Veranstaltung - Archiv


Thomas Ebermann/Thorsten Mense: Kritik der Heimat – Besichtigung eines Grauens

Lecture Performance am Freitag,12.04.2019, 20:00 Uhr
Kukoon, Buntentorsteinweg 29, 28201 Bremen

»Heimat« boomt, und es scheint kein Entrinnen aus ihr zu geben. Jeder und jede muss sie haben, lieben, vermissen, verteidigen oder tief im Herzen tragen. Ob Greenpeace oder Kaufland, die Identitären oder die Grünen, Horst Seehofer oder Bodo Ramelow: Alle machen mit – und niemand fragt »Warum?«. Wo bleibt der Zweifel und die Skepsis, wenn plötzlich alle das gleiche wollen und fühlen? Thomas Ebermann und Thorsten Mense werden sich daher nicht mit einem weiteren Heimatbegriff an der Debatte beteiligen, sondern fühlen sich stattdessen den historischen wie zukünftigen Opfern von Heimat verbunden. Denn der Boom der Heimat ist das Grundrauschen der gesellschaftlichen Rechtsentwicklung, der Soundtrack zur völkischen Mobilmachung, die Einstimmung auf kommende Zumutungen und Unmenschlichkeiten. Dem stellen die Referenten sich entgegen – unausgewogen, schroff und negatorisch. Sie werden zeigen, dass Heimatliebe eben doch ein Verbrechen ist. Und dass man das, was man ernst nimmt und fürchtet, dennoch auslachen kann. Die Veranstaltung ist eine Mischung aus analytischen Vorträgen, satirischen Dialogen und audio-visuellen Bebilderungen. Heimat wird aufgeführt, vorgeführt und zu Leibe gerückt. In der Kulturindustrie nennt man das wohl Lecture Performance. Die Referenten sehen sich in der Tradition der Anti-Heimat-Kunst, und wollen das stark machen, was derzeit im Rausch der Heimatliebe in Vergessenheit zu geraten droht: die Nestbeschmutzung.

Thomas Ebermann schreibt unter anderem für konkret. Inszenierung zahl- reicher szenischer Lesungen, zuletzt: Firmenhymnenhandel, Q – Gegen Luther, Papst und Fürsten! Thorsten Mense ist Soziologe, freier Autor und Journalist. Er schreibt unter anderem für jungle world und konkret. Autor ua. von Kritik des Nationalismus, Stuttgart 2016. Künstlerlische Mitarbeit: Florian Thamer und Peter Bremme.

Eine Veranstaltung von associazione delle talpe in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen und Partnerschaft für Demokratie Bremen.

Frauen und Geschlechterpolitiken in der AfD und Umfeld

Jung, hip & modern – oder reaktionär, völkisch und antidemokratisch – ein Widerspruch? Facetten einer Szene in Bremen und anderswo
Vortrag und Diskussion mit Johanna Sigl
Donnerstag, 25. April 2019, um 19:30 Uhr in Bremen
Speicherbühne, Am Speicher XI 4, 28217 Bremen

Oft werden die AfD und nahestehende Gruppen als Männerbünde wahrgenommen. Doch gerade auch Frauen treten forsch und prominent in rechten Parteien und rechten Netzwerken auf – oft ungewohnt modern – vor allem aber sehr widersprüchlich. Welche Aufgaben und Funktionen nehmen die Frauen eigentlich in der (Bremer) AfD und ihrem Umfeld ein? Welche Bedeutung haben Rollenbilder und Geschlechterpolitiken in der AfD? Mit welchen Stereotypen spielen sie? Wie werden diese Bilder und Ideologien von rechten PolitikerInnen eingesetzt, um UnterstützerInnen für Ihren populistischen Kurs zu gewinnen? Und was bedeutet das für Menschen, die für eine aufgeschlossene, demokratische Politik der Vielfalt und Gleichberechtigung stehen und gestalten wollen?
Dazu gibt es kurze Impuls-Vorträge von Dr. Johanna Sigl (Universität Lüneburg) sowie einem Experten zum Phänomen der sog. Neuen Rechten (N.N.).

Die Räume sind barrierefrei. Der Eintritt ist frei.

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien und Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

VeranstalterInnen: Initiative „AfD Büro? Nirgendwo„, Autonomes Feministisches Referat an der Universität Bremen und Rosa-Luxemburg-Initiative – Rosa-Luxemburg-Stiftung Bremen.

Organizing! – Handwerkszeug für die politische Arbeit im Stadtteil

Workshop zur Einführung ins Organizing mit Susanne Steinborn (Berlin)
Samstag, 27. April 2019, von 10 bis 18 Uhr in Bremen
Das Haus des Paritätischen, Außer der Schleifmühle 55-61, 28203 Bremen
Eine Anmeldung ist notwendig (siehe unten), es sind noch Plätze frei! – Für Verpflegung, Mittagessen und Getränke ist gesorgt; die Teilnahme ist kostenfrei.

Überall sind Menschen in Bewegung  – gegen steigende Mieten, für mehr Personal in den Krankenhäusern und für viele weitere Verbesserungen. Doch hinter jeder großen Aktion, hinter jeder großen Stadtteilinitiative oder Kampagne steht ein intensiver Organisierungsprozess. Menschen vor Ort finden sich zusammen, schmieden Pläne und werden aktiv. Linkes Organizing bietet umfangreiche Hilfestellungen, um solch langfristige Prozesse zum Erfolg zu führen. Dahinter steht die Überzeugung, dass an den bestehenden Verhältnissen nur etwas geändert werden kann, wenn  Menschen sich in großer Zahl organisieren und für ihre Interessen eintreten.

Unser Workshop gibt einen kompakten Einblick in die Denkweise und die Methoden linken Organizings. Die Referentin Susanne Steinborn ist selbst in Organizing-Projekten aktiv (u.a. in der Gropiusstadt in Berlin) und kann viele praktische Fragen beantworten.

Anmeldung:

  • Anmeldeschluss verlängert: Die Teilnehmer*innenzahl ist begrenzt, wir bitten um verbindliche Anmeldung bis spätestens zum 26.04.2019 um 15:00 Uhr per eMail an <info@rosa-luxemburg.com>.
  • Eine Kinderbetreuung wird von uns bei Bedarf und nach Möglichkeit organisiert, wir bitten um möglichst frühzeitige Anmeldung (zwei Wochen vorher) per eMail an <info@rosa-luxemburg.com>.
  • Es wird kein Teilnahmebeitrag erhoben, die Teilnahme ist für Euch kostenfrei! Für Verpflegung, Mittagessen und Getränke wird gesorgt.

Eine Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen in Zusammenarbeit mit der Akademie für politische Bildung der Rosa-Luxemburg-Stiftung.