{"id":1645,"date":"2011-01-12T15:30:59","date_gmt":"2011-01-12T13:30:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.rosa-luxemburg.com\/?p=1645"},"modified":"2011-01-17T10:23:35","modified_gmt":"2011-01-17T08:23:35","slug":"erinnern-und-handeln-fur-mein-dresden-%e2%80%9c-burgerlicher-antifaschismus-als-basis-deutscher-selbstbeweihraucherung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.rosa-luxemburg.com\/test\/veranstaltung\/2011\/erinnern-und-handeln-fur-mein-dresden-%e2%80%9c-burgerlicher-antifaschismus-als-basis-deutscher-selbstbeweihraucherung\/","title":{"rendered":"&#8222;Erinnern und Handeln. F\u00fcr mein Dresden.\u201c B\u00fcrgerlicher Antifaschismus als Basis deutscher Selbstbeweihr\u00e4ucherung"},"content":{"rendered":"<p><strong>Mittwoch, 09.02.2011, 20:00 Uhr, Infoladen, St. Pauli Stra\u00dfe 10-12, Bremen<br \/>\n<\/strong>Vortrag mit Diskussion, mit M\u00fcge Z\u00fcnb\u00fcl (Bremen)<br \/>\nWenn sich am 13. Februar in Dresden zum Gedenken des \u201eLeids der Bombennacht\u201c, eine Menschenkette bildet, tut sie das in klarer Abgrenzung zu \u201ediese[n] Nazi-Typen\u201c(1). Nicht an diesem Ort, \u201edieser St\u00e4tte stiller Trauer, [\u2026] unserem wieder erstandenen Dresden\u201c, soll sich diese \u201eHorde Rechtsextremer\u201c zeigen.(2) Denn, so Oberb\u00fcrgermeisterin Helma Orosz: \u201eWir Dresdner wehren uns gegen Revanchismus, gegen Hass- und Gewalt-Propaganda. Wir wollen Vers\u00f6hnung, und wir sind all jenen dankbar, die mit uns Vers\u00f6hnung leben.\u201c(3)<br \/>\nDieser Vers\u00f6hnungssprech ist sp\u00e4testens seit den 90er Jahren zum offiziellen Paradigma  b\u00fcrgerlicher Gedenkpolitiken geworden. Grundlage dieser &#8218;Vers\u00f6hnung&#8216; ist, dass immer wieder &#8218;blo\u00dfes Erinnern&#8216; kontextlos in den Vordergrund gestellt und sich dann ganz bel\u00e4ufig zur deutschen &#8218;Schuld&#8216; bekannt wird. Schlie\u00dflich gedenken die Dresdner_innen ja auch, nachdem sie um die nationalsozialistische Bev\u00f6lkerung ihrer Stadt getrauert haben, den \u201eOpfern dieses verdammten Krieges, der von deutschem Boden aus in die Welt getragen wurde.\u201c(4) In diesem Einheitsbrei des &#8218;Erinnerns&#8216; wird ein gro\u00dfer &#8218;Opfertopf&#8216; konstruiert, der zwar auf die Verfolgten und Ermordeten des nationalsozialistischen Regimes verweist, aber das nur, um die &#8218;unschuldige&#8216; Dresdner Bev\u00f6lkerung als &#8218;Opfer&#8216; des Krieges miteinbeziehen zu k\u00f6nnen. Die Bombadierung Dresdens wird dabei entkontextualisiert und mystifiziert.<br \/>\nAlso nicht erst, wenn schlussendlich von der \u201ehistorische[n] Verantwortung\u201c(5) Deutschlands gefaselt wird, stellt sich die Frage nach der Rolle der &#8218;aufarbeitenden Erinnerung&#8216; des Nationalsozialismus in b\u00fcrgerlicher Ideologie. Wenn sich zum Jahrestag der Bombadierung Dresdens die gel\u00e4uterte Nation inszeniert, scheint von &#8218;Verdr\u00e4ngung&#8216; auf jeden Fall keine Spur mehr zu sein&#8230;<br \/>\nSomit hat sich einiges in den letzten 20 Jahren rund um die Zelebrierung des Opferstatus der nationalsozialistischen Bev\u00f6lkerung Dresdens ge\u00e4ndert: Ein b\u00fcrgerlicher Antifaschismus wei\u00df sich klar von \u201eRechtsextremen\u201c und deren \u201eRevanchismus\u201c abzugrenzen und erlaubt den guten Deutschen ihren ganz eigenen Geschichtsrevisionismus.<br \/>\nAm Beispiel der Mythen rund um die Bombardierung Dresdens und ihrer Inszenierung, soll in dieser Veranstaltung der Frage nachgegangen werden, auf welche Art und Weise Geschichtspolitiken innerhalb der b\u00fcrgerlichen Ideologie zur deutschen Nation fungieren.<br \/>\nAnschlie\u00dfend soll zur Diskussion stehen, wie sich unterschiedliche Analysen des angesprochenen b\u00fcrgerlichen Gedenkens in linksradikalen antifaschistischen Praxen und Interventionen niederschlagen.<\/p>\n<p>(1) Rede von Oberb\u00fcrgermeisterin Helma Orosz zur Kranzniederlegung am Heidefriedhof, 13. Februar 2010, http:\/\/13februar.dresden.de\/de\/presse\/rede_orosz_01.php?lastpage=zur%20Ergebnisliste<br \/>\n(2) ebd.<br \/>\n(3) ebd.<br \/>\n(4) ebd.<br \/>\n(5)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mittwoch, 09.02.2011, 20:00 Uhr, Infoladen, St. Pauli Stra\u00dfe 10-12, Bremen Vortrag mit Diskussion, mit M\u00fcge Z\u00fcnb\u00fcl (Bremen) Wenn sich am 13. 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