeichnung der Premiere des Tanztheaters von Michael Rettig findet sich auf YouTube.

Rosa Luxemburg – Tanztheater und Musik

Donnerstag, 1. Dezember 2016, um 19 Uhr
Freitag und Samstag, 2./ 3. Dezmeber 2016, um 20:30 Uhr

Freiheitskämpferin, Staatsfeindin, Pazifistin, Terroristin, Revoluzzerin, Jüdin – viele Namen für eine Frau, die nach wie vor polarisiert. Im Dialog mit Frauen aus Bremen fragt Michael Rettig, wer sich hinter all diesen Zuschreibungen verbirgt: Wer war diese Frau, die seit ihrer Kindheit hinkte, die mit Macht ihren Weg suchte – an der Universität, in der SPD und in der Liebe? Was macht sie bis heute zur politischen Reizfigur? Wo hat sich Rosa Luxemburg geirrt, wo bleibt sie aktuell? Und vor allem: Wohin mit ihrem Zorn? Beabsichtigt ist keine Heldinnenverehrung, sondern eine Annäherung an eine widersprüchliche, schillernde und lebenshungrige Persönlichkeit.
Mit kurzen Beiträgen von Ulrike Hauffe (Landesbeauftragte Frauen), Cora Schwittling (Betriebsrätin Daimler Benz Bremen) und Miriam Strunge (MdBB DIE LINKE).
Siehe auch im Spielplan der Schwankhalle.

›Jenseits des Kapitalismus?!‹

Donnerstag, 1. Dezember 2016, um 20 Uhr im Anschluss an das Tanztheater
Diskussionsveranstaltung mit Gregor Gysi (MdB DIE LINKE) und Gesine Schwan (Vorsitzende der Grundwertekommission der SPD). Moderation Elke Heyduck (Geschäftsführerin der Arbeitnehmerkammer Bremen).
Thema der Veranstaltung ist die Frage, wie  eine Gesellschaft jenseits des Kapitalismus aussehen könnte. Welchen Wohlstand könnten wir uns hier und heute schon leisten, wenn der Reichtum in der BRD gleich verteilt wäre? Wie müsste eine solche Gesellschaft ökonomisch organisiert sein? Was würde eine radikale Abkehr vom herrschenden Wachstumsmodell bedeuten? Und schließlich: Wie kann die Spaltung der Linken überwunden werden? Muss sie überhaupt überwunden werden?
Siehe auch im Spielplan der Schwankhalle.

Eintritt zur Podiumsdiskussion frei.
Begrenzte Platzkapazität, Anmeldung empfohlen unter Telefon 0421-5208070 oder eMail: ticket@schwankhalle.de

1612 Rosa Luxemburg Tanztheater Schwankhalle

Eine Veranstaltung der sch wa nk hal le in Kooperation mit der Arbeitnehmerkammer Bremen und der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen.

Der diskrete Charme der radikalen Linken oder: Sind 20 Jahre Pause genug?

Buchvorstellung und Gespräch mit Rehzi Malzahn u.a.
Freitag, 30. September 2016, um 19:30 Uhr in Bremen
BDP Haus, Am Hulsberg 136, 28205 Bremen

Das Buch „dabei geblieben“ von Rehzi Malzahn zeichnet Wege des Älterwerdens innerhalb der radikalen Linken nach. Tatsächlich dürften sich aber viel mehr Menschen irgendwann aus den verschiedensten Gründen aus der „Szene“ verabschieden und ihr den Rücken kehren. ‎ Mit der Autorin, „Ausgestiegenen“ und politisch Aktiven suchen wir die Diskussion.

Wo verorten sich ehemalige GenossInnen gegenüber der radikalen Linken? Haben die damaligen Kämpfe noch eine Bedeutung für sie? Haben sie heute Ressourcen, die sie früher nicht hatten und die sie teilen können und wollen?  Welche biografischen Stufen nutzen radikale Linke, um sich aus Zusammenhängen zu  verabschieden? Und wie lässt sich politische Arbeit so gestalten, dass Aktive trotz veränderter Lebensrealitäten dabei bleiben?

Diese und weitere Fragen möchten wir mit der Autorin als einer „Dabeigebliebenen“, einem „Ausgestiegenem“ und weiterhin aktiven AktivistInnen diskutieren.

Flyer Antifa-Cafe "Der diskrete Charme der radikalen Linken oder: Sind 20 Jahre Pause genug?"

Eine Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen in Kooperation mit dem Antifa-Café Bremen.

„Arisierung“ – Über den Umgang mit dem Unrechts-Erbe

Fachtagung
Donnerstag, 3. November 2016, von 14 Uhr bis 21:30 Uhr
Festsaal der Bremischen Bürgerschaft/Landtag, Am Markt 20, 28195 Bremen

Wird in Bremen ein „Arisierungs“-Mahnmal realisiert? In den letzten anderthalb Jahren wurde in Bremen eine Auseinandersetzung mit dem Thema „Arisierung“ während des Nationalsozialismus geführt. Angestoßen wurde dies durch eine Feier der Firma Kühne+Nagel auf dem Bremer Marktplatz anlässlich deren 125-jährigen Jubiläums. Der Logistikkonzern machte Werbung mit der Firmengeschichte und verschwieg die Beteiligung am Raub an der jüdischen Bevölkerung während des Nationalsozialismus. Dabei hatte die Spedition ein Monopol auf den Transport „arisierten“ Eigentums in Westeuropa und laut Historiker Frank Bajohr eine „relative Nähe zum Massenmord“. Inzwischen geht es in der Bremer Debatte um die Beteiligung verschiedener gesellschaftlicher Gruppen am damaligen „Arisierungs“-Geschehen – die „Profit-Trias“ aus Fiskus, Firmen und Privatleuten. Insbesondere die Bremer Redaktion der Tageszeitung taz engagierte sich in der Debatte und startete eine Initiative für ein Bremer Arisierungs-Mahnmal, weiteres findet sich auf der Website www.taz.de/denkmal.

Voraussichtlich am 9. November 2016 soll nun die Bürgerschaft über einen interfraktionellen Antrag für ein Bremer Arisierungs-Mahnmal abstimmen. Im Vorfeld soll diese Tagung v.a. verschiedene HistorikerInnen, politische Akteure und eine interessierte Öffentlichkeit zusammenbringen, um noch einmal Gelegenheit zur fachlichen Debatte zu geben und auch insbesondere den aktuellen gesellschaftlichen Umgang mit der „materiellen Seite des Holocaust“ zu beleuchten. Natürlich ist auch eine Diskussion zu Sinn oder Unsinn eines „mahnmalenden Umgangs“ mit der Thematik möglich.

Weitere Informationen finden sich auf der Website der taz Die Totalität der „Verwertung“ – Wie umgehen mit Unrechts-Erbe? Die taz, die Bremer Bürgerschaft und die Uni Bremen laden zum öffentlichen Symposium… und im Programm-Flyer zur Tagung (PDF).

Programmablauf
14 Uhr
Begrüßungen
Karoline Linnert, Bürgermeisterin und Finanzsenatorin der Freien Hansestadt Bremen
Prof. Dr. Martina Winkler, Direktorin des Instituts für Geschichtswissenschaft der Universität Bremen
14:15 Uhr
Vernetzte »Verwertung«: Die Arbeitsteilung zwischen Behörden, Gerichtsvollziehern und Spediteuren bei der Beraubung der jüdischen Bevölkerung am Beispiel Bremens
Johannes Beermann, Leiter der Abteilung Archiv und Dokumentation des Fritz Bauer Instituts Frankfurt/M.
Fragen & Diskussion
15 Uhr
Erinnern und Vergessen: Unternehmen und ihre Aufarbeitung der NS-Geschichte im Spannungsfeld von Öffentlichkeit, Politik und Ökonomie
Dr. Stefanie van de Kerkhof, Professurvertreterin für Wirtschafts- und Sozialgeschichte des Historischen Seminars der Universität Heidelberg
Fragen & Diskussion
15:45 Kaffeepause
16:15 Uhr
»Das Unrecht nahm Einzug in unzählige Haushalte«: Die Auseinandersetzung privater Erbinnen und Erben mit dem Thema »Arisierung«
Dr. Hilde Schramm, Stiftung Zurückgeben (Berlin)
Fragen & Diskussion
17 Uhr
Das Bremer Mahnmalprojekt, Kurzvorstellung
Fragen & Diskussion
17:30 Uhr Pause
19:30 Uhr
Grußwort
Christian Weber, Präsident der Bremischen Bürgerschaft/Landtag
Zum Umgang mit der »materiellen Seite« des Holocaust
Prof. Dr. Constantin Goschler, Professor für Zeitgeschichte an
der Ruhr-Universität Bochum
Fragen & Abschluss-Diskussion

Eine Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen in Kooperation mit der Bremer Tageszeitung taz sowie folgenden PartnerInnen: Landtag der Freien Hansestadt Bremen; Landeszentrale für politische Bildung; Institut für Geschichtswissenschaft der Universität Bremen; Heinrich Böll-Stiftung Bremen, Friedrich-Naumann-Stiftung u.a.


Rirette Maîtrejean – Attentatskritikerin, Anarchafeministin, Individualanarchistin

Lesung und Gespräch mit Lou Marin
Mittwoch, 2. November 2016, um 20 Uhr in Bremen
Kommunikationszentrum Paradox, Bernhardstr. 12, 28203 Bremen

Rirette Maîtrejean (1887-1968), Anarchafeministin und Individualanarchistin im französischen Milieu libre vor dem Ersten Weltkrieg, wandte sich in ihren Souvenirs d’anarchie (1913) entschieden gegen anarchistische Attentate und Raubüberfälle, von denen besonders die „Affäre Bonnot“ bis heute erinnert wird. Die daraus entstandenen konfliktgeladenen Diskussionen führten zur Schwächung der anarchistischen Massenbewegung beim Kriegseintritt Frankreichs 1914. Die staatliche Repressionswelle traf nicht nur das vielfach von Anarchafeministinnen geprägte lebensreformerische und individualanarchistische Milieu, sondern zwang auch alle anderen anarchistischen Strömungen (u.a. Syndikalismus, kommunistischer Anarchismus) dazu, Stellung zu beziehen. Rirette Maîtrejean argumentierte in den Zwanziger- und Dreißigerjahren gegen ihren ehemaligen Lebenspartner und Gesinnungsgenossen Victor Serge, als dieser als Konsequenz aus dem gescheiterten „Illegalismus“ den Staatsterror der jungen Sowjetunion befürwortete. Während und nach dem Zweiten Weltkrieg begegnete sie Albert Camus, der ihre Erfahrungen in seiner Kritik des Nihilismus ausformulierte. Diese Biographie mit einer Auswahl übersetzter Artikel bietet die Möglichkeit, sich mit Leben und Werk der bisher im deutschsprachigen Raum unbekannten Rirette Maîtrejean auseinanderzusetzen.

Lou Marin: Rirette Maîtrejean. Attentatskritikerin, Anarchafeministin, Individualanarchistin
262 Seiten, ISBN 978-3-939045-26-7, Verlag Graswurzelrevolution

Lou Marin lebt und arbeitet seit 2001 in Marseille/Südfrankreich als Autor und Übersetzer. Veröffentlichungen zu Albert Camus, Simone Weil, Martin Buber, Mahatma Gandhi, Clara Wichmann, Jacques Ellul.

Eine gemeinsame Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Intitiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen und von Standpunkt e.V. Bremen.

Verlust und Vermächtnis

Überlebende des Genozids an den Armeniern erinnern sich
Buchvorstellung und Gespräch mit Mihran Dabag und Kristin Platt
Mittwoch, 14. September 2016, um 19 Uhr in Bremen
Villa Ichon, Goetheplatz 4, 28203 Bremen (Raum 5 im OG)

Das im letzten Jahr veröffentlichte Buch „Verlust und Vermächtnis. Überlebende des Genozids an den Armeniern erinnern sich“ (Paderborn 2015) hat in der Presse und Öffentlichkeit ein hohes Echo gefunden. „Deutschlandradio Kultur“ nannte das Buch „eine unverzichtbare Quelle und eine einzigartige Dokumentation, um einen Begriff vom Unerklärlichen zu bekommen. Ein Schatz für folgende Generationen“. Prof. Dr. Mihran Dabag und Dr. Kristin Platt (Ruhr-Universität Bochum) möchten mit ihrer Lesung eine Begegnung ermöglichen mit den Frauen und Männern, die sie über mehrere Jahre in unterschiedlichen Ländern Europas aufgesucht und deren Lebensgeschichten sie aufgezeichnet haben.

Wie ist es möglich, das „Gehen und Gehen“, das über nicht enden wollende Wege führte, in Worte zu fassen?
Die Lebensgeschichten, die im Buch „Verlust und Vermächtnis“ veröffentlicht wurden, führen in Kindheiten voller Träume und Hoffnungen. Die Erzählungen suchen sich an eine unvorstellbare, kaum sprechbare Gewalt anzunähern, aber auch an eine undurchdringbare Einsamkeit nach dem Überleben. Die Lesung wird von den beiden Autoren ergänzt durch Erläuterungen zum historischen Hintergrund des Völkermords sowie zu Fragen von Überleben und Trauma.

Buchcover »Verlust und Vermächtnis. Überlebenden des Genozids an den Armeniern erinnern sich« Dabag Platt 2015

Bilder: Verlag Ferdinand Schöningh

Mit:
Prof. Dr. Mihran Dabag, Direktor des Instituts für Diaspora- und Genozidforschung/RUB, lehrt Geschichte an der Ruhr-Universität Bochum. Seine Forschungs- und Publikationsschwerpunkte sind die Strukturvergleichende Genozidforschung; Diasporaforschung; Gedächtnistheorie und Erinnerungspolitik.
Dr. Kristin Platt, Sozialpsychologin, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Diaspora- und Genozidforschung, arbeitet und veröffentlicht seit vielen Jahren über Gewalterfahrungen, Traumatisierungen und Möglichkeiten des autobiographischen Erzählens.
Moderation: Samim Çaðrý Ocaklý, RLS Bremen.

Prof. Dr. Mihran Dabag Dr. Kristin Platt

Eine Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen.

Das Flugblatt zur Veranstaltung als PDF zum Download: 160914 VA-Flyer Armeniengenozid.

Markt und Gewalt – Die Funktionsweise des historischen Kapitalismus

Diskussionsveranstaltung mit Heide Gerstenberger (Bremen)
Freitag, 02. Dezember 2016, 19.00 Uhr
Infoladen, St. Pauli-Str. 10-12, 28203 Bremen

Bei allen Gegensätzen sind sich wirtschaftsliberale und marxistische Theoriekonzepte in der Beurteilung des Kapitalismus einig: Die ökonomischen Strukturen kapitalistischer Marktgesellschaften machen direkte Gewalt gegen Personen nicht nur überflüssig, sondern auch ökonomisch kontraproduktiv. Heide Gerstenberger widerspricht in ihrem demnächst erscheinenden Werk Markt und Gewalt nicht der These, dass in der Entwicklung kapitalistischer Ökonomien die Anwendung direkter Gewalt zum Zwecke der Profitproduktion vielerorts zurückgedrängt wurde, wohl aber bestreitet sie, dass diese Entwicklung ökonomischer Rationalität geschuldet ist. Als Resultat ihrer Auseinandersetzung mit der konkreten historischen Funktionsweise kapitalistischer Wirtschaften stellt sie fest, dass, wo immer eine Domestizierung des Kapitalismus erfolgte, diese durch sehr energische soziale Auseinandersetzungen und politische Maßnahmen herbeigeführt worden ist. Werden Eigner_innen und Besitzer_innen von Kapital nicht durch Öffentlichkeiten und Regierungen daran gehindert, so nutzen sie – von Ausnahmen abgesehen – alle sich ihnen bietenden Möglichkeiten, Profite zu erzielen. Angesichts der historischen Funktionsweise kapitalistischer Wirtschaften lässt sich nicht länger aufrechterhalten, dass der Einsatz direkter Gewalt gegen Personen kapitalistischem Profitstreben unter allen Umständen widerspricht.

Heide Gerstenberger lehrte von 1974 bis 2005 als Professorin für „Theorie des bürgerlichen Staates und der Gesellschaft“ an der Universität Bremen. Sie veröffentlichte u.a. Der revolutionäre Konservatismus, Berlin 1969 und Die subjektlose Gewalt. Theorie der Entstehung bürgerlicher Staatsgewalt, Münster 1991.

Eine Veranstaltung von associazione delle talpe in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen.

Der Veranstaltungsort ist barrierefrei zugänglich, die Toilette leider nicht.

Spanien war ihre Hoffnung!

Eröffnung der Ausstellung „80 Jahre Spanischer Bürgerkrieg – Eine Spurensuche“ mit Rolf Becker und Jörg Wollenberg u.a.
Dienstag, 10. Mai 2016, um 18 Uhr in Bremen
Bremer Presse-Club,  Schnoor 27/28, 28195 Bremen

„Wir deutschen Antifaschisten gingen 1936 nach Spanien nicht als Söldner, nicht als Legionäre, sondern wie wir immer sagten, schrieben und sangen, als Alibi des ‘anderen Deutschland’. Viele von uns haben später erlebt, wie unsere Ideale vom Stalinismus verraten wurden. Viele gingen dann andere Wege, wie André Malraux und Ernest Hemingway, viele wurden sogar zu eifervollen Antikommunisten; wie Arthur Koestler, Gustav Regler und George Orwell. Aber ich wüsste keinen, der sein Engagement für das republikanische Spanien widerrufen hätte. Der Kampf gegen Franco war für uns alle zugleich ein Kampf gegen Hitler, und damit für Freiheit und Menschenrechte.“

So der deutsche Schriftsteller und Spanienkämpfer Prof. Dr. Alfred Kantorowicz. Er thematisiert in seinem Spanischen Tagebuch die Widersprüche einer zunächst solidarischen Politik für die Spanische Republik. Aber die von den westlichen Demokratien verweigerte Unterstützung, auch von der  französischen Volksfront-Regierung unter Léon Blum, führte zur Abhängigkeit der Spanischen Republik von den Waffenlieferungen der Sowjetunion. Die SU schaffte so wohl die Voraussetzungen für das (befristete) Überleben der Republik. Sie nutzte zugleich den damit verbundenen Einfluss auf die Politik der Spanischen Volksfront zu Konflikten mit den Anhängern der als Trotzkisten diffamierten Mitglieder der POUM und Anarchosyndikalisten.

Eine Politik,  die das linke Lager in Europa spaltete. Gerade diese Ereignisse läuteten jenen „Bürgerkrieg im Bürgerkrieg“ ein (Broué/Témime). Er endete mit der Niederlage der Anhänger der Spanischen Republik und eröffnete Hitler eine Probebühne für den Zweiten Weltkrieg. Wie sind diese Ereignisse und Polarisierungen zu erklären, welche Folgen zeitigen sie bis heute und welche Lehren ziehen aus den Erinnerungen der deutschen Spanienkämpfer von Augustin Souchy, Carl Einstein, Ludwig Renn, Willy Brandt, Ernst Busch und Rolf Reventlow bis zu Anna Siemsen, Erika Mann und August Thalheimer u.a.?

Einige der Spanienkämpfer werden noch einmal zu Wort kommen, vorgetragen von Rolf Becker; in die Ausstellung führt ein Prof. Dr. Jörg Wollenberg.

Musikalisch begleitet von
Dos Ulises: „Canciones Fuertes“ 2006 Uli Bösking – E-Mandoline, Voc
Ralf Benesch – E-Gitarre, Voc Vertonungen der Texte aus Gloria Fuertes GARRA DE LA GUERRA (2002)

Weitere Veranstaltungen im Mai und Juni:

20. Mai 2016, 16 Uhr, Bremer Presse-Club
(in Zusammenarbeit mit der Universität der 3. Generation der AWO): Ö entliche Führung und Vortrag mit Jörg Wollenberg.
80 Jahre Spanischer Bürgerkrieg und die Hoffnung der europäischen Sozialisten.

31. Mai 2016, 17 Uhr, Bremer Presse-Club
Wiedergutmachung für deutsche Rotspanienkämpfer nicht vorgesehen Über einen Briefwechsel des Spanienkämpfers und Hamburger Bundestagsabgeordneten Peter Blachstein mit dem Sozialminister Katzer in den 1970er Jahren, vorgelesen und interpretiert von Gerald Schneider und Jörg Wollenberg.

10. Juni 2016, 20 Uhr, Bremer Presse-Club
Vom schwierigen Weg zur Demokratie nach Franco
Vortrag von Volker Mauerberger, langjähriger Spanienkorrespondent der ARD und der „Zeit“ und ehemaliger Chefredakteur von Radio Bremen (Hörfunk).

16. Juni 2016, 20 Uhr, Villa Ichon, Goethe-Platz
Jörg Wollenberg: Auf den Spuren der Bremer im Spanischen Bürgerkrieg.

Führungen mit Lesungen von Texten aus dem Spanischen Bürgerkrieg, jeweils dienstags 17 Uhr am 17., 24. und 31. Mai mit Gerald Schneider, Detlef Dahlke und Jörg Wollenberg.

Mit Keynes für Deutschland – Zur Kritik an Keynesianismus, Nationalismus und Querfrontstrategien

Diskussionsveranstaltung mit Thomas Ebermann (Hamburg)
Samstag, 04. Juni 2016, 19.00 Uhr
Kulturzentrum Kukoon, Buntentorsteinweg, 28201 Bremen

Ausgerechnet das Eintreten des britischen Ökonomen John Maynard Keynes für eine schonende Behandlung des Deutschen Reiches nach dessen Niederlage im Ersten Weltkrieg dient in der Debatte über die griechische Schuldenkrise manchen Linken als positives Beispiel. Durch die Versailler Verträge – so die nationalistische Legende – ist Deutschland vor knapp 100 Jahren derart brutal bestraft worden, dass die Sieger des Ersten Weltkriegs sich über die Folgen nicht wundern durften, jedenfalls gehörig mit Schuld hatten… „an Hitler“. Da auch die Alliierten manchmal aus der Geschichte lernen, belohnten sie die Deutschen nach 1945 mit Marschall-Plan und Schuldenkonferenz. Heute muss, wer Einwände gegen die deutsche Regierungspolitik erhebt – sagen wir zum Thema Griechenland – alles vermeiden, was nach Schädigung Deutschlands klingen könnte. Deutschlands Belastbarkeit, sein Staatshaushalt, seine „Steuerzahler_innen“ samt ihren Gefühlen und noch vieles mehr werden so zur Prämisse staatsfrommer Keynesianer_innen. Von links wie von rechts.

Thomas Ebermann referiert über die historischen Debatten um den Versailler Vertrag und seine Konsequenzen sowie die daran anknüpfenden aktuellen Krisendiskussionen. Er formuliert dabei eine Kritik an Keynesianismus, Nationalismus und Querfrontstrategien, die nie allein taktische Gründe haben, sondern immer auf partiellen inhaltlichen Übereinstimmungen basieren.

Eine Veranstaltung von associazione delle talpe in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen.

Der Veranstaltungsort ist barrierefrei zugänglich.

 

Islamfaschismus – Sinn und Grenzen eines Begriffs

Diskussionsveranstaltung mit Volker Weiß (Hamburg)
Mittwoch, 25. Mai 2016, 19.00 Uhr
Galerie K’, Alexanderstr. 9b, 28203 Bremen

Im Hinblick auf den blutigen Terror, den islamistische bzw. dschihadistische Gruppen oder Regime, z.B. der „Islamische Staat“ (IS) und die „Islamische Republik Iran“, gegen säkulare Muslime, Frauen, Homosexuelle, jüdische Menschen u.v.a. ausüben, ist häufig von „Faschismus“ die Rede. Mit dem Vormarsch des IS im Mittleren Osten hat sich dies drastisch verschärft. Weltweit vergleichen nun Linke beispielsweise die Belagerung von Kobanî mit der von Madrid im Spanischen Bürgerkrieg, auch die Verteidiger_innen der Stadt verwenden die Losung vom IS-Faschismus. Allerdings wird auch im rechtspopulistischen und rassistischen Milieu vom „Islamofaschismus“ gesprochen, um pauschalisierend gegen Muslime zu hetzen. Desweiteren sehen manche sich selbst als links verstehende Menschen im Islamismus bzw. Dschihadismus keinen Gegner, sondern sogar eine bündnisfähige antirassistische, antikoloniale, antiimperialistische Widerstandsbewegung. In der Veranstaltung wollen wir diskutieren, inwieweit verschiedene Ansätze der Faschismustheorie bei der Kritik des Islamismus/Dschihadismus helfen können.

Volker Weiß ist Historiker aus Hamburg und schreibt unter anderem für die Zeit und jungle world. Ausgewählte Veröffentlichungen: Deutschlands Neue Rechte Angriff der Eliten – Von Spengler bis Sarrazin, Paderborn 2011; Moderne Antimoderne. Arthur Moeller van den Bruck und der Wandel des Konservatismus, Paderborn 2012.

Eine Veranstaltung von associazione delle talpe in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen.

Der Veranstaltungsort ist barrierefrei zugänglich, die Toilette leider nicht.

Filmvorführung: Triumph des guten Willens

Filmvorführung mit anschließendem Gespräch mit dem Regisseur Mikko Linnemann (Berlin)
Donnerstag, 14. April 2016, 18.30 Uhr
Cinema im Ostertor, Ostertorsteinweg 105, 28203 Bremen

Der Dokumentarfilm “Triumph des guten Willens” (2016, 95 Min) setzt sich filmisch mit den Texten des Publizisten Eike Geisel auseinander. Im Zentrum stehen Geisels Kritiken an der deutschen Erinnerungspolitik und seine These über die „Wiedergutwerdung der Deutschen“. Texte Geisels aus den 1990er Jahren, unter anderem über die ‚Neue Wache’ und das Holocaust-Mahnmal, kontrastieren die heutigen Bilder der beschriebenen Gedenkstätten. Sie zeigen eine Normalität, die es eigentlich nicht geben dürfte. Zudem analysieren ausführliche Interviews mit Alex Feuerherdt, Klaus Bittermann, Hermann L. Gremliza und Henryk M. Broder Geisels Thesen in Hinblick auf die gesellschaftlichen Verhältnisse heute. Von der politischen Biografie Eike Geisels ausgehend, zeichnet der Film ein Bild linker Debatten der letzten Jahrzehnte und fragt schließlich nach der Möglichkeit von Kritik in unmöglichen Zeiten.

Eine Veranstaltung von associazione delle talpe in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Intitiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen.

Rosa Luxemburgs Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus

Vortrag und Diskussion mit Holger Politt (Warschau)
Donnerstag, 3. März 2016, um 19 Uhr in Bremen

Villa Ichon, Goetheplatz 4, 28203 Bremen (Raum 5 im OG)

Rosa Luxemburg, geboren am 5. März 1871 in Zamość in Polen, am 15. Januar 1919 in Berlin ermordet, war eine Führerin der deutschen Arbeiterbewegung und Mitbegründerin der KPD. Sie stritt an der Seite von Clara Zetkin und Karl Liebknecht gegen Krieg und Militarismus, für einen klassenbewussten Internationalismus und für den Sozialismus. Mehr zur Person auf der Website der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Dr. Holger Politt, Warschau, arbeitet bei der Rosa Luxemburg Stiftung als Referent für editorische und historische Arbeit zu Rosa Luxemburg. Er war von 2003 bis 2009 Leiter des Warschauer Büros der Rosa Luxemburg Stiftung und beschäftigt sich in der Folge mit den polnischen Schriften Luxemburgs, welche zu großen Teilen noch nicht ins Deutsche übersetzt sind und seit ihrer Erstveröffentlichung in der zeitgenössischen polnischen Presse nicht wieder verlegt wurden.

Nach dem Pogrom: Anonym veröffentlichte Rosa Luxemburg zwischen September 1910 und Februar 1911 in den polnischen Zeitungen Młot und Czerwony Sztandar sowie in Vorwärts, dem Zentralorgan der SPD, Beiträge über Antisemitismus. Ihre Texte sind Reaktionen. Bürgerliche Krise hatten die polnische Sozialdemokratie und Luxemburg attackiert und nicht vor antisemitistischen Reden zurückgeschreckt. Die hiermit erstmals in deutscher Übersetzung versammelten Texte belegen Luxemburgs intensive Auseinandersetzung mit der Antisemitismuskampagne gegen die Sozialdemokratie des Königreichs Polen und Litauens.

Eine Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen aus Anlass des Geburtstages von Rosa Luxemburg am 5. März und zum internationalen Frauentag am 8. März.

Am gleichen Ort findet vorweg ab 17 Uhr die Veranstaltung Polen heute: Vom Musterknaben zum Sorgenkind? mit Holger Politt statt.

Das Buch zur Veranstaltung:

Titelbild Nach dem Pogrom

Rosa Luxemburg
»Nach dem Pogrom. Texte über Antisemitismus 1910/11«
Herausgegeben und aus dem Polnischen übersetzt von Holger Politt

Verlag WeltTrends, Potsdam 2014
ISBN 978-3-941880-78-8

Rosa Luxemburg und die Revolution in Rußland

Vortrag und Diskussion mit Holger Politt (Warschau)
Mittwoch, 2. März 2016, um 19 Uhr in Bremerhaven

Haus der Jugend, Rheinstraße 109, 27570 Bremerhaven

Rosa Luxemburg, geboren am 5. März 1871 in Zamość in Polen, am 15. Januar 1919 in Berlin ermordet, war eine Führerin der deutschen Arbeiterbewegung und Mitbegründerin der KPD. Sie stritt an der Seite von Clara Zetkin und Karl Liebknecht gegen Krieg und Militarismus, für einen klassenbewussten Internationalismus und für den Sozialismus. Mehr zur Person auf der Website der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Rosa Luxemburg griff in die russische Revolution, die 1905 ausbrach und sofort den polnischen Teil des Zarenreiches erfasste, vom ersten Tag an ein – zuerst von Berlin aus, dann ab Jahresende direkt vor Ort in Warschau. Ihre Artikel – eine Synthese aus Analyse und Orientierung – trafen in der polnischen Arbeiterschaft den Nerv. Die kleine »Sozialdemokratie des Königreiches Polen und Litauens« – von Rosa Luxemburg und ihren Freunden 1893 im Exil gegründet – wuchs schnell zu einer Massenpartei und wurde zu einem ernstzunehmenden Machtfaktor. Schon vor der Revolution hatte Rosa Luxemburg erkannt, dass der bürgerliche Liberalismus die Fähigkeit verloren hatte, eine bürgerliche Revolution zu führen. Deshalb forderte Rosa Luxemburg die Hegemonie der Arbeiterklasse. Darin unterschied sie sich von vielen russischen Sozialdemokraten, traf sich in diesem Punkt jedoch mit Lenin.

So wie Friedrich Engels meinte Rosa Luxemburg, dass die Revolution über ihre im Moment realisierbaren Ziele hinausgetrieben werden müsse, um nach dem – jeder Revolution innewohnenden – Rückschlag wenigstens die Ziele zu erreichen, die in ihren augenblicklichen Möglichkeiten lagen. Deshalb plädierte Rosa Luxemburg für eine zeitweilige proletarische Diktatur, mit der für die Zeit nach der Revolution der bestmögliche Kampfboden – eine demokratische Republik – erkämpft werden sollte. Mehr gab für Rosa Luxemburg unter russische Bedingungen auch 1917 eine Revolution nicht her; ihre Schrift »Zur russischen Revolution« (1918) beruhte auf diesen Überlegungen. Deswegen wird Rosa Luxemburg bis heute von der orthodoxen Linken bekämpft, verleumdet und denunziert…

Dr. Holger Politt, Warschau, arbeitet bei der Rosa Luxemburg Stiftung als Referent für editorische und historische Arbeit zu Rosa Luxemburg. Er war von 2003 bis 2009 Leiter des Warschauer Büros der Rosa Luxemburg Stiftung und beschäftigt sich in der Folge mit den polnischen Schriften Luxemburgs, welche zu großen Teilen noch nicht ins Deutsche übersetzt sind und seit ihrer Erstveröffentlichung in der zeitgenössischen polnischen Presse nicht wieder verlegt wurden.

Eine Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen in Kooperation u.a. mit Die Falken (Sozialistische Jugend Deutschlands), Kreisverband Bremerhaven, aus Anlass des Geburtstages von Rosa Luxemburg am 5. März und zum internationalen Frauentag am 8. März.

Das Buch zur Veranstaltung:

Titelbild Arbeiterrevolution 1905/06

Rosa Luxemburg
»Arbeiterrevolution 1905/06. Polnische Texte«
Herausgegeben und aus dem Polnischen übersetzt von Holger Politt

Karl Dietz Verlag, Berlin 2015
ISBN 978-3-320-02302-7

Möllner Rede im Exil.

Rede mit Argyris Sfountouris, Überlebender des SS-Massakers im griechischen Distomo vom 10. Juni 1944, und Angehörige der Familie Arslan.
Samstag, 7. November 2015, um 16 Uhr
Foyer im Theater Bremen, Goetheplatz 1-3, 28203 Bremen

Der Brandanschlag

Das Haus der Familie Arslan wurde am 23.11.1992 von neofaschistischen Tätern mit Molotow-Cocktails angezündet. Bei dem Anschlag wurden die 10jährige Yeliz Arslan, die 14jährige Ays‚e Yilmaz und die 51jährige Bahide Arslan ermordet. Weitere Familienmitglieder wurden teilweise sehr schwer verletzt. Zuvor hatten die Neonazis bereits einen Brandanschlag auf die Ratzeburger Straße 13 verübt, wo ebenfalls Menschen türkischer Herkunft wohnten. Neun von ihnen erlitten schwere Verletzungen.

Mölln-Gedenken in Bremen? Die Vorgeschichte

Seit zwei Jahren wird das Gedenken vor dem Brandhaus von der Familie Arslan und dem sie umgebenden Freundeskreis ohne Beteiligung der Stadt Mölln organisiert. Viele Jahre lang wurde Familie Arslan an den Gedenktagen übergangen, nicht begrüßt und an der Vorbereitung der Gedenkveranstaltungen nicht beteiligt. In den letzten Jahren hatte sich die Situation an einigen Punkten verbessert, an anderen Punkten jedoch auch wieder zugespitzt. Unter anderem wurde die Möllner Rede als kritische Bestandsaufnahme zum gesellschaftlichen Rassismus, Neonazismus und Gedenken aus den offiziellen Gedenkveranstaltungen gestrichen. Seitdem organisiert der Freundeskreis die „Möllner Rede im Exil“, jedes Jahr in einer anderen Stadt in Norddeutschland. Dieses Jahr heißt die Stadt Bremen und der Redner Argyris Sfountouris, Überlebender des SS-Massakers in dem griechischen Ort Distomo.

Gedenkveranstaltungen:

Samstag, 7. November 2015, 16 Uhr, Foyer im Theater Bremen, Goetheplatz 1-3, Bremen
Möllner Rede im Exil.
Es sprechen: Argyris Sfountouris, Überlebender des SS-Massakers im griechischen Distomo vom 10. Juni 1944, und Angehörige der Familie Arslan.

Montag, 23. November 2015, 15-19 Uhr, Bahide-Arslan-Haus, Mühlenstraße 9, Mölln
Reclaim and Remember, Offenes Gedenken an Bahide und Yeliz Arslan und Ayşe Yilmaz

Freitag, 27. November 2015, 20 Uhr, Schlachthof, Findorffstr. 51, Bremen
Gedenkkonzert für die Betroffenen rassistischer und neonazistischer Gewalt.

Mit: Neonschwarz; The Future Is Still Unwritten (Refpolk, Daisy Chain, Miss Zebra, Kronstadt unD DJ KaiKani); Onejiru, Melanie Wharton und Chassy Wezar; Schwarz auf Weiss.

Eine Veranstaltung von Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen in Kooperation mit Freundeskreis im Gedenken an den rassistischen Brandanschlag von Mölln 1992.

„Das ist nicht das Deutschland, für das wir gekämpft haben“. Ein Resumee aus der Sicht von Käthe Popall.

Diskussionsveranstaltung mit Jörg Wollenberg (Bremen)
Mittwoch,02. Dezember 2015, 17.00 Uhr
Nachbarschaftshaus Gröpelingen, Beim Ohlenhof 10, 28239 Bremen

Nach 10 Jahren Zuchthaus, KZ und Zwangsarbeit kehrte Käthe Lübeck im Juni 1945 nach Bremen zurück. Die KPD entsandte Käthe Popall 1946 in die erste, von der amerikanischen Besatzungsmacht ernannte Bürgerschaft, die sie zur Vizepräsidentin des Parlaments wählte. Mit den Lübecker Zellengenossinnen, den prominenten Bremer Sozialdemokratinnen Anna Stiegler und Dora Lange, leitete sie den Bremer Frauenausschuss und gründete die Frauengilde der Konsumge- nossenschaft. Käthe Popall trat 1946 als erste Frau in den seit Jahrhunderten ausnahmslos von Männern besetzten Rat und Senat der Hansestadt Bremen ein. Am 15. Februar 1907 in Bremen geboren, verstarb sie am 23 Mai 1984 im Alter von 77 Jahren nach einer schweren Krankheit. Der Sieg des Faschismus und die Niederlage der deutschen Arbeiterbewegung hatten Käthe Popall tief getroffen. Die Unfähigkeit, diese Niederlage nach dem 2. Weltkrieg überzeugend aufzuarbeiten, hatte sie noch mehr verbittert. Besonders enttäuscht war sie darüber, dass die sozialistischen Neuordnungsvorstellungen der Linken im Restaurationsprozess der BRD untergingen. „Nein, dies ist nicht das Deutschland, für das wir gekämpft haben“. So antwortete Käthe Popall Anfang der 1980er Jahre einer Jüdin, die 1935 nach Palästina emigriert war und zu Besuch nach Deutschland kam. Diese meinte: „Jetzt haben Sie ja das Deutschland, für das wir gekämpft haben“. Dennoch nahm Käthe Popall keinen „Abschied vom Proletariat“. Bei aller Hoffnungslosigkeit, bei allem Pessimismus: Ihre lebensbestimmende politische Grundhaltung war und blieb die bewusst gewollte Identifikation mit der Idee und den Zielen der Arbeiterbewegung. Für diese Arbeiterbewegung hat Käthe Popall zeitlebens gearbeitet und gekämpft mit Wort und Tat, auch unter Einsatz des Lebens im Widerstand gegen das NS-System und nach 1945 für ein demokratisches Deutschland.

Eine Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen.

Die üblichen Verdächtigen. Der Fall Rosenberg

Diskussionsveranstaltung mit Olaf Kistenmacher (Hamburg)
Mittwoch, 04.11.2015, 18.00 Uhr
Mediencoop, Kulturzentrum Lagerhaus, Schildstr. 12-19, 28203 Bremen

Am 19. Juni 1953 wurde das jüdische Ehepaar Ethel und Julius Rosenberg in den USA hingerichtet. Angeklagt hatte man die beiden KommunistInnen wegen (angeblicher) Atomspionage für die Sowjetunion, als Hauptbelastungszeuge fungierte Ethels Bruder David Greenglass. In der Ära McCarthy war der Fall Ausdruck nicht nur des weitverbreiteten Antikommunismus, sondern er stellte auch ein Beispiel für Antisemitismus und sexistische Geschlechtervorstellungen dar. Während die Rosenbergs in Deutschland weitestgehend in Vergessenheit geraten sind, nehmen sie in der Erinnerungskultur vieler US-Linker eine bedeutende Rolle ein.


Olaf Kistenmacher (mit Sina Arnold) veröffentlichte zum Thema den Aufsatz „Die üblichen Verdächtigen“ in jungle world 28/2013.

Eine Veranstaltung von associazione delle talpe in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen und der Amadeu-Antonio-Stiftung.

Der 9. November und seine Hinterlassenschaften in der deutschen Geschichte

Diskussionsveranstaltung mit Jörg Wollenberg (Bremen)
Dienstag, 10. November 2015, 17.00 Uhr
Nachbarschaftshaus Gröpelingen, Beim Ohlenhof 10, 28239 Bremen

Im Bewusstsein der Deutschen ist die Erinnerung an den Judenpogrom vom 9. November 1938 seit Jahren fest verankert. In Zeiten, in denen der Judenhass wieder aus dem Fremdenhass hervortritt, soll an seine Vorgeschichte erinnert werden, u.a. an den 9. November 1918, der Ausrufung der Republik von Weimar, die von den rechte Gegnern sofort als „Judenrepublik“ denunziert wurde. Es ist deshalb kein Zufall, dass Hitler am 9. November 1923 in München gegen die Republik putschte und zum gleichen Zeitpunkt die legal gewählten Arbeiterregierungen in Sachsen und Thüringen von Reichstruppen aus dem Amt gejagt wurden. Der 9. November ist gerade auch wegen der 9. November 1989 und 1990 so ein Tag, der Anlass gibt zum Nachdenken über die deutsche Geschichte.

Eine Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen.

Bremen vor 70 Jahren: Niederlage oder Befreiung?

Diskussionsveranstaltung mit Jörg Wollenberg (Bremen)
Donnerstag, 15. Oktober 2015, 16.00 Uhr
Nachbarschafthaus Gröpelingen, Beim Ohlenhof 10, 28239 Bremen

War der 8. Mai 1945 „trotz allem eine große Stunde, die Rückkehr Deutschlands zur Menschlichkeit“? So Thomas Mann nach der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht am 10 Mai 1945 im Britischen Hörfunk. „Jetzt kommt unsere Stunde“. So der Aufruf vom Bremer Arbeiter Heinz Kundel schon im Januar 1945, ebenfalls ausgestrahlt vom BBC. Zwei deutsche Reden im O-Ton als Aufhänger des Vortags vom Bremer Professor Dr. Jörg Wollenberg. Eine Nachbetrachtung zum 70. Jahrestag des Kriegsendes, der aus der Sicht der Deutschen eher der Tag der Niederlage, nicht der Befreiung war. Viele Deutsche hatten noch 1945 auf einen Sonderfrieden mit dem Westen gehofft, um weiter mit den Westalliierten gegen die sowjetische Armee zu kämpfen. Die letzte NS-Reichsregierung unter Admiral Dönitz hatte sich in der „Nordfestung“ von Holstein bis Dänemark zurückgezogen und existierte noch bis Ende Mai 1945. Trotzdem riefen Bremer Gegner des NS-Systems schon am 6. Mai 1945 zum Neuaufbau auf. Ihr Organ, der „Aufbau“, schrieb das erste Kapitel der Demokratie in Bremen. Aber schon im Januar 1946 löste sich die „Kampfgemeinschaft gegen den Faschismus auf“ und verpflichtete ihre Mitglieder, in den entstehenden Parteien und Gewerkschaften weiter für die Bildung einer sozialistischen Einheitspartei und für das Arbeiterhilfswerk zu kämpfen.

Eine Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen.

„Sag nie, du gehst den letzten Weg“ – Jüdische Frauen im Widerstand im deutsch-besetzten Polen

Diskussionsveranstaltung mit Ingrid Strobl
Donnerstag, 8. Oktober 2015, 19.00 Uhr
Kukoon, Buntentorsteinweg 29, 28201 Bremen

In Polen führten die deutschen Besatzer ein noch grausameres Regime als in den besetzen Ländern Westeuropas. In Polen errichteten und betrieben sie ihre Vernichtungslager. Die jüdische Bevölkerung wurde hier – vor der Ermordung in den Gaskammern – in Ghettos gesperrt, ausgehungert und eingeschüchtert. Dennoch leisteten jüdische Frauen und Männer Widerstand. Eine besondere Rolle in diesem Widerstand spielten die Frauen. Sie transportierten Informationen, beschafften Waffen und schmuggelten sie in die Ghettos. Sie waren, von Warschau bis Białystok, Teil der Führung des jüdischen Widerstands und kämpften in den Ghettoaufständen und als Partisaninnen. Darüber ist hierzulande nichts bis kaum etwas bekannt. Ingrid Strobl berichtet von der Entstehung, den Strukturen und den Aktionen des jüdischen Widerstands in Polen. Und von der unverzichtbaren Rolle, die Frauen dabei spielten.

Eine Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen in Kooperation mit f*ab – Feministische Antifa Bremen.

 

Befreiung heute. Das emanzipationstheoretische Denken bei und im Anschluss an Marx

Diskussionsveranstaltung mit Jan Hoff
Freitag, 30. Oktober 2015, 19.00 Uhr
Galerie K Strich, Alexanderstr. 9b, 28203 Bremen

In diesem Vortrag gibt Jan Hoff einen Überblick über das emanzipationstheoretische Denken bei und im Anschluss an Marx, speziell unter Berücksichtigung seiner ab 1857 verfassten Manuskripte zur Kritik der politischen Ökonomie. Dabei vertritt Hoff eine kontroverse These, die quer dazu steht, was viele Marxist_innen und Nichtmarxist_innen über Marx behaupten: Im Zentrum des Marxschen Denkens steht nicht primär eine „gerechtere“ Verteilungsweise des materiellen Reichtums – sondern das emanzipatorische Prinzip einer möglichst weitreichenden individuellen und kollektiv-gesellschaftlichen Autonomie. Die beiden Ebenen des Autonomiebegriffs gilt es herauszuarbeiten. Es ging Marx um die „volle und freie Entwicklung jedes Individuums“, um die Entfaltung einer „freien Individualität“. Der gesellschaftliche Rahmen dieser individuellen Autonomie besteht in einer Gesellschaftsform, in der der materielle Produktionsprozess als Produkt der assoziierten Produzenten „unter deren bewusster planmäßiger Kontrolle“ steht. In der sozialistischen Gesellschaft „bemeistern“ die Menschen den Produktionsprozess, nicht umgekehrt. Marx begab sich auf die Suche danach, welche Voraussetzungen für eine derartige sozialistische Gesellschaft bereits im existierenden Kapitalismus keimhaft angelegt sind. In der Rezeptionsgeschichte der Marxschen Theorie ist die zentrale Rolle der Autonomie lange Zeit übersehen worden. Erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts mehrten sich Interpretationen, die diesen Kerngehalt des Marxschen Denkens immer klarer herausstellten.

Jan Hoff kommt aus Süddeutschland und lehrt Politikwissenschaft an der Universität Kassel. Er ist Autor von: Marx global. Zur Entwicklung des internationalen Marx-Diskurses seit 1965, Berlin 2009. Als Grundlage dieser Seminare dient eine umfangreiche emanzipationstheoretische Arbeit von Jan Hoff, die 2016 beim VSA-Verlag in Buchform erscheinen wird.

Eine Veranstaltung von associazione delle talpe in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen.

Anmeldung zum Seminar bitte per Mail unter: talpe@gmx.net

Der Veranstaltungsort ist barrierefrei zugänglich, die Toilette leider nicht.

Exkursion zur Gedenkstätte am ehemaligen Konzentrationslager Bergen-Belsen

Exkursion am Samstag, 26. September 2015, 9.00 – circa 19.00 Uhr
Treffpunkt vor dem Geotheheater, Goetheplatz, 28203 Bremen

Zwei Bilder sind unauslöschlich mit dem Namen Bergen-Belsen verbunden: das des niederländisch-deutschen Mädchens Anne Frank und das von ausgemergelten Überlebenden inmitten von unzähligen Sterbenden und unbestatteten Toten. Das war der schreckliche Tiefpunkt der kurzen, aber ungewöhnlichen Geschichte dieses Lagerkomplexes. Nacheinander und nebeneinander gab es hier mehrere Kriegsgefangenenlager, ein in mehrere Einzellager aufgeteiltes sogenanntes „Aufenthaltslager“ für „Austauschjuden“, jüdische Häftlinge, die gegen deutsche Zivilinternierte im Ausland ausgetauscht werden sollten, ein Männer- und ein Frauenlager für kranke und arbeitsunfähige Häftlinge aus anderen Konzentrationslagern und schließlich ein Auffanglager für die Todesmärsche von zehntausenden Gefangenen aus frontnahen Konzentrationslagern. Mindestens 52.000 Häftlinge starben hier bis zur Befreiung des Lagers durch britische Truppen am 15. April 1945, Tausende erlagen den Strapazen noch danach. Wir besuchen den Bahnhaltepunkt, an dem die meisten Gefangenen ankamen, den sowjetischen Friedhof und lassen uns von einem Guide der Gedenkstätte übers Lagergelände führen und in die Ausstellung einführen. Daneben gibt es eine Einführung ins Thema sowie ausreichend Gelegenheit zum Gespräch und zum Nachdenken. Die Exkursion wird mit mehreren PKWs stattfinden. Teilt bei der Anmeldung bitte mit, ob Ihr einen Pkw mitbringen könnt.

Anmeldung bitte per Mail unter: anmeldung@rosa-luxemburg.com

Krisentheoretische Diskussionen während und nach der Weltwirtschaftskrise: Pannekoek und Mattick

Tagesseminar mit Jan Hoff
Sonntag, 1. November 2015
Infoladen, St. Pauli-Str. 10-12, 28203 Bremen

Am Sonntag wird auf die Theoriediskussion im Umfeld von Anton Pannekoek (1873-1960) und Paul Mattick (1904-1981) eingegangen. Die ökonomischen Debatten der Rätekommunist_innen entzündeten sich nicht zuletzt an der entweder kritischen oder positiven Bewertung der zusammenbruchstheoretischen Reformulierung der Marxschen Krisentheorie durch den polnischen Ökonomen Henryk Grossmann (1929). Der Referent ordnet die entsprechenden Diskussionen in den Gesamtkontext der internationalen marxistischen Theoriebildung dieser Zeit ein. Zudem werden ausgewählte Textpassagen, die diese Debatte dokumentieren, gemeinsam gelesen und diskutiert. Auch kann eine rezeptionshistorische Brücke zu gegenwärtigen krisentheoretischen Erklärungsmustern geschlagen werden.

Jan Hoff kommt aus Süddeutschland und lehrt Politikwissenschaft an der Universität Kassel. Er ist Autor von: Marx global. Zur Entwicklung des internationalen Marx-Diskurses seit 1965, Berlin 2009. Als Grundlage dieser Seminare dient eine umfangreiche emanzipationstheoretische Arbeit von Jan Hoff, die 2016 beim VSA-Verlag in Buchform erscheinen wird.

Eine Veranstaltung von associazione delle talpe in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen.

Anmeldung zum Seminar bitte per Mail unter: anmeldung@rosa-luxemburg.com

Der Veranstaltungsort ist barrierefrei zugänglich, die Toilette leider nicht.

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