testVölkisches Denken in Ungarn: „Ein irrsinniges Gewaltpotenzial“

Freitag, 3.12. 2010, 20.00 Uhr, Infoladen Bremen, St. Pauli Str. 10, 28203 Bremen

Vortrag und Diskussion mit Magdalena Marsovszky

Bei den ungarischen Wahlen im April 2010 konnte die völkische Partei ‚Fidesz-Bürgerliche Union‘ 53 Prozent der abgegebenen Stimmen auf sich vereinen und hat bei den Kommunalwahlen am 3. Oktober einen weiteren erdrutschartigen Sieg erzielt. Ihr Vorsitzender Viktor Orbán mischt geschickt rechtspopulistische mit extrem rechten Positionen. Dass die rechtsradikale, offen antisemitische und antiziganistische Partei „Jobbik“ bei den letzten Parlamentswahlen als drittstärkste Kraft mit knapp 17 Prozent ins Parlament kam, ist alles andere als Zufall, ist doch Orbán sozusagen der ideologische Ziehvater des Chefs von Jobbik, Gábor Vona. Ihre Ideologien liegen nicht weit voneinander entfernt,beide erheben Forderungen für eine ‚Volksgemeinschaft des Magyaretums‘ in einem ‚Großungarn‘. Zum System Jobbik gehören zudem gewaltbereite Milizen, eine Gewerkschaft im Innern der Polizei, eine eigene Volkshochschule, in dem entgegen des ‚judeobolschewistischen Lehrmaterials wahre magyarische Geschichte‘ gelehrt wird.Verbale und offensive Attacken gegen Jüd_innen, Linke und Homosexuelle prägen mittlerweile den Alltag. Allein 2008 und 2009 wurden 9 Roma von Neonazis ermordet. Ursachen für diesen Rechtsschub, Hintergründe für die breite Akzeptanz menschenfeindlicher Ideologien in Ungarn, die Bilder und Mythen die bedient werden, aber ebenso demokratische Gegenstrategien sollen Thema der Veranstaltung sein.

Die Kulturwissenschaftlerin Magdalena Marsovszky ist im Vorstand des Villigster Forschungsforums zu Nationalsozialismus, Rassismus und Antisemitismus e.V. (forschungsforum.net), arbeitet zu Antisemitismus und völkische Ideologien und lebt in Budapest und München.

Eine veranstaltung in Kooperation mit dem Antifaschistisches Komitee und Avanti Bremen.


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