{"id":1313,"date":"2010-09-28T21:23:08","date_gmt":"2010-09-28T19:23:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.rosa-luxemburg.com\/?p=1313"},"modified":"2010-09-28T21:29:17","modified_gmt":"2010-09-28T19:29:17","slug":"tagung-selbstbestimmte-technikentwicklung-und-nutzung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.rosa-luxemburg.com\/test\/veranstaltung\/2010\/tagung-selbstbestimmte-technikentwicklung-und-nutzung\/","title":{"rendered":"Tagung  &#8211; Selbstbestimmte Technikentwicklung und -nutzung"},"content":{"rendered":"<p><strong>19. &#8211; 21. November 2010, Bremen<\/strong><\/p>\n<p>Der Freitag soll aufzuzeigen, dass und wie soziale, juridische und politische Ziele in die Technologieentwicklung und -nutzung eingehen und von der Technologie selbst und dem Technologiediskurs nicht zu trennen sind. Wir wollen Technologien nicht nur und auch nicht prim\u00e4r technisch diskutieren. Letztendlich k\u00f6nnte der Freitag Abend insgesamt auf den Satz zugespitzt werden &#8211; &#8218;Technologien machen keine Revolutionen, Revolutionen werden von Menschen gemacht&#8216; -.<br \/>\nAm Samstag wollen wir dann konkrete Alternativen an Hand einiger Thesen zur Alternativen Technikentwickllung und -nutzung und an Hand konkreter Beispiele in Workshops diskutieren. Um am Abend in eine allgemeine Reflektion des Diskutierten \u00fcberzugehen.<br \/>\nDer Sonntag dient dann dazu diese Diskussionen noch mal zusammenzuf\u00fchren.<\/p>\n<p><strong>Freitag 19.11.10<\/strong><\/p>\n<p>Ab 17.00 Ankunft &#038; Begr\u00fc\u00dfung<br \/>\n19.00 Technologien machen keine Revolutionen Ein kleiner Lichtbildvortrag \u00fcber Revolution und Technologie. Wu\u00dftet Ihr das die Bio(r)EvolutionTM markenrechtlich gesch\u00fctzt ist? &#8211; (ReferentIn:<br \/>\nak-anna.org) &#8211;<\/p>\n<p>20.00 Innovation, globaler Wettbewerb und techno-\u00f6konomische Modernisierungsstrategien &#8211; Das Ringen um die n\u00e4chste industrielle Revolution &#8211; (ReferentIn: Joscha Wullweber &#8211; Der Mythos Nanotechnologie) &#8211;<br \/>\nMit dem verst\u00e4rktem Vorantreiben techno-\u00f6konomischer Entwicklungen durch s\u00e4mtliche Industrie- und Schwellenl\u00e4nder ist u.a. die Hoffnung verbunden, dass die derzeitigen sozio-\u00f6konomischen und \u00f6kologischen Probleme durch technische Entwicklungen gel\u00f6st werden k\u00f6nnten. Die Nanotechnologie stellt hierbei &#8211; als politisches Konstrukt &#8211; einen wichtigen Teil, vielleicht derzeit sogar das &#8218;Flaggschiff&#8216;, einer breiten Innovationsoffensive dar, die zur Umstrukturierung der Forschungslandschaft f\u00fchren soll und tiefgreifende gesellschaftliche Ver\u00e4nderung zur Folge haben k\u00f6nnte. Die VerliererInnen dieser Entwicklung sind &#8211; wie so h\u00e4ufig &#8211; die Subalternen, daher, die nicht<br \/>\nanpassungs- und wettbewerbsf\u00e4higen Subjekte, Gesellschaften und \u00d6konomien.<\/p>\n<p>22.30 &#8211; .. Open Lounge &#8211; Diskussion, Open Space und Nachtlesung &#8211; Ausgew\u00e4hlte SciFi Kurzgeschichten<\/p>\n<p><strong>Samstag 20.11.10<\/strong><\/p>\n<p>10.00 Fr\u00fchst\u00fcck<\/p>\n<p>11.00 &#8211; 12.30 Einleitungsvortrag und Diskussion \/ Ank\u00fcndigung AK&#8217;s<\/p>\n<p>Selbstbestimmte Technikentwicklung Geschichte, Thesen, Forderungen &#8211; (ReferentIn: ak-anna.org) &#8211;<\/p>\n<p>13.00 &#8211; 15.30 1. Workshopphase<br \/>\n&#8211; Von Open Source zur Allmendeproduktion? &#8211; (ReferentIn: Niels Boeing &#8211; bitfaction.com) &#8211;<br \/>\nDas Konzept der Free\/Libre\/Open-Source-Software (FLOSS) als Ausgangspunkt f\u00fcr selbstbestimmte Technikentwicklung und seine \u00dcbertragbarkeit auf andere Technikgebiete.<\/p>\n<p>&#8211; BildungsNetz, selbsbestimmte Bildungsstrukturen &#8211; (ReferentIn: AK BildungsNetz Hannover) &#8211;<br \/>\nDas BildungsNetz Hannover ist eine Initiative mit anarchistischem Hintergrund, die zur Zeit in Hannover versucht selbstbestimmt und nicht kommerzialisiert Formen der Wissensaneignung zu organisieren und auf dieser Basis Kurse vom Schwei\u00dfen \u00fcber Yoga bis hin zur Relativit\u00e4tstheorie organisiert hat. Die Initiative wird ihre Erfahrungen und Probleme zur Diskussion stellen.<\/p>\n<p>&#8211; Von der Technikkritik zur Akzeptanzbeschaffungsindustrie, zur Funktion &#8218;partizipatorischer&#8216; Elemente in herrschenden Verh\u00e4ltnissen &#8211;<br \/>\n(ReferentIn: ak-anna.org) &#8211;<br \/>\nDie Einf\u00fchrung neuer Technologien wird inzwischen mit einem breit gef\u00e4cherten Istrumentarium an Kommunikations- und Marketingtechniken unterst\u00fctzt. Das Management der Risikowahrnehmung der Bev\u00f6lkerung ist zu einem neuen Arbeitsfeld f\u00fcr kariereorientierte Geistes- und Sozialwissenschaftler geworden. Dabei werden viele urspr\u00fcnglich emanzipatorische Ans\u00e4tze in ihr Gegenteil verkehrt (z.B. &#8218;B\u00fcrgerbeteiligungen&#8216;) und zu Herrschaftsinstrumenten umgebaut.<\/p>\n<p>15.45 &#8211; 16.15 Kurzes Zwischentreffen<\/p>\n<p>16.30 &#8211; 19.00 2. Workshopphase<br \/>\n&#8211; Zur Kritik der politischen \u00d6konomie der Technikentwicklung &#8211;<br \/>\n(ReferentIn: Kerstin Engel) &#8211;<br \/>\nWie wirkt sich das Privateigentum an Produktionsmitteln auf Gestaltung und Nutzbarkeit von technischen Artefakten aus?<\/p>\n<p>&#8211; Kapitalismus &#038; Technikentwicklung, Zur (Un)M\u00f6glichkeit einer richtigen Technikentwicklung in der falschen Gesellschaft, der Lucas-Plan (ReferentIn: Johann Bauer &#8211; www.graswurzel.net) &#8211;<br \/>\n&#8222;Technik&#8220; wird h\u00e4ufig als &#8222;neutral&#8220; begriffen, so als folge die historische Entwicklung der Technik rein immanenten oder sachgesetzlichen Bewegungen und sei f\u00fcr die verschiedensten Zwecke &#8222;anwendbar&#8220;. Selbst sozialrevolution\u00e4re Bewegungen haben die Technologieentwicklung immer wieder als Vorbedingung &#8222;Produktivkr\u00e4fte&#8220; in der marxistischen Tradition) oder f\u00f6rderlich f\u00fcr ihre Ziele angesehen. Dem stehen Traditionen entgegen, die Macht- und<br \/>\nKontrollinteressen der herrschenden \u00f6konomischen und politischen Gruppen als entscheidenden Antrieb daf\u00fcr, welche Techniken entwickelt wurden, begreifen. Solche technikkritischen Ans\u00e4tze, besonders in den sozialen Bewegungen der 60er und 70er Jahre, werden im Workshop zur Diskussion gestellt. Die Forderungen nach einer &#8222;alternativen&#8220; Technik&#8220; schlie\u00dfen an die Technikkritik an. In der Anti-AKW-Bewegung entwickelten sich Forderungen nach &#8222;alternativen Energien&#8220;, in der Bewegung f\u00fcr R\u00fcstungskonversion &#8211; beispielhaft Lucas Aerospace &#8211; wurde die alte Idee verantwortlichen Produzierens unter egalit\u00e4ren und freiheitlichen Bedingungen wiederaufgenommen.<\/p>\n<p>&#8211; Fallstricke und Perspektiven der(Bio-)Technologiekritik &#8211; mit Rekurs<br \/>\nauf eine feministische Geschichte der Auseinandersetzung &#8211; (ReferentIn: Susanne Schultz &#8211; Selbstbestimmtes Technopatriarchat? Sackgassen einer immanenten feministischen Kritik \/ GID) &#8211;<\/p>\n<p>Es gibt eine komplexe Geschichte der feministischer Auseinandersetzung mit Technologien insbesondere aus dem Bereich Medizin und Biotechnologien. Oftmals stand die feministische Opposition am Beginn kritischer Auseinandersetzungen &#8211; so etwa bei der Gentechnologiekritik.<br \/>\nIn dem Workshop sollen anhand aktueller Beispiele gesellschaftlicher<br \/>\nDiskussion aus dem Bereich der Biotechnologien verschiedene Ans\u00e4tze der Kritik mit Rekurs auf diese Geschichte &#8211; untersucht werden.<br \/>\nLeitfragen sind: Wie gehen wir mit der &#8222;Ethisierung&#8220; der Diskussion um;<br \/>\nwelche Dilemmata pr\u00e4gen eine emanzipatorische Technologiekritik; wann geht es um Aneignung, wann um Verweigerung, wann um den Entwurf von Alternativen?<\/p>\n<p>19.00 Kurzes Zwischentreffen<\/p>\n<p>19.15 Abendmahlzeit warm<\/p>\n<p>20.15 &#8211; 22.00 Thesen und Diskussion<br \/>\nKonkret-Utopische Formen der selbstbestimmt-koordinierten Produktion &#8211; (ReferentIn: Annette Schlemm &#8211; Virtuelles Philosophenst\u00fcbchen) &#8211;<br \/>\nTechnik ist eine Antwort &#8211; aber was war die Frage? Die Frage ist: Wie<br \/>\nk\u00f6nnen wir anders, n\u00e4mlich selbstbestimmt und naturvertr\u00e4glich leben und wirtschaften? Schlaraffenland w\u00e4re eine illusion\u00e4re und noch dazu<br \/>\nlangweilige Utopie. Ackern und Schuften bis zum Umfallen sollte aber<br \/>\nauch pass\u00e9 sein. Welche konkreten M\u00f6glichkeiten gibt es f\u00fcr die<br \/>\nEntwicklung einer anderen Technik f\u00fcr eine andere Produktionsweise?<\/p>\n<p>22.30 &#8211; .. Open Lounge &#8211; Diskussion, Open Space<\/p>\n<p><strong>Sonntag 21.11.10<\/strong><\/p>\n<p>10.00 Fr\u00fchst\u00fcck<br \/>\n11.00 &#8211; 13.00 M\u00f6glichkeiten der Subversion der Technikentwicklung<br \/>\nIdeen f\u00fcr eine Technikguerilla und die Demokratisierung der<br \/>\nTechnikentwicklung &#8211; (N.N.) &#8211;<\/p>\n<p>13.00 &#8211; 15.00 Abschied &#038; Cafe<br \/>\nZum Ausklang nochmal die M\u00f6glichkeit Adressen und Infomaterialien<br \/>\nauszutauschen bei Kaffee und Buffetresten<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.ak-anna.org\/selbstbestimmte_technik\/technik_alternativen.pdf\">Tagungsflyer als PDF<\/a>. <\/p>\n<p>In Kooperation mit <a href=\"http:\/\/www.ak-anna.org\">Arbeitskreis &#8211; Alternative Naturwissenschaften<br \/>\nNaturwissenschaftliche Alternativen<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>19. &#8211; 21. 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