Sonnabend 28. März 2009 10:00-16:30 und 29.3.2009 10:00-14:30 Uhr, Infoladen, St. Pauli Str. 10-12, 28203 Bremen
Wochenendseminar für (angehende) Akademikerinnen
Die Wissenschaften sind längst nicht mehr fast ausschließlich durch Männer repräsentiert und doch beschreiben junge Wissenschaftlerinnen, Studentinnen und Promovierende eine Vielfalt von Hürden, die sich ihnen in der Ausbildung in den Weg stellen. Eine dieser Hürden ist die noch immer eher männlich geprägte Kommunikationskultur in der akademischen Bildung. Hier gilt es für Frauen, sich selbstbewußt mit dem eigenen Können zu Präsentieren, um Gehör zu finden. Die Bedingungen, unter denen sich z.B. eine Sprachkompetenz entwickelt, sind eng an die genderspezifischen Rollenmuster einer Raumnahme und Artikulation geknüpft und werden in der Ausbildung in den seltensten Fällen aufgegriffen und bearbeitet.
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Donnerstag, 26. März 2009, 20 Uhr, Infoladen Bremen, St. Pauli-Str.
10-12, 28203 Bremen
Diskussionsveranstaltung mit Heide Gerstenberger und John Kannankulam
In Zeiten der aktuellen Krise, die nicht nur eine Finanzkrise, sondern auch eine Legitimationskrise einer bislang hegemonialen neoliberalen Herrschaftsstrategie ist, werden verschiedene Varianten staatlicher Intervention diskutiert. Die Veranstaltung soll nun einerseits die verschiedenen Interventionsmöglichkeiten des Staates vorstellen,
andererseits aber auch die Konsequenzen diskutieren, welche die Krise und staatliches Krisenmanagement für eine emanzipatorische Praxis der Linken haben. So bietet die aktuelle Krise als Übergangsphase zwischen einer diskreditierten neoliberalen Herrschaftslegitimation und einer noch nicht durchgesetzten neuen Regulationsstrategie das Potential, einer marxistischen Kritik der herrschenden Verhältnisse eine größere
Resonanz zu bieten.
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21. -22. März 2009 in Bremen
mit Autorenkollektiv Biene Baumeister / Zwi Negator
Ende der 1950er entstand die Situationistische Internationale SI um Guy Debord und Raoul Vaneigem, die für die Bewegung der Fabrik- und Universitätsbesetzungen des französischen Mai 1968 eine wichtige Rolle spielte. Mit ihrer „Kritik des Spektakels“ bemühte sich die SI darum, einen kritischen Begriff von Architektur, Kunst und Kultur zu formulieren. Neben ihren kritischen Interventionen in Kunst und Kultur galt die Kritik der SI traditionellen linken Bewegungen wie der Sozialdemokratie, dem Stalinismus und den verschiedenen nationalen Befreiungsbewegungen mit dem Ziel einer emanzipatorischen Weiterentwicklung bisheriger Revolutionstheorien.
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Vom Tsunami an die Küste gespült – Nuklearmüll aus Europa
Vortrag und Diskussion mit Vladislav Marjanovic
Donnerstag, 19. März 2009, 19:30 Uhr, Villa Ichon, Goetheplatz 4, 28203 Bremen
Viele Menschen in den vom Tsunami betroffenen Gebieten Somalias leiden heute unter ungewöhnlichen Gesundheitsproblemen. Es handelt sich laut Bericht des Umweltschutzprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) um akute Infektionen der Atemwege, Magenblutungen, atypische „chemische“ Reaktionen der Haus und plötzliche Todesfälle. In dem Bericht heißt es weiter, dass Somalia eines von vielen unterentwickelten Ländern ist, das seit den achtziger Jahre unzählige Schiffsladungen von Atommüll und anderen schädlichen Abfällen bekam und sie entlang der Küste lagerte. Der Bericht rügt dann die nicht näher genannten Schuldigen. Es ei eine Verletzung der internationalen Verträge über den Export solcher Abfälle nach Somalia und es sei ethisch fragwürdig, ob man solche Verträge mit einem durch einen Bürgerkrieg erschütterten Land abschließen dürfe. Wer sind die Schuldigen?
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Dienstag, 17. März 2009, Villa Ichon, Goetheplatz 4, 28203 Bremen, 19.30 Uhr
Vortrag und Diskussion mit Malte Luehmann (Marburg)
Der „Kampf gegen die illegale Migration“ als Teil der Vermischung von innerer und äußerer Sicherheit ist zum Testfeld für den Einsatz militärischer Technologien im Inneren geworden. Nicht nur die Funktionslogik der Migrationspolitik, deren Aufgabe heutzutage in der
Abwehr von „Bedrohungen“ gesehen wird, auch die eingesetzten Mittel tragen immer deutlichere Züge der Militarisierung. Beispielhaft kann diese Entwicklung anhand des Satellitenüberwachungssystems GMES nachvollzogen werden, in dessen Rahmen Spionagesatelliten Aufklärungsbilder gleichermaßen für Militärinterventionen, die Suche
nach Flüchtlingsbooten und den Umweltschutz liefern. Ein wichtiger Standort für die Weiterentwicklung von GMES ist der „Raumfahrtstandort“ Bremen, wo Rüstungsschmieden wie OHB und EADS eng mit universitären Forschungseinrichtungen und der Hansestadt zusammenarbeiten.
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Samstag 14. März 2009, Geschäftsstelle der RLI, Breitenweg 25, 28195 Bremen
Tagesseminar
Wenn ein Thema »steht«, stellt sich die Frage, in welcher Textform (auch
Präsentations-oder Darstellungsform, Textgattung, Genre) es abgefasst werden soll. Dazu stehen rund 30 Möglichkeiten in 3 Gruppen allein für die schreibenden Journalist_innen zur Verfügung. Diese sollen in einem Überblick vorgestellt und definiert sowie voneinander abgegrenzt werden. Selbst gestandene Profis kennen nicht alle oder bringen sie gerne durcheinander.
In einem zweiten Teil steht die Nachricht im Mittelpunkt, die in Theorie und Praxis (eigene Übungen) näher beleuchtet und erprobt wird. Damit das klappt, sollten die Teilnehmer_innen ihre Laptops mitbringen.
Hinweis: Beschränkte TeilnehmerInnenanzahl. Anmeldung erforderlich unter
huettner(ädd)@rosalux.de.
Eine Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Initiative e.V. in Kooperation mit
Linke Medienakademie e.V. i.G.
Donnerstag 12. März, 18 Uhr, Regionalbüro Bremen der RLS, Breitenweg 25, 28195 Bremen
mit Peter Streckeisen (Basel)
Angesichts der Verklärung des Kapitalismus zur »Wissensgesellschaft« interessiert sich die Soziologie kaum mehr für die Industriearbeit. Streckeisen untersucht Veränderungen von Fabrik- und Laborarbeit in der Pharmaindustrie. Als roter Faden dient dabei die Berufsqualifikation, an der sich das gesellschaftliche Urteil über den Wert der Beschäftigten entpuppt. Er führt industriesoziologische, sozialhistorische und ungleichheitstheoretische Elemente zu einem Bild zusammen, das den klassischen Gegenstand der Sozialforschung »Industriearbeit« neu zu verstehen hilft.
Peter Streckeisen ist Oberassistent am Institut für Soziologie der Universität Basel und Mitarbeiter der Schweizer Zeitschrift „Debatte“ sowie nicht zuletzt Autor des Buches Die zwei Gesichter der Qualifikation. Eine Fallstudie zum Wandel von Industriearbeit
Rezension des Buches in der Schweizer Wochenzeitung WoZ vom 18.9. 2008.
Begrenzte TeilnehmerInnenzahl, kurze formlose Anmeldung erbeten.
Donnerstag 5. März 2009, Villa Ichon, Goetheplatz 4, 28203 Bremen, 19.30 Uhr
Vortrag und Diskussion mit Christoph Marischka (Tübingen)
Innere und äußere Sicherheit seien nicht mehr zu trennen, so lautet das Credo EUropäischer Sicherheitspolitiker. Konkret bedeutet dies, dass in Kriegen polizeiliche Mittel und bei der Herstellung der „Inneren Sicherheit“ EUropas militärische Mittel zur Anwendung kommen. Ziel ist hierfür ein einheitliches Lagebild aller Behörden der Äußeren und Inneren Sicherheit. Als Katalysator dieser Vernetzung dient der „Kampf gegen die illegale Migration“, der gemeinsam von den europäischen Staaten geführt wird. Eine wichtige Rolle bei der Vernetzung von zivilen und militärischen Behörden spielt die eigens hierfür ins Leben gerufene EU-Grenzschutzbehörde FRONTEX.
Christoph Marischka ist Mitarbeiter der Informationstelle Militarisierung in Tübingen (www.imi-online.de)
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Sonntag 1. März 2009, 16.00 Uhr, Kommunikationszentrum paradox, Bernhardstrasse 12, 28203 Bremen
Diskussionsveranstaltung der Rosa-Luxemburg-Initiative in Kooperation mit der Gruppe „Antimilitarismus-Aktionsbündnis“
Im Hinblick auf den NATO Gipfel Anfang April wird das neue Strategiepapier der NATO „Towards a Grand Strategie for an Uncertain World“ vorgestellt und diskutiert. Das Strategiepapier wurde von verschiedenen NATO Ex-Generälen, unter anderem dem deutschen Ex-General Klaus Naumann, geschrieben und dient als inhaltliche Grundlage für den NATO Gipfel am 3.und 4. April in Straßburg. Zu fragen ist unter anderem, ob es das Ziel der in dem Papier vorgestellten Strategie ist, mit politischen wie auch militärischen Mitteln die bestehende Weltordnung und die Machtposition des Westens darin abzusichern und zweitens, ob diese Strategie im Zusammenhang mit einer Reihe verschiedener anderer militärischer Konzepte steht, die den Handlungsbereich der NATO in den letzten Jahren beständig ausgedehnt haben. Eine Grundlage für diese Entwicklung war die Schaffung neuer Bedrohungsszenarien und Feindbilder nach dem Kalten Krieg. Diese innerhalb der „Grand Strategie“ begründeten Bedrohungen legitimieren jedoch nicht nur die derzeit stattfindenen Militärinterventionen, zugleich weisen sie auf kommende Kriegsschauplätze und die dazugehörigen Interessenskonflikte hin.