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SUMMARY:Die Blutfabrik - Warum Rosendünger Tierblut enthält und Zigarettenfilter auch
DESCRIPTION:Buchvorstellung und Diskussion mit Mia Landwehr\nFreitag\, 21. Juni 2024\, um 19 Uhr in Bremen\, Galerie K‘ im Ostertor-Viertel \nSilbern glänzend\, inkognito: Etwa 120 Tanklaster randvoll mit frischem Tierblut fahren Tag für Tag über deutsche Straßen. Wohin? Und warum? Was wird mit dem Blut angestellt? Egal\, wie man sich ernährt – vegan\, vegetarisch oder fleischhaltig: Die Antworten betreffen alle. Dieses Heft entlarvt\, was in Blutfabriken passiert und in welchen Produkten – oft unbekannterweise – Blut in die Verbraucherkette zurücksickert. \nMira Landwehr hat Geschichte und Germanistik studiert. Sie lebt und schreibt in Hamburg. aufdemnachttisch.de \n»Landwehr […] hat ihre Rechercheergebnisse mit der gebotenen Nüchternheit aufgeschrieben\, dabei aber erfreulicherweise nicht auf Anschaulichkeit verzichtet. […] Nebenbei lernt der Leser noch so einiges dazu: über die Geschichte der Schlachthöfe; darüber\, wie viel Ressourcen verbraucht werden\, um ein Kilo Rindfleisch herzustellen; über staatliche Subventionen und die Bedingungen\, unter welchen im Kapitalismus sogenannte Nutztiere gezüchtet und gehalten werden. […] Die Berliner Künstlerin Jill Senft hat zu der Broschüre die passenden Illustrationen beigesteuert\, die einen gelungenen Kontrast bilden zur beklagenswerten Realität des hier Berichteten.« Thomas Blum im nd\, 2.4.2024 \nMaroVerlag \nMira Landwehr: Die Blutfabrik. Warum Rosendünger Tierblut enthält und Zigarettenfilter auch\nMaroHeft #13\, 36 Seiten Fadengeheftet\, ISBN 978-3-87512-628-0\, Maro Verlag\, Augsburg\nOriginaldruckgraphiken und Plakat von Jill Senft \nJill Senft arbeitet als Künstlerin und Illustratorin in Berlin. Sie malt für diverse Magazine und für Ausstellungen – meistens analog. jillsenft.com \nEine Veranstaltung der Galerie K‘ und der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen.
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SUMMARY:Vom Pogrom zur „Poetic Justice“
DESCRIPTION:Vortrag und Diskussion mit Jonathan Guggenberger\nDonnerstag\, 23. Mai 2024\, um 19 Uhr in Bremen\, Galerie K‘ im Ostertor-Viertel \nBekundeten nach den Pogromen der Hamas am 7. Oktober einige Kulturinstitutionen in Deutschland ihre Solidarität mit Israel\, verhielt sich die Gemengelage abseits staatstragender Akteure in Kunst und Kultur entgegengesetzt: In einer Flut an offenen Briefen\, Social Media-Posts\, TV-Auftritten und Protesten gingen Künstler\, Kuratorinnen\, Filmemacherinnen und Schriftsteller mit Israel ins Gericht – und gerierten sich im gleichen Atemzug als Opfer von Zensur eines dunkeldeutschen Schattens über dem Kulturbetrieb: der pro-israelischen Cancel Culture. Was lange Zeit als rechtskonservative Paranoia verhandelt wurde\, hat derzeit Konjunktur in einer Kulturszene\, die sich selbst als links und progressiv versteht. \nDoch woher rührt der Reflex\, sich selbst als Opfer politischer Zensur zu sehen? Wie begründet ist die Angst vor diesem neuen „McCarthyismus“ und ist die BDS-Resolution des Bundestages wirklich das richtige Instrument\, um Antisemitismus in Kunst und Kultur Einhalt zu gebieten? \nJonathan Guggenberger studierte Bildende Kunst\, Film- und Politikwissenschaft in Berlin. Er forschte zu ästhetischen Strategien politischer Mobilisierung in den sozialen Medien und Antisemitismus auf TikTok\, u. A. an der Hebrew University in Jerusalem. Als Kulturjournalist und Autor von fachwissenschaftlichen Publikationen schreibt er über digitale Bildkulturen\, Erinnerungspolitik und Antisemitismus in Kunst und Kultur\, u.a. für taz\, Der Freitag und für den Tagesspiegel. \nPortrait Jonathan Guggenberger (privat) \nArtikel zum Thema:\nAbwege des Aktivismus in der Kunst: Vom Pogrom zur „Poetic Justice“. In der Kunstszene steht politischer Aktivismus hoch im Kurs. Warum sind allein die Palästinenser das Objekt der Begierde? (taz) \nVeranstalter:innen:\n Galerie K‘\, Rosa-Luxemburg-Initiative – Rosa-Luxemburg-Stiftung Bremen und das Junge Forum in der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Bremen/Unterweser \n 
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SUMMARY:Gegen den Geist des Sozialismus. Anarchistische und kommunistische Kritik der Judenfeindschaft in der KPD zur Zeit der Weimarer Republik
DESCRIPTION:Diskussionsveranstaltung mit Olaf Kistenmacher\nDonnerstag\, 16. Mai 2024\, um 19 Uhr in Bremen\, in der Galerie K‘ im Ostertor-Viertel \n\n\nAntisemitismus in der politischen Linken wurde nicht erst nach 1945 zum Thema. Die Kritik daran ist so alt wie die Sache selbst. In der Weimarer Republik waren es ehemalige Gründungsmitglieder der KPD wie Franz Pfemfert oder Anarchosyndikalisten wie Rudolf Rocker\, die die antisemitische Agitation während des Schlageter-Kurses kritisierten. Mitte der 1920er Jahre warnte Clara Zetkin auf dem Parteitag der KPD vor judenfeindlichen Stimmungen an der Basis. 1929 erschien im Zentralorgan der um Heinrich Brandler und August Thalheimer gebildeten KPD-Opposition eine der ersten radikalen Kritiken des Antizionismus der KPD. Mit ihrer Kritik knüpften die anarchistischen und kommunistischen Linken an Interventionen von Rosa Luxemburg oder Leo Trotzki an und reflektierten zugleich die Entwicklung in Russland nach der bolschewistischen Revolution. Marx’ Anspruch\, »alle Verhältnisse umzuwerfen\, in denen der Mensch ein erniedrigtes\, ein geknechtetes\, ein verlassenes\, ein verächtliches Wesen ist«\, schloss für sie den Kampf gegen Antisemitismus auch in den eigenen Reihen mit ein. Ihre Kritik kam nicht nur Jahrzehnte vor der innerlinken Debatte über Antisemitismus von links\, Luxemburg und Pfemfert nahmen auch Argumente der späteren antinationalen und antideutschen Linken vorweg. \n\n\n\nOlaf Kistenmacher arbeitet als Buchautor und Journalist. Er promovierte mit der Studie Arbeit und »jüdisches Kapital«. Antisemitische Aussagen in der KPD-Tageszeitung Die Rote Fahne während der Weimarer Republik. Mit Hans-Joachim Hahn gab er die beiden Sammelbände Beschreibungsversuche der Judenfeindschaft heraus\, die sich mit der Antisemitismusforschung vor 1945 beschäftigen. \n\n\nça ira-Verlag\, Freiburg 2023 \n\n\nOlaf Kistenmacher: »Gegen den Geist des Sozialismus«\nAnarchistische und kommunistische Kritik der Judenfeindschaft in der KPD zur Zeit der Weimarer Republik. ça ira-Verlag\, Freiburg 2023 \nEine Veranstaltung von associazione delle talpe\, Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen und Partnerschaft für Demokratie Bremen.
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SUMMARY:Vom Pogrom zur „Poetic Justice“
DESCRIPTION:Vortrag und Diskussion mit Jonathan Guggenberger\nDonnerstag\, 21. Dezember 2023\, um 19 Uhr in Bremen\, Galerie K‘ im Ostertor-Viertel\n \nBekundeten nach den Pogromen der Hamas am 7. Oktober einige Kulturinstitutionen in Deutschland ihre Solidarität mit Israel\, verhielt sich die Gemengelage abseits staatstragender Akteure in Kunst und Kultur entgegengesetzt: In einer Flut an offenen Briefen\, Social Media-Posts\, TV-Auftritten und Protesten gingen Künstler\, Kuratorinnen\, Filmemacherinnen und Schriftsteller mit Israel ins Gericht – und gerierten sich im gleichen Atemzug als Opfer von Zensur eines dunkeldeutschen Schattens über dem Kulturbetrieb: der pro-israelischen Cancel Culture. Was lange Zeit als rechtskonservative Paranoia verhandelt wurde\, hat derzeit Konjunktur in einer Kulturszene\, die sich selbst als links und progressiv versteht. \nDoch woher rührt der Reflex\, sich selbst als Opfer politischer Zensur zu sehen? Wie begründet ist die Angst vor diesem neuen „McCarthyismus“ und ist die BDS-Resolution des Bundestages wirklich das richtige Instrument\, um Antisemitismus in Kunst und Kultur Einhalt zu gebieten? \nJonathan Guggenberger studierte Bildende Kunst\, Film- und Politikwissenschaft in Berlin. Er forschte zu ästhetischen Strategien politischer Mobilisierung in den sozialen Medien und Antisemitismus auf TikTok\, u. A. an der Hebrew University in Jerusalem. Als Kulturjournalist und Autor von fachwissenschaftlichen Publikationen schreibt er über digitale Bildkulturen\, Erinnerungspolitik und Antisemitismus in Kunst und Kultur\, u.a. für taz\, Der Freitag und für den Tagesspiegel. \nPortrait Jonathan Guggenberger (privat) \nArtikel zum Thema:\nAbwege des Aktivismus in der Kunst: Vom Pogrom zur „Poetic Justice“. In der Kunstszene steht politischer Aktivismus hoch im Kurs. Warum sind allein die Palästinenser das Objekt der Begierde? (taz) \nDer Flyer zur Veranstaltung \nVeranstalter:innen:\n Galerie K‘\, Rosa-Luxemburg-Initiative – Rosa-Luxemburg-Stiftung Bremen und das Junge Forum in der Deusch-Israelischen Gesellschaft Bremen/Unterweser
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SUMMARY:Büchergespräch: Hartmut Robert Andryczuk\, Hybriden Verlag
DESCRIPTION:Gespräch mit Hartmut Robert Andryczuk\, Berlin\nDonnerstag\, 11. Mai 2023\, um 19 Uhr in Bremen\, Galerie K‘ im Ostertor-Viertel \nHartmut Robert Andryczuk gründete 1993 in Berlin einen Verlag für Subkultur und bildende Kunst. Seitdem erschienen im Hybriden Verlag mehr als 100 Bücher verschiedener Künstlerinnen und Künstler. Andryczuk editiert seine Bücher in schönen\, aufwendigen Kleinauflagen. Darunter sind Veröffentlichungen von Hermann de Vries\, Ullrich Woelk und Kinki Texas. Durch die Herausgabe der Schriften der Tödlichen Doris ist der Verlag mit Bremen und der Galerie K‘ eng verbunden. \nArtist Editions & Media from Hybriden-Verlag\, Berlin \nSiehe auch im Blog oder www.hybriden-verlag.de \nDiese Veranstaltung findet im Rahmen der Ausstellung Die Bücher der Künstler/innen statt. \nVeranstalter:innen:\nGalerie K‘\, Rosa-Luxemburg-Initiative – Rosa-Luxemburg-Stiftung Bremen \n 
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SUMMARY:Der Halle-Prozess
DESCRIPTION:Buchvorstellung und Gespräch mit Christina Brinkmann\, Arne Schmitt & Jakob Schreiter\nFreitag\, 3. Februar 2022\, um 19 Uhr in Bremen\, Galerie K‘ im Ostertor-Viertel (Verlegt von der Weberstraße in die Alexanderstraße)\n \nAm 9. Oktober 2019\, dem jüdischen Feiertag Jom Kippur\, griff ein Rechtsterrorist erst die Synagoge\, dann einen nahegelegenen Dönerimbiss in Halle (Saale) an. Im Laufe seines Anschlags ermordete er Jana Lange und Kevin Schwarze und verletzte und traumatisierte viele weitere in Halle und Wiedersdorf (Sachsen-Anhalt). Der Gerichtsprozess gegen den Täter im Jahr 2020 wurde durch die Protokolle einer Reihe von Aktivist_innen umfänglich dokumentiert. Die Dokumentation des Prozesses durch democ. Zentrum demokratischer Widerspruch wurde 2021 als Buch „Der Halle-Prozess: Mitschriften“ (2021) bei Spector Books veröffentlicht. \nIm zweiten Band „Hintergründe und Perspektiven“\, der im vergangenen Herbst erschien\, beleuchten verschiedene Autor_innen Aspekte und Hintergründe der Tat\, des juristischen Verfahrens und politischer/gesellschaftlicher Konsequenzen sowie Strategien gegen antisemitische\, rassistische und frauenfeindliche Gewalt. Arne Schmitt erarbeitete für diesen Band eine fotografische Serie mit dem Titel „Anmerkungen“. Diese wird er im Gespräch mit den Herausgeber_innen Christina Brinkmann und Jakob Schreiter vorstellen\, die wiederum detailliert Einblicke in Prozess und Inhalt der beiden Bände geben. \nChristina Brinkmann ist Kunstwissenschaftlerin und hat gemeinsam mit Valentin Hacken am Podcast »Halle nach dem Anschlag« für Radio Corax gearbeitet. Arne Schmitt ist Künstler; er beschäftigt sich mit den Mitteln von Fotografie und Film mit Geschichte und öffentlichem Raum. Jakob Schreiter arbeitet als Künstler und hat den Prozess gegen den Täter des Anschlags aktivistisch begleitet.\nZum Buch siehe spectorbooks.com. \nZwei Bücher zum Halle-Prozess \nVeranstalter:innen:\nGalerie K‘\, Rosa-Luxemburg-Initiative – Rosa-Luxemburg-Stiftung Bremen
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SUMMARY:Kubik/Weissinger: Wespen in der Geisterbahn
DESCRIPTION:Lesung und Gespräch mit Julia Kubik und Benjamin Weissinger\nSamstag\, 1. Oktober 2022\, um 19 Uhr in Bremen\, Galerie K‘ im Ostertor-Viertel\nDer Termin am 01.10. muss leider wegen Krankheit abgesagt werden! \nNeuer Termin: Freitag\, 4. November 2022\, um 19 Uhr in Bremen\, Galerie K‘ im Ostertor-Viertel \nAbendspaziergang eines Pärchens\, beide schreiten still nebeneinander\, er beargwöhnt sie von der Seite „…sag mal…mit was spielst du da in deiner Jackentasche immer rum?!“ (erschrocken\, ertappt) „Was? Ach…nur so.“ „Wie was\, nur so. Zeig doch mal.“ „Eric\, komm\, alles gut“ „Es ist wieder Senf oder?“ „…und wenn?!“ „Warum hast du denn jetzt immer SENF bei dir?!“ „Du hast Probleme…hab halt ein kleines Senfglas mit dabei\, spiele damit ein bisschen rum\, so what“ „Ja\, aber zuhause ja auch oft….ich würds nur so gerne verstehen. Ich hab da ja nichts gegen oder so“ „Ja dann ist doch gut“ (gehen ein Stück schweigsam weiter) „…ist das einfach so zum…“ „Eric…ich hab Senf dabei. Beruhige dich\, ok.“ „Ja\, ruhig bleiben. Wenn man sich nur wundert und keine vernünftige Antwort bekommt“ „…ich brauch das in Moment halt“ „…isst du ihn auch?“ „Nein. Ich hab ihn einfach dabei.“ „Ok. Ja du hast ja auch Recht\, alles halb so wild *lach“ „Eben“ (gehen wieder ein Stück) „Gibst du ihn mir auch mal?“ „Nein.“ \nEine Lesung zu Rollenbildern und Verhaltensmustern in der kapitalistischen Gesellschaft. \nTitelmotiv: Kubik/Weissinger Wespen in der Geisterbahn \nJulia Kubik sammelt Beobachtungen aus ihrem Alltag am Ostschweizer Provinzstadtrand und hält sie fest als Kurztexte\, Fotos oder Comics. Es sind sowohl mitgeschriebene Dialoge aus dem öffentlichen Raum und Fragmente aus diversen Chatverläufen\, als auch Traumsequenzen und Erfundenes. Oft geht es um Tiere und Infrastruktur. Zusammen mit Matthias Fässler hostet sie die Live-Talkshow „Kubik&Fässler-das Stadtgespräch“. 2021 erhielt sie den Förderpreis der St.Gallischen Kulturstiftung. \nBenjamin Weissinger hat vor einigen Jahren seine diversen\, angeblichen Jobs hingeschmissen und angefangen\, auf Facebook rund um die Uhr skurrile Miniaturen\, Gedichte und neue literarische Genres zu schaffen; die dazugehörigen Texte lassen sich mittlerweile auch in sechs Taschen- und E-Books nachlesen (es werden eher mehr als weniger). Der Autor mit Nähe zum Frankfurter Satire-Milieu („Titanic“) tritt bereits seit Jahren regelmäßig vor Publikum auf\, darunter eine Reihe von Lesungen mit der Bestseller-Autorin Paula Irmscher („Superbusen“). \nDiese Lesung in Bremen ist der Start einer Lesereise der beiden Autor*innen: Plakat Kubik Weissinger Lesetour 2022 (PDF Download). \nVeranstalter:innen:\nGalerie K‘\, Rosa-Luxemburg-Initiative – Rosa-Luxemburg-Stiftung Bremen
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SUMMARY:Die Antiquiertheit der Frau
DESCRIPTION:Vom Verschwinden des feministischen Subjekts\nBuchvorstellung und Diskussion mit Sara Rukaj\nSamstag\, 10. September 2022\, um 19 Uhr in Bremen\, Galerie K‘ im Ostertor-Viertel \nRund fünfzig Jahre nachdem die Frauen- und 68er-Bewegung sich die politische\, soziale und sexuelle Emanzipation auf die Fahnen geschrieben hat\, ist von diesen Versprechungen nur noch die Kümmerform eines geschlechterpolitischen Identitätenbaukastens geblieben\, aus dem sich die vereinzelten Individuen immer wieder neu zusammenflicken sollen. Die frohe Botschaft lautet fortan: Wir kennen keine Parteien\, Klassen\, Geschlechter mehr und setzen stattdessen auf den fluiden und zukunftstüchtigen Menschen im Flechtwerk seiner „kulturellen Beziehungen“. Auch alte Begrifflichkeiten werden abgelegt: in bemüht-progressiven Kreisen wird die Frau in Anführungszeichen geführt\, wenn sie nicht gleich hinter den Bezeichnungen FLINTA*\, „Person mit Uterus“ oder „Co-Elternsteil“ verschwindet. War man früher geübt in der Neutralisierung von Personen als Trägern einer spezifischen Funktion\, so lernen wir heute\, sie zu sexualisieren. Bei Männern\, die ungebrochen für den Normalfall stehen\, vollzieht sich dieser Prozess verallgemeinernd und unter Absehung ihrer eigentümlichen Männlichkeit. Frauen hingegen werden als relationales Gut betrachtet\, gewertet und fein säuberlich dekonstruiert\, bis nichts mehr von ihnen übrigbleibt. Nur wie möchte man künftig männliche und weibliche Rollen untersuchen\, wenn Geschlecht keinen realen Bezugspunkt hat? \nIn unsystematischen Essays thematisiert der Band Die Antiquiertheit der Frau – Vom Verschwinden des feministischen Subjekts (Edition Tiamat) Spielfelder progressiver Regression und sucht Antworten auf die Frage\, wie es dazu kommen konnte\, dass Bewegungen\, die einmal die sexuelle Emanzipation für sich proklamierten\, zu misogynen und homophoben Zivilgesellschaftsverbänden regredieren konnten\, die noch die archaischsten patriarchalen Praktiken innerhalb des Islams als kulturelle Andersartigkeit hofieren. Im Mittelpunkt stehen dabei die Erkenntnisse aus Psychoanalyse\, Kritischer Theorie und Sexualwissenschaften und die Geschichte der Zweiten Frauenbewegung\, deren Überaffirmation des „genuin“ weiblichen Erlebens und reaktionäre Öko-Romantik nur die Kehrseite der queer-feministischen Rebellion gegen die erste (Körper)-Natur ist. \nSara Rukaj\, 1992 in Wien geboren\, lebt in Frankfurt am Main und hat Literatur\, Philosophie und Psychologie studiert. Als freie Autorin schreibt sie u.a. für die Frankfurter Allgemeine Zeitung und die jungle World. \nSara Rukaj – Die Antiquiertheit der Frau (Edition Tiamat) \nVeranstalter:innen:\nGalerie K‘\, Rosa-Luxemburg-Initiative – Rosa-Luxemburg-Stiftung Bremen
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