{"id":5993,"date":"2014-09-25T11:08:13","date_gmt":"2014-09-25T09:08:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.rosa-luxemburg.com\/?p=5993"},"modified":"2014-09-25T11:08:13","modified_gmt":"2014-09-25T09:08:13","slug":"die-vergessene-migration-vortragreise-zur-situation-der-tagelohner_innen-aus-guerrero-in-der-landwirtschaft-von-nordmexiko-mit-paulino-rodriguez-reyes-vom-menschenrechtszentrum-tlachinollan","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.rosa-luxemburg.com\/test\/veranstaltung\/2014\/die-vergessene-migration-vortragreise-zur-situation-der-tagelohner_innen-aus-guerrero-in-der-landwirtschaft-von-nordmexiko-mit-paulino-rodriguez-reyes-vom-menschenrechtszentrum-tlachinollan\/","title":{"rendered":"Die vergessene Migration &#8211; Vortragreise zur Situation der Tagel\u00f6hner_innen aus Guerrero in der Landwirtschaft von Nordmexiko mit Paulino Rodr\u00edguez Reyes vom Menschenrechtszentrum Tlachinollan"},"content":{"rendered":"<style type=\"text\/css\"><!--\nP { margin-bottom: 0.21cm; }\n--><\/style>\n<p><strong>Diskussionsveranstaltung mit Paulino Rodr\u00edguez Reyes (Mexiko)<\/strong><br \/>\n<strong>Freitag, 17. Oktober 2014, 19.00 Uhr<br \/>\n<\/strong>Villa Ichon, Goetheplatz 4, 28203 Bremen<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Wenn \u00fcber Migration in Mexiko geredet wird, denken wir automatisch an die zahllosen Menschen, die in die USA migrieren, oder an die vielen Mittelamerikaner_innen, die Leib und Leben riskieren, um die Grenze zu den USA zu erreichen. \u00dcber die tausend Frauen, M\u00e4nner und Kinder, die jedes Jahr ihre Gemeinde in Guerrero verlassen, um in der Landwirtschaft im Norden Mexikos zu arbeiten, redet fast niemand. Der Bundesstaat Guerrero ist einer der \u00e4rmsten Regionen Mexikos. Aber nicht nur das: Der Staat kommt seinen Aufgaben nicht nach. So gibt es keine ausreichende \u00e4rztliche Versorgung und auch zu wenig Unterst\u00fctzung gegen den Hunger. Stattdessen schickt man lieber Soldaten gegen die rebellische Bev\u00f6lkerung. Jahrzehntelang sind die Gemeinden der \u201eMonta\u00f1a de Guerrero&#8220; (Bergland von Guerrero) &#8211; au\u00dfer w\u00e4hrend dem Wahlkampf &#8211; von der Regierung und Beh\u00f6rden ignoriert worden. Eine der Folgen des Freihandelsabkommens mit USA und Kanada (NAFTA) ist der Zusammenbruch der traditionellen Landwirtschaft. Perverserweise er\u00f6ffnete das Abkommen die Ansiedlung von Konzernen des Agrobusinesses. Dadurch konnten indigene B\u00e4uerinnen und Bauern nicht mehr von der Subsistenzwirtschaft leben. Sie wurden zu Niedriglohnarbeitern des landwirtschaftlichen Proletariats. In der Monta\u00f1a leben vor allem Indigene der Me\u00b4phaa, Nauas, Na savi und Nnanncue; sie werden als billige Arbeitskr\u00e4fte auf den Feldern von Multis des Agrobusiness im Norden Mexikos eingesetzt. Ganze Familien m\u00fcssen in \u00fcberf\u00fcllten und maroden Bussen einige Tausend Kilometer fahren, um an ihre Arbeitsorte, die gleichzeitig f\u00fcr sechs Monate ihr Zuhause sein werden, anzukommen. Auf diesen Feldern, auf denen \u00fcberwiegend f\u00fcr den Export produziert wird, gilt nur eins: Arbeiten, arbeiten, arbeiten&#8230; Die Rechte der Tagel\u00f6hner_innen werden missachtet, es werden z.B. keine schriftlichen Arbeitsvertr\u00e4ge ausgeh\u00e4ndigt und viele erkranken durch den Einsatz von Pestiziden. Um ihr Arbeitspensum erf\u00fcllen zu k\u00f6nnen, m\u00fcssen die Eltern auch die Kinder mit auf die Felder bringen. 1994 gr\u00fcndete Abel Barrera das Menschenrechtszentrum Tlachinollan. In seiner Arbeit legen sich die Mitarbeiter_innen von Tlachinollan regelm\u00e4\u00dfig mit den Herrschenden an, klagen Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte ein und fordern, dass sich die Armee f\u00fcr Folter, Vergewaltigungen und illegale Durchsuchungen verantworten muss. Nicht selten werden sie wegen ihres Engagements von den M\u00e4chtigen verfolgt. Seit 2006 dokumentiert das Menschenrechtszentrum Tlachinollan die Menschenrechtsverletzungen gegen die Tagel\u00f6hner_innen. Am 27. Mai erhielt Abel Barrera Hern\u00e1ndez f\u00fcr die Arbeit des Menschenrechtszentrum Tlachinollan den Menschenrechtspreis 2011 der deutschen Sektion von Amnesty International.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Paulino Rodr\u00edguez Reyes ist Na Saavi-Indigene, er selbst hat die Migration an eigenen Leib erlebt, schon als Kind musste er seine Familie in der saisonalen Migration begleiten, als Erwachsener arbeitete er selbst auf den Landwirtschaftsfeldern und war auch in den USA. Heute arbeitet er in der Migrationsabteilung der Menschenrechtszentrum Tlachinollan. Er wird \u00fcber seine eigenen Erfahrungen als Migrant berichten, sowie \u00fcber der aktuelle Lage f\u00fcr Migrant_innen aus Guerrero und der Arbeit von Tlachinollan.<\/p>\n<p>Die Vortr\u00e4ge finden auf spanischer Sprache statt und werden \u00fcbersetzt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diskussionsveranstaltung mit Paulino Rodr\u00edguez Reyes (Mexiko) Freitag, 17. 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