{"id":1693,"date":"2011-02-07T21:09:30","date_gmt":"2011-02-07T19:09:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.rosa-luxemburg.com\/?p=1693"},"modified":"2011-02-11T18:03:36","modified_gmt":"2011-02-11T16:03:36","slug":"wozu-gedenkstatten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.rosa-luxemburg.com\/test\/veranstaltung\/2011\/wozu-gedenkstatten\/","title":{"rendered":"Wozu Gedenkst\u00e4tten?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Dienstag, 01.03.2011, 19 Uhr, Infoladen, St. Pauli Stra\u00dfe 10-12, Bremen<\/strong><br \/>\nVortrag mit Diskussion<br \/>\nmit Rosa Fava<br \/>\nGedenkst\u00e4tten f\u00fcr die Verfolgten und Ermordeten des Nationalsozialismus wurden von \u00dcberlebenden der NS-Verbrechen, ihren Angeh\u00f6rigen und von Antifaschist_innen unterschiedlicher Ausrichtung eingerichtet und oft \u00fcber Jahrzehnte erk\u00e4mpft. Diese Orte erf\u00fcllten verschiedene Funktionen als symbolische Friedh\u00f6fe, als &#8218;Beweisst\u00e4tte&#8216;, als Mahnmal, als Ort der Begegnung und der privaten wie politischen Auseinandersetzung.<br \/>\nSeit der Wiedervereinigung, seit der deutschen Beteiligung am Krieg gegen Jugoslawien 1999 und der Errichtung des Denkmals f\u00fcr die ermordeten Juden Europas (er\u00f6ffnet 2005) stellen Gedenkst\u00e4tten und mit ihnen verbundene Lern- oder DenkOrte jedoch auch Symbole der wiedergutgemachten deutschen Nation dar, die aus ihren Verbrechen gelernt habe und diese unter dem Diktum der &#8218;Aufarbeitung&#8216; gerne ausf\u00fchrlich dokumentiert. In den erinnerungskulturellen und gedenkpolitischen Praktiken wird die nationalsozialistische Vergangenheit als abgeschlossen und bew\u00e4ltigt dargestellt, an die man sich lediglich immer wieder &#8218;erinnern&#8216; m\u00fcsse. &#8218;Entsch\u00e4digungs&#8217;zahlungen an die Opfer und die Verfolgung der T\u00e4ter_innen blieben und bleiben weit hinter erinnerungskulturellen und gedenkpolitischen Praktiken zur\u00fcck \u2013 Geld wird in Museen gesteckt, statt an Menschen ausgezahlt zu werden: &#8222;Aus Beweismitteln wurden Exponate&#8220; (G\u00fcnther Jacob). So kann Auschwitz zu einem konstituierenden Teil eines gel\u00e4uterten Nationalismus gewendet werden.<br \/>\nIn der KZ-Gedenkst\u00e4tte Neuengamme kam es 2008\/2009 zu gr\u00f6\u00dferen Konflikten, als ein Student der Bundeswehruniversit\u00e4t und Soldat dort als Guide arbeiten wollte: Einige NS-\u00dcberlebende, Guides und antifaschistische Gruppen protestierten dagegen. In der breiteren \u00d6ffentlichkeit stie\u00df es hingegen auf Unverst\u00e4ndnis, dass Soldat_innen nicht von allen als Berufsgruppe wie jede andere gesehen werden. So wurde eine Vers\u00f6hnung zwischen deutschem Milit\u00e4r und Einrichtungen, die an die deutsche Barbarei erinnern, nicht als Widerspruch wahrgenommen.\u2028\u2028Auf der Veranstaltung wird es darum gehen, anhand des Falls Neuengamme auf die Entwicklungen und Widerspr\u00fcche einer Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus einzugehen, die, so der Wunsch, nicht in Gedenkfolklore m\u00fcnden sollte. \u2028Dabei sollen M\u00f6glichkeiten und Grenzen antifaschistischer Interventionen in Gedenkpolitiken zur Diskussion stehen sowie Perspektiven und Unm\u00f6glichkeiten &#8218;eigener&#8216; Konzepte ausgelotet werden.<\/p>\n<p>Rosa Fava lebt in Hamburg und hat einige Jahre als Guide in der KZ-Gedenkst\u00e4tte Neuengamme gearbeitet.<\/p>\n<p><em>In der Reihe &#8222;Antifaschistische Perspektiven der Erinnerung&#8220;<\/em> der Rosa Luxemburg Initiative &#8211; in Kooperation mit der Gruppe &#8222;la.ok&#8220;.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dienstag, 01.03.2011, 19 Uhr, Infoladen, St. Pauli Stra\u00dfe 10-12, Bremen Vortrag mit Diskussion mit Rosa Fava Gedenkst\u00e4tten f\u00fcr die Verfolgten und Ermordeten des Nationalsozialismus wurden von \u00dcberlebenden der NS-Verbrechen, ihren [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[19,17,3],"tags":[],"class_list":["post-1693","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-antifaschismus","category-nationalsozialismus","category-veranstaltung"],"acf":[],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.rosa-luxemburg.com\/test\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1693","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.rosa-luxemburg.com\/test\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.rosa-luxemburg.com\/test\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.rosa-luxemburg.com\/test\/wp-json\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.rosa-luxemburg.com\/test\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1693"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.rosa-luxemburg.com\/test\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1693\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1719,"href":"https:\/\/www.rosa-luxemburg.com\/test\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1693\/revisions\/1719"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.rosa-luxemburg.com\/test\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1693"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.rosa-luxemburg.com\/test\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1693"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.rosa-luxemburg.com\/test\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1693"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}