{"id":10494,"date":"2023-04-25T17:25:37","date_gmt":"2023-04-25T15:25:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.rosa-luxemburg.com\/?post_type=tribe_events&#038;p=10494"},"modified":"2023-05-22T23:14:17","modified_gmt":"2023-05-22T21:14:17","slug":"amazonas-indigene-und-die-landwirtschaft-im-politisch-neu-aufgestellten-brasilien","status":"publish","type":"tribe_events","link":"https:\/\/www.rosa-luxemburg.com\/test\/event\/amazonas-indigene-und-die-landwirtschaft-im-politisch-neu-aufgestellten-brasilien\/","title":{"rendered":"Amazonas, Indigene und die Landwirtschaft im politisch neu aufgestellten Brasilien"},"content":{"rendered":"<p><strong>Bericht von einer M\u00e4rz-Reise ins Amazonasgebiet, mit Gudrun Fischer<\/strong><br \/>\n<strong>Dienstag, 2. Mai 2023, um 19 Uhr in Bremen, Kulturzentrum Kukoon, im Buntentor<\/strong><\/p>\n<p>Aus Anlass des 30. \u201eLa Via Campesina Tages\u201c, der weltweit am 17. April begangen wird, berichtet Gudrun Fischer von ihrer letzten Reise in Brasilien. La Via Campesina (\u201eder b\u00e4uerliche Weg\u201c) ist eine internationale, kleinb\u00e4uerliche Bewegung, zu der viele Millionen Menschen geh\u00f6ren. Sie gilt als die gr\u00f6\u00dfte politische Bewegung der Welt und k\u00e4mpft f\u00fcr Ern\u00e4hrungssouver\u00e4nit\u00e4t, Umverteilung von Land, \u00f6kologische Landwirtschaft ohne Pestizide, gegen Kapitalismus, Patriarchat und Gewalt. Ihr Jahrestag erinnert an den Mord an 21 Menschen, die am 17. April 1996 im brasilianischen Bundesstaat Par\u00e1 in Brasilien einen Protestmarsch unternahmen. Die Polizei schoss mit scharfer Munition in den Protestmarsch. 19 Teilnehmer*innen wurden dabei ermordet \u2013 (zwei weitere starben sp\u00e4ter im Krankenhaus). Das war das \u201eMassaker von Eldorado do Caraj\u00e1s\u201c.<\/p>\n<p>Gudrun Fischer berichtet auf der Veranstaltung von ihrem Besuch in einem indigenen Dorf des Volkes munduruku im brasilianischen Bundesstaat Par\u00e1. Die munduruku leben auf ihrem noch nicht g\u00e4nzlich anerkannten Territorium im Amazonasurwald am mittleren Tapaj\u00f3s. Ihre Existenzgrundlage ist extrem gef\u00e4hrdet, denn sie sind umzingelt von riesigen illegalen Goldgr\u00e4berminen, von Holzr\u00e4ubern, von Palmherzen-Dieben und Landr\u00e4ubern. Das Gebiet der mundurucu liegt dort, wo urspr\u00fcnglich einmal mehrere Wasserkraftwerke den Tapaj\u00f3s stauen sollten. Ihr K\u00e4mpfe Mitte der 2010er Jahre verhinderten dies. Nun aber sind sie vergiftet. Denn ihr Hauptnahrungsmittel, Fisch, ist mit Quecksilber aus den Goldminen verseucht. Dieses Volk, das sich immer ausgewogen von Fisch, Urwaldfr\u00fcchten, N\u00fcssen, der Jagd und ihrem angebauten Maniok ern\u00e4hrte, nimmt nun Supermarkt-Essen, dessen Zutaten von der industrialisierten Landwirtschaft stammen, zu sich.<\/p>\n<p>Nicht weit vom mundurucu Territorium verl\u00e4uft die Transamaz\u00f4nica und die Bundesstra\u00dfe 163. Auf diesen Stra\u00dfen wird ein gro\u00dfer Teil des im Zentrum und S\u00fcden Brasiliens angebauten Gen-Sojas per Lastwagen an den Amazonas gebracht. Im Hafen von Santar\u00e9m, an der M\u00fcndung des Tapaj\u00f3s in den Amazonas, wird das Gen-Soja auf Hochseeschiffe verladen und nach Europa und Asien exportiert. Wird die neue Regierung unter Lula da Silva die Amazonaszerst\u00f6rung und die Gewalt gegen dort lebende traditionelle Gemeinschaften eind\u00e4mmen? Im Amazonasgebiet verbinden sich die K\u00e4mpfe der Landlosen, der Indigenen, der Quilombos (Siedlungen entflohener Sklav*innen), der Sammler*innen aus den Sammelreservaten (Resex) und der Umweltbewegung.<\/p>\n<p>Viele Indigenen gaben sich Fischer gegen\u00fcber sehr erleichtert, dass der rechtsextreme Pr\u00e4sident vom Vorjahr nicht mehr an der Macht ist. Die Referentin zeigt w\u00e4hrend ihres Vortrags Fotos aus dem indigenen Dorf Sawr\u00e9 Muybu, vom Tapaj\u00f3s, von Itaituba und Santar\u00e9m. Dazu spielt sie kleine Audiosst\u00fccke aus ihren Interviews ein. Au\u00dferdem skizziert sie die Geschichte der Besiedlung des Amazonasgebiets, das einst 60 Prozent der Fl\u00e4che Brasiliens bedeckte, bereits zu 20 Prozent abgeholzt und gr\u00f6\u00dfer als die gesamte EU ist.<\/p>\n<div id=\"attachment_10495\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.rosa-luxemburg.com\/test\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/f15909fe16eefab2f9e42eee37f68a3b6db8c244-brasilien.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-10495\" class=\"size-medium wp-image-10495\" src=\"https:\/\/www.rosa-luxemburg.com\/test\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/f15909fe16eefab2f9e42eee37f68a3b6db8c244-brasilien-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.rosa-luxemburg.com\/test\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/f15909fe16eefab2f9e42eee37f68a3b6db8c244-brasilien-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.rosa-luxemburg.com\/test\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/f15909fe16eefab2f9e42eee37f68a3b6db8c244-brasilien.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-10495\" class=\"wp-caption-text\">Szene in Brasilien, von Gudrun Fischer, M\u00e4rz 2023<\/p><\/div>\n<p><em>Diese Veranstaltung findet im Rahmen der Veranstaltungsreihe &#8222;Widerstand und praktische Utopie gegen die agrar-industrielle Landwirtschaft&#8220; statt.<\/em><\/p>\n<p><strong>Gudrun Fischer<\/strong> lebt in Bremen und Rio de Janeiro und arbeitet als Radiojournalistin (urspr\u00fcnglich Biologin).<\/p>\n<p><strong>Veranstalter*innen:<\/strong><br \/>\nMaiskolben GenAG, Umsonstladen Bremen, Rosa-Luxemburg-Initiative \u2013 Rosa-Luxemburg-Stiftung Bremen, Kulturzentrum Kukoon<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bericht von einer M\u00e4rz-Reise ins Amazonasgebiet, mit Gudrun Fischer Dienstag, 2. Mai 2023, um 19 Uhr in Bremen, Kulturzentrum Kukoon, im Buntentor Aus Anlass des 30. \u201eLa Via Campesina Tages\u201c, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":10,"featured_media":0,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"_tribe_events_status":"","_tribe_events_status_reason":"","_tribe_events_is_hybrid":"","_tribe_events_is_virtual":"","_tribe_events_virtual_video_source":"","_tribe_events_virtual_embed_video":"","_tribe_events_virtual_linked_button_text":"","_tribe_events_virtual_linked_button":"","_tribe_events_virtual_show_embed_at":"","_tribe_events_virtual_show_embed_to":[],"_tribe_events_virtual_show_on_event":"","_tribe_events_virtual_show_on_views":"","_tribe_events_virtual_url":"","footnotes":""},"tags":[],"tribe_events_cat":[],"class_list":["post-10494","tribe_events","type-tribe_events","status-publish","hentry"],"acf":[],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.rosa-luxemburg.com\/test\/wp-json\/wp\/v2\/tribe_events\/10494","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.rosa-luxemburg.com\/test\/wp-json\/wp\/v2\/tribe_events"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.rosa-luxemburg.com\/test\/wp-json\/wp\/v2\/types\/tribe_events"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.rosa-luxemburg.com\/test\/wp-json\/wp\/v2\/users\/10"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.rosa-luxemburg.com\/test\/wp-json\/wp\/v2\/tribe_events\/10494\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10532,"href":"https:\/\/www.rosa-luxemburg.com\/test\/wp-json\/wp\/v2\/tribe_events\/10494\/revisions\/10532"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.rosa-luxemburg.com\/test\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10494"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.rosa-luxemburg.com\/test\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10494"},{"taxonomy":"tribe_events_cat","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.rosa-luxemburg.com\/test\/wp-json\/wp\/v2\/tribe_events_cat?post=10494"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}