{"id":10787,"date":"2023-09-06T14:56:13","date_gmt":"2023-09-06T12:56:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.rosa-luxemburg.com\/?post_type=tribe_events&#038;p=10787"},"modified":"2023-11-21T19:10:11","modified_gmt":"2023-11-21T18:10:11","slug":"100-jahre-anderes-radio","status":"publish","type":"tribe_events","link":"https:\/\/www.rosa-luxemburg.com\/test\/event\/100-jahre-anderes-radio\/","title":{"rendered":"Frequenzbesetzer: linke Piratensender in Bremen und anderswo"},"content":{"rendered":"<p><strong>Diskussion zur Geschichte, Gegenwart und Zukunft demokratischer (Gegen-)\u00d6ffentlichkeit<br \/>\nMit ehemaligen Aktivist:innen von Radio \u00dcberleben und Radio Zebra sowie Jan B\u00f6nkost (Bremen)<br \/>\nDienstag, 28. November 2023, um 19 Uhr in Bremen, Kulturzentrum Kukoon im Buntentor<\/strong><\/p>\n<p>Wenn unsere Gesellschaft gerechter werden soll, muss auch die \u00d6ffentlichkeit, m\u00fcssen die Medien gerechter werden. Wer spricht f\u00fcr wen? Wor\u00fcber? Wer h\u00f6rt \u00fcberhaupt zu und wer kann auf gleiche Weise antworten? Das sind seit jeher die gro\u00dfen Fragen emanzipatorischer Medienkritik. Ihre Antworten waren zu allen Zeiten medienpolitische K\u00e4mpfe und praktische Experimente.\u2028Seit der erste Radiosender 1923 seinen regul\u00e4ren Betrieb aufnahm, ist der Rundfunk in gesellschaftliche Herrschaftsverh\u00e4ltnisse eingebunden. Doch Radio war und ist immer auch ein Mittel zur Organisation und Artikulation von emanzipatorischem Dissens. 100 Jahre Radio sind deshalb auch 100 Jahre andere Radiopraktiken. Die ab Ende der 1970er zun\u00e4chst illegal entstandenen Freien Radios sind bis heute lebendiger Ausdruck davon. Sie verbindet das Anliegen, marginalisierten gesellschaftlichen Gruppen einen gr\u00f6\u00dferen Zugang zu \u00f6ffentlichen Debatten zu erm\u00f6glichen, sie nicht nur zuh\u00f6ren, sondern selbst sprechen zu lassen. Ihr Ziel ist eine Demokratisierung gesellschaftlicher \u00d6ffentlichkeit.<\/p>\n<p>In Bremen existierte Anfang der 1980er einer der bedeutendsten Sender der westdeutschen Freien Radio Bewegung: \u201eRadio Zebra\u201c. Gefa\u00dft wurden die Politpirat:innen aus dem Umfeld der Bremer B\u00fcrgerinitiative gegen Atomanlagen (BBA) nie. Anfang der 1990er ergriff im bundesweit beachteten Arbeitskampf um das Wilhelmshavener AEG-Olympia-Werk ein Piratensender der Besch\u00e4ftigten das Wort. \u201eRadio \u00dcberleben\u201c sendete vom Dachboden des lokalen Gewerkschaftshauses. Einmalig in der Geschichte der BRD. Im Gespr\u00e4ch mit ehemaligen Protagonist:innen der beiden Sender und erg\u00e4nzt um O-T\u00f6ne aus ihren Sendungen wollen wir vergangene Motivationen, Zielsetzungen und Erfahrungen emanzipatorischer Medien- und Radioarbeit reflektieren und diskutieren, wie sie uns heute in Bremen und dar\u00fcber hinaus noch als Orientierung dienen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Das Projekt 1<em>00 Jahre anderes Radio<\/em> \u2013 <\/strong><strong>\u00dcber emanzipatorischen Dissens und eine Demokratisierung der \u00d6ffentlichkeit<\/strong><\/p>\n<p>Wenn unsere Gesellschaft gerechter werden soll, muss auch die \u00d6ffentlich\u00adkeit, m\u00fcssen die Medien gerechter werden. Wer spricht f\u00fcr wen? Wor\u00fcber? Wer h\u00f6rt \u00fcberhaupt zu und wer kann auf gleiche Weise antworten? Das sind seit jeher die gro\u00dfen Fragen emanzipa\u00adtorischer Medienkritik. Ihre Antworten waren zu allen Zeiten medienpolitische K\u00e4mpfe und praktische Experimente. Auch heute, 40 Jahre nach der Kom\u00admerzialisierung des Rundfunks und 30 Jahre nach der Entstehung des Internets, braucht es weiterhin andere Medienpraktiken \u2013 solche, die Kommu\u00adnikation als Intervention in gesell\u00adschaftliche Verh\u00e4ltnisse begreifen. Die aktuellen Debatten um den rasanten Wandel gesellschaftlicher \u00d6ffentlich\u00adkeit(en) und die Zukunft des Rund\u00adfunksystems wollen wir deshalb um die M\u00f6glichkeiten und Ideale einer anderen demokratischeren Radiopraxis erwei\u00adtern.<\/p>\n<p>Das Jubil\u00e4um des alten Mediums ist uns Anlass, gemeinsam mit den Akti\u00advist:innen der Freien Radios in der BRD und im Spannungsverh\u00e4ltnis von emanzipatorischem Anspruch und rauen Radiowirklichkeiten Ideen f\u00fcr die Zukunft auszuloten. Am 29. Oktober 2023 wird das Radio in Deutschland 100 Jahre alt. Die Angst, die bis dato unbekannte technische Reichweite des Radios k\u00f6nne staats\u00adfeindliche oder gar revolution\u00e4re Pro\u00adzesse unterst\u00fctzen, war in Deutschland von Beginn an besonders ausgepr\u00e4gt. Das Selbstverst\u00e4ndnis andererseits, den Rundfunk f\u00fcr die eigenen partei\u00adpolitischen Ziele zu nutzen, pr\u00e4gte die Rundfunkpolitik bis weit in die BRD hinein und blitzt auch in den heutigen medienpolitischen Debatten immer wieder auf. Und die in den 1980ern durchgesetzte Privatisierung des Rund\u00adfunksystems \u00f6ffnete kommerziellem Privatfernsehen und Formatradio T\u00fcr und Tor.<\/p>\n<p>Doch gleichzeitig war und ist Radio immer auch ein Mittel zur Artikulation von emanzipatorischem Dissens. Die Forderungen nach Arbeiterradios in den 1920ern und die ab Ende der 1970er entstandenen Freien Radios sind Aus\u00addruck davon. Sie verband das Anliegen, marginalisierten gesellschaftlichen Gruppen einen gr\u00f6\u00dferen Zugang zu \u00f6ffentlichen Debatten zu erm\u00f6glichen, sie nicht nur zu h\u00f6ren, sondern selbst sprechen zu lassen. 100 Jahre Radio sind deshalb auch 100 Jahre andere Radiopraktiken.<\/p>\n<p>Wir laden Menschen verschiedener Generationen Freier Radios und am Medium Radio wie am Thema \u00d6ffentlichkeit Interessierte ein, mit\u00adeinander in Austausch zu treten. In offener Atmosph\u00e4re wollen wir mit Zeitzeug:innen, Medientheoretiker:innen und Medien\u00adpraktiker:innen diskutieren. Zu h\u00f6ren gibt es zwischendrin O-T\u00f6ne aus 100 Jahren anderer Radiopraxis.<\/p>\n<p><strong>100 Jahre anderes Radio<\/strong> ist ein bundesweites Projekt, siehe <a href=\"https:\/\/anderesradio.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">anderesradio.de<\/a>.<\/p>\n<div id=\"attachment_10792\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.rosa-luxemburg.com\/test\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/100jahreradio.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-10792\" class=\"size-medium wp-image-10792\" src=\"https:\/\/www.rosa-luxemburg.com\/test\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/100jahreradio-300x215.jpg\" alt=\"Szenenfoto Piratenradio. 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Quelle: anderesradio.de<\/p><\/div>\n<p><strong>Veranstalter:innen:<\/strong><br \/>\n<em>Rosa-Luxemburg-Initiative \u2013 Rosa-Luxemburg-Stiftung Bremen<\/em>, <em>Freundeskreis Freier Radios,<\/em> <em>Archiv der sozialen Bewegungen Bremen<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diskussion zur Geschichte, Gegenwart und Zukunft demokratischer (Gegen-)\u00d6ffentlichkeit Mit ehemaligen Aktivist:innen von Radio \u00dcberleben und Radio Zebra sowie Jan B\u00f6nkost (Bremen) Dienstag, 28. 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