testInternationalistische Perspektiven auf den Klimawandel (Seminar)

Seminar des BUKO (Bundeskoordination Internationalismus), Bremen 18. bis 19. April 2009

Seit Frühjahr 2008 gibt es innerhalb der Bundeskoordination Internationalismus den Arbeitsschwerpunkt soziale Ökologie (ASSÖ), der im Rahmen dieses Seminars internationalistische Perspektiven auf den Klimawandel diskutieren und entwickeln möchte. Im Sommer 2008 fand auch in Deutschland ein erstes Klimacamp statt, überall wird diskutiert, publiziert, blockiert. Das zeigt: Das Interesse am Thema Klimawandel bzw. allgemeiner an ökologischen Themen ist auf einmal auch in der Linken (wieder) groß. Doch zugleich zeigt sich auch, dass noch eine Menge Diskussionsbedarf bleibt. Denn auch wenn über die große Richtung eines linken Perspektive Klarheit herrscht, so bleiben doch bisher viele Fragen offen: Was unterscheidet eine linke Position zum Klimawandel von den Ansätzen der Regierungen, der Umweltverbände? Welche Rolle spielen in unseren Diskussionen die Bedürfnisse der Menschen, welche die „Natur“? Wie gehen wir mit den Fakten um, die uns die Naturwissenschaften zum Klimawandel liefern? Und wie mit dem herrschenden Klima-Diskurs als Legitimations- und Befriedungsstrategie? Dieser Diskussionsbedarf zeigt sich auch deutlich in einer Forderung, die in letzter Zeit häufig aus der Linken zu hören war: Der Klimawandel soll (auch) aus einer internationalistischen Perspektive betrachtet werden. Unzweifelhaft gibt es im globalen Süden zahlreiche Kämpfe, die eine mehr oder weniger enge Verbindung zum Klimawandel besitzen, sei es gegen Großprojekte zur Stromerzeugung, für Nahrungsmittelsouveranität oder Vertreibung; zugleich ist bereits heute deutlich, dass ein zunehmend enger Zusammenhang besteht zwischen den Folgen des Klimawandels und verschiedenen Formen von Migration. Wie aber kann auf diese Kämpfe konkret Bezug genommen werden, wo gleichen sich die Forderungen und Analysen in Nord und Süd – und wo hingegen gehen sie von ganz anderen Grundsätzen aus, widersprechen sich gar? Was also bedeutet es tatsächlich, eine internationalistische Perspektive auf den Klimawandel einzunehmen? Diese Frage – nach der internationalistischen Perspektive des Klimawandels – wollen wir auf dem Seminar diskutieren. Dabei soll es sowohl auf die unterschiedliche Betroffenheit durch und Verantwortung für den Klimawandel zwischen Nord und Süd eingegangen werden wie auch auf die (möglichen) Verbindungslinien zwischen Klimawandel und verschiedenen Kämpfen im Süden. Ein weiterer Schwerpunkt soll der Zusammenhang von Klima und Entwicklung sein, ebenso soll die unheilvolle Allianz von Klima und Sicherheit/Militarisierung thematisiert werden, die inzwischen in Nord wie Süd in die Diskussion und die Praxis bezüglich des Klimawandels eingegangen ist. Im Anschluss an das Seminar in Meuchefitz im Februar 2008 wollen wir damit Raum und Zeit geben für grundlegende Diskussionen, die im (Bewegungs-)Alltag häufig zu kurz kommen. Zugleich soll das Seminar auch Raum geben, die diskutierten Fragen durch die Möglichkeit zur Planung und Vernetzung in die Praxis mitzunehmen – sei es bei Diskussionen über mögliche Interventionen von links beim Klimagipfel in Kopenhagen 2009 oder bei den Vorbereitungen für den nächsten Buko-Kongress, der vom 21.-24. Mai 2009 in Lüneburg stattfindet und auf dem das Thema Klima ebenfalls eine Rolle spielen soll.

Veranstalter: BUKO in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung

Anmeldung: mail(ätt)@buko.info


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