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SUMMARY:Droht ein neuer Faschismus?
DESCRIPTION:Diskussionsveranstaltung mit Peter Bierl am 23.07.2026\, 19:00 Uhr / Tor 35\, Güterbahnhof Bremen \nWer von Populismus spricht\, verharmlost. Der Begriff Rechtsextremismus suggeriert\, eine demokratische Mitte würde von den Rändern bedroht und schert Linke wie Rechte über einen Kamm. Faschismus scheint unangemessen\, wenn Rechte nicht im Braunhemd und Springerstiefel daherkommen. Die Linke selbst hat den Begriff durch wahllosen Gebrauch verschlissen. Typisch für den historischen Faschismus wie für heutige rechte Bewegungen ist eine gewisse Vielfalt: Rechtslibertäre wie Linksnationalist:innen\, Esoteriker:innen wie Querdenker:innen tragen dazu bei. Demokratische Parteien übernehmen rechte Positionen\, etwa die Abschottungspolitik oder paktieren mit Faschist:innen. Nationalismus ist der ideologische Kitt\, den von Habeck bis Wagenknecht alle anrühren. Rechte Bewegungen pflegen Antisemitismus\, Rassismus\, Antifeminismus\, Hass- und Gewaltfantasien. Sie verteidigen den fossilen Kapitalismus und sein Konsummodell. Was also ist das Besondere an rechten Bewegungen heute? Wenn Begriffe als Griffe dienen sollen\, um die Wirklichkeit zu verstehen und zu verändern\, welcher wäre für sie angemessen? Peter Bierl stellt in seinem Vortrag einige Überlegungen zur Diskussion. \nPeter Bierl ist Journalist\, Politikwissenschaftler\, Mitglied der Gewerkschaft Verdi und lebt in der Nähe von München. Zuletzt sind von ihm erschienen „Einmaleins der Kapitalismuskritik“ (2025)\, „Unmenschlichkeit als Programm“(2022)\, „Die Legende von den Strippenziehern: Verschwörungsdenken im Zeitalter des Wassermanns“ (2021) sowie „Die Revolution ist großartig – Was Rosa Luxemburg uns heute noch zu sagen hat“ (2020). \nEine Veranstaltung von associazione delle talpe  und der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa- Luxemburg-Stiftung in Bremen sowie Arbeitnehmerkammer Bremen
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SUMMARY:Ernst Fraenkel: Der Doppelstaat
DESCRIPTION:Wochenendseminar mit Moritz Zeiler am 26.–27.09.2026 / Mehr Informationen und Anmeldung unter mail@talpe.org \nDer Doppelstaat von Ernst Fraenkel ist ein besonderes Werk\, da es die einzige umfangreiche zeitgenössische Studie über die nationalsozialistische Herrschaft darstellt\, die nicht aus der Distanz des Exils verfasst wurde. 1933 untersagten das nationalsozialistische Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums und andere Gesetze Menschen jüdischer Herkunft und Mitgliedern linker Organisationen die Ausübung ihrer Berufe. Aufgrund einer Sonderregelung\, die seine Teilnahme am Ersten Weltkrieg betraf\, konnte Fraenkel dennoch als Jude und Sozialdemokrat als einer von Wenigen weiter als Anwalt arbeiten. Er nutzte seine Prozessbeobachtungen und die Lektüre nationalsozialistischer Rechtsschriften\, um eine detaillierte Analyse von Staat und Recht im Nationalsozialismus zu erarbeiten. Nach seiner Emigration veröffentlichte er in den USA 1941The Dual State. Das Buch wurde nach seinem Erscheinen im englischsprachigen Raum durchweg positiv besprochen\, in Deutschland wurde Fraenkels Der Doppelstaat hingegen lange kaum registriert. Erst 1974 erfolgte die Veröffentlichung in deutscher Sprache. \nDie nationalsozialistische Herrschaft unterteilte sich nach Fraenkel in zwei zentrale Bereiche: Normenstaat und Maßnahmenstaat. Im Normenstaat galt die Herrschaft des Rechts\, wodurch das Funktionieren der kapitalistischen Ökonomie und das Recht auf Eigentum garantiert wurde. Im Maßnahmenstaat hingegen setzen die herrschenden nationalsozialistischen Eliten ihre Interessen mit Gewalt und Willkür durch. Die Parole „Recht ist\, was dem deutschen Volke nützt“ drückte Fraenkel zufolge die nationalsozialistische Ablehnung abstrakter und allgemeiner gültiger Rechtsprinzipien zugunsten eines exklusiven Rechtsverständnisses aus\, das nur für die deutsche Volksgemeinschaft Gültigkeit besaß. Durch den Ausschluss von Jüdinnen und Juden aus der normenstaatlichen Sphäre des Rechts versuchte das nationalsozialistische Regime die deutsche Gesellschaft gewaltsam zu homogenisieren und damit ihr Ideal der Volksgemeinschaft zu realisieren. \nMit dem Seminar soll ein Überblick über die zentralen Thesen von Fraenkels Studie gegeben und diese mit zeitgenössischen linken Faschismusinterpretationen verglichen werden. Zudem soll diskutiert werden\, inwiefern seine Analysen auch einen Beitrag für ein besseres Verständnis aktueller autoritärer Tendenzen liefern können. Es werden gemeinsam Textausschnitte gelesen und diskutiert. \nMoritz Zeiler hat Geschichte und Politikwissenschaften studiert und ist Mitglied der Gruppe associazione delle talpe. Veröffentlichungen: Das Klima des Kapitals. Gesellschaftliche Naturverhältnisse und Ökonomiekritik\, Berlin 2022 (Herausgabe mit Valeria Bruschi)\, Materialistische Staatskritik. Eine Einführung\, Stuttgart 2017 sowie zusammen mit associazione delle talpe Herausgabe der Textsammlungen Staatsfragen. Einführungen in die materialistische Staatskritik\, Berlin 2009 sowie Maulwurfsarbeit I-VII\, Berlin/Bremen 2010- 2024. \nEine Veranstaltung von associazione delle talpe in Kooperation mit der Arbeitnehmerkammer Bremen und der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen.
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SUMMARY:Antisemitismus. Ideologie\, Erscheinungsformen und Funktion
DESCRIPTION:Vortrag und Diskussion mit Nina Rabuza am 22.10.2026 um 19:00 Uhr / Kulturzentrum Kukoon\, Buntentorsteinweg 29\, 28201 Bremen \n \n\n\nJudenfeindliche Graffiti an Hauswänden\, Schändungen jüdischer Friedhöfe\, Angriffe auf Synagogen\, Beleidigungen\, körperliche Gewalt bis hin zum bewaffneten Terroranschlag wie am 9. Oktober 2019 in Halle: Antisemitismus ist Teil des deutschen Alltags. Nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 ist der Judenhass nicht weniger geworden. Ganz im Gegenteil\, antisemitische Vorfälle haben in Deutschland enorm zugenommen. Die Erscheinungsformen des Antisemitismus sind vielfältig. Er manifestiert sich als offener Hass auf Jüdinnen und Juden\, aber auch in subtileren Formen wie in Karikaturen mit antijüdischen Klischees\, als Element von Verschwörungstheorien oder als „Israelkritik“. Ob eine Äußerung oder eine Darstellung antisemitisch ist\, ist häufig umstritten\, insbesondere dann\, wenn sie von Menschen stammen\, die nicht der rechten oder neonazistischen Szene angehören. Antisemitische Einstellungen sind aber nicht nur ein Phänomen in der politischen Rechten\, sondern finden sich in einem breiten politischen Spektrum und in allen gesellschaftlichen Schichten. Antisemitismus ist mehr als ein Vorurteil. Er dient als Welterklärungsmodell\, das die Jüdinnen und Juden für gesellschaftliche Probleme und politische Konflikte verantwortlich macht. In dem Einführungsvortrag werden aktuelle und historische Erscheinungsformen des Antisemitismus thematisiert und diskutiert\, welche gesellschaftliche Funktion der Antisemitismus in der Moderne einnimmt. \nNina Rabuza forscht zu Kritischer Theorie\, dem gesellschaftlichen Umgang mit dem Nationalsozialismus und zu Antisemitismus. 2023 ist ihr Buch Verräumlichte Erinnerung. Die Grenzen der Darstellung nationalsozialistischer Gewalt am Modell der KZ-Gedenkstätte Dachau erschienen. \nEine Veranstaltung von: associazione delle talpe\,  Junges Forum der Deutsch-israelischen Gesellschaft Bremen\, Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen im Rahmen der Aktionswochen gegen Antisemitismus Bremen.
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SUMMARY:Stadtrundgang zur Geschichte des 09.11.1938 in Bremen
DESCRIPTION:Stadtrundgang mit Wanda Wybornia am 15.11.2026\, 12:00 Uhr\, Startpunkt: Ecke Obernstraße/Sögestraße in der Bremer Innenstadt \nBei diesem Stadtrundgang geht es um den 9.11.1938 in Bremen\, sowie um seine Vor- und Nachgeschichte. Gezeigt wird die Geschichte von Jüdinnen und Juden in Bremen und die Spuren\, die sie in dieser Stadt hinterlassen hat. Wir werden Orte ihrer Verfolgung und Vernichtung im Nationalsozialismus aufsuchen\, die mit dem 9.11. nur ihren vorläufigen Höhepunkt nahm. Ein Thema werden auch die Täter sein\, ihre Planungen\, ihr Vorgehen und ihre weitgehende Straffreiheit nach Ende des Nationalsozialismus. \nEine Veranstaltung von associazione delle talpe\, Heinrich-Böll-Stiftung Bremen\, Rosa-Luxemburg- Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen\, Partnerschaft für Demokratie Bremen im Rahmen der Aktionswochen gegen Antisemitismus Bremen.
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SUMMARY:Georges Georges Bensoussan: Die Ursprünge des arabisch-israelischen Konfliks (1870–1950)
DESCRIPTION:Buchvorstellung und Diskussion mit Alex Carstiuc\, 26.11.2026\, 19:00 Uhr / Kulturzentrum Kukoon\, Buntentorsteinweg 29\, 28201 Bremen \n \n\n\nAuf seiner Suche nach dem gesellschaftlichen Ursprung des damals noch arabisch-israelischen Konflikts geht Georges Bensoussan bis in die Zeit vor der ersten Alija zurück. Seine historische Untersuchung erschien 2023 in Frankreich. Erbetrachtet einen historischen Abschnitt\, der sich vom Jahr 1870 bis zum Ende des Unabhängigkeitskriegs und den ersten Waffenstillstandsabkommen Israels mit seinen arabischen Nachbarstaaten 1949 erstreckt. Er zeigt dabei\, dass der alte Jischuv bereits vor der Einwanderung osteuropäischer Zionist*innen den Kern einer von Europa inspirierten Nationalbewegung bildet. Während sich für die dortigen Jüdinnen und Juden schon früh der Weg hin zu einer modernen Gesellschaft mit entsprechenden Institutionen und Organisationen abzeichne\, seidie überwiegende Mehrheit der arabischen Bevölkerung durch die clanbasierte und durch Tradition und Religion gebundene Herrschaft in ihrer gesellschaftlichen Entwicklung gehemmt. Schon bald stünden sich nach Bensoussan zwei kulturell und gesellschaftlich deutlich differierende Gesellschaften bis zur offenen Feindschaft gegenüber. Bensoussan argumentiert\, dass sich die Dynamik des arabisch-israelischen Konflikts nur mit einer Vorstellung von gesellschaftlichem Fortschritt verstehen lässt – viel besser als die üblichen Erklärungsmodelle wie Nationalismus\, Imperialismus\, Kolonialismus. Der Übersetzer Alex Carstiuc stellt die Thesen des Buches vor und gibt einen Überblick über die Rezeption. \nGeorges Bensoussan\, geboren 1952 in Ahfir\, stammt aus einer alteingesessenen jüdischen Familie in Marokko\, die nach Frankreich auswandern musste. Er ist Chefredakteur der Zeitschrift Revue d’histoire de la Shoah und verantwortlich für die Publikationen des Mémorial de la Shoah hin Paris. Als Historiker hat er sich mit zahlreichen Werken zur Geschichte der Shoah\, des Zionismus und der Jüdinnen und Juden in der arabischen Welt international einen Namen gemacht. Auf Deutsch liegt bisher lediglich der Band Die Juden der arabischen Welt. Die verbotene Frage (2019) vor. \nAlex Carstiuc ist Historiker\, Herausgeber und Mitübersetzer der Memoiren Léon Poliakovs. Er übersetzte Annette Wieviorkas Werk 1945. Als die Amerikaner die Lager entdeckten (Edition Tiamat Herbst 2021).Mit Jonas Empen Übersetzung von Georges Bensoussan: Die Ursprünge des arabisch-israelischen Konflikts (1870 – 1950). \nEine Veranstaltung von: associazione delle talpe\, Junges Forum der Deutsch-israelischen Gesellschaft Bremen\, Rosa-Luxemburg- Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen im Rahmen der Aktionswochen gegen Antisemitismus Bremen.
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SUMMARY:Moishe Postone\, Antisemitismus und Nationalsozialismus
DESCRIPTION:Wochenendseminar mit Moritz Zeiler / 05.–06.12.2026/ Infoladen\, St. Pauli-Str. 10-12\, 28203 Bremen / Anmeldung unter: mail@talpe.org \nMoishe Postones Aufsatz Antisemitismus und Nationalsozialismus umfasst zwar lediglich 30 Seiten\, lieferte aber wichtigere Impulse für linke Debatten als unzählige Bücher und Studien. Postones Text bietet eine neue Interpretation von Antisemitismus\, Antikapitalismus und Nationalsozialismus. Er kritisiert eine verbreitete linke Interpretation der nationalsozialistischen Herrschaft als simplen Ausdruck von Klassenherrschaft und Antikommunismus und betont die zentrale Rolle des Antisemitismus und der Vernichtung des europäischen Judentums für ein Verständnis des Nationalsozialismus. Antisemitismus interpretiert er im Kontrast zu verbreiteten linken Auffassungen nicht als Variante des Rassismus\, sondern als Ausdruck eines reaktionären Antikapitalismus. Postones Thesen liefern wichtige Anregungen für eine kritische Analyse von Nationalsozialismus und Antisemitismus\, aber auch von antiemanzipatorischen Formen des Antikapitalismus und eines Antisemitismus von links – sowohl historisch wie aktuell. Im Seminar wird der Aufsatz gemeinsam gelesen und diskutiert. Zur besseren Einordnung des Textes wird es ergänzende Exkurse zu folgenden Themen geben: Linke Faschismustheorien und Analysen des Nationalsozialismus; Antisemitismus und Antizionismus; Geschichte der Neuen Linken; Kritik der politischen Ökonomie von Karl Marx. \nMoritz Zeiler hat Geschichte und Politikwissenschaften studiert und ist Mitglied der Gruppe associazione delle talpe. Veröffentlichungen: Das Klima des Kapitals. Gesellschaftliche Naturverhältnisse und Ökonomiekritik\, Berlin 2022 (Herausgabe mit Valeria Bruschi)\, Materialistische Staatskritik. Eine Einführung\, Stuttgart 2017 sowie zusammen mitassociazione delle talpe Herausgabe der Textsammlungen Staatsfragen. Einführungen in die materialistische Staatskritik\, Berlin 2009 sowie Maulwurfsarbeit I-VII\, Berlin/Bremen 2010- 2024. \nEine Veranstaltung von associazione delle talpe\, Rosa-Luxemburg- Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen\, Partnerschaft für Demokratie Bremen im Rahmen der Aktionswochen gegen Antisemitismus Bremen.
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