testSoundlectures mit/über Beats, Gender, Postkolonialität und MusikMachDinge

Sound lectures mit Johannes Ismaiel-Wendt, Anna Froehlicher und Sebastian Kunas
Donnerstag, 3. April, um 20:00 Uhr , Paradox, Berhardstr. 12, 28203 Bremen

Gibt es die Schlüsselkonzepte postkolonialer Studien in Drum Maschinen? Was repräsentiert der eindringliche, stete Puls des Metronoms? Und wie reproduziert sich Geschlecht im Design des DJ Equipments? Die Musiker_Innen, Kulturwissenschaftler, Performerinnen Sebastian Kunas, Anna Froelicher und Johannes Ismaiel-Wendt präsentieren drei Medienvorträge mit, durch/über Beats, Sounds und MusikMachDinge.

tracks n treks. Delinking AfricC:

Johannes Ismaiel-Wendt baut einen 30 Jahre alten Yamaha Drum Computer und einige Effektgeräte als Repräsentationskritik-Maschine auf. Er dekonstruiert in einem live Mix mit Vortrag exemplarisch Presets über Ethnizität, Rasse und Geschlecht in Klanggeneratoren sowie Köpfen. Wider den kolonialen Exzess der Kategorisierung zielt sein permanentes Spiel mit Beats, Sounds und Metaphern auf De-Naturalisierung. In seiner Soundlecture stellt er zeitgenössische Musikästhetik und das Denken in tracks als popmusikalische alternative Kulturkonzeption vor.

Dawn of a New Species:

Anna Froelicher beschäftigt sich in ihrer Performance Lecture „Dawn of a new Species“ mit DJ Equipment. Sie fragt nach der Wirkungsmacht des Designs, als Affektbeziehung zwischen Mensch und Maschine. Es wird untersucht, inwiefern gesellschaftliche Kategorien wie Mann/Frau und Mensch/Nicht-Mensch durch die spezifische Inszenierung von DJ Mixern – von Promovideos bis Oberflächendesign – (re-)produziert werden. Die Lecture versucht, eine Sprache für ein „dumpfes Gefühl“ zu finden, das die Dinge auf den ersten Blick starr, unscharf und unantastbar erscheinen lässt.

Métro Nómos:

Sebastian Kunas setzt sich in seiner Sound Lecture mit dem MusikMachDing Metronom auseinander. Mit der Frage nach dem Wesen des steten Pulses entstehen Bezüge zur Sozialisierung von Körperlichkeit, zu Machtbeziehungen, zur ästhetischen Normierung und zum gesellschaftlichen Begehren nach Disziplinierung, Taktung und Kontrolle. Im Kontext kritischer Theorie und ästhetischer Rückkopplungen bewegt sich die Sound Lecture von einer subjektiven in eine kollektive Perspektive und zurück.

Eine Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen.

 

 


Themen:

Twitter