Perspektivlosigkeit und Aufbruch in der spanischen Provinz Galicien

Dis­kus­si­ons­ver­an­stal­tung mit Lo­re­na Cue­vas (Mit­glied der CNT), Berta Vega (So­zi­al­ar­bei­te­rin im Raum Ou­r­en­se), Gra­cie­la Rojo Al­ber­te (Mit­glied der „Iz­quier­da Unida“)

Samstag, 30. März 2013, 14.00 – 18.00 Uhr 

BDP-Haus, Am Hulsberg 136, 28205 Bremen
5 Mi­nu­ten – genau so lange wurde 1983 als eine Ak­ti­on gegen Auf­rüs­tung bun­des­weit die Ar­beit nie­der­ge­legt. Es war das erste und letz­te Mal, dass in der Bun­des­re­pu­blik so etwas wie ein „Ge­ne­ral­streik“ auch nur an­satz­wei­se statt­fand. 48 Stun­den – so lange ist die Ge­schich­te des Ge­ne­ral­streiks des Jah­res 2012 in Spa­ni­en. Am 29. März und 14. No­vem­ber stand das wirt­schaft­li­che Leben des Lan­des still; das so­zia­le und po­li­ti­sche Leben je­doch war vol­ler Auf­ruhr, Span­nung und Hoff­nung. Was in Deutsch­land nur als Be­gleit­erschei­nun­gen des immer glei­chen Kri­sen­pa­la­vers der Re­gie­run­gen über die Bild­schir­me flim­mert, ist für diese Men­schen un­mit­tel­ba­rer Teil ihres Le­bens ge­wor­den: Die Wut und die Ver­zweif­lung auf­grund der Ver­hält­nis­se, die Ent­schlos­sen­heit und Zu­ver­sicht im Hin­blick auf die zu füh­ren­den Kämp­fe.
Die Be­we­gun­gen, die unter der Chiff­re „M29“ am 29.3. 2012 in den ers­ten Ge­ne­ral­streik mün­de­ten, hat­ten ihren Aus­gangs­punkt in re­gio­na­len Ar­beits­nie­der­le­gun­gen im Bas­ken­land und in Ga­li­ci­en. Hier, in Ga­li­ci­en, spie­gelt sich der fa­cet­ten­rei­che, wi­der­sprüch­li­che und um­kämpf­te Cha­rak­ter der spa­ni­schen Ge­sell­schaft ex­em­pla­risch wie­der: In­dus­tri­el­le Groß­städ­te mit einer rei­chen Kul­tur der so­zia­len Be­we­gun­gen tref­fen auf re­ak­tio­nä­re Dorf­ge­mein­schaf­ten, ka­tho­li­scher Dog­ma­tis­mus auf einen kämp­fe­ri­schen Fe­mi­nis­mus, Kos­mo­po­li­tis­mus auf ge­leb­ten Re­gio­na­lis­mus und Na­tio­na­lis­mus – und all dies unter den Be­din­gun­gen einer sich wei­ter zu­spit­zen­de Wirt­schafts­kri­se. In dem ak­tu­el­len Pro­zess der Re-Po­li­ti­sie­rung wei­ter Krei­se der ga­li­ci­schen Ge­sell­schaft ver­lau­fen die Gren­zen dabei oft un­scharf zwi­schen den ver­schie­de­nen Grup­pen, kommt es zu un­hei­li­gen Al­li­an­zen, trot­zi­gen Al­lein­gän­gen und schwe­ren Aus­ein­an­der­set­zun­gen.
An­läss­lich des Jah­res­ta­ges des Be­ginns der Ge­ne­ral­streik­be­we­gung in Spa­ni­en haben wir drei Ge­nos­sin­nen aus Ga­li­ci­en ein­ge­la­den, die in den Be­rei­chen So­zia­le Ar­beit, ba­sis­de­mo­kra­ti­sche Ge­werk­schafts­be­we­gung und po­li­ti­sche Bil­dung tätig sind. An­hand von kur­zen, wech­seln­den Work­shops wer­den sie uns ihre Sicht auf die Ver­hält­nis­se nä­her­brin­gen.

Eine Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen in Kooperation mit dem M31 Bündnis Bremen und dem Autonomen Feministischen Referat der Universität Bremen und den Landesstiftungen der RLS in Schleswig-Holstein und Hamburg.

Wei­te­re Infos: http://vivircontracrisis.blogsport.de