testKriegsgefangenenlager Sandbostel – die Transformation eines verdrängten Ortes

Montag, 4. Februar 2008, 19.30 Uhr, Kulturzentrum paradox, Bernhardstr. 12, 28203 Bremen

Veranstaltung mit Andreas Ehresmann, Projektkoordinator Dokumentations- und Gedenkstätte Lager Sandbostel, im Rahmen der Reihe „Antifaschistische Perspektiven des Erinnerns“

Von 1939 bis 1945 bestand nahe dem niedersächsischen Dorf Sandbostel (60 km nördlich von Bremen) ein Kriegsgefangenenlager. 1 Mio. Kriegsgefangene und Internierte durchliefen das Lager. Ab Mitte April 1945 wurden auch 10.000 Häftlinge aus dem KZ Neuengamme dort untergebracht. Zwischen 8.000 und 50.000 Menschen starben insgesamt in Sandbostel.
Nach der Befreiung wurde das ehemalige Lager als britisches Internierungslager, dann als Gefängnis, als Lager für DDR-Flüchtlinge, später als Bundeswehrdepot und seit 1974 als Gewerbegebiet nachgenutzt. An das Kriegsgefangenen- und KZ-Auffanglager mochte am historischen Ort niemand denken. Das Gedenken wurde delegiert auf eine nahe „Kriegsgräberstätte“, wo die Toten des Stalag X B Sandbostel (Stalag X B = Kriegsgefangenen-Mannschafts-Stammlager B im Wehrkreis X) bestattet sind.
Erst ab Anfang der 80er Jahre forderten lokale Initiativen eine Gedenkstätte. Nach fast 25 Jahren Bemühen führte schließlich 2004 eine stark emotionalisierte öffentliche Kontroverse zur Gründung der Stiftung Lager Sandbostel.

In dem Vortrag werden die Geschichte des Kriegsgefangenen- und KZ-Auffanglagers, die Nachnutzung und die gegenwärtige Situation dargestellt.

HINWEIS: Am 10. Februar findet eine Fahrt nach Sandbostel statt, siehe www.rosa-luxemburg.com/?p=117


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