{"id":10160,"date":"2022-11-29T16:10:45","date_gmt":"2022-11-29T15:10:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.rosa-luxemburg.com\/?p=10160"},"modified":"2023-04-24T17:22:45","modified_gmt":"2023-04-24T15:22:45","slug":"sorgende-staedte-care-arbeit-vergesellschaften-wo-sie-stattfindet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.rosa-luxemburg.com\/test\/news\/2022\/sorgende-staedte-care-arbeit-vergesellschaften-wo-sie-stattfindet\/","title":{"rendered":"Sorgende St\u00e4dte: Care-Arbeit vergesellschaften, wo sie stattfindet"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Konferenz in Bremen<br>Freitag, 20. bis Sonntag, 22. Januar 2023<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Leben ins Zentrum stellen! Diese Forderung feministischer Bewegungen ist so umfassend, wie die eskalierenden Krisen, denen sie begegnen m\u00fcssen. Immer mehr Menschen k\u00f6nnen ihren Alltag nur unter Stress bew\u00e4ltigen. Mitten in eine Krise der Daseinsvorsorge trifft die Pandemie gefolgt von Krieg, Inflation und explodierende Energie- und Lebensmittelkosten. Von der alles \u00fcberw\u00f6lbenden Klimakrise, die f\u00fcr viele auch Flucht bedeutet, ganz zu schweigen. Niedrige L\u00f6hne, entgrenzte Arbeit und steigende Mieten treffen Frauen in besonderer Weise. Auch, weil sie es sind, die zu Hause kompensieren, was durch kaputt gesparte soziale Infrastrukturen wegbricht. Nicht selten bedeutet hohe Sorgeverantwortung auch Armut und soziale Isolation.\u00a0<br><br>Was l\u00e4sst sich tun gegen die fortschreitende Inwertsetzung des Lebens? Wie k\u00f6nnte eine \u00d6konomie aussehen, die das Wohl der Vielen zum Ziel hat und jede Arbeit wertsch\u00e4tzt? Wie m\u00fcssen Institutionen aussehen, in denen wir demokratisch dar\u00fcber entscheiden, wie Sorgearbeit organisiert werden kann, und in denen eine Vielfalt von Bed\u00fcrfnissen zu ihrem Recht kommt?\u00a0<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Die neuen Formen von Ausbeutung und Landnahme, die ihre Spuren auch in den K\u00f6rpern von Frauen hinterlassen, macht die internationale Bewegung des feministischen Streiks seit 2017 zum Politikum. Von Lateinamerika ausgehend hat sie damit Massen mobilisiert. In Argentinien und Chile wird daran gearbeitet, diesen Impuls in integrale Care-Systeme zu \u00fcbersetzen, und in Spanien haben munizipalistische Stadtregierungen einen Umbau der Sorgeverh\u00e4ltnisse zum Kern kommunaler Politik gemacht. Hierzulande fehlt es noch an einem Projekt\u00bb, um ein solch umfassendes Programm in gangbare Schritte zu gie\u00dfen: Wie lassen sich sowohl konkrete Verbesserungen im Alltag erreichen als auch eine grundlegende Gesellschaftsver\u00e4nderung einleiten? Eine Strategie f\u00fcr das heute und morgen.\u00a0<br><br>\u00abSorgende St\u00e4dte\u00bb sind ein Vorschlag, der dort ansetzt, wo unser Leben tagt\u00e4glich stattfindet, wo Sorgearbeit geleistet, soziale Dienstleistungen in Anspruch genommen und politische Entscheidungen sp\u00fcrbar werden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-style-default\"><a href=\"https:\/\/www.rosa-luxemburg.com\/test\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Logo-Konferenz-Sorgende-Staedte.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"622\" height=\"350\" src=\"https:\/\/www.rosa-luxemburg.com\/test\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Logo-Konferenz-Sorgende-Staedte.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-10166\" srcset=\"https:\/\/www.rosa-luxemburg.com\/test\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Logo-Konferenz-Sorgende-Staedte.jpg 622w, https:\/\/www.rosa-luxemburg.com\/test\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Logo-Konferenz-Sorgende-Staedte-300x169.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 622px) 100vw, 622px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Zentral ist dabei die Vergesellschaftung von Sorge im mehrfachen Sinne: Es geht um einen Ausbau \u00f6ffentlicher Dienstleistungen, eine angemessene Entlohnung professioneller Care-Arbeit und eine Rekommunalisierung sozialer Infrastrukturen. Nur so kann Sorgearbeit, die zu individueller \u00dcberforderung in Familien und Haushalten f\u00fchrt, umverteilt werden. Vergesellschaftung bedeutet aber auch eine grundlegende Neuorganisation von Care-Arbeit: Der bisherigen privatisierten und patriarchalen Organisierung von Care gilt es eine echte Demokratisierung entgegenzusetzen und gesellschaftliche Institutionen umzubauen. Es geht um Mitbestimmung und Selbstorganisierung, um andere Beziehungsweisen und um nachbarschaftlichen Zusammenhalt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die zweit\u00e4gige Konferenz \u00f6ffnet R\u00e4ume, um \u00fcber eine Vergesellschaftung von Sorge zu diskutieren und stellt Einstiegsprojekte zur Debatte. Wie kommen wir \u00fcber die Rekommunalisierung der Altenpflege hin zu einer Transformation der Klassen- und Geschlechterverh\u00e4ltnisse? K\u00f6nnen Gesundheits- und Sorgezentren die Nachbarschaften und Haushalte st\u00e4rken? Wie k\u00f6nnen alle Menschen einbezogen und sicher sein? Wie kann gute Sorge auch f\u00fcr diejenigen gew\u00e4hrleistet werden, die oft an den Rand gedr\u00e4ngt sind? Und welche staatlichen Institutionen gilt es daf\u00fcr zu erobern und zu ver\u00e4ndern?<\/p>\n\n\n\n<p>Deshalb: Haltet euch den 20.-22. Januar 2023 frei, um mit uns in Bremen an einer neuen Organisation von Care-Arbeit und Zusammenleben zu arbeiten, um voneinander zu lernen und sich mit Feminist:innen zu vernetzen, die f\u00fcr einen Umbau der Sorgearbeit k\u00e4mpfen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Du hast Fragen zur Konferenz? <br>Dann schreibe uns eine Mail an:&nbsp;<a href=\"mailto:sorgende-stadt@rosalux.org\">sorgende-stadt@rosalux.org<\/a>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Du willst mehr zum Projekt Sorgende St\u00e4dte erfahren? <br>Schau hier: <a href=\"https:\/\/sorgende-staedte.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">sorgende-staedte.org<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Projektverantwortliche: <br><strong>Barbara Fried<\/strong>, Mail:&nbsp;<a href=\"mailto:barbara.fried@rosalux.org\">barbara.fried@rosalux.org<\/a>, Telefon<strong>:<\/strong>&nbsp;+49 30 44310404<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Konferenz in BremenFreitag, 20. bis Sonntag, 22. Januar 2023 Das Leben ins Zentrum stellen! 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