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SUMMARY:Befreiendes Denken im Schatten von Auschwitz
DESCRIPTION:Jüdische Intellektuelle der 1920er und 1930er Jahre für die Befreiung des Menschen aus Ausbeutung und Unterdrückung – von den Nazis ermordet\, vertrieben oder vergessen gemacht \nVortragsreihe mit Wolfgang Hien von März bis November 2024 in Bremen\njeweils Dienstags um 19 Uhr im Kulturzentrum Kukoon im Buntentor oder in der Blauen Manege in der Überseestadt\n \nDer Arbeits- und Gesundheitswissenschaftler Wolfgang Hien beschäftigte sich im Lauf seiner Forschungsarbeiten zur Sozialgeschichte der Industriearbeit in Deutschland und Österreich von der Hochindustrialisierung bis heute intensiv mit der „Zeit“\, dem Zeitgeist\, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts herrschte und zu der Katastrophe des Nationalsozialismus führte. Es enthüllte sich die Kontinuität eines durchweg brutalen Sozialdarwinismus (der im heutigen Neoliberalismus wieder auf- und fortlebt). Das Leid der arbeitenden Massen\, die Thematisierung von Leid und Leiden überhaupt\, war und ist verpönt. Er hat nach „Gegenstimmen“ gesucht\, nach Stimmen\, die die andere Seite des Fortschritts in den Blick nahmen und fand fast durchweg Stimmen jüdischer Intellektueller. Genau dies scheint ihm zugleich ein Grund für den seit etwa 1870 stetig wachsenden Antisemitismus zu sein. Humanität war in den Augen der Elite der Gegenpol zur Härte und Stärke\, die man sich für das „Deutschtum“ wünschte. Es galt\, die „Humanitätspropaganda der Juden“ zu bekämpfen und auszumerzen (vgl. Hermann Glaser: Bildungsbürgertum und Nationalismus\, München 1993). \nEine Touristin sitzt in der Tür eines Reisebusses auf dem Parkplatz am Lagertor. © Danny Ghitis \nIm Verlauf der Vortragsreihe zwischen März und November 2024 wird Wolfgang Hien sechs jüdische Intellektuelle vorstellen\, die ihm als Vertreter:innen von Humanität\, Menschenwürde und „Verantwortung von anderen her“ (Emmanuel Levinas) begegneten: \n\n\n\nDienstag\, 5. März\, 19:00 Uhr\, \nKukoon\, Buntentorsteinweg 29\nLudwig Teleky\n\n\nDienstag\, 16. April\, 19:00 Uhr\, \nKukoon\, Buntentorsteinweg 29\nKäthe Leichter\n\n\nDienstag\, 25. Juni\, 19:00 Uhr\, \n(Blaue Manege\, Kommodore-Johnsen-Boulevard 11 (Überseestadt)\nSimone Weil\n\n\nDienstag\, 03. September\, 19:00 Uhr \n(Blaue Manege\, Kommodore-Johnsen-Boulevard 11 (Überseestadt)\nEdith Stein\n\n\nDienstag\, 01. Oktober\, 19:00 Uhr\, \nKukoon\, Buntentorsteinweg 29\nPrimo Levi\n\n\nDienstag\, 05. November\, 19:00 Uhr\, \nKukoon\, Buntentorsteinweg 29\nEmmanuel Levinas\n\n\n\nLudwig Teleky\, ein sozialdemokratischer Arzt und Begründer der modernen Arbeits- und Sozialmedizin in Wien und Düsseldorf\, musste 1938 emigrieren. Nach dem Krieg hoffte er auf eine Professur in Wien oder Berlin\, doch er war und blieb unerwünscht. Als Beispiele seiner Tätigkeit wird auf die Lungentuberkulose und die Quecksilbervergiftung der Wiener Hutmacher eingegangen.  \nKäthe Leichter\, Wienerin\, Pazifistin\, Sozialistin\, gehört zu den großen Kämpferinnen für die Befreiung der Arbeiterinnen aus Elend und Abhängigkeit. Sie arbeitete aktiv im Widerstand gegen die Austrofaschisten und die Nazis. Sie wurde verraten\, kam ins KZ Ravensbrück und wurde 1942 von den Nazis ermordet. Es wird eine längere Passage aus ihren in der Haft geschriebe-nen und aus dem KZ herausgeschmuggelten Lebenserinnerungen zitiert. \nSimone Weil\, eine französische Philosophin\, verbrachte ein Jahr ihres Lebens am Fließband der Renault-Werke. Ihre Erfahrungen verarbeitete sie zu einem Programm der Humanisierung des Arbeitslebens. Simone Weil war in der Resistance gegen die Nazis aktiv und verstarb 1943 an Entkräftung. Es werden Passagen aus ihren Texten „Erfahrungen aus dem Fabrikalltag“ und „Grundbedingungen einer nicht servilen Arbeit“ zitiert. \nEdith Stein\, Philosophin und moderne Mystikerin\, gehört zu den bedeutsamsten Frauenrechtlerinnen des 20. Jahrhunderts. Ihr Schicksal ist von einer besonderen Tragik: Sie wurde in einem niederländischen Kloster der Karmeliterinnen von den Nazis aufgespürt und 1944 in Auschwitz ermordet. Edith Stein entwickelte eine Leibphilosophie\, die an einer Vorstellung von „Seele“ festhält. Es wird aus ihrer Studie „Zum Problem der Einfühlung“ zitiert. \nPrimo Levi\, Mitglied der Resistenzia\, kam als junger Chemiker nach Auschwitz und dort in die Chemiefabrik der I.G. Farbenindustrie. Er hat überlebt und konnte durch seine Zeugenschaft dazu beitragen\, ein genaueres Bild des deutschen Faschismus in seiner von der Großindustrie geprägten soziomentalen Struktur zu zeichnen. Zitiert wird aus seinem letzten Werk: „Die Untergegangenen und Geretteten“. \nEmanuel Levinas\, in Litauen geboren\, ging bereits in den 1920er Jahren zum Studium der Philosophie nach Frankreich. Seine gesamte litauische Familie fiel der deutschen Ausrottungspolitik zum Opfer. Levinas geriet als französischer Soldat 1940 in deutsche Kriegsgefangenschaft und entwickelte nach dem Krieg eine große Philosophie der Verantwortung. Es wird eine Passage aus seiner späteren Vorlesung „Ethik als Erste Philosophie“ zitiert. \nEmmanuel Levinas. Von Bracha L. Ettinger\, CC BY-SA 2.5 \nVeranstalter:innen: \nVVN-BdA – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten Bremen\, Rosa-Luxemburg-Initiative – Rosa-Luxemburg-Stiftung Bremen\, Kulturzentrum Kukoon \nFotoquellen:\nEine Touristin sitzt in der Tür eines Reisebusses auf dem Parkplatz am Lagertor. © Danny Ghitis. Siehe https://www.zeit.de/reisen/2011-11/fs-auschwitz-3\nEmmanuel Levinas. Von Bracha L. Ettinger\, CC BY-SA 2.5\, siehe https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=34724186
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SUMMARY:Die Entstehung des Kapitalismus
DESCRIPTION:Wochenendseminar mit Moritz Zeiler am 12.–13.10.2024 / Infoladen\, St. Pauli-Str. 10-12\, 28201 Bremen / Anmeldung bitte unter mail@talpe.org \nAm Ende des ersten Bandes des Kapital kritisiert Karl Marx im Kapitel „Die sogenannte ursprüngliche Akkumulation“ die liberalen Gründungsmythen über die Entstehung des Kapitalismus. Für Marx ist die sogenannte ursprüngliche Akkumulation definiert als der „historische Scheidungsprozeß von Produzent und Produktionsmittel“ und der damit verbundenen gewaltsamen Durchsetzung von Privateigentum\, Klassenverhältnissen und Lohnarbeit. Mit seiner Darstellung des Ursprungs der kapitalistischen Produktionsweise hatte Marx das Anliegen\, kapitalistische Verhältnisse als historische und potentiell vergängliche durchschaubar zu machen. Er bemüht sich einerseits um eine Erklärung der Durchsetzungsgeschichte der kapitalistischen Verhältnisse. Andererseits stellt er dar\, dass diese Verhältnisse sich immer wieder reproduzieren müssen. Daher wurde das Kapitel über die „sogenannte ursprüngliche Akkumulation“ immer wieder auf aktuelle Entwicklungen des Kapitalismus\, auf seine Umbrüche und Krisen bezogen\, zum Beispiel von Rosa Luxemburg und in den aktuellen Arbeiten von David Harvey über „Akkumulation durch Enteignung“. \nIm Seminar werden die zentralen Thesen von Marx über die Entstehung des Kapitalismus vorgestellt. Zudem werden ergänzend Thesen über die Durchsetzung des Staates im Kapitalismus präsentiert. Es werden Auszüge von Karl Marx\, Rosa Luxemburg\, Heide Gerstenberger\, David Harvey und Ellen Meiksins Wood gemeinsam gelesen und diskutiert. \nMoritz Zeiler hat Geschichte und Politikwissenschaften studiert und ist Mitglied der Gruppe associazione delle talpe. Veröffentlichungen: Materialistische Staatskritik. Eine Einführung\, Stuttgart 2017\, Das Klima des Kapitals. Gesellschaftliche Naturverhältnisse und Ökonomiekritik\, Berlin 2022 (Herausgabe mit Valeria Bruschi) sowie zusammen mit associazione delle talpe Herausgabe der Textsammlungen Staatsfragen. Einführungen in die materialistische Staatskritik\, Berlin 2009 sowie Maulwurfsarbeit I-V\,I Berlin/Bremen 2010-2022. \nEine Veranstaltung von associazione delle talpe in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen.
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SUMMARY:Nicht aufgeben?! Weltverändern in Zeiten der Kipppunkte
DESCRIPTION:Ein Kurs für Aktivist*innen aus der Klimagerechtigkeitsbewegung im Raum Hamburg\, Schleswig-Holstein\, Niedersachsen und Bremen\nNovember 2024 bis März 2025\, an drei Wochenenden im Naturfreundehaus Hannover – Bitte bis zum 15. Oktober anmelden!\n \nTermine (Beginn am Freitag des jeweiligen Wochenendes um 15 Uhr\, Ende Sonntags um 14 Uhr): \n\n22.-24.11.2024: Den Blick in Abgrund wagen\n24.-26.01.2025: Transformationsprozesse einsehen\n28.02.-02.03.2025: Unseren Aktivismus und unsere Organisierungen anpassen\n\nDie Einhaltung der 1\,5-Grad-Grenze erscheint – trotz großer Mobilisierungen der Klimagerechtigkeitsbewegung in den letzten Jahren – immer unwahrscheinlicher. Extreme Wetterereignisse mit dramatischen Folgen nehmen schon jetzt global stark zu und zeigen\, in welch hohem Tempo wir uns auf eine klimatische Heißzeit zubewegen. Anstatt der nötigen sozial-ökologischen Transformation unserer Gesellschaften erleben wir handlungsunfähige und –unwillige Regierungen. Rechte Parteien feiern Wahlerfolge und die Mobilisierung regressiver\, rassistischer Bewegungen auf der Straße und im Alltag nimmt zu. \nWir möchten uns einem Blick in den Abgrund stellen: Wie erleben wir diese Zeiten der klimatisch-ökologischen und autoritären Kipppunkte und multiplen Krisen? Was machen sie mit uns persönlich und mit unseren Organisierungen? Dabei möchten wir Hoffnungslosigkeit\, Trauer\, Wut\, Verzweiflung\, Angst Raum geben und erkunden\, wie wir damit kollektiv umgehen und unsere Emotionen als Katalysator für unsere politischen Bewegungen nutzen können. Wir möchten gemeinsam reflektieren\, wie sich die Bedingungen für unseren Aktivismus bereits jetzt verändert haben – und wie sie sich mit dem Eintreten weiterer Kipppunkte noch verändern werden. \nDer Kurs besteht aus drei verbundenen Seminaren\, die Teilnahme nur an einzelnen Seminaren ist nicht möglich. \nKlimagerechtigkeitsbewegung in Aktion. CC BY 2.0\, Foto: Paul Wagner \nWeitere Informationen zu den Inhalten des Kurses und zu den Referent:innen\, zur Anmeldung und zu den Teilnahmevoraussetzungen sowie zum Teilnehmer:innenbeitrag etc. finden sich in dieser ausfühlichen Ausschreibung: 2024-06-25_CAMPUS Ausschreibung KURS Kippunkte Norden. (PDF) oder auf der Projektwebsite CAMPUS für weltverändernde Praxis der Rosa-Luxemburg-Stiftung. \nAnmeldefrist verlängert bis zum 15. Oktober 2024\nBitte per Email anmelden: anmeldungklimakurs@rls-hamburg.de \nDieser Kurs der Rosa-Luxemburg-Stiftung und der Landestiftungen der RLS in Hamburg\, Schleswig-Holstein\, Niedersachsen und Bremen (Rosa-Luxemburg-Initiative) wird geteamt von Iris Frey\, Marc Aman und Emma You Biermann. \nSharePic Kursangebot: Nicht aufgeben?! Weltverändern in Zeiten der Kipppunkte 2024/25. Bildquelle: 2022-Climate-Strike-4-1000331 by Mark Dixon @flickr.com CC BY 2.0 \nDer Flyer zum Kurs als PDF zum Download: Flyer Kipppunkte-Nordstiftungen_24-25.
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SUMMARY:Grundeinkommen – Baustein für Klimagerechtigkeit
DESCRIPTION:Grundeinkommen und Klimagerechtigkeit: Schlüsselelemente einer sozialökologischen Transformation\nVortrag und Diskussion mit Ronald Blaschke\nDienstag\, 15. Oktober 2024\, um 19 Uhr in Bremen\, Kulturzentrum Kukoon im Buntentor\n \nDie globale Erwärmung und die fortschreitende Zerstörung unserer natürlichen Lebensgrundlagen sind direkte Folgen der aktuellen Produktions- und Lebensweise\, die die Natur als bloße Ressource betrachtet und ausbeutet. Diese Praktiken gefährden nicht nur die Umwelt\, sondern auch die Lebensgrundlagen und die Lebensqualität vieler Menschen – heute und in der Zukunft. \nFür das Überleben der Menschheit ist daher eine grundlegende Transformation unserer Gesellschaftsstrukturen notwendig. Diese Transformation muss sozial gerecht und ökologisch nachhaltig sein. Das Grundeinkommen spielt hierbei eine zentrale Rolle\, indem es eine gerechtere Verteilung von Ressourcen ermöglicht und soziale Ungleichheiten abbaut. Ein bedingungsloses Grundeinkommen kann den Zwang zur Teilnahme an umweltschädlichen wirtschaftlichen Aktivitäten verringern und den Menschen die Freiheit geben\, sich für nachhaltigere Lebensweisen zu entscheiden. \nDiese Veranstaltung nimmt Bezug auf das im Frühjahr 2024 veröffentlichte Memorandum „Grundeinkommen als notwendiger Bestandteil einer sozialökologischen Transformation und Baustein für Klimagerechtigkeit“. Das Memorandum betont\, dass eine sozialökologische Transformation nicht nur den Schutz der Natur umfasst\, sondern auch die Schaffung einer gerechteren Weltordnung. Dazu gehört die Umverteilung von Wohlstand\, die Entschuldung ärmerer Länder und der Aufbau einer nachhaltigen\, gemeinwohlorientierten Wirtschaft. Ein Grundeinkommen könnte dabei ein Schlüsselelement sein\, um allen Menschen die Existenz und gesellschaftliche Teilhabe zu sichern und ihnen wirtschaftliche und politische Freiheit zu ermöglichen. \nRonald Blaschke ist Mitgründer des Netzwerks Grundeinkommen und europäischer Vernetzungen zum Grundeinkommen. Er hat mehrere Bücher zum Grundeinkommen und zu daran angrenzenden Themen mit herausgegeben und war jahrelang als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bundestagsbüro von Katja Kipping mit Hartz IV befasst. Siehe www.ronald-blaschke.de \nRonald Blaschke\, Foto: Fiona Krakenbürger \n\nVeranstalter*innen:\nAG „Genug für alle“ Attac Bremen\, Rosa-Luxemburg-Initiative – Rosa-Luxemburg-Stiftung Bremen und andere\n \n 
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SUMMARY:Musikalische Gewalt in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern
DESCRIPTION:– Entfällt leider wegen Krankheit. Wir bemühen uns um einen Nachholtermin. – \nLesung und Konzert mit Paul Schuberth / Thomas Ebermann / Elisa Lapan am 24. Oktober 2024\, 19:00 Uhr / Kulturzentrum Kukoon\, Buntentorsteinweg 29\, 28201 Bremen \nDieser Abend widmet sich einer nach wie vor wenig beleuchteten Facette der NS-Geschichte. Zwar ist vielen die Funktion des Kulturlebens im Lager Theresienstadt oder die Geschichte des Liedes „Die Moorsoldaten“ bekannt. Anders verhält es sich jedoch mit solchen Aspekten\, die nicht unmittelbar mit beeindruckenden künstlerischen Leistungen oder Widerstand seitens der Häftlinge in Zusammenhang stehen. Diese Kehrseite spiegeln die Begriffe „musikalische Gewalt“ (Juliane Brauer\, Historikerin ) oder „musikalischer Sadismus“ (Alexander Kulisiewicz\, „Lagersänger“ und Historiker). Diese sind keine effektvolle Übertreibung: In den Händen der SS-Mannschaften geriet Musik zum Folterinstrument. \nSei es in Form des gefürchteten Zwangssingens\, der Beschallung des Lagergeländes mit „nationalen Flötentönen“ oder der musikalischen Untermalung von Exekutionen. Wie Musik als Mittel des Terrors herhalten musste; wie sie in den Prozess der Vernichtung durch Arbeit eingespannt wurde\, ja ihn sogar reibungsloser funktionieren ließ; darüber will der Vortrag Auskunft geben. \nAusgehend vom scheinbar paradoxen Satz „In Auschwitz betrieben die Machthaber in gewisser Hinsicht eine Kulturförderung“ (Gabriele Knapp\, Historikerin) schließt der Vortrag mit Überlegungen darüber\, inwieweit gängige Vorstellungen von Kunst und Kultur angesichts des „musikalischen Sadismus“ an mögliche Grenzen stoßen. Zu einem Vortrag solchen Inhalts Musik zu spielen\, ist eine Gratwanderung. Sie darf nicht Balsam für die Seele nach den furchtbaren historischen Tatsachen sein. So spielen Elisa Lapan und Paul Schuberth\, manchmal als Kontrast\, manchmal aber zur Verdeutlichung\, Stücke von u.a. Józef Koffler\, Jean Wiener\, Hanns Eisler\, Paul Abraham. \nIn den Mitteilungen der Alfred Klahr Gesellschaft findet sich ein Beitrag von Paul Schuberth zum Thema musikalische Gewalt in den Lagern: \nhttps://www.klahrgesellschaft.at/Mitteilungen/Schuberth_1_22.pdf \nPaul Schuberth (*1994) ist Akkordeonist. Neben Projekten wie „trio akk:zent“\, „Belofour“\, „Duo Vakkordeonioline“ tritt er u.a. mit Paul Gulda\, Otto Lechner\, Bratko Bibič\, Thomas Gansch\, Bertl Mütter\, Andrej Prozorov\, Christopher Haritzer\, Jelena Popržan auf. Nebenbei veröffentlicht er als Verfasser von Beiträgen zu kulturpolitischen und gesellschaftlichen Themen in Zeitschriften wie Augustin\, Versorgerin\, konkret\, Phase 2\, Volksstimme\, Jungle World. \nThomas Ebermann ist Publizist\, zuletzt erschien von ihm Störung im Betriebsablauf\, Hamburg 2021 und Linke Heimatliebe. Eine Entwurzelung\, Hamburg 2019. In den letzten Jahren war er mit Bühnenaufführungen wie Heimat – Eine Besichtigung des Grauens (2019) und Herbert Marcuse – Der eindimensionale Mensch wird fünfzig (2014) in Bremen zu Gast. \nElisa Lapan (*1996) ist Saxofonistin\, Dirigentin und Musikpädagogin. Sie schloss ihre Bachelor Studien in klassischem Saxofon mit Schwerpunkt Jazzsaxofon an der ABPU in Linz ab und setzte ihren Master an der Royal Academy Of Music\, Aarhus (Dänemark)\, in Saxofon und Ensembleleitung fort. Elisa ist Mitglied bei SAX OF(F) ON und Orginel² & Saxobefont. Neben reger Konzerttätigkeit und erfolgreichen Teilnahmen bei Wettbewerben (Musica Juventutis\, 3. Platz beim internationalen Louis-Spohr Holzbläserwettbewerb in Kassel) ist sie als Saxofonlehrerin an der Musikschule der Stadt Linz tätig und hält Workshops zum Thema Soundpainting. \nPaul Schuberth: Text\, Vortrag\, Akkordeon / Thomas Ebermann: Vortrag\, Lesung / Elisa Lapan: Vortrag\, Saxofon \n  \nEine Veranstaltung von: associazione delle talpe\, Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen\, Partnerschaft für Demokratie Bremen\, Landeszentrale für politische Bildung Bremen und Kulturzentrum Kukoon im Rahmen der Aktionswochen gegen Antisemitismus Bremen 2024.
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SUMMARY:Ästhetik und Antisemitismus
DESCRIPTION:Veranstaltungsreihe Ästhetik und Antisemitismus im Herbst 2024 \nDer Erlösungskomplex (2023)\nFilmvorführung und Gespräch mit Leon Kahane\nFreitag\, 25. Oktober 2024\, um 19 Uhr in Bremen\, in der Galerie K‘ im Steintor-Viertel\n \nIn Deutschland haben Künstler Volk und Kunst zu einem Begriff verwoben. Diese utopische Einheit bedeutete für jene Künstler eine kulturelle Emanzipation aus allem\, was sie als jüdisch empfanden. Dementsprechend stellten Juden und die jüdische Kultur stets eine Bedrohung für sie dar. Der Antisemitismus wurde ein fester Bestandteil ihrer Vision von einer freien Welt. Die Relevanz dieser Künstler und ihrer Weltbilder hat darunter bis heute nicht gelitten. Heute scheint niemand genau zu wissen\, was Antisemitismus eigentlich ist. Vielmehr sieht man die Kunst und ihre Freiheit vom ungerechten Vorwurf der Judenfeindschaft bedroht\, sobald der antisemitische Kern dieser Weltbilder kritisiert wird. \nEin Film von Fabian Bechtle und Leon Kahane (FORUM DCCA) \nWeitere Termine: \nAntisemitismus und Tiktok\nVortrag und Diskussion mit Jonathan Guggenberger\nFreitag\, 15. November 2024\, um 19 Uhr in Bremen\, in der Galerie K‘ im Steintor-Viertel \nAntisemitismus und Architektur\nVortrag und Diskussion mit Stephan Trüby\nMontag\, 25. November 2024\, um 19 Uhr in Bremen\, Gerhard-Marcks-Haus Bremen\, Am Wall 208\, 28195 Bremen \nPassion Play – Passionsspiele und moderner Antisemitismus\nBuchvorstellung und Gespräch mit Regine Petersen\nFreitag\, 6. Dezember 2024\, um 19 Uhr in Bremen\, in der Galerie K‘ im Steintor-Viertel \nChantal Akerman: D’est (1993)\nFilmscreening mit einer Einführung von Rahel Völker\nDienstag\, 17. Dezember 2024\, um 20:30 Uhr in Bremen\, City 46\, Birkenstraße 1\, 28195 Bremen \nAesthetik und Antisemitismus SharePic 1 \nAesthetik und Antisemitismus SharePic 2 \nDie Veranstaltungen werden organisiert von der Galerie K‘\, dem Jugendforum in der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Bremen sowie der Rosa-Luxemburg-Initiative Bremen in Kooperation mit der Amadeu-Antonio-Stiftung und der Heinrich-Böll-Stiftung Bremen.
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SUMMARY:Karl Marx: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Band 1
DESCRIPTION:Wochenendseminar mit Moritz Zeiler / 26.–27.10.2024 / Infoladen\, St. Pauli-Str. 10-12\, 28203 Bremen /  Anmeldung unter: mail@talpe.org \nSeit der Krise 2008ff wird vermehrt Kritik am Kapitalismus laut. Dabei überwiegt meist ein undeutliches Verständnis der kapitalistischen Verhältnisse sowie Ressentiments gegen Banken\, Management und ‚die da oben‘. Doch Empörung und Anklage Einzelner allein haben die gesellschaftlichen Verhältnisse noch nie zum Besseren verändert\, sondern im Gegenteil eher zu Rückschritt und Barbarei geführt. Kritische Untersuchung ökonomischer und politischer Zusammenhänge ist für gesellschaftliche Emanzipation daher unverzichtbar. Die Marx’sche Kritik der politischen Ökonomie wurde zwar im 19. Jahrhundert veröffentlicht\, bietet aber nach wie vor eine der profundesten Analysen des Kapitalismus. Mit dem Seminar wird in zentrale Begriffe von Marx eingeführt. Unter anderem interessieren folgende Fragen: Was unterscheidet Kapitalismus von früheren Gesellschaftsepochen? Was versteht Marx unter Ware\, Wert\, Geld und Kapital? Welche Bedeutung haben bei ihm Fetischismus\, Klasse und Staat? Beim Wochenendseminar werden zentrale Passagen des ersten Bandes des Marx’schen Kapitals gemeinsam gelesen und diskutiert. Das Seminar wendet sich vor allem an diejenigen\, die in eine kollektive Auseinandersetzung mit der Marx’schen Kritik der politischen Ökonomie einsteigen möchten und keine größeren Vorkenntnisse haben. Dabei sollen alle Fragen erlaubt sein und Expert*innendebatten vermieden werden. Der Referent wird moderieren und einen Überblick über verschiedene Lesarten geben. Gewünscht ist gemeinsame Textaneignung und Diskussion. \nMoritz Zeiler hat Geschichte und Politikwissenschaften studiert und ist Mitglied der Gruppe associazione delle talpe. Veröffentlichung: Materialistische Staatskritik. Eine Einführung\, Stuttgart 2017\, Das Klima des Kapitals. Gesellschaftliche Naturverhältnisse und Ökonomiekritik\, Berlin 2022 (Herausgabe mit Valeria Bruschi) sowie zusammen mit associazione delle talpe Herausgabe der Textsammlungen Staatsfragen. Einführungen in die materialistische Staatskritik\, Berlin 2009 sowie Maulwurfsarbeit I-VI\, Berlin/Bremen 2010- 2022. \nEine Veranstaltung von associazione delle talpe in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg- Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen. Anmeldung unter mail@talpe.org
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SUMMARY:Massenmord\, Genozid und Gedenken im Irak
DESCRIPTION:Vortrag und Diskussion mit Hemn Goptapy und Oliver Piecha\nDienstag\, 29. Oktober 2024\, um 19 Uhr in Bremen\, Kulturzentrum Kukoon im Buntentor \nDer Irak ist ein Land der verschwundenen Menschen. Es gibt Orte\, da muss man buchstäblich nur mit den Schuhen im Sand scharren\, und es kommen ihre Überreste zum Vorschein. Einer\, der sich das Erinnern und Gedenken zur Lebensaufgabe gemacht hat ist der kurdische Lehrer Hemn Goptapy aus dem Nordirak. Auch sein Dorf war von der Vernichtungskampagne Saddam Husseins gegen die Kurden 1988 betroffen – der „Anfal-Kampagne“. Aber sie war weder der Anfang noch das Ende des massenhaften Mordens im Irak\, der Bogen spannt sich von Saddam Husseins Terrorregime bis zum „Islamischen Staat“ und dem Genozid an den Jesiden 2015. Es gibt mittlerweile auch staatliche Formen des Gedenkens an die Morde und Verfolgungen im Irak\, aber sie stehen in einem Spannungsverhältnis zu den Bedürfnissen der Nachkommen. Hemn Goptapy wird aus der Praxis von Erinnerungsarbeit berichten\, in einem Land\, in dem der Gedanke\, dass man sich den Opfern erinnern muss neu und revolutionär ist. In der anschließenden Diskussion mit dem Historiker Oliver M. Piecha von Wadi e.V. wird es auch um den weiteren Kontext der Inflationierung und Istrumentalisierung des Genozidbegriffes gehen\, und um die Frage\, wie die Auseinandersetzung mit der Gewaltgeschichte der Region ein zentraler Grundbaustein der Zukunft des Nahen Ostens sein muss. \nDenkmal in Goptapa. Foto von Hemn Goptapy \nVeranstalter:innen: \nRosa-Luxemburg-Initiative – Rosa-Luxemburg-Stiftung Bremen\, Hilfsorganisation WADI e.V.\, Kulturzentrum Kukoon \nDie gleiche Veranstaltung findet am Vortag auch in Celle statt:\nDie Volkshochschule Celle lädt am 28.10. um 19 Uhr in ihre Räumen\, Trift 20 in 29221 Celle\, ein. \nAm 28.10. in Celle und 29.10.24 in Bremen berichten Hemn Goptapy aus Kurdistan und Oliver Piecha von Wadi e.V. über die Verbrechen des Saddam Regimes und die Bedeutung von Erinnerung und Aufarbeitung. \nHintergrundinfos: \n„Anfal-Operation (Ḥamlat al-Anfāl) ist der vom Irak verwendete Name für die zwischen 1986 und 1989 und in acht Phasen durchgeführten genozidalen Maßnahmen des irakischen Baath-Regimes unter Saddam Hussein gegen die kurdische Bevölkerung und andere Minderheiten wie die Assyrer\, und Chaldäer im Nordirak. Die kurdische Bevölkerung\, die durch das Regime unterdrückt wurde\, hatte sich seit 1986 im Iran-Irak Krieg auf die Seite Teherans gestellt.  Großbritannien\, Schweden und Norwegen haben die Zerstörung Tausender kurdischer Dörfer\, die völlige Umstrukturierung der Agrarökonomie hin zu abhängigen und unproduktiven Flüchtlingslagern und den organisierten Massenmord offiziell als Genozid entsprechend der UN-Völkermordkonvention von 1948 anerkannt. \nDie Anfal-Operation war Teil der Maßnahmen der Regierung gegen Kurden\, die 1975 mit Massendeportationen an der türkischen Grenze begonnen hatten (…)“  Quelle: Wikipedia\, siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Anfal-Operation \nDer Bericht von Human Rights Watch zu diesem Genozid: https://www.hrw.org/reports/1993/iraqanfal/ANFALINT.htm \nMehr zur Erinnerungsarbeit im Irak bei WADI e.V.: Goptapa: Eine kurdisches Dorf\, das 1988 Giftgas zum Opfer fiel\, organisiert sich | Erinnern an die Verbrechen\, die das Saddam-Regime gegen die eigene Bevölkerung begangen hat
URL:https://www.rosa-luxemburg.com/event/wie-erinnern-an-den-genozid-das-beispiel-anfal-operation/
LOCATION:Kulturzentrum Kukoon\, Buntentorsteinweg 29-31\, Bremen\, Bremen\, 28201\, Deutschland
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