Neue soziale Bewegungen - Archiv


Zwischen Staatsterrorismus und Paramilitärs – Politische Kämpfe in und um Kolumbien

Vortrag und Diskussion mit AktivistInnen der Caravana de Solidaridad
Freitag, 18. Mai 2018, um 19:30 Uhr in Bremen
Kulturzentrum Kukoon, Buntentorsteinweg 29, 28201 Bremen

Ende 2016 wurde in Kolumbien der Friedensvertrag zwischen Präsident Santos und der Guerillagruppe Farc unterschrieben. Die Kämpfenden haben die Waffen abgegeben, die Farc eine Partei gegründet. Präsident Santos hat Ende 2016 den Friedensnobelpreis für das international beachtete Friedensabkommen erhalten. Parallel zu diesem Prozess hat es in Kolumbien im Jahr 2017 eine Zunahme an Menschenrechtsverletzungen gegeben. Proteste der indigenen Bevölkerung werden militärisch niedergeschlagen, wie z.B. bei dem Massaker im Oktober 2017 in Tumaco von Seiten der Polizei und des Militärs. AktivistInnen der sozialen Bewegungen sehen sich weiterhin durch Morddrohungen eingeschüchtert, auch Armut, Gewalt und Ungleichheit in Kolumbien sind durch das Friedensabkommen nicht geringer geworden.

Im März dieses Jahres fand die „Caravana de Solidaridad“ statt, eine Solidaritätsreise von politischen AktivistInnen aus Deutschland und Kolumbien. Im Rahmen dieser Reise fand ein Austausch von AktivistInnen der sozialen Bewegungen statt, von Gewerkschaften, über indigene Bauernorganisationen und Menschenrechtsorganisationen. Während der Veranstaltung werden Teilnehmende der Reise Aspekte der politischen Situation in Kolumbien darstellen und dabei z.B. auf Spannungsfelder zwischen Staatsterrorismus, Paramilitärs und Guerilla eingehen. Der Fokus liegt dabei auf der Frage: Wie ist die Situation für soziale Bewegungen in Kolumbien in Zeiten des sogenannten Postkonflikts, was bedeutet es, dort AktivistIn zu sein?

Eine gemeinsame Veranstaltung der Interventionistischen Linken Bremen und der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen.

Girls don’t cry

Feministische und antifaschistische Politik in Ostdeutschland
Vortrag und Diskussion mit Christin Jänicke, Herausgeberin des Sammelbandes “30 Jahre Antifa in Ostdeutschland”
Freitag, 13. April 2018, um 19 Uhr in Bremen
Kulturzentrum Kukoon, Buntentorsteinweg 29, 28201 Bremen

In dem Sammelband “30 Jahre Antifa in Ostdeutschland – Perspektiven auf eine eigenständige Bewegung” wird die Geschichte der antifaschistischen Bewegung in Ostdeutschland betrachtet. In einem Land, in dem Antifaschismus zur Staatsdoktrin gehörte, hatte eine antifaschistische Bewegung andere Grundvoraussetzungen wie in Westdeutschland, wo erst die StudentInnen-Proteste in den 60er Jahren mit einer Aufarbeitung der Nationalsozialistischen Vergangenheit begonnen haben. Die ersten antifaschistischen Gruppen in der DDR fanden sich Ende der 80er Jahre zusammen. Mit dem Fall der Mauer und dem massiven Erstarken rechter Bewegungen veränderten sich die Auseinandersetzungen und es organisierte sich starker antifaschistischer Widerstand. Ein besonderes Augenmerk wird die Veranstaltung auf der Verknüpfung von feminis tischerund antifaschistischer Politik in Ostdeutschland legen. Wie erlebten und erleben FLIT* ihr Engagement in antifaschistischen Gruppen? Welche inhaltlichen Verknüpfungen zwischen Feminismus und Antifaschismus wurden und werden gemacht und wie wirkt sich das auf die politische Praxis aus?

30 Jahre Antifa in Ostdeutschland: Perspektiven auf eine eigenständige Bewegung

Eine gemeinsame Veranstaltung der Feministischen Antifa Bremen und der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen.

Selbstverteidigung und sichere Räume – feministische Technologien gegen Gewalt in Mexiko

Vortrag von Darinka Lejarazu und Liliana Zaragoza Cano (Mexiko Stadt)
Donnerstag, 15. März 2018, um 19 Uhr in Bremen
Spedition Bremen, Beim Handelsmuseum 9 (Güterbahnhof), 28195 Bremen

In Mexiko ist das Verteidigen von Leben und Territorium ein Todesrisiko.

Seit mehr als 10 Jahren (er-)leben wir eine Kriegerklärung an alle. Staatsterrorismus und strukturelle Gewalt in Form von sexualisierter Gewalt und Übergriffen im Cyberspace bis hin zu den Feminiziden: die Ermordung von Frauen aus Hass. Wir erleben massive Überwachung, Spionage, Verfolgung, sexualisierte Folter, das Verschwindenlassen von Menschen, Menschenhandel und Morde an Aktivist_innen.

In diesem Land in dem jeden Tag 7 Frauen aus Hass ermordet werden, und das weltweit an zweiter Stelle rangiert für das Risiko zu sterben wenn Du Journalist_in oder Transperson bist – haben wir entschieden unsere Deckung zu kollektivieren. Wir arbeiten an der Entwicklung feministischer Selbstverteidigungsstrategien aus einem simplen Grund: wir wollen leben.

Als Selbstverteidigungsschule für Frauen und andere gefährdete Körper, “Comando Colibri”, und als künstlerisches und cyber/hacker-feministisches Kollektiv, “Laboratorio de Interconectividades”, entwickeln wir seit 2015 gemeinsame Methoden und Praktiken: Hierbei verstehen wir das Praktizieren von Kampfkünsten und Praktiken für digitale Selbstverteidigung als umfassende Technologien um widerständig, solidarisch und sicher zu leben in allen Territorien die wir bewohnen. So entstand das Projekt “Autodefensas hackfeministas” – Darin platzieren wir unsere Körper ins Zentrum, als Technologie die es zu verteidigen gilt, und heben die Grenzen zwischen on- und offline auf. Es geht um ein politisches Versprechen: für das Leben jeder einzelnen und dem von uns allen.

An diesem Abend wollen wir, Darinka und Lili_Anaz, mit Unterstützung von Übersetzer_innen und Weggefährt_innen über jene vielfältigen Formen von Gewalt berichten mit der wir in Mexiko konfrontiert sind. Ausgehend von unserem Projekt wollen wir aber insbesondere über die Wichtigkeit integraler feministischer Technologien sprechen und auch mit Euch darüber in Austausch treten.

Banner-Feministische-Technologien-Mexiko-Spedition

Wir zeigen bei der Veranstaltung den Dokukurzfilm “Wozu sind unsere Körper in der Lage wenn es uns gelingt sie zu synchronisieren? So erlebten wir den hacker-feministischen Selbstverteidigungsworkshop in Oaxaca” (span. mit engl. UT)

Die Veranstaltung findet auf spanisch mit deutscher Übersetzung statt.
Der Abend wird gerahmt mit Getränken und Musik mit Djane Lili_Anaz.

Eine Kompliz_innenschaft zwischen Comando Colibri und Laboratorio de Interconectividades.
VeranstalterInnen: Kunst- und Kulturverein Spedition und Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen.

Bitte auch beachten:
Selbstverteidigung und feministisches Hacking: Ein praktischer Workshop für FLIT* mit Darinka Lejarazu (Comando Colibri – Selbstverteidigungsschule) und Liliana Zaragoza Cano (Laboratorio de Interconectividades) aus Mexiko Stadt. Freitag, 16. und Samstag, 17. März 2018 in Bremen, nur mit Anmeldung.

Massenpartei, Volkskrieg, Revolution?

Geschichte und Gegenwart der K-Gruppen. Im Gespräch mit Thomas Ebermann
Dienstag, 20. Februar 2018, um 19 Uhr in Bremen
Kulturzentrum Lagerhaus, Schildstraße 12-19, 28203 Bremen

Anfang der 70er Jahre greift ein Teil der linken Bewegung zu vermeintlich altbewährten Formeln. Die Neugründung der kommunistischen Partei soll helfen die Diktatur des Proletariats zu erkämpfen und den Kapitalismus zu überwinden. An diesem Konzept halten einige bis heute verbissen fest. Im Gespräch mit dem Publizisten Thomas Ebermann, der selbst in einer K-Gruppe organisiert war, wird dieses Phänomen diskutiert. Anlass für die Auseinandersetzung mit diesem Thema ist das schon seit einigen Jahren zu beobachtende Wiederaufkommen dogmatischer Gruppen, die anscheinend gerade auf einige Jüngere eine starke Anziehungskraft ausüben.

Thomas Ebermann, Fest der Linken 2017

Thomas Ebermann beim Fest der Linken 2017

Eine Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen in Kooperation mit der AGB – Antifaschistische Gruppe Bremen.
Plakat und Flyer zur Veranstaltung als PDF zum Download: 180220-K-Gruppen-Plakat | 180220-K-Gruppen-Flyer.

Hacktivismus & andere Formen des digitalen zivilen Ungehorsams

Vortrag und Debatte von und mit Theresa Züger
Donnerstag, 14. Dezember 2017, um 20 Uhr in Bremen
kunst-und kulturverein spedition, Beim Handelsmuseum 9/Güterbahnhof, 28195 Bremen

city/data/explosion – Veranstaltungsreihe zu Stadt, Öffentlichkeit und Digitalisierung. Die Vorträge beginnen um 20:00 Uhr. Im Anschluß ist die Bar in der Belle Etage geöffnet.

Die Praxis des zivilen Ungehorsam wurde in den letzten 20 Jahren in digitale Formen übertragen. Diese Transformation führt zu neuen Fragestellungen über diese aussergewöhnlichen Formate politischer Aktion.
Digitalisierung und Vernetzung prägen unser Selbst und unser soziales Miteinander. Auch die Wahrnehmung und der Gebrauch des öffentlichen Raums in den Städten verändern sich. Die Reihe präsentiert vier Beiträge zu einer Debatte über Gemeinschaftlichkeit, mediale Praxen und emanzipative Strategien in einer digitalisierten Stadt.

Eine Veranstaltung in Kooperation von kunst- und kulturverein spedition und Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen.

Media & Socialities. Workshop with cultural and social actors from Budapest and Bremen

Workshop von Donnerstag, 30. November 2017 bis Samstag, 02. Dezember 2017, kunst-und kulturverein spedition // Beim Handelsmuseum 9/Güterbahnhof // 28195 Bremen

Veranstaltungsreihe zu Stadt, Öffentlichkeit und Digitalisierung.

How to use (social) networks, exchange knowledge, develop new practices of digital and analogue media techniques in urban, artistic and social contexts? Workshop deutsch/englisch, bitte per E-Mail anmelden unter info@citydataexplosion.de

Digitalisierung und Vernetzung prägen unser Selbst und unser soziales Miteinander. Auch die Wahrnehmung und der Gebrauch des öffentlichen Raums in den Städten verändern sich. Die Reihe präsentiert vier Beiträge zu einer Debatte über Gemeinschaftlichkeit, mediale Praxen und emanzipative Strategien in einer digitalisierten Stadt.

Eine Veranstaltung in Kooperation von kunst- und kulturverein spedition e.V und Rosa-Luxemburg-Initiative – Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen

How To Code Urban Commons

Vortrag und Debatte von und mit Dubravka Sekulić am Donnerstag, 16. November 2017, 20:00 Uhr kunst-und kulturverein spedition // Beim Handelsmuseum 9/Güterbahnhof // 28195 Bremen

Veranstaltungsreihe zu Stadt, Öffentlichkeit und Digitalisierung. Die Vorträge beginnen um 20:00 Uhr. Im Anschluß ist die Bar in der Belle Etage geöffnet.

Law shapes the public and common space, leading to enclosure of space or spatial dispossession. How can public space be defended and extended by learning from the protocols and social contracts of the free so ware culture? (Vortrag in englisch)

Digitalisierung und Vernetzung prägen unser Selbst und unser soziales Miteinander. Auch die Wahrnehmung und der Gebrauch des öffentlichen Raums in den Städten verändern sich. Die Reihe präsentiert vier Beiträge zu einer Debatte über Gemeinschaftlichkeit, mediale Praxen und emanzipative Strategien in einer digitalisierten Stadt.

Eine Veranstaltung in Kooperation von kunst- und kulturverein spedition e.V und Rosa-Luxemburg-Initiative – Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen

Gemeinschaftliche Praxen & Formationen in einer Kultur der Digitalität

Vortrag und Debatte von und mit Felix Stalder am Donnerstag, 02. November 2017, 20:00 Uhr kunst-und kulturverein spedition // Beim Handelsmuseum 9/Güterbahnhof // 28195 Bremen

Veranstaltungsreihe zu Stadt, Öffentlichkeit und Digitalisierung. Die Vorträge beginnen um 20:00 Uhr. Im Anschluß ist die Bar in der Belle Etage geöffnet.

Wie beeinflussen Digitalisierung und Vernetzung Kultur und Selbstorganisation? Welche Perspektiven ergeben sich daraus, zwischen einer autoritären, postdemokratischen Zukunft oder der Entwicklung einer offenen Gesellschaft ?

Digitalisierung und Vernetzung prägen unser Selbst und unser soziales Miteinander. Auch die Wahrnehmung und der Gebrauch des öffentlichen Raums in den Städten verändern sich. Die Reihe präsentiert vier Beiträge zu einer Debatte über Gemeinschaftlichkeit, mediale Praxen und emanzipative Strategien in einer digitalisierten Stadt.

Publikationen von und mit Felix Stalder bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Eine Veranstaltung in Kooperation von kunst- und kulturverein spedition e.V und Rosa-Luxemburg-Initiative – Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen.

 

Grundeinkommen als Antwort auf Rechtspopulismus

Montag, 18.09.2017, 19.00 Uhr, Wallsaal, Zentralbibliothek, Am Wall 201, 28195 Bremen
Vortrag von Werner Rätz, Bonn, Aktivist und Autor und Mitbegründer von Attac Deutschland

Tendenzen zu rechten und nationalen Gesinnungen können als Reaktion auf die in den vergangenen Jahrzehnten durch neoliberale Interessen betriebene Spaltung der Gesellschaften verstanden werden. Das zeigt sich z.B. auch im Brexit-Referendum. Welche Auswirkungen hätte ein Bedingungsloses Grundeinkommen auf diese Entwicklung? Nach den Kriterien für ein emanzipatorisch ausgestaltetes Bedingungsloses Grundeinkommen bekommen alle Menschen ein Grundeinkommen gleicher Höhe. Solch eine egalitäre Idee widerspricht rechter Weltanschauung und kann von Rechtspopulisten nur abgelehnt werden. Ein emanzipatorisch ausgestaltetes Grundeinkommen wirkt der sozialneidischen Spaltung der Gesellschaft entgegen, sofern es als wirtschaftsbürgerliches Grundrecht und nicht als armutspolitische Maßnahme verstanden wird. Niemand bekäme etwas, was nicht jede und jeder Andere auch bekäme. Es nähme jedem Individuum die Angst, in ein materielles Loch fallen zu können. Das Lebensnotwendige wäre gesichert. Mit Möglichkeiten, hinzu zu verdienen, befände sich niemand mehr in einer Armutsfalle ohne Ausweg. So gäbe es keinen Grund, aus purer Existenzangst autoritäre und rechte Perspektiven zu wählen.

Eine Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen in Kooperation mit attac, Netzwerk Grundeinkommen, Initiative Bedingungsloses Grundeinkommen – Initiative in der Bremischen Evangelischen Kirche BGE.BEK, Heinrich-Böll-Stiftung Bremen, Stadtbibliothek Bremen, Friedenskirche Humboldtstraße Bremen im Rahmen der Veranstaltungsreihe 10. Internationale Woche des Grundeinkommens.

Leben aus der Fülle. Von der Hochzeit zu Kana zum Grundeinkomen

Sonntag, 17.09.2017, 9.30 Uhr, Kirche im Park, Züricher Straße 40, 28325 Bremen
Gottesdienst mit der Initiative Bedingungsloses Grundeinkommen min der Bremischen Evangelischen Kirche
Gestaltung: Pastor Michael Behrmann und Mitglieder der InitiativeBGE.BEK. Anschließend Kirchencafé mit Gesprächsmöglichkeit

Das Thema: „Es reicht! Für alle – hier und überall!“ fügt sich ein in die Überzeugung, dass die Fülle geschenkt ist. Ja, der Gott der christlichen Tradition selbst kann als „Fülle“ bezeichnet werden. Texte der Bibel im Ersten und im Zweiten Testament zeugen davon. Auch Jesus lebte aus dieser Vorstellung der göttlichen Fülle. Seine Zeitgenossen erlebten das als wunderbare Aufwertung ihres Lebens. Sie drückten ihre Erfahrungen Erkenntnis von dem, was Fülle bedeutet, direkt oder bildhaft in ihren Geschichten aus.Ein Bedingungsloses Grundeinkommen ist daher für Christen mit den Wesenszügen ihres Glaubens gut zu vereinbaren. Es kann als konkrete Auswirkung der Bedingungslosigkeit der Zuwendung des Gottes Jesu verstanden werden. Warum also nicht aus dem Vollen schöpfen?

Eine Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen in Kooperation mit attac, Netzwerk Grundeinkommen, Initiative Bedingungsloses Grundeinkommen – Initiative in der Bremischen Evangelischen Kirche BGE.BEK, Heinrich-Böll-Stiftung Bremen, Stadtbibliothek Bremen, Friedenskirche Humboldtstraße Bremen im Rahmen der Veranstaltungsreihe 10. Internationale Woche des Grundeinkommens.

Globale soziale Rechte für ein gutes Leben für Alle – Kämpfe für Bewegungsfreiheit, Grundeinkommen und Degrowth

Donnerstag, 07.09.2017, 19.00 Uhr, Villa Ichon, Goetheplatz 4, 28203 Bremen
Buchvorstellung „Degrowth in Bewegung(en) – 32 Wege zur sozial-ökologischen Transformation“ mit Olaf Bernau, Afrique-Europe-Interact (aei), Ronald Blaschke, Netzwerk Grundeinkommen, Nina Treu, Konzeptwerk Neue Ökonomie.

Welche Perspektiven ergeben sich, wenn die Grundeinkommens- sowie die Flucht- und migrationspolitische Bewegung im Rahmen der Degrowth-Strategien zusammen gedacht werden? Wie kann eine Welt jenseits von Wachstum, Konkurrenz und Profitstreben aussehen? Dieser Frage ist das zweijährige multimediale Projekt „Degrowth in Bewegung(en)“ nachgegangen. Es bietet den Rahmen für die strategische Vernetzung und verstärkte Zusammenarbeit verschiedenster sozialer Initiativen und Bewegungen – von der Gemeinwohlökonomie bis zum Refugee-Movement, vom bedingungslosen Grundeinkommen über die Anti-Kohle-Bewegung bis zu den Gewerkschaften. Das in diesem Rahmen entstandene Buch „Degrowth in Bewegung(en) – 32 Wege zur sozial-ökologischen Transformation“ (oekom Verlag) stellt 32 verschiedene Bewegungen und Initiativen vor, die alle soziale, ökologische und demokratische Alternativen entwickeln und leben.

Eine Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen in Kooperation mit attac, Netzwerk Grundeinkommen, Initiative Bedingungsloses Grundeinkommen – Initiative in der Bremischen Evangelischen Kirche BGE.BEK, Heinrich-Böll-Stiftung Bremen, Stadtbibliothek Bremen, Friedenskirche Humboldtstraße Bremen im Rahmen der Veranstaltungsreihe 10. Internationale Woche des Grundeinkommens.

Schwarze Kämpfe ~ Kämpfe der Migration ~ Dekolonisierung

Podiumsgespräch und Vernetzung
Samstag, 24. Juni 2017, von 15 bis 18 Uhr in Bremen
DGB-Haus, Bahnhofsplatz 22, 28195 Bremen

Schwarze Kämpfe und Kämpfe der Migration wurden und werden in Deutschland von zahlreichen Gruppen mit unterschiedlichen Perspektiven, Strategien, Zielen und Ansatzpunkten geführt:
gegen Abschiebungen, für ein Bleiberecht für alle, für gerechte Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen, gegen Residenzpflicht, für Bewegungsfreiheit, gegen rassistische Polizeikontrollen und Polizeigewalt, für die Aufklärung rassistischer Verbrechen und Morde, für Frauenrechte, für queere Räume, gegen die Unterbringung in Lagern, für Wahlrecht und politische Mitbestimmung, gegen Antisemitismus, für Zugehörigkeit, für die doppelte Staatsbürgerschaft, gegen Alltagsrassismus, für die Erinnerung und Entschädigung kolonialer und nationalsozialistischer Gewalt, für Dekolonisierung…

In der Veranstaltung soll ein kleiner Ausschnitt dieser vielfältigen Kämpfe von Schwarzen Menschen, Refugees, People of Colour, Migrant*innen… zum Thema werden. Aktivist*innen verschiedener Gruppen, die in Deutschland in den letzten 25 Jahren aktiv waren, kommen zusammen, um über ihre Kämpfe zu sprechen. Es soll um die Geschichte(n), Unterschiede und Gemeinsamkeiten verschiedener Kämpfe gegen Rassismus gehen und deren Verbindung zur Dekolonisierung. Es sollen Mechanismen von Mehrfachdiskriminierung thematisiert und durch die Reflektion gesellschaftlicher Machtverhältnisse mögliche wirksame Gegenstrategien hervorgehoben werden. Was können wir aus den Erfahrungen für aktuelle und zukünftige Auseinandersetzungen lernen?

Mit:

  • LLanquiray Painemal von der Respect Initiative Berlin für die Rechte von Migrantinnen in der bezahlten Haushaltsarbeit
  • Mbolo Yufanyi von The Voice Refugee Forum
  • Nadine Golly von der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland, Team Homestory Deutschland, Schwarzes Kollektiv für Empowerment und rassismuskritische Bildung
  • Regina Kiwanuka von der Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen
  • NN, einer Aktivistin von Women in Exile
  • Moderation: Nissar Gardi vom Projekt empower – Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt

Der Veranstaltungsort ist barrierefrei zugänglich. Kinderbetreuung wird organisiert.
Übersetzung auf Englisch und Französisch wird organisiert, für andere Sprachen kontaktieren Sie uns bitte unter decolonize_bremen@posteo.de

Motiv Decolonize Bremen

Decolonize Bremen www.decolonizebremen.com

Im Rahmen der Ausstellung Homestory Deutschland – Schwarze Biographien in Geschichte und Gegenwart vom 31. Mai bis 1. Juli in der unteren Rathaushalle Bremen.
VeranstalterInnen: Bündnis Decolonize Bremen in Kooperation mit ADA – Arbeitsstelle Antidiskriminierung in der Arbeitswelt und der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Das Flugblatt zur Veranstaltung (DE/EN) als PDF zum Download: Flyer_24_6-2017.

Zapatismo actual

¡Zapatismo actual! Die Rebellion der zapatistischen Befreiungsbewegung in Chiapas/Mexiko
Buchvorstellung und Gespräch mit Lutz Kerkeling
Dienstag, 16. Mai 2017, um 19:30 Uhr in Bremen
Kommunikationszentrum Paradox, Bernhardstr. 12, 28203 Bremen

Die zapatistische Bewegung ist seit ihrem bewaffneten Aufstand im Januar 1994 mit ihrer konkreten Selbstverwaltung, die sich anschließend in Teilen des mexikanischen Bundesstaates Chiapas entwickelte, ein wichtiger Bezugspunkt für linke Kämpfe weltweit geworden. Für eine aktuelle Einschätzung soll es um folgende Fragen gehen:
– Wie steht es heute um die emanzipatorischen Autonomieprozesse in den zapatistischen Regionen?
– Welche Schwierigkeiten, welche Fortschritte gibt es?
– Wie ist ihr aktuelles Buch “Das kritische Denken angesichts der kapitalistischen Hydra” zu verstehen?
– Welche Vorschläge bringen sie ein, um Menschen und Umwelt eine solidarisch-ökologische Perspektive zu bieten?
– Wie können die Debatten und Praktiken der Zapatistas die außerparlamentarischen linken Organisationsprozesse in Europa und weltweit inspirieren?

Der Referent und Autor Lutz Kerkeling von der Gruppe B.A.S.T.A. Münster, organisiert im Ya-Basta-Netz, wird die Kämpfe unserer Compañer*s Zapatistas in vielen Kontexten vorstellen.

¡Zapatismo actual! Die Rebellion der zapatistischen Befreiungsbewegung in Chiapas/Mexiko

Eine Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen in Zusammenarbeit mit dem Feliz-Plenum Bremen und der Chiapas-Gruppe Bremen.

Kritik des Linkspopulismus – Die postmoderne Querfront am Beispiel ihrer Vordenker_innen Chantal Mouffe und Ernesto Laclau

Diskussionsveranstaltung mit Ingo Elbe am 31.03.17 um 19.00 Uhr
Galerie K´/ Alexanderstr. 9b / 28203 Bremen

Reihe intros. Einführungen in kritische Gesellschaftstheorie

Chantal Mouffes Begriff des Politischen und ihre zusammen mit Ernesto Laclau erarbeitete ‚postmarxistische‘ Theorie des Populismus sind in aller Munde. Linkspopulistische Bewegungen wie Syriza oder Podemos betrachten Laclau und Mouffe gar als ihre Vordenker_innen. Der Vortrag stellt ihren – in weiten Teilen der Linken akzeptierten – Erklärungsansatz für den Aufstieg des Rechtspopulismus und ihre linkspopulistische Gegenstrategie dar. Es wird gezeigt, dass sowohl die politikwissenschaftliche Diagnose als auch die Strategievorschläge von einer irrationalistischen Gesellschaftstheorie abhängig sind. Diese entnehmen Laclau/Mouffe weitgehend den Abhandlungen des faschistischen Rechtsphilosophen Carl Schmitt. Unter anderem mit Bezug auf Laclau/Mouffe bildet sich derzeit weltweit auf akademischer und politischer Ebene eine ideologische Querfront. Ingo Elbe stellt Akteur_innen, Elemente und Argumentationsstrategien dieser Querfront vor und unterzieht sie einer Kritik.

Dr. Ingo Elbe ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Privatdozent an der Carl von Ossietzky- Universität Oldenburg. Letzte Publikationen: Paradigmen anonymer Herrschaft. Politische Philosophie von Hobbes bis Arendt. Würzburg 2015; „Politische Macht, Faschismus und Ideologie. Ernesto Laclaus Auseinandersetzung mit Nicos Poulantzas“. In: A. Hetzel (Hg.): Radikale Demokratie. Zum Staatsverständnis von Chantal Mouffe und Ernesto Laclau. Baden-Baden 2017.

Eine Veranstaltung von associazione delle talpe in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen.

Der Veranstaltungsort ist barrierefrei zugänglich, die Toilette leider nicht.

„Sanctuary City“ – Zufluchtsstadt für Menschen ohne Papiere

Vortrag und Diskussion mit Ayesha Basit und Nathan Prier aus Toronto
Mittwoch, 22. Februar 2017, um 19 Uhr in Bremen
Lagerhaus (Kioto), Schildstraße 12, 28203 Bremen

In der aktuellen politischen Lage der Asylrechtsverschärfungen und zunehmenden rassistischen Hetze gegen Geflüchtete, berichten antirassitische Aktivist_innen aus Kanada von ihren Erfolgen mit dem Konzept der „Sanctuary Cities“. Das Konzept sieht vor, dass sich Kommunen verpflichten, Geflüchtete und MigrantInnen ohne Papiere zu schützen und ihnen gleichberechtigten Zugang zu kommunalen Leistungen wie Bildung oder Gesundheitsversorgung zu gewähren. In den USA und Kanada gibt es bereits etliche Städte, in denen es umgesetzt wird.

Nathan Prier und Ayesha Basit sind AktivistInnen bei „No One Is Illegal Toronto“ haben das „Solidarity City Movement“ in Toronto mit gegründet, das 2013 die erste Richtlinie Kanadas für die Errichtung einer städtischen Schutzzone durchsetzen konnte. Wir wollen gemeinsam mit den beiden diskutieren, ob und inwiefern sich Anknüpfungspunkte für die Situation bei uns bieten könnten und wir aus ihren Erfahrungen lernen können.

Vortag auf Englisch, mit Übersetzung auf Deutsch.
Eine gemeinsame Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen und der Interventionistischen Linken (IL) Bremen.

flyer_sanctuary_city_toronto

Sanctuary City – Cities of refuge for people without papers

Event with Ayesha Basit and Nathan Prier from Toronto
Wednesday 02/22/2017 – 19 h
Lagerhaus (Kioto), Schildstraße 12 Bremen

In the current political situation, with increasingly severe asylum laws and racist hate-speech against refugees, antiracist activists from Canada tell us about their success with the concept of „Sanctuary Cities“. The concept intends, that municipalities commit themselves to protect migrants and people without papers and to provide them with an equal access to municipal services like education or health care. The concept is already implemented in a lot of cities in the United States and Canada.

Nathan Prier and Ayesha Basit from „No One Is Illegal Toronto“ are co-founders of the „Solidarity City Movement“ in Toronto that could push through the demand for the establishment a municipal zone of protection in Toronto. We want to discuss with them, if there are similarities to the situation in Germany and Bremen and if we can learn from their experiences.

Event in english (with translation into german).
A joint event of Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen and Interventionistische Linke (IL) Bremen.

Und sie bewegt sich doch…

Progressive soziale Bewegungen und ihr Einfluss auf die internationale institutionelle Politik
Buchvorstellung und Diskussion mit Birgit Daiber, sowie Gespräch mit Doris Achelwilm
Dienstag, 14. Februar 2017, um 19 Uhr in Bremen
Kulturzentrum Kukoon, Buntentorsteinweg 29, 28201 Bremen

Die neuen progressiven sozialen Bewegungen sind seit den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts immer wieder Impulsgeber für politische Veränderungen gewesen. Sie unterscheiden sich von politischen Parteien durch ihre zeitliche und/oder thematische Begrenztheit, ihren Anspruch auf Basis-Demokratie, und sie sind transnational bzw. international verortet. Ihr Erfolg ist aber zugleich auch ihr Scheitern: Weder können sie Erfahrungen generieren noch längerfristige Konzepte gesamtgesellschaftlicher Emanzipation verfolgen.

Birgit Daibers Buch „Und sie bewegt sich doch…“ erzählt über die 68er-Bewegungen, die Frauen-, Umwelt-, Friedensbewegungen und die Antiglobalisierungsbewegungen. Es versucht, ihre Spezifik darzustellen und die gegenseitige Beeinflussung zwischen den Bewegungen und der institutionellen Politik der Europäischen Union und der UNO aufzuzeigen. Das Buch skizziert die Europäisierung der Gewerkschaftsbewegungen. Ausgerechnet der großen „alten“ Schwester der progressiven sozialen Bewegungen gelang es trotz der großen nationalen Unterschiede eine genuin transnationale europäische Organisation – den Europäischen Gewerkschaftsbund – zu schaffen, der seit seiner Gründung 1973 den Kampf um die soziale Dimension Europas aufgenommen hat. Es bleibt die Frage, wie sich eigentlich die politischen Parteien zu den progressiven sozialen Bewegungen und zur Transnationalisierung verhalten.

Titel Birgit Daiber „Und sie bewegt sich doch…“

Unrast-Verlag 2017

Birgit Daiber (Jg. 1944) hat an einigen der progressiven sozialen Bewegungen teilgenommen, angefangen mit der 68er Bewegung. Immer wieder hat sie sich auch auf dem traditionellen politischen Parkett bewegt: als Abgeordnete im Europa-Parlament, als Mitglied der Grundsatzkommission der ehemaligen PDS oder auch als Figur des politischen Stiftungswesens in Brüssel, wo sie bis 2012 das Europa-Büro der Rosa-Luxemburg-Stiftung aufbaute. Sie hat vor allem in ihrer Berliner Zeit (1982-2007) einige der herausragenden Berliner Frauen- und Bildungsprojekte mit aufgebaut und arbeitete als Expertin für soziale Stadtentwicklung in Europa.
Doris Achelwilm ist Bremer Landessprecherin der Partei DIE LINKE. und arbeitet als Pressesprecherin der Linksfraktion in der Bremischen Bürgerschaft.
Moderation: Norbert Schepers, RLS Bremen

Eine Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen.

Der Termin dieser Veranstaltung wurde mit der Veranstaltung mit Birgit Daiber am 16. Februar 2017 getauscht.

Syrien: Ein Aufstand gegen das Unmögliche

Informations- und Diskussionsabend mit Stimmen aus Syrien
Montag, 19. Dezember 2016, um 18 Uhr in Bremen
Kommunikationszentrum Paradox, Bernhardstr. 12, 28203 Bremen

Seit fast sechs Jahren werden die Menschen in Syrien getötet, verfolgt, ausgehungert und vertrieben. Wie hat sich die Lage entwickelt? Was ist der Hintergrund dieser humanitären Katastrophe?
Mit Beiträgen von SyrerInnen, die an den Massenprotesten teilgenommen hatten.

Plakat VA 19.12.2016 Ein Aufstand gegen das Unmögliche

Eine Veranstaltung im Rahmen des Open Monday 16 bis 20 Uhr im Kommunikationszentrum Paradox, vom Bremer Bündnis Equal Rights for all in Zusammenarbeit mit der Rosa-Luxemburg-Intitiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen.
Zuvor wird gemeinsam gekocht und es kann etwas Warmes gegessen werden.

Das Flugblatt zur Veranstaltung als PDF zum Download: Flyer VA 19.12.2016 Ein Aufstand gegen das Unmögliche

Der diskrete Charme der radikalen Linken oder: Sind 20 Jahre Pause genug?

Buchvorstellung und Gespräch mit Rehzi Malzahn u.a.
Freitag, 30. September 2016, um 19:30 Uhr in Bremen
BDP Haus, Am Hulsberg 136, 28205 Bremen

Das Buch „dabei geblieben“ von Rehzi Malzahn zeichnet Wege des Älterwerdens innerhalb der radikalen Linken nach. Tatsächlich dürften sich aber viel mehr Menschen irgendwann aus den verschiedensten Gründen aus der „Szene“ verabschieden und ihr den Rücken kehren. ‎ Mit der Autorin, „Ausgestiegenen“ und politisch Aktiven suchen wir die Diskussion.

Wo verorten sich ehemalige GenossInnen gegenüber der radikalen Linken? Haben die damaligen Kämpfe noch eine Bedeutung für sie? Haben sie heute Ressourcen, die sie früher nicht hatten und die sie teilen können und wollen?  Welche biografischen Stufen nutzen radikale Linke, um sich aus Zusammenhängen zu  verabschieden? Und wie lässt sich politische Arbeit so gestalten, dass Aktive trotz veränderter Lebensrealitäten dabei bleiben?

Diese und weitere Fragen möchten wir mit der Autorin als einer „Dabeigebliebenen“, einem „Ausgestiegenem“ und weiterhin aktiven AktivistInnen diskutieren.

Flyer Antifa-Cafe "Der diskrete Charme der radikalen Linken oder: Sind 20 Jahre Pause genug?"

Eine Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen in Kooperation mit dem Antifa-Café Bremen.

Konsumkritik – subversive Praxis oder kapitalistische Selbstoptimierung?

Diskussionsveranstaltung mit Lydia Jakobi und Ulrich Schuster
Freitag, 21. Oktober 2016, 19.00 Uhr
Kulturzentrum Kukoon, Buntentorsteinweg 29, 28201 Bremen

Reihe intros. Einführungen in kritische Gesellschaftstheorie

Lebensmittel aus ökologischer Landwirtschaft, vegetarische und vegane Kost, fair gehandelte Produkte, sauberer Strom, Tauschbörsen und Aufrufe zum Shoppingverzicht – der Trend geht zum kritischen Konsumbewusstsein. Längst hat Konsum- und Wachstumskritik die Nischen des politischen Aktionismus und der Subkultur verlassen. Die 2014 in Leipzig durchgeführte degrowth-Konferenz wurde nicht nur von etablierten Stiftungen und staatsnahen Bildungseinrichtungen unterstützt, es kamen auch Tausende, um dabei zu sein. Doch worauf zielt eine Bewegung, deren Aufrufe zum Maßhalten und Verzicht die ohnehin gestressten Individuen zu mehr Selbstkontrolle anhalten? Was kommt heraus, wenn sich die Kritik nicht gegen Standortkonkurrenz und Mehrwertproduktion wendet, sondern glaubt das kapitalistische Wachstumsmonster durch „Widerstand gegen sich selbst“ und gelebte Utopien besänftigen zu können? Gegenüber der Aufmotzung der als Spektakel daherkommenden Konsumkritik zur Befreiungsperspektive ist Skepsis angebracht. Dem Unbehagen an den negativen Folgen der kapitalistischen Warenwelt für den Menschen und dem Wunsch, nachhaltig zu leben, lässt sich aber angesichts der Produktion von Giftmüll und minderwertigen Lebensmitteln sowie im Wissen um den Raubbau an Naturressourcen auch nicht jegliches kritisches Potential absprechen.

Lydia Jakobi und Ulrich Schuster sind Mitglieder im Roten Salon, einer Veranstaltungsgruppe des Conne Island in Leipzig. Der Rote Salon versteht sich als Ort linker Selbstkritik und beschäftigte sich in der Vergangenheit unter anderem mit der Geschichte des Arbeiterliedes, der Rezeption des 17. Juni in der Linken sowie mit dem Mythos „Linkes Zentrum“.

Eine Veranstaltung von associazione delle talpe in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen.

Der Veranstaltungsort ist barrierefrei zugänglich.

 

Linke Strategien in Zeiten des Rechtspopulismus

Vortrag von Thomas Seibert mit anschließender Diskussion mit Kai Wargalla und Felix Pithan
Freitag, 1. Juli 2016, um 19 Uhr in Bremen

Kulturzentrum Lagerhaus, Schildstraße 12-19, 28203 Bremen, KIOTO-Saal (1. Stock)

In kurzer Zeit ist den RechtspopulistInnen in Europa offenbar das gelungen, woran die gesellschaftliche Linke seit Jahrzehnten scheitert. In fast allen europäischen Ländern organisieren rechte Kräfte massiven Protest, prägen den medialen Diskurs und nehmen teilweise erheblichen Einfluss auf politische Entscheidungen. Infolgedessen schwinden einst wirksame Tabus. In sozialen Medien und auf der Straße bricht sich offener Rassismus Bahn – Hass und Gewalt sind an der Tagesordnung. Eine Antwort auf diese dramatische Entwicklung ist die gesellschaftliche Linke bislang schuldig geblieben. Die von linken AkteurInnen geführten Auseinandersetzungen verbleiben zumeist auf der Ebene von Abwehrkämpfen. Die Formulierung eines gemeinsamen Projekts, das breitenwirksam und schlagkräftig genug wäre, um der rechten Aufkündigung des gesellschaftlichen Konsenses eine linke Offensive entgegenzusetzen, steht bisher aus.

Gemeinsam aufstehen; RLS Büro Brüssel http://de.rosalux.eu/themen/solidaritaet-und-emanzipation/gemeinsam-aufstehen/

Gemeinsam aufstehen; RLS Büro Brüssel

Der schlagende Erfolg der AfD bei den letzten Landtagswahlen hat gleichwohl dazu geführt, dass wieder verstärkt Strategiedebatten geführt werden. Wie lässt sich der rechte Erfolg erklären, braucht es möglicherweise einen linken Populismus und was lässt sich von SYRIZA, Podemos oder von der französischen Streikbewegung lernen – das sind einige der zentralen Fragen, um welche die aktuellen Diskussionen kreisen. Die Veranstaltung soll zu dieser Debatte über die strategische Ausrichtung der Linken in Zeiten des Rechtspopulismus einen Beitrag leisten.

Referent:
Thomas Seibert (Frankfurt am Main) ist Philosoph und Autor, Mitarbeiter von medico international, Vorstandssprecher des Instituts Solidarische Moderne (ISM) und seit vielen Jahren politischer Aktivist, unter anderem auch in der Interventionistischen Linken.

Thomas Seibert, Institut Solidarische Moderne

Thomas Seibert schrieb zum Thema dieser Veranstaltung den Artikel „Nach Athen, im Kampf um die Grenzen, nach Paris, von unterwegs: Erste Notizen zum Plan A einer neuen Linken (nicht nur) in Deutschland (Dezemeber 2015), der auch als PDF verfügbar ist.

Ergänzung:
Ebenfalls zum Thema der Veranstaltung der Aufruf des ISM „Mit der Demokratie neu beginnen – Gegen die Politik der Angst, für eine Politik der Hoffnung!“

Es kommentieren und diskutieren mit Thomas Seibert und dem Publikum:

Kai Wargalla ist Landessprecherin der Partei Bündnis 90/DIE GRÜNEN in Bremen, hat Occupy London mitgegründet und zeitweise Occupy Wall Street mitorganisiert.

Felix Pithan ist Landessprecher der Partei DIE LINKE. in Bremen, Mitglied bei ver.di und war in der Vergangenheit an zahlreichen außerparlamentarischen Kampagnen beteiligt, unter anderem in der internationalen Bewegung für Klimagerechtigkeit.

Moderation: Andreas Schindel und Norbert Schepers, Rosa-Luxemburg-Stiftung Bremen.

Eine Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen.
Eintritt frei; Einlass ab 18:30 Uhr.

Das Flugblatt zur Veranstaltung als PDF zum Download: 1606 Flyer Veranstaltungen Karawane & Strategien.

Die Bleibenden. Wie Flüchtlinge Deutschland seit 20 Jahren verändern

Buchpräsentation und Gespräch mit Christian Jakob (Autor) und Sunny Omwenyeke (The Voice Refugee Forum)
Freitag, 3. Juni 2016, um 19:30 Uhr in Bremen
DGB-Haus, Bahnhofsplatz 22-28, 28195 Bremen

„Wegbereiter der ‚Willkommenskultur‘ war nicht Merkel – es waren die Flüchtlinge selbst“

2015 zählten die deutschen Behörden 1.091.894 eintreffende Geflüchtete. Die Zahl der fremdenfeindlichen und rassistischen Angriffe erreichte einen Höchststand, doch gleichzeitig entstanden unzählige Willkommensinitiativen. Der Journalist Christian Jakob beschreibt in seinem jüngst erschienenen Buch, wie tiefgreifend sich Zivilgesellschaft und staatliche Institutionen in Deutschland seit dem sogenannten Asylkompromiss von 1993 verändert haben. Das, so seine These, ist auch das Werk der Geflüchteten selbst. Mit jahrzehntelangen Protesten haben sie ihre Isolation durchbrochen und eine überfällige Modernisierung Deutschlands zum Einwanderungsland vorangetrieben. Und dieser Prozess, so Jakob, ist nicht wieder umkehrbar. Aus seiner jahrelangen Beschäftigung mit den Themen Migration und Asyl zieht er den Schluss, dass der Flüchtlingspolitik nichts anderes übrig bleiben wird, als die Realität der Migration endlich zu akzeptieren: „Wer den Zugang zu diesem Land wieder verschließen will, wird scheitern.

In der Veranstaltung werden auch Sunny Omwenyeke und weitere FlüchtlingsaktivistInnen sprechen, die in dem Buch portraitiert sind. Sunny Omwenyeke gehört zur ersten Generation der 1994 in Thüringen gegründeten Flüchtlingsselbstorganisation The Voice Refugee Forum. Er wird insbesondere über das Spannungsverhältnis zwischen der Flüchtlingsselbstorganisierung und einer „Willkommenskultur“ sprechen, die auf Hifleleistung und funktionale Integration zielt.

Eine Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen in Zusammenarbeit mit Afrique-Europe-Interact, der Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen (Bremen) und ADA – Arbeitsstelle Antidiskriminierung in der Arbeitswelt.

Mit Keynes für Deutschland – Zur Kritik an Keynesianismus, Nationalismus und Querfrontstrategien

Diskussionsveranstaltung mit Thomas Ebermann (Hamburg)
Samstag, 04. Juni 2016, 19.00 Uhr
Kulturzentrum Kukoon, Buntentorsteinweg, 28201 Bremen

Ausgerechnet das Eintreten des britischen Ökonomen John Maynard Keynes für eine schonende Behandlung des Deutschen Reiches nach dessen Niederlage im Ersten Weltkrieg dient in der Debatte über die griechische Schuldenkrise manchen Linken als positives Beispiel. Durch die Versailler Verträge – so die nationalistische Legende – ist Deutschland vor knapp 100 Jahren derart brutal bestraft worden, dass die Sieger des Ersten Weltkriegs sich über die Folgen nicht wundern durften, jedenfalls gehörig mit Schuld hatten… „an Hitler“. Da auch die Alliierten manchmal aus der Geschichte lernen, belohnten sie die Deutschen nach 1945 mit Marschall-Plan und Schuldenkonferenz. Heute muss, wer Einwände gegen die deutsche Regierungspolitik erhebt – sagen wir zum Thema Griechenland – alles vermeiden, was nach Schädigung Deutschlands klingen könnte. Deutschlands Belastbarkeit, sein Staatshaushalt, seine „Steuerzahler_innen“ samt ihren Gefühlen und noch vieles mehr werden so zur Prämisse staatsfrommer Keynesianer_innen. Von links wie von rechts.

Thomas Ebermann referiert über die historischen Debatten um den Versailler Vertrag und seine Konsequenzen sowie die daran anknüpfenden aktuellen Krisendiskussionen. Er formuliert dabei eine Kritik an Keynesianismus, Nationalismus und Querfrontstrategien, die nie allein taktische Gründe haben, sondern immer auf partiellen inhaltlichen Übereinstimmungen basieren.

Eine Veranstaltung von associazione delle talpe in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen.

Der Veranstaltungsort ist barrierefrei zugänglich.

 

Sexismus und Selbstermächtigungsstrategien im Fußball

Diskussionsveranstaltung
Montag, 26. November 2015, 18.30 Uhr
Haus der Jugend, Rheinstraße 109, 25750 Bremerhaven


Obwohl Gleichberechtigung heute kein Fremdwort mehr ist und Frauen scheinbar ihren Platz im Stadion gefunden haben, zeigt sich oft genug ein anderes Bild: Der Vortrag wird sich anhand verschiedener Beispiele mit der Problematik von Sexismus im Fußball- und Stadionkontext beschäftigen. Es wird den Fragen nachgegangen, in welcher Form Frauen an unterschiedlichsten Standpunkten mit Vorurteilen und Abwertungen entgegengetreten wird, wie und warum aber auch gegnerischen Fans, Teams oder Schiris gerne sexistische und homophobe Sprüche an den Kopf geknallt werden. Was das alles mit gesellschaftlichen Bildern von Geschlecht zu tun hat und welche Möglichkeiten Fans bereits gefunden haben, um Beleidigungen, Abwertungen und einem unangenehmen Klima entgegenzuwirken, wird an diesem Abend herausgearbeitet.

Eine Veranstaltung im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Politik im Stadion – Was soll das?“

Eine Veranstaltung von Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen in Kooperation mit den Falken Bremerhaven.

Antifaschismus im Stadion – Zum Umgang mit Nazis in der Kurve

Diskussionsveranstaltung
Mittwoch, 18. November 2015, 19.30 Uhr
Haus der Jugend, Rheinstraße 109, 25750 Bremerhaven

Duisburg, Braunschweig, Aachen und aktuell auch in Bremen: Rechte Strukturen und Nazihools sind in deutschen Stadien keine Einzelfälle und werden immer wieder zum Problem. Drohungen und gewalttätige Übergriffe gegenüber anderen Fans und Antifaschist_innen sind hier Alltag. An drei Beispielen soll aufgezeigt werden, wie Neonazis im Fußball Fuß fassen konnten und wie die jeweiligen Fanszenen, Fanprojekte und Vereine darauf reagierten. Anschließend wollen wir gemeinsam diskutieren.

Ein Workshop im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Politik im Stadion – Was soll das?“

Eine Veranstaltung von Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen in Kooperation mit den Falken Bremerhaven.

Die Subkultur der Ultras: 24/7 unpolitisch?

Workshop
Samstag, 14. November 2015, 14.00 – 18.00 Uhr
Haus der Jugend, Rheinstraße 109, 25750 Bremerhaven

Die Ultrabewegung gilt als die attraktivste und größte jugendliche Subkultur in Deutschland. Vor allem beim Fußball, aber auch beim Eishockey, organisieren sich vorwiegend junge Menschen in Gruppen, um den jeweiligen Lieblingsverein zu unterstützen. Auf den Support bei Sportereignissen wollen Ultras aber nicht reduziert werden. Ultra zu sein sei eine Lebenseinstellung, wird häufig behauptet. Außerdem legen viele Ultras großen Wert darauf, ihre Fankurve „unpolitisch“ zu halten und wollen ihren Aktivismus dementsprechend nicht als „politisch“ verstanden wissen.
Der Frage, was diese Subkultur ausmacht, gehen wir im Rahmen des Workshops nach. Wir setzen uns mit den Ursprüngen der Ultrabewegung auseinander und werfen einen Blick auf die Entwicklung der deutschen Ultraszene. Dabei beschäftigen wir uns sowohl mit Fanszenen, die sich als eindeutig politisch darstellen, als auch mit vermeintlich unpolitischen Ultragruppen.

Ein Workshop im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Politik im Stadion – Was soll das?“

Eine Veranstaltung von Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen in Kooperation mit den Falken Bremerhaven.

*Die Revolution der Frauen in Rojava*

Veranstaltung für Frauen*Lesben*Inter*Trans

Diskussionsveranstaltung mit Meike Nack
Donnerstag, 22. Oktober 2015, 19.30 Uhr
Infoladen, St. Paulistr. 10.12, 28203 Bremen

Meike Nack, eine Mitarbeiterin der Stiftung der Freien Frauen* in Rojava (mit Sitz in Qamislo) gibt einen Einblick in die alltägliche Organisierung der Frauen* und berichtet über die gesellschaftliche Situation der Frauen* und Kinder und den Einfluss des Krieges auf die Bevölkerung. Sie wird erzählen, wie Frauen* sich gemeinsam engagieren, um entgegen der Brutalität des Krieges und der patriarchalen Gesellschaft eine neue Gesellschaft aufzubauen. Zudem wird eine Vertreterin der PYD (Partei der Demokratischen Union in Syrien) über die aktuelle Situation berichten.

Eine Veranstaltung von  F.L.O.P. in Kooperation mit Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Initiative in Bremen.

„Organisieren, um zu gewinnen: Handwerkszeug für die politische Arbeit“

Wochenendseminar mit Jana Seppelt und Tashy Endres
Samstag/Sonntag, 05. bis 06. Dezember 2015
Jugendbildungsstätte LidiceHaus, Weg zum Krähenberg 33 a, 28201 Bremen

Wer kennt das nicht: Jenseits von „unterschreib doch hier“ oder „tritt doch ein“ oder „komm doch zur Veranstaltung“ setzt linke Politik noch viel zu oft auf reine Aufklärung. Das Ergebnis sind Kampagnen, Aktionen und Initiativen, denen es an politisch Aktiven fehlt, die erfolgreiche Politik machen. „Organize to win“, der Titel eines bereits 1998 erschienenen Buches von Kate Bronfenbrenner zu nachbarschaftlichen Organisationsformen wurde daher der provokante Slogan dieses neuen Seminarangebots der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Ziel des Workshops ist ein kompakter Einblick in die Denkweise und Methoden des Organizing zu bekommen, wie sie bereits im gewerkschaftlichen Feld wie auch im Community Organizing seit Jahren erfolgreich praktiziert werden. Der Transfer in den konkreten politischen Alltag wird durch ausgeprägte Übungsphasen gesichert.

Gerade Linke sind Organizing gegenüber oft skeptisch. Diese Tools sind bloß was für Gewerkschaften, nicht links, weil sie nicht die ganze Gesellschaft in den Blick nehmen oder Organizing sei das Mittel gewesen, mit dem Obama die Wahl gewonnen habe, sind nur einige der Argumente. Selten ist bekannt, dass Organizing aus der kommunistischen Tradition und der Arbeiterbewegung entstanden ist. Im Community Organizing – getragen von kleinen Gruppen von Betroffenen – wird bewusst eine Antwort auf den neoliberalen Generalangriff auf die Arbeits- und Lebensbedingungen der Mehrheit der Menschen formuliert. Besonderes Augenmerk wird im Workshop auf den Ansatz des transformativen Organizing gelegt, der konkrete Politik vor Ort mit der Entwicklung von grundlegenden gesellschaftlichen Alternativen verbindet.

Mit den Werkzeugen des Organizing Politik zu machen, heißt nicht nur kurzfristige Aktionen, sondern längerfristige (Selbst-)Organisierung anzustoßen und dazu beizutragen, die gesellschaftlichen Verhältnisse nach links zu verschieben, zu lernen, zuzuhören und politische Konfrontationen verbal, fröhlich-offensiv zu führen.

Organize! (Quelle: Pixabay)

Organize! (Quelle: Pixabay)

Zeitrahmen: Samstag (05.12.2015) von 11 bis 18 Uhr und Sonntag (06.12.2015) von 9 bis 15 Uhr

Bitte meldet Euch bis zum 25. November 2015 unter matting@rosalux.de an. Die Teilnehmendenzahl ist auf 15 Personen begrenzt.

Veranstalterin: Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen in Kooperation mit der Akademie für Politische Bildung der RLS.

Das Flugblatt zur Veranstaltung 1512 Seminar Organizing als PDF zum Download.

Mamas and Papas, Reproduktion und Pop.

Buchvorstellung und Diskussion mit Lukas Böckmann (Leipzig)
Freitag, 06.11.2015, 17.00 Uhr
Kukoon, Buntentorsteinweg 29, 28201 Bremen

Wer die Verantwortung für ein unmündiges und geistig wie körperlich völlig ausgeliefertes Wesen zu übernehmen bereit ist, wird in den meisten Fällen sein bisheriges Leben erheblich umstellen müssen. Das bringt oft gemischte Gefühle mit sich, wird man doch von allen Seiten her beständig mit Schaumworten wie Flexibilität, Unabhängigkeit und der völlig gegenstandslosen individuellen Freiheit eingerieben. Sich – gerade während der ersten Jahre – in eine selbstgewählte Abhängigkeit zum Kind und möglicherweise weiteren Elternteilen zu begeben, seine dem Druck der marktwirtschaftlichen Verwertung mühsam abgerungene Freizeit nicht mehr der Muße, der Zerstreuung oder nächtlichen Eskapaden, sondern der Reproduktion zu widmen, mag da manches Mal so erscheinen, als fräße das Kind einen auf. Über Fressen und Gefressenwerden, Familie und das schwierige Verhältnis von linker Subkultur und Kindern spricht Lukas Böckmann, Herausgeber des Sammelbandes The Mamas and the Papas. Reproduktion, Pop und widerspenstige Verhältnisse.

Lukas Böckmann arbeitet als Historiker, ist Redakteur der Zeitschrift Phase 2 und schreibt gelegentlich für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften.

Eine Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen.

Testcard #24 Bug Report: Digital war besser. Das schnelle Altern der digitalen Ästhetik – Mit Filmen von Samuel Beckett und Carl Wiemers Kritik des Digitalen

Diskussionsveranstaltung mit Radek Krolczyk (Bremen)
Donnerstag, 10. September 22015, 20.00 Uhr
Galerie K´- Zentrum Aktuelle Kunst, Alexanderstr. 9b, 28203 Bremen

Die Abendveranstaltung stellt die aktuelle Ausgabe des jährlich im Mainzer Ventil Verlag erscheinenden Popkultur-Magazins testcard vor. Insbesondere wird es um den Beitrag des Hamburger Kulturkritikers Carl Wiemer gehen, der anhand der Fernsehfilme des Schriftstellers Samuel Beckett die Neuerungen der digitalen Ästhetik in Frage stellt. In testcard #24 „Bug Report: Digital war besser“ werden allgemein emanzipatorische und regressive Aspekte der sogenannten Neuen Medien diskutiert. Im Editorial heißt es: „In sub- und gegenkulturellen Kreisen gibt es ein Klagen, das weit über die Kritik an der Datensammlung durch Regierungen, Geheimdienste und Medienkonzerne oder mickrigen Spotify-Einnahmen hinausgeht. Von »digitaler Erschöpfung« ist da die Rede oder von »kommunikativem Kapitalismus«, von einer Verschränkung von Liberalismus und Kybernetik, der Herrschaft der Algorithmen oder vom »fucking Internet«. Zeit für eine Bestandsaufnahme jenseits von kalifornischer Ideologie und »Disruption«, aber ausdrücklich nicht auf der Seite derjenigen, die mit aller Macht ihren Einfluss von den alten Medien in die neuen herüberretten wollen. Vielleicht sprechen wir letztlich über ein altes Problem: Was ist die Basis, was der Überbau, wie verhalten sie sich zueinander? Das Sprechen über Digitalisierung und das Netz fällt uns vielleicht deshalb schwer, weil die Form von Technologie nicht ohne ihren polit-ökonomischen und sozialen Rahmen zu denken ist. Oder sind ein anderes Computing und ein anderes Netz möglich?“ Carl Wiemer formuliert in seinem Text eine Kritik der Ästhetik des Digitalen und attackiert hierin den Nimbus des Neuen. Er schreibt: „Der Argwohn gegen die seit Beginn der neunziger Jahre umlaufenden Theorien der neuen Medien richtet sich nicht zuletzt gegen das eschatologische Tremolo ihrer auftrumpfend gestimmten Reden, das so manchem Aufschneider eigen ist. Ihre Metaphern wirken immer eine Spur zu großartig, so, als seien ihre Vertreter von den eigenen Postulaten nicht recht überzeugt. Die Gesellschaft der Theoretiker der elektronischen Medien hat durch ihr Imponiergehabe etwas Kompromittierendes. Man fühlt sich wie in Begleitung einer zu grell aufgeputzten Dame, denn man weiß nur zu gut, dass, was ihr heute die Aufmerksamkeit aller sichert, sie bereits in der kommenden Saison zum Gespött machen wird.

Eine Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen in Kooperation mit der Galerie K´- Zentrum Aktuelle Kunst.

Feministische, theologische und sozialethische Aspekte zum Grundeinkommen

Diskussionsveranstaltung mit Ina Praetorius (Wattwil, Schweiz) und Ronald Blaschke (Netzwerk Grundeinkommen, Dresden)
Montag, 16. November 2015, 19 Uhr
Gemeindehaus Unser Lieben Frauen, Ecke Schwachhauser Ring 61 / Bürgermeister-Schoene-Str., 28213 Bremen

BefürworterInnen behaupten, ein bedingungsloses Grundeinkommen wirke auf mehrfache Weise emanzipatorisch. Zu den finanziellen Wirkungen kämen solche hinzu, die in der gegenwärtigen Situation einen Kulturimpuls, ja sogar einen Bruch mit der herrschenden „Kultur“ bedeuten würden. Je nach Beurteilung der wesentlich vom Neoliberalismus geprägten Entwicklungen in der (westlichen) Welt werden die mit einem BGE verbundenen emanzipativen Aspekte als Gefahr oder Chance gesehen. Ein bedingungsloses Grundeinkommen könnte feministische und die an Menschenrechten und Gerechtigkeit orientierten sozialethischen Interessen deutlich unterstützen. Würde es sich auch als ein Kristallisationskern für das Gemeinsame der kritischen Bewegungen anbieten?

Update 12.11.2015: Ronald Blaschke musste leider aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig absagen, die Veranstaltung findet mit Ina Praetorius statt.

Eine Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen in Kooperation mit Attac AG Genug für Alle Bremen und weiteren Initiativen im Rahmen der 8. Internationalen Woche des Grundeinkommens.