{"id":68,"date":"2007-06-30T12:14:41","date_gmt":"2007-06-30T10:14:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.rosa-luxemburg.com\/?p=87"},"modified":"2007-06-30T12:14:41","modified_gmt":"2007-06-30T10:14:41","slug":"forum-moderne-linke-2-gegenkultur-als-neue-regierung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.rosa-luxemburg.com\/test\/veranstaltung\/2007\/forum-moderne-linke-2-gegenkultur-als-neue-regierung\/","title":{"rendered":"Gegenkultur als neue Regierung? &#8211; Forum Moderne Linke 2"},"content":{"rendered":"<p align=\"center\"><a href=\"http:\/\/www.rosalux.de\/cms\/index.php?id=13361&#038;type=0\">Bericht<\/a> zu dieser Veranstaltung<\/p>\n<p><strong>Samstag 30. Juni 2007, 14 bis 18 Uhr, <a href=\"http:\/\/www.hausderwissenschaft.de\">Haus der Wissenschaft<\/a>, Sandstra\u00dfe 4\/5, 28195 Bremen<\/strong><\/p>\n<p><em>Frisst der Kapitalismus seine Kinder? Nein, er verstrickt sie in Projekte. (Luc Boltanski)<\/em><\/p>\n<p>Wie oft im wirklichen Leben, ist es paradox. Im Diskurs der linken Partei sind gegenkulturelle und alternativ\u00f6konomische Ans\u00e4tze von Aneignung, Autonomie und Selbstverwaltung unterrepr\u00e4sentiert beziehungsweise gar nicht vorhanden. Es w\u00e4re zu begr\u00fc\u00dfen, wenn die politische Linke auch diese Vorstellungen als unverzichtbaren Bestandteil linker Tradition anerkennen w\u00fcrde.<br \/>\nGleichzeitig ist aber nicht zu \u00fcbersehen, dass diese Vorstellungen mittlerweile als Bestandteil des Postfordismus kritisch zu hinterfragen sind. Das Normalarbeitsverh\u00e4ltnis, soweit es je als Norm bestand, wurde in den letzten 30 Jahren durch K\u00e4mpfe von unten und Strategien von oben aufgek\u00fcndigt. Zu fragen ist weiter, inwiefern diese Prinzipien nicht zu einer neuen Form der Ausbeutung und Selbstbeherrschung beigetragen haben, und wie dies geschah.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nDie Hegemonie des Neoliberalismus besteht heute eben auch darin, dass er Bed\u00fcrfnisse von unten (nach Geschlechtergerechtigkeit, Flexibilit\u00e4t in der eigenen Lebensgestaltung etc.) aufgreift und in seine Sprache \u00fcbersetzt und transformiert.<\/p>\n<p>Diese Veranstaltung fragt danach, inwieweit (ehemals?) gegenkulturelle und alternativ\u00f6konomische Ans\u00e4tze \u2013 wie etwa Netzwerke, Team- und Projektarbeit, Empowerment, Selbsthilfe, Dezentralisierung oder das Einbringen von Subjektivit\u00e4t in die Arbeit \u2013 mittlerweile Eingang in \u201enormale\u201c Arbeitsverh\u00e4ltnisse und in staatliche Strategien gefunden haben. Das Streben nach \u201eAutonomie\u201c und Selbstbestimmung hat heute zu einer neuen Form der Selbstregierung und damit zu einer Verfeinerung von Herrschaft beigetragen. Die Fragen liegen in aller Widerspr\u00fcchlichkeit auf dem Tisch:<br \/>\nWas w\u00e4ren zeitgem\u00e4\u00dfe linke politische Strategien angesichts dieser Ver\u00e4nderungen der Arbeits- und Lebensverh\u00e4ltnisse?<br \/>\nWelche gegenkulturellen Praktiken gibt es heute? An welche w\u00e4re ggf. mit emanzipativen Strategien positiv anzukn\u00fcpfen? Was ist mit der solidarischen \u00d6konomie heute? Ist sie Bestandteil einer linken Utopie?<br \/>\nWelche Organisationsformen gibt es beim Zusammengehen von alten und neuen sozialen Bewegungen (Gewerkschaften, EuroMayday, horizontale Formen, Social Movement Unionism)? Und welche Rolle spielen die Gewerkschaften?<\/p>\n<p>Ablauf:<br \/>\nInputreferat von Arndt Neumann und Peter Birke<br \/>\nKommentar von Gisela Notz<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend Roundtable-Gespr\u00e4ch mit allen Mitwirkenden und dem Publikum.<\/p>\n<p>Mit Arndt Neumann (Historiker, Hamburg), Peter Birke (Historiker, Gruppe Blauer Montag Hamburg), Gisela Notz (Frauenforscherin, Bonn), Volker Donk (Mitarbeiter Netzwerk Selbsthilfe e.V., Bremen), Ulrich Steinmeyer (Betriebswirt, mittelst\u00e4ndischer \u00d6ko-Unternehmer und Mitglied des Stadtrats f\u00fcr Neue \u00d6kologische Linke in Verden\/Niedersachsen)<\/p>\n<p>Moderation: Bernd H\u00fcttner<\/p>\n<p>Aktueller Literaturtipp:<br \/>\nLuc Boltanski: <a href=\"http:\/\/www.s173721806.online.de\/frontend\/position.php\">Leben als Projekt. Prekarit\u00e4t in der sch\u00f6nen neuen Netzwerkwelt<\/a><\/p>\n<p>Website des Kongresse zu Solidarischer \u00d6konomie im November 2006<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.solidarische-oekonomie.de\">www.solidarische-oekonomie.de<\/a>\/<\/p>\n<p>Weitere Foren in dieser Reihe folgen ab Herbst 2007. Angedacht sind bislang<br \/>\n\u201eWohin mit dem Geld?\u201c Umverteilungsfragen und das Verh\u00e4ltnis von Wirtschaft, Staat und Gesellschaft \u201eKommen und Bleiben?\u201c Migration und Rassismus \u2013 Demokratie und Differenz<br \/>\n\u201eNeue Rebellion?\u201c R\u00fcckkehr der Gesellschaftskritik in die Popkultur? \u2013 Kultur und Politik<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bericht zu dieser Veranstaltung Samstag 30. Juni 2007, 14 bis 18 Uhr, Haus der Wissenschaft, Sandstra\u00dfe 4\/5, 28195 Bremen Frisst der Kapitalismus seine Kinder? Nein, er verstrickt sie in Projekte. 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