Sorginak, Putak, Terroristak – Hexen, Huren, Terroristinnen
Gewalt und Folter gegen Frauen* im baskischen Konflikt
Vortrag und Gespräch mit Olatz Dañobeitia Ceballos
Sonntag, 11. Oktober 2026 um 15 Uhr in Bremen, im Sielwallhaus im Steintor-Viertel
Körperliche Gewalt und Folter waren ein zentrales Mittel des spanischen Zentralstaates gegen die baskische Unabhängigkeitsbewegung. Studien schätzen derzeit, dass es seit 1960 im Rahmen des baskischen Konflikts zu mehr als 5.000 Fällen von Folter gekommen ist, darunter viele gegen Frauen, etwa 900.
Die systematische Folter politischer Gefangener wurde lange Zeit vom spanischen Staat vertuscht, der eine Auseinandersetzung mit diesem Thema verhinderte. Die politische Gewalt gegen Frauen in diesem Konflikt wurde zudem durch eine männlich geprägte Perspektive verschleiert.
Genau hier setzt Olatz Dañobeitia Ceballos an: Sie konzentriert sich auf die spezifische Gewalt, die die gefolterten Frauen erlitten haben, die im bewaffneten Konflikt im Baskenland gekämpft haben. Ausgehend von ihrer Doktorarbeit analysiert sie in ihrer empirischen Forschung, welche Rolle geschlechtsspezifische Gewalt als politische Gewalt im baskischen Konflikt gespielt hat. In ihrer Forschung gibt sie den Betroffenen eine Stimme und macht ihre Erfahrungen sichtbar und nutzbar für die heutigen feministischen Bewegungen.
Der Vortrag findet ab 16 Uhr im Rahmen der Gefangenenschreibwerkstatt unter dem Motto „Gefangenen schreiben – die Isolation durchbrechen“ statt. Materialien zum Briefe schreiben sind vor Ort vorhanden.
Olatz Dañobeitia Ceballos ist Soziologin an der Universität des Baskenlandes (UPV/EHU) und engagierte sich aktiv in der baskischen Unabhängigkeitsbewegung, wodurch sie unter der politischen Gewalt des spanischen Staates litt. Aus diesem Grund wurde sie mehrfach verhaftet und verbrachte mehr als sechs Jahre im Gefängnis.
Veranstalter:innen:
Gefangenenschreibwerkstatt Bremen und Rosa-Luxemburg-Initiative – Rosa-Luxemburg- Stiftung Bremen

