test„Auto Mobil Krise“ – LUXEMBURG Heft 3/2010 ist da

Die Kultur des Automobilismus bleibt nahezu ungebrochen. Diese Krise scheint vorüber, die Verkaufszahlen boomen. Nun wollen die Hersteller in Europa und Nordamerika die Produktion von Autos verdoppeln, den Export weiter steigern. Mit gleichem Ziel erwachsen ihnen machtvolle Konkurrenten in China und Indien. Die notorischen Überkapazitäten werden nicht abgebaut, die Konkurrenz intensiviert. Global Player wie Daimler oder VW behaupten sich gut in der globalen Konkurrenz, ,zuhause‘ bauen alle seit Jahrzehnten Beschäftigung ab. Sichert die Strategie des ,Wettbewerbskorporatismus‘ noch Gute Arbeit? Das Ausspielen von Standorten, Arbeitsintensivierung und Leiharbeit prägen das Bild in den Hochburgen der Autoindustrie. Das Go Green soll nun neue Perspektiven eröffnen – doch sind damit wirklich mehr Jobs und ein Schutz der Umwelt verbunden? Oder soll z.B. mit Elektroautos und Hybridfahrzeugen nur der alte Weg individueller Mobilität mit verändertem Antrieb fortgeführt werden? Wenn Länder wie China oder Indien ein dem Westen vergleichbares Niveau der Automobilisierung erreichen, kollabiert das Klima – eine andere Art der ,Überproduktionskrise‘, die in Megastädten wie Mumbai, Shanghai oder Istanbul nicht nur zu Verkehrsinfarkten führen wird. An den Problemen und Strukturen des Individualverkehrs, seiner erschreckend hohen Zahl von Toten und Verletzten, der rasch wachsenden Verkehrsdichte, der Versiegelung der Böden, des wachsenden Verbrauchs von zum Teil hoch giftigen und seltenen Ressourcen wie Lithium ändert dies wenig. LUXEMBURG diskutiert Kämpfe und Strategien in der globalen Automobilindustrie, Einsteige in eine sozial-ökologische Konversion und Wirtschaftsdemokratie, Probleme eines gerechten Übergangs, Alternativen postfossiler und öffentlicher Mobilität und die Kultur und Lebensweise des Automobilismus. Autoren sind Gewerkschafterinnen und Betriebsräte, Ökoaktivistinnen, lokale Initiativen, Menschen aus soziale Bewegungen, Wissenschaft und Politik.

Inhaltsverzeichnis

Editorial

Kapital-Strategien
Rainer Rilling: Time to say goodbye
Catherine Lutz und Anne Lutz Fernandez: United States of Automobiles: Kultur und Geschlecht der Mobilität
Jayne Holsinger: Women Drivers
Folke Köbberling und Martin Kaltwasser: Crushed Cayenne
Holm-Detlev Köhler: Daimler: Neue Profit-Strategien
Stephan Kaufmann: Boom 2010 – Ende oder neue Runde der globalen Autokrise?
Magdalena Bernaciak, Vera Scepanovic: Wechselnde Strategien – Integration von Ostmitteleuropa in den europäischen Automarkt
Winfried Wolf: »Da sitzest jetzt Du, Öltank!«Zur Materiellen Basis der Autogesellschaft
Antje Blöcker: Greening Strategies – Wo bleibt die Arbeit?
Tobias Schulze: Elektroautos – klimafreundliche Mobilität oder Schmieröl für die Subventionsmaschine?
Raúl Zibechi: Schlacht ums Lithium
Oliver Pye: Agrotreibstoffe und Ernährungssouveränität – Transnationale Konflikte
Sozial-ökologische Konversion
Bernd Röttger: Konversion!? Strategieprobleme beim Umbau kapitalistischer Produktion
Hilary Wainwright und Andrew Bowman: Lucas Combine – Erfahrungen mit betrieblicher Konversion
Ulla Lötzer: Industriepolitische Offensive – Konversion, Zukunftsfonds, Wirtschaftsdemokratie
Stefan Krull: Radikale Arbeitszeitverkürzung – Zwischen Traum und Albtraum
Eric Mann: Organizing in den Bussen von Los Angeles – Gegen Rassismus, Klassenherrschaft und für Geschlechtergerechtigkeit
Maureen D. Taylor: »This is about class analysis«
Mobil ohne Öl
Sabine Leidig: Besser verkehren – Solidarische Alternativen für Mobilität
ZAK: »TüBus umsonst!« – Für ein Grundrecht auf Mobilität
Klaus Gietinger: Utopie einer autobefreiten Gesellschaft
Class&Care
Gabriele Winker: Care Revolution – Ein Weg aus der Reproduktionskrise
Shahra Razavi: Sorgearbeit global
Bill Fletscher: Baseball und die schwarze Arbeiterklasse in den USA
Jenny Brown: Für eine linke Partei in den USA
Thomas Ponniah: US-Sozialforum in Detroit – Erschließung des Lokalen

Weitere Texte, Infos und Bestellungen unter www.zeitschrift-luxemburg.de

Das Heft begleitet die internationale Konferenz Auto.Mobil.Krise vom 28.-30.Oktober in Stuttgart. Mehr dazu unter http://www.auto-mobil-krise.de/

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