Veranstaltung - Archiv


Klimawandel und Gesellschaftskritik

Klimakongress
Freitag, 20. bis Sonntag, 22. Mai 2022 an der Uni Oldenburg

In ihrer Komplexität, Größenordnung und Tragweite stellen die Gefahren des Klimawandels andere gesellschaftliche Probleme unserer Zeit in den Schatten. Die Dynamik der Erderwärmung erfordert dringend Maßnahmen. Sonst erreichen wir einen Point of no Return, ab dem (erwartbare) Kipppunkte und Rückkopplungseffekte des Klimasystems menschliches Eingreifen gegen die weitere Erderwärmung unmöglich machen. 55 Jahre nach der Entwicklung des ersten globalen Klimamodells, 50 Jahre nach der ersten Umweltkonferenz in Stockholm und 25 Jahre nach dem Beschluss des Kyoto-Protokolls ergibt sich allerdings die Frage, ob die bestehende Gesellschaft letztlich zu der Bewältigung einer solchen Aufgabe in der Lage ist. Wie ist bei der Allgegenwart des Themas im Privaten wie im Politischen, dem Ausmaß globaler Protestbewegungen und der Existenz verbindlicher multilateraler Beschlüsse zum Klimaschutz der stetige Anstieg der jährlichen weltweiten Emissionen zu erklären? Ist mit Blick auf dieses globale Scheitern von einer Systemimmanenz des Klimawandels zu sprechen?

Klimawandel und Gesellschaftskritik. Klimakongress 
Freitag, 20. bis Sonntag, 22. Mai 2022 an der Uni Oldenburg
Klimawandel und Gesellschaftskritik www.klimakongressoldenburg.de

Der Kongress „Klimawandel und Gesellschafts- kritik“ wird dieser Frage an der Universität Oldenburg drei Tage an lang auf den Grund gehen. Der Kongress beinhaltet 13 inhaltlich unterschiedlich ausgerichtete Panels, mehr als 30 Vorträge, mehrere Podiumsdiskussionen, einen Workshop, eine Buchvorstellung wie auch ein kulturelles Rahmenprogramm. Neben etablierten Forscher:innen sind auch Politiker:innen, Journalist:innen, Aktivist:innen und zahlreiche Nachwuchswissenschaftler:innen in die Veranstaltungen involviert.

Anmeldung erforderlich: Siehe http://klimakongressoldenburg.de/anmelden/

Programm: Siehe https://klimakongressoldenburg.de/programm/
Freitag von 12 bis 20 Uhr
Samstag von 9 bis 22 Uhr
Sonntag von 10 bis 16:30 Uhr

Wegbeschreibung und organisatorische Hinweise: Siehe https://klimakongressoldenburg.de/organisatorisches/

Veranstalter:innen: Allgemeiner Studierendenausschuss (AStA) der Universität Oldenburg,  Forschungsstelle Kritische Naturphilosophie (FKN), Rosa Salon, Gesellschaft für kritische Bildung e.V., Rosa-Luxemburg-Initiative – Rosa-Luxemburg-Stiftung Bremen u.v.a.m.

Das andere Amerika: Linke in den USA und Kanada

Vortrag und Diskussion mit Stefan Liebich
Dienstag, 7. Juni 2022, um 19 Uhr in Bremen
Kulturzentrum Kukoon, Buntentorsteinweg 29, 28201 Bremen

Der langjährige linke Außenpolitiker Stefan Liebich hat von Februar bis April als Fellow der Rosa-Luxemburg-Stiftung die Vereinigten Staaten von Amerika und Kanada besucht. Seine These war: „Es gibt das andere Amerika. Es ist bunt. Es ist weltoffen. Es ist tolerant. Es ist progressiv.“ Und die wollte er bei einer Reise durch die beiden Länder überprüfen. Was machen die progressiven Demokraten im US-Kongress? Wie sind die Sozialist*innen bei Québec Solidaire in Montreal oder bei den Democratic Socialists of America in San Francisco aufgestellt? Wie unterscheiden sich die Rahmenbedingungen für Linke zwischen New York City und dem ländlichen Pennsylvania? Welche Rolle spielt linke Außenpolitik unter dem Eindruck der russischen Invasion in der Ukraine? Über seine Eindrücke und Schlussfolgerungen berichtet er im Rahmen einer Speakers Tour der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Portrait Stefan Liebich, Foto: Ben Gross
Portrait Stefan Liebich, Foto: Ben Gross

Eine Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Initiative – Rosa-Luxemburg-Stiftung Bremen.

Krieg in der Ukraine: Waffenlieferungen?

rosalux jour fixe mit Alban Berisha, Norbert Schepers und anderen
Mittwoch, 11. Mai 2022, um 18 Uhr
Rosa-Luxemburg-Stiftung Büro Bremen, Am Wall 149/150, 28195 Bremen – Mit Anmeldung!

Die zum Teil groben Fehleinschätzungen zur Kriegsabsicht der russischen Regierung offenbaren einen Nachholbedarf in der außen- und sicherheitspolitischen Analyse der Linken. Die aktuellen Debatten um Waffenlieferungen an die Ukraine stellen Linke vor Grundsatzfragen: Neigen wir eher zu der Haltung, Krieg und Militarismus nicht unterstützen zu wollen, oder folgen wir dem Gebot der Solidarität mit den Opfern von Aggressionen und militärischer Gewalt? Haben wir überhaupt das Recht, Angegriffenen die Unterstützung zu verweigern, wenn sie sich gegen ihre Vernichtung und Vertreibung verteidigen wollen? Oder verschärfen Waffenlieferungen generell die Konfliktsituation und verstärken nur das Leid?

Wir möchten mit unserem Veranstaltungsformat „jour fixe“ einen Raum bieten, in welchem eine ergebnisoffene Diskussion geführt werden kann, und verschiedene Perspektiven und Sichtweisen einen Platz finden. Im Vordergrund stehen Austausch und Debatte. Die Anzahl der Teilnehmenden ist beschränkt, auch um einen vertrauensvollen Rahmen zu ermöglichen.

Wir bieten eine lose Folge von Gesprächsrunden an, es kann an einem oder mehreren Terminen teilgenommen werden.

Mitwirkende:

  • Alban Berisha ist freier Mitarbeiter der Rosa-Luxemburg-Initiative.
  • Norbert Schepers ist Leiter des Bremer Büros der Rosa-Luxemburg-Stiftung.
  • Weitere Akteure aus der Bremer Linken sind eingeladen.

Eine Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Initiative – Rosa-Luxemburg-Stiftung Bremen im Rahmen des »rosalux jour fixe«:

  • Der rosalux jour fixe findet in loser Folge im Bremer Büro Bremen der Rosa-Luxemburg-Stiftung statt.
  • Fester Tag: Mittwochs, um 18 Uhr.
  • Entsprechend dem Konzept hat der rosalux jour fixe eine Begrenzung für die Anzahl der Teilnehmenden: Zehn angemeldete TeilnehmerInnen, plus Gast bzw. ReferentIn und Moderation. Mehr Teilnehmende passen leider auch nicht in unseren Seminarraum.
  • First come, first served: Wir bitten um verbindliche Anmeldung per Mail an jourfixe@rosa-luxemburg.com (oder über unser Büro). Wir versenden per Mail eine Anmeldebestätigung, oder eine Absage, falls bereits alle Plätze belegt sind.
  • Kontakt und Nachfragen: Der rosalux jour fixe wird von Norbert Schepers (RLS) betreut.

Flyer zur Veranstaltung als PDF zum Download: 

Es gelten die aktuellen Abstands- und Hygieneregeln für die Corona-Pandemie des Bundeslandes Bremen.

Dahinter. Dazwischen. Daneben – Kulturelles Leben im Schatten

Von kulturellen Außenseitern und Sonderlingen – Lesung mit Jonas Engelmann
Freitag, 6. Mai 2022, um 20 Uhr in Bremen Hemelingen

Schule 21, Godehardstr. 21, 28309 Bremen

»Ich muss von irgendwo anders in dieses Universum gekommen sein, weil ich ein totaler Außenseiter bin«, hat der afroamerikanische Saxofonist Johnny Griffin einmal erklärt. Sun Ra hat diese Idee in seinem Konzept des Afrofuturismus aufgegriffen. Außenseiter wie Sun Ra hat Jonas Engelmann in seinem Buch »Dahinter. Dazwischen. Daneben.« versammelt. Die einen wollten nicht mitmachen. Die anderen durften nicht. Und wiederum andere sind zwar Teil des Kulturbetriebs, gelten dort jedoch als Sonderlinge.

In den Porträts der Künstler:innen werden kulturelle Konzepte präsentiert, die völlig aus ihrer Zeit gefallen scheinen, in Konflikt zum kulturellen oder politischen Konsens standen oder schlicht zu fremdartig waren, um ein breites Publikum zu finden. Jonas Engelmann zieht dabei keine Grenzen zwischen Hochkultur und Popkultur, Comic, Literatur, Wissenschaft, bildender Kunst oder Film: Elfriede Jelinek steht gleichberechtigt neben Jeffrey Lewis, Björk neben Calvin & Hobbes.

Das Buch versammelt in den letzten Jahren entstandene Texte über Aby Warburg, Zora Neale Hurston, Jean Améry, Eva Hesse, Franz Jung, Nella Larsen, Witold Gombrowicz, Tove Jansson, Sun Ra, Jandek, Julie Doucet, Boris Lurie, Raymond Federman und viele andere.

Jonas Engelmann ist studierter Literaturwissenschaftler, ungelernter Lektor und freier Journalist. Er hat über Gesellschaftsbilder im Comic promoviert, schreibt über Filme, Musik, Literatur, Feminismus, jüdische Identität und Luftmenschen für »Jungle World«, »Neues Deutschland«, »konkret«, »Zonic«, »Missy Magazine« und andere, lektoriert Bücher für den Ventil Verlag und gibt die »testcard« mit heraus. Daneben arbeitet er bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung im Bereich der politischen Bildung mit.

Das Buch von Jonas Engelmann: »Dahinter. Dazwischen. Daneben. Von kulturellen Außenseiternund Sonderlingen« erschien im Dezember 2021 im Ventil Verlag, ISBN 978-3-95575-153-1.
Ventil Verlag 2021

Das Buch von Jonas Engelmann: »Dahinter. Dazwischen. Daneben. Von kulturellen Außenseiternund Sonderlingen« erschien im Dezember 2021 im Ventil Verlag, ISBN 978-3-95575-153-1.

Veranstalter:innen: Kunst- & Kulturverein Schule 21 e.V. und Rosa-Luxemburg-Initiative – Rosa-Luxemburg-Stiftung Bremen

Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush

Bremer Preview des Kinofilms am 21. April 2022, mit Regisseur Andreas Dresen und Drehbuchautorin Laila Stieler

Donnerstag, 21.04.2022
Preview um 19:30 Uhr im Kino Schauburg, Vor dem Steintor 114, 28203 Bremen
Eröffnungsveranstaltung des Bremer Filmpreises um 19 Uhr, mit Filmvorführung um 20:30 Uhr im Theater am Goetheplatz, Goetheplatz 1-3, 28203 Bremen

Murat ist weg. Inhaftiert im US-Gefangenenlager Guantanamo.

Rabiye Kurnaz, Bremer Hausfrau und liebende Mutter, versteht die Welt nicht mehr. Geht zur Polizei, informiert Behörden und verzweifelt fast an ihrer Ohnmacht. Bis sie Bernhard Docke findet. Der zurückhaltende, besonnene Menschenrechtsanwalt und die temperamentvolle, türkische Mutter – sie kämpfen nun Seite an Seite für die Freilassung von Murat.

Papier ist geduldig, Rabiye ist es nicht. Eigentlich möchte sie nur zurück zur Familie in ihr Reihenhaus und wird doch immer wieder in die Weltgeschichte katapultiert. Sie zieht mit Bernhard bis vor den Supreme Court nach Washington, um gegen George W. Bush zu klagen. Bernhard gibt dabei auf sie acht. Und Rabiye bringt ihn zum Lachen. Mit Herz und Seele. Mit letzter Kraft.

Und am Ende geschieht, was niemand mehr für möglich hält.

Filmplakat RABIYE KURNAZ GEGEN GEORGE W. BUSH, ab 28.4. bundesweit im Kino
RABIYE KURNAZ GEGEN GEORGE W. BUSH, ab 28.4. bundesweit im Kino https://rabiye.film/

RABIYE KURNAZ GEGEN GEORGE W. BUSH ist die siebte gemeinsame Arbeit von Andreas Dresen (Regie) und Laila Stieler (Drehbuch). Ein Film über Recht und Willkür. Ein Film über Menschen, die über sich hinauswachsen. Mit überwältigender Präsenz und erdigem Alltagswitz gibt Meltem Kaptan als Rabiye Kurnaz ihr Kinodebüt. Alexander Scheer spielt mit geduldiger Zurückhaltung den Menschenrechtsanwalt Bernhard Docke. In weiteren Rollen agieren Charly Hübner, Nazmi Kirik und Sevda Polat. RABIYE KURNAZ GEGEN GEORGE W. BUSH feiert Weltpremiere im Wettbewerb der 72. Internationalen Filmfestspiele Berlin 2022. Deutscher Kinostart ist der 28. April 2022, in Bremen mit zwei Veranstaltungen am 21. April.

Trailer für den Kinofilm „Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush“

Kinder von Hoy – Freiheit, Glück und Terror


Buchvorstellung und Diskussion mit Grit Lemke, 06.08.2022, 19:00 Uhr, Parkcafe des Kulturzentrum Kukoon, Neustadtwallanlagen, 28201 Bremen

Parkcafé des Kukoon, Neustadtwallanlagen, Bremen – Achtet auf aktuelle Ankündigungen

Die Autorin Grit Lemke, die schon mit ihrem Grimmepreis-nominierten Film „Gundermann Revier“ einen tiefen Blick in das Leben ihrer Heimatstadt Hoyerswerda geworfen hatte, arbeitet nun die Biografie ihrer komplexen Generation auf. In einem dokumentarischen Roman verschränkt sie virtuos die Stimmen der Kinder von Hoy zu einer mitreißenden Oral History. In den sechziger und siebziger Jahren waren sie mit ihren Eltern nach Hoyerswerda gekommen, eine DDR-Musterstadt: aus dem Heideboden gestampft, aus Bauelementen zusammenmontiert. Morgens rollen die Eltern in Schichtbussen davon, die Kinder wachsen in einem großen Kollektiv auf. Die Erzählerin wird Teil der Kultur- und Kunstszene um Gerhard Gundermann, den Springsteen des Ostens. Eine Art proletarische Bohème entwickelt sich: nachts im Kellerclub, morgens im Schichtbus. Doch der Wiedervereinigung folgen Massenentlassungen, und ein latent vorhandener Rassismus gegen in der Stadt lebende Vertragsarbeiter sowie eine schnell erstarkende Rechte führen zu Ausschreitungen. Die Kulturszene bleibt tatenlos, doch auch für sie wird danach nichts mehr sein, wie es war…

Grit Lemke, geboren in Spremberg, aufgewachsen in Hoyerswerda, arbeitet als Dokumentarfilmregisseurin und Autorin. Ihr Film „Gundermann Revier“ wurde 2020 für den Grimmepreis nominiert.

Eine Veranstaltung des Kulturzentrum Kukoon in Kooperation mit Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen.

Der Intellektuelle als Unruhestifter. Wolfgang Pohrt – Eine Biographie

Buchvorstellung mit Klaus Bittermann, 10.06.2022, 19:00 Uhr, Parkcafe des Kulturzentrum Kukoon, Neustadtwallanlagen, 28201 Bremen

Parkcafé des Kukoon, Neustadtwallanlagen, Bremen – Achtet auf aktuelle Ankündigungen

»Sie sagen mir, was Sie denken, und ich sage Ihnen, warum das falsch ist.« (Wolfgang Pohrt)

Als Anfang der achtziger Jahre Wolfgang Pohrt die öffentliche Bühne betrat, wurde den Lesenden schnell klar, dass da jemand einen neuen Ton anschlug. Pohrt verstand es, seine Thesen mit großer Schärfe, Klugheit und Eleganz zu formulieren. Seine Kritik an den Grünen und der Friedensbewegung ist legendär, vor allem, seit diese nationale Töne anschlugen und die Nation nicht mehr abschaffen, sondern retten wollten. In der Biographie wird daran erinnert, dass die Linke in Deutschland zwar versagt hat, aber dank Wolfgang Pohrt das Niveau der Kritik an ihr weit besser war, als sie es verdient hatte, man kann sagen, dass ein realistisches Bild von ihr nur deshalb erhalten geblieben ist, weil Pohrt sich ihrer Fehler und Eigenarten angenommen und damit die Mythenbildung erschwert hat. Mit seiner großen Massenbewusstseinsstudie der Deutschen und dem Konkret-Kongress 1993 kündigte sich sein Abschied an, aber noch heute macht sich sein Einfluss bemerkbar, als ob seine Gedanken wie ein schwacher unterirdischer Strom immer wieder einen Nerv treffen und eine Reaktion erzeugen.

Klaus Bittermann (Berlin) ist Autor und Verleger. In seinem Verlag Edition Tiamat veröffentlicht er die gesammelten Werke von Wolfgang Pohrt. Letzte Veröffentlichung: Einige meiner besten Freunde und Feinde. Unruhestifter und Abweichler, Berlin 2019.

Eine Veranstaltung von associazione delle talpe in Kooperation mit dem Jungen Forum der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Bremen und der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen.

Die Revolution ist großartig – Was Rosa Luxemburg uns heute noch zu sagen hat

Buchvorstellung und Diskussion mit Peter Bierl am 29.04.2022, 19:00 Uhr, Kulturzentrum Kukoon, Buntentorsteinweg 29, 28201 Bremen

Eventuell zusätzlich als Stream unter media.kukoon.de – Achtet auf aktuelle Ankündigungen   Rosa Luxemburg ist eine Ikone der Linken, doch ihre inhaltlichen Positionen werden oft ignoriert. Diese Ambivalenz zeigte sich bereits kurz nach ihrer Ermordung, als die KPD der Märtyrerin zwar ein Denkmal errichtete, ihre Ansichten aber als »Syphilisbazillus« diffamierte. Für die SED galt, dass Luxemburg immer falsch lag und irrte, wo sie anderer Meinung war als Lenin. Heute wird vielerorts ihr Konzept der ›revolutionären Realpolitik‹ wieder aufgegriffen oder auf ihre Imperialismustheorie verwiesen, wenn es um Strategie und Taktik, um imperiale Lebensweise oder Landgrabbing geht. Andere suchen Inspiration für einen sozialistischen Feminismus oder beziehen sich auf die ›rote Rosa‹, die die Tierquälerei beklagte. Vor diesem Hintergrund werden in diesem Buch wesentliche Positionen Luxemburgs sowohl im historischen Kontext als auch hinsichtlich ihres aktuellen Gebrauchswerts diskutiert. Einerseits war Luxemburg befangen im deterministischen Marxismus der Zweiten Internationale. Andererseits versagte sie sich jede Beteiligung an der Administration der Kapitalverwertung. Sie bestand auf einem radikalen Bruch zugunsten einer klassen- und herrschaftslosen Gesellschaft, die nur demokratisch zu erreichen sei. Von Anfang an bekämpfte sie die autoritäre Politik Lenins, setzte stattdessen auf Lern- und Selbstverständigungsprozesse in konkreten Kämpfen und verfocht eine anti- und transnationale Haltung. Das sind Elemente, auf die auch eine moderne Linke aufbauen muss.

»Das Fazit gleich vorweg: Lesen. Unbedingt.« – Aurora, rso revolutionär sozialistische organisation »Das Buch ist eine gut lesbare Einführung in Luxemburgs Werk und Aktivismus, auch geeignet für Leute, die noch nicht so viel darüber wissen.« – Buchladen zur schwankenden Weltkugel Peter Bierl (*1963) hat Politikwissenschaft, Soziologie und Psychologie studiert. Er arbeitet als freier Journalist und lebt in der Nähe von München. Zuletzt sind von ihm erschienen »Die Revolution ist großartig. Was Rosa Luxemburg uns heute noch zu sagen hat« (2020), »Keine Heimat nirgendwo« (2020), »Einmaleins der Kapitalismuskritik« (2018) und »Grüne Braune: Umwelt-, Tier- und Heimatschutz von rechts« (2014).

Eine Veranstaltung des Kulturzentrum Kukoon in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen.

Kritik der politischen Ökonomie. Karl Marx: Das Kapital. Band 2-3

Wochenendseminar mit Valeria Bruschi und Moritz Zeiler am 27.-28.11.2021. Das Seminar findet entweder in Präsenz statt bzw. als digitales Seminar online – Mehr Informationen  bei Anmeldung / Anmeldung bitte unter mail@talpe.org

Mit dem Wochenendseminar soll ein Überblick über den Inhalt des zweiten und dritten Bandes des Kapitals. Kritik der politischen Ökonomie von Karl Marx gegeben werden. Dabei werden einleitend die Marxschen Ausführungen zum Produktionsprozess aus dem ersten Band des Kapitals skizzenhaft wiederholt werden. Anschließend werden die Überlegungen zum Zirkulationsprozess und zum Gesamtprozess der kapitalistischen Produktion präsentiert und wichtige Begriffe wie Kredit, Zins, Rente und Profit vorgestellt. Kenntnisse des ersten Bands des Kapitals sind für die Teilnahme empfehlenswert. Das Seminar versteht sich als ein Angebot an alle, die Interesse haben, ihre Kenntnisse der Marxschen Ökonomiekritik zu vertiefen. Desweiteren dient es als Ergänzung zum Lektürekurs 2021 zum ersten Band des Kapitals.

Valeria Bruschi betreut in Berlin seit mehreren Jahren die jährlichen Lektürekurse der Rosa-Luxemburg-Stiftung zu den drei Bänden des Marxschen Kapital. Moritz Zeiler betreut seit mehreren Jahren die jährlichen Lektürekurse zum ersten Band des Kapital in Bremen.

Das Wochenendseminar wird organisiert von der associazione delle talpe in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen.

Das Klima des Kapitals. Kritik der politischen Ökonomie und gesellschaftliche Naturverhältnisse

Vortrag und Diskussion mit Valeria Bruschi und Moritz Zeiler / Freitag, 26.11.2021, 20:00 Uhr / Stream unter live.talpe.org
Wenn möglich auch vor Ort im Kulturzentrum Kukoon, Buntentorsteinweg 29, 28201 Bremen –Achtet auf aktuelle Ankündigungen

Der Zwang zur Profitmaximierung untergräbt nach Marx permanent die Quellen allen gesellschaftlichen Reichtums: Natur und Arbeit. Sowohl permanenter Raubbau durch kommerzielle Landwirtschaft als auch massive Verschmutzung von Luft, Boden und Wasser durch die Industrie haben massive Umweltzerstörungen zur Folge. Die rapide Erderwärmung infolge enormen Energiebedarfs der kapitalistischen Wirtschaftsweise hat fatale Folgen für das globale Klima. Eine umwelt- und klimafreundlichere Modernisierung des Kapitalismus im Sinne eines ‚Green New Deal‘ wird die Klimakrise nicht lösen. Produktion, Verteilung und Konsum nach menschlichen Bedürfnissen wie auch ein respektvoller Umgang mit der Natur erfordern daher einen Bruch mit der kapitalistischen Logik. Marx konnte zwar die aktuelle Klimakrise nicht vorhersehen, aber sein Werk liefert wichtige Inspiration für aktuelle Diskussionen um einen wünschenswerten Stoffwechsel von Mensch und Natur. Wachstumskritik taucht in der Debatte über gesellschaftlichen Naturverhältnisse auf, der zugrundeliegende Wachstumsbegriff ist jedoch nicht immer klar definiert. Das Marxsche Kapital liefert hingegen eine ökonomische Bestimmung und zeigt die Notwendigkeit von ökonomischem Wachstum im Kapitalismus auf. Im Vortrag werden die zerstörerischen Konsequenzen dieser Produktionsweise für Natur und Menschen aufgezeigt sowie die Grenzen einiger Ansätze, die für eine Lösung der ökologischen Krisen innerhalb des Kapitalismus plädieren.

Valeria Bruschi betreut seit mehreren Jahren Lektürekurse zu den drei Bänden des Marxschen Kapital. Moritz Zeiler betreut seit mehreren Jahren die jährlichen Lektürekurse zum ersten Band des Kapital in Bremen. 2022 erscheint der von beiden herausgegebene Band Das Klima des Kapitals. Kritik der politischen Ökonomie und gesellschaftliche Naturverhältnisse.

Eine Veranstaltung von associazione delle talpe in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen.

ENTFÄLLT: Revolte der Natur und konformistischer Protest. Über die Klimaschutzbewegung ‚Fridays for Future’

13.08.2021, 20:00 Uhr, Diskussionsveranstaltung mit Gerhard Stapelfeldt
Kulturzentrum Kukoon, Buntentorsteinweg 29, 28201 Bremen bzw. Parkcafé des Kukoon
– Entfällt leider. Wir bemühen uns um einen Nachholtermin. Bitte achtet auf Ankündigungen.

Die Erkenntnis, daß die immer deutlicher spürbare „Klimakrise“anthropogen verursacht ist, wird gegenwärtig nur noch von Rechtspopulist:innen bestritten. Dennoch sind nicht die „anthropoge-nen“, also gesellschaftlichen und ökonomischen Ursachen gut erforscht, sondern nur die Erscheinungen und die naturwissenschaftlich zu bestimmenden Zusammenhänge. Analog fordern die Sprecher:innen der Klimaschutzbewegung Fridays for Future auch nur, den Klimafor-scher:innen solle endlich zugehört werden. Weil der Widerstand der Bewegung auf den Gebieten der Gesellschaftstheorie und Politischen Ökonomie analphabetisch ist und sich nicht gegen die gesellschaftlichen und ökonomischen Ursachen der Krise richtet, trifft er auf keinen nennenswerten gesellschaftlichen und politischen Widerstand. Das Aufbegehren der Klimaschutz-Aktivis:innen ist ein konformistischer Protest:eine neoliberale Kritik des globalisierten Neoliberalismus. Im Vortrag wird eine Metakritik dieses gesellschaftlichen und ökonomischen Analphabetismus versucht: Die gesellschaftliche Sprachlosigkeit wird nicht abstrakt denunziert, sondern aus den bestehenden neoliberalen Verhältnissen aufgeklärt, um jene Bewußtlosigkeit zu überwinden und die Kritik der Bewegung gesellschaftsheoretisch und politisch-praktisch zu radikalisieren.

Gerhard Stapelfeldt lehrte bis 2009 als Professor am Institut für Soziologie der Universität Hamburg. Seitdem arbeitet er als freier Schriftsteller in Hamburg.

Eine Veranstaltung von associazione delle talpe in Kooperation mit Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen.

Geschichte wird gemacht – aber wie und von wem?

Online-Workshop zur Erinnerungskultur
Freitag, 26. Februar 2021, um 19 Uhr
Livestream unter: media.kukoon.de

Das Erinnern an die Verbrechen und ein würdiges Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus ist und bleibt wichtig. Darin sind sich ein großer Teil der Bremer:innen und auch viele Politiker:innen einig. Doch wie sollten diese Erinnerung(en) eigentlich gestaltet sein? Wie sollten die heutigen Kenntnisse und die geschichtlichen Perspektiven vermittelt werden? Wie können die Auseinandersetzungen um die historischen Orte in unserer unmittelbaren Umgebung aktuell bleiben? Diese und andere Fragen wollen wir als ein Zusammenschluß freier Mitarbeiter:innen am Denkort Bunker Valentin in einem digitalen Forum mit den Gästen diskutieren. Bewusst wollen wir damit die Konvention einer starren Frontalveranstaltung aufbrechen und miteinander ins Gespräch kommen. In einer anschließenden Podiumsdiskussion wollen wir dann abgleichen, wie es um die „gesellschaftliche Verantwortung“ in Bremen und anderswo praktisch bestellt ist. Wer macht diese Arbeit und unter welchen Bedingungen? Wir diskutieren mit einer Aktiven des „Arisierungs“-Mahnmals in Bremen und der Initiative „Geschichte wird gemacht“ aus Berlin. Gemeinsam sollen Grenzen und Chancen einer Geschichtsvermittlung diskutiert werden, die eine lebendige Erinnerungskultur nicht nur beredet sondern umsetzt. Alle Interessierten sind herzlich willkommen!

Die Teilnahme ist ohne Anmeldung möglich. Aufgrund der aktuellen Pandemiesituation findet die Veranstaltung online statt.

Eine Veranstaltung von Erinnerungskultur anstellen. Organisierung freier Mitarbeitender am Denkort Bunker Valentin in Kooperation mit dem Kulturzentrum Kukoon, Erinnern für die Zukunft e.V. und der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen.

Der Flyer zur Veranstaltung als PDF zum Download:

Einführung zum autoritären Charakter

06.08.2021, 20:00 Uhr, Diskussionsveranstaltung mit Ingo Elbe
Kulturzentrum Kukoon, Buntentorsteinweg 29, 28201 Bremen bzw. Parkcafé des Kukoon
Voraussichtlich zusätzlich Stream unter live.talpe.org

– Achtet auf aktuelle Ankündigungen

Zahlreiche Zeitdiagnosen kreisen um den gemeinhin unerwarteten Aufstieg autoritärer Parteien und Bewegungen, der gegenwärtig weltweit zu beobachten ist. Knüpft man indes an die Erkenntnisse des frühen Frankfurter Instituts für Sozialforschung zum autoritären Charakter an, so überrascht die Attraktivität der neuen »falschen Propheten« keineswegs. Die Theorie des autoritären Charakters untersucht, wie Menschen unter bestimmten gesellschaftlichen Bedingungen das Bedürfnis nach Unterwerfung unter irrationale Autoritäten entwickeln und ebenso irrationale Feindbilder hervorbringen. Ingo Elbes Vortrag stellt das ursprüngliche Programm der Autoritarismusforschung vor, wie es von der kritischen Theorie der Frankfurter Schule, insbesondere von Erich Fromm, in den 1930er Jahren entwickelt wurde.

Ingo Elbe ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Privatdozent am Institut für Philosophie der Universität Oldenburg.  Zuletzt erschienen: „Triebökonomie der Zerstörung. Kritische Theorie über die emotionale Matrix der Judenvernichtung“ im Sammelband „Konformistische Rebellen. Zur Aktualität des autoritären Charakters“ (2020) sowie „Gestalten der Gegenaufklärung. Untersuchungen zu Konservatismus, politischem Existenzialismus und Postmoderne“ (2020).

Der Veranstaltungsort ist barrierefrei zugänglich.

Eine Veranstaltung von associazione delle talpe in Kooperation mit Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen.

Gesellschaftskritik und Psychoanalyse

02.07.2021, 20:00 Uhr, Diskussionsveranstaltung mit Christine Kirchhoff
Kulturzentrum Kukoon, Buntentorsteinweg 29, 28201 Bremen bzw. Parkcafé des Kukoon
Voraussichtlich zusätzlich Stream unter live.talpe.org

– Achtet auf aktuelle Ankündigungen

Theodor W. Adorno bezeichnete die Psychoanalyse als die einzige Psychologie, „die im Ernst den subjektiven Bedingungen der objektiven Irrationalität nachforscht“. Im Vortrag soll es darum gehen, diese Feststellung zu entfalten und auf ihre Voraussetzungen und Konsequenzen hin zu befragen. Was heißt hier objektiv? Warum ist die Gesellschaft irrational? Was wäre demgegenüber rational? Ist Gesellschaftskritik auf Psychoanalyse verwiesen und warum? Warum ist die Psychoanalyse – zumindest der Möglichkeit nach – eine kritische Theorie? Warum ist es überhaupt wichtig, sich auch mit der individuellen Ver- und Bearbeitung gesellschaftlicher Verhältnisse zu befassen?  Zunächst wird es also mit Marx und kritischer Theorie darum gehen, was unter gesellschaftlicher Objektivität zu verstehen ist. Ausgehend von einer kurzen Bestimmung der Gesellschaft soll es im Vortrag vor allem um die oben genannten subjektiven Bedingungen gehen, also um die Psychoanalyse als kritische Theorie des Subjekts, um das Verhältnis von Natur und Kultur im Menschen, um Sexualität und Triebe, die Freudsche Metapsychologie und wiederum darum, was das alles mit Gesellschaftskritik zu tun hat.

Christine Kirchhoff  ist Professorin für Theoretische Psychoanalyse, Subjekt- und Kulturtheorie an der IPU Berlin und Ausbildungskandidatin am BPI, Karl-Abraham-Institut. Arbeitsschwerpunkte: Psychoanalyse und Kritische Theorie, Metapsychologie, Funktion (psychoanalytischer) Zeitdiagnostik, gegenwärtige Erscheinungsformen des „Unbehagens in der Kultur“. Herausgeberin (mit Falko Schmieder) von: Adorno und Freud. Zur Urgeschichte der Moderne, Berlin 2014. Gründungsmitglied der Gesellschaft für psychoanalytische Sozialpsychologie, Mitherausgeberin der Zeitschrift Freie Assoziation.

Der Veranstaltungsort ist barrierefrei zugänglich.

Eine Veranstaltung von associazione delle talpe in Kooperation mit Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen.

(Fällt aus) Querfront der Herzen: Die Heimatsehnsucht im deutschen Pop

Veranstaltung wird nachgeholt, Informationen folgen – 11.06.2021, 20:00 Uhr, Vortrag und Diskussion mit Frank Apunkt Schneider
Kulturzentrum Kukoon, Buntentorsteinweg 29, 28201 Bremen bzw. Parkcafé des Kukoon
Voraussichtlich zusätzlich Stream unter live.talpe.org

– Achtet auf aktuelle Ankündigungen

Seit dem 03.10.1990 wird zurückgeschossen: Die wiedervereinigten Deutschen haben jener Kultur den Krieg erklärt, die im 20. Jahrhundert zum synonym für Heimatlosigkeit, Migration und kulturelle Umvolkung geworden ist. Gegen die Überfremdungslust durch den wurzellosen Pop setzen sie die „deutsche Popidentität“, die 1998 auch gleich von der ersten vollständig popsozialisierten deutschen Regierung in die Pflicht genommen wurde. Im Sommer 2015 gelang es erstmals, die Album-Charts – lange Zeit eine fremdländische Enklave in der hiesigen Alltagskultur – zurückzuerobern: die ersten zehn Plätze wurden von deutschen Produktionen belegt. Ein Novum! Um Pop zum Soundtrack der geistig-moralischen Sesshaftigkeit zu machen, musste seine Spracheinstellung von Englisch auf Deutsch geändert und seine klassischen Themen mit deutscher Ideologie überschrieben werden, die nicht mehr hinaus in die Welt und auch nicht zur anderen Seite durchbrechen will. Der Deutschpop der Gegenwart fühlt sich pudelwohl in der unbedrohlichen und überschaubaren Welt der Identitäten, der Eigenheime und Herkunftskieze, der Familien, Zweierbeziehungen und alles überdauernden Freundschaften; unabhängig davon, auf welcher Seite von „Weltanschauung“ er sich zu befinden glaubt: Rechtsrock, Deutschrap und die bunt-statt-braunen Popdeutschen passen perfekt in jene hysterische Sehnsucht nach Heimat und Zu(sammen)gehörigkeit, die die Deutschen gerade um ihren Verstand und den letzten Rest kritischer Vernunft zu bringen droht.

Frank Apunkt Schneider ist unfreundlicher Plattenhändler, unfreier Autor und selbsternannter Poptheoretiker, Mitherausgeber der testcard und der deutsche Aussenposten der Kulturbewegung monochrom. Aktuelle Veröffentlichung: Deutschpop halts Maul! Für eine Ästhetik der Verkramp-fung, Ventil Verlag 2015.

Der Veranstaltungsort ist barrierefrei zugänglich.

Eine Veranstaltung von associazione delle talpe in Kooperation mit Rosa- Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen.

Normalität, eine trostlose Hoffnung – Reflexionen zur Pandemie

28.05.2021, 20:00 Uhr Diskussionsveranstaltung mit Thomas Ebermann // Stream unter live.talpe.org

Im Vergleich haben die Staaten, welche die Coronapandemie nicht verharmlost haben, weniger Todesopfer verursacht. Die Verharmlosung (oder das Bekenntnis zu heroischer Opferbereitschaft) ist, von Ausnahmen abgesehen, weltweit Domäne der Rechten. In den armen Regionen der Welt, wo das soziale Elend der Slums weder Abstandsgebote und erst recht nicht Home-Office denkbar macht – und die Staatskassen nur drakonische Repression erlauben, werden die Toten weder untersucht noch gezählt, sondern verscharrt. Unermittelbar wird sein, wer am Virus gestorben ist und wer am Hunger und Unterversorgung durch die Wirtschaftskrise und ihre Begleiterscheinungen. Das beunruhigt in Deutschland wenige; und nie darf übersehen werden, dass zum guten Zeugnis, das der Regierung ausgestellt wird, auch Zustimmung zur Gnadenlosigkeit gegen Geflüchtete in den Lagern auf den griechischen Inseln und anderswo gehört. Das Versprechen der Herrschaft, Deutschland werde „gestärkt“ aus der Krise hervorgehen, ist, als relative Größe, durchaus chancenreich. Damit geht eine Ideologie der Risiken einher, die Kollateralschäden akzeptiert – also Tote, weggeschlossene Alte und die Angeschlagenen aller Risikogruppen. Noch etwas verdruckst, aber unübersehbar machen Eugenik und Sozialdarwinismus ihren Weg ins Legitime. Hier liegt die Schnittstelle von Liberalismus und dem Faschistoiden, die Linke, als Verfechter:innen des Lebens und des guten Lebens, reflektieren müssen. Die Produktiven, in ihrem (spontanen) Interesse – ökonomisch und im Bewusstsein – ihrem Kapital und dem Gelingen seiner Geschäfte untergeordnet, demonstrieren ihre Verdinglichung („Wir sind Lufthansa“) und Verzichtbereitschaft auf Lohnbestandteile. Die  Normalität verachtenden Gesellschaftskritiker:in-nen stehen im Abseits – und die Tatsache, dass trotz der Gefahren alle, denen das vom Staat nicht untersagt war oder deren Unternehmen nicht die Nachfrage weggebrochen bzw. die Lieferketten gerissen waren, zur Arbeit gingen und gehen, macht ihre Randständigkeit noch deutlicher. Der Referent hält es für einen Irrweg, für Produkte und Dienstleistungen zu fechten, die er für Schrott, überflüssig, schädlich hält – im Namen von Bruttosozialprodukt und Arbeitsplätzen. Er ist Gegner des herrschenden Modells der entsagungsreichen Plackerei und ihrer scheinbaren Entschädigung durch konsumtive Möglichkeiten. Das bedeutet Kritik der Bedürfnisse als Kritik der kapitalistischen Produktionsweise. Die Ankündigung ist auf dem Stand vom Herbst 2020. Die Referent wird auf aktuelle  Entwicklungen seitdem eingehen.

Thomas Ebermann ist Publizist, zuletzt erschien von ihm Linke Heimatliebe. Eine Entwurzelung, Hamburg 2019.In den letzten Jahren war er mit Bühnenauf-führungen wie Heimat – Eine Besichtigung des Grauens (2019) und Herbert Marcuse – Der eindimensionale Mensch wird fünfzig (2014) in Bremen zu Gast.

Der Veranstaltungsort ist barrierefrei zugänglich.

Eine Veranstaltung von associazione delle talpe in Kooperation mit Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen.

Pushbacks, Internierung, Zugangshürden – Zum Stand des europäischen Migrations- und Grenzregimes

Vortrag und Diskussion mit Bernd Kasparek am Freitag, 05.02.2021, 19:00 Uhr als Stream: https://media.kukoon.de/


Nach dem katastrophalen Brand des Flüchtlingslagers Moria auf Lesbos hatte die Europäische Kommission erneut einen Neustart in der europäischen Migrations- und Asylpolitik versucht. Der Neue Pakt für Asyl und Migration spitzt jedoch vor allem die Entwicklungen zu, die das europäische Asylsystem seit dem Sommer der Migration 2015 kennzeichnen: Zugangshürden zum Asylsystem und massive Internierung. Der Pakt adressiert jedoch nicht die bestehenden Rechtsverletzungen, die das europäische Grenzregime kennzeichnen: illegale Pushbacks sind an vielen Abschnitten der europäischen Außengrenze zur Normalität geworden, und scheinen von der europäischen Grenzschutzagentur Frontex stillschweigend geduldet, oder sogar aktiv unterstützt zu werden. Dies ist vor allem deswegen Besorgnis erregend, da die Agentur bis 2027 über ein eigenes Grenzschutzkorps mit 10.000 Grenzschützern verfügen soll. In der Veranstaltung werden all diese Entwicklungen des letzten Jahres skizziert werden, wobei eine Diskussion um Alternativen und Handlungsmöglichkeiten für ein solidarisches Europa von unten nicht zu kurz kommen sollen.

Bernd Kasparek ist seit vielen Jahren Aktivist und Grenzregimeforscher. Sein Buch „Europa als Grenze. Eine Ethnographie der Grenzschutz-Agentur Frontex“ wird im Mai bei transcript erscheinen. Er ist Mitglied des Netzwerks für Kritische Migrations- und Grenzregimeforschung und der Forschungsassoziation bordermonitoring.eu e.V.


Eine Veranstaltung des Kulturzentrum Kukoon in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen.

Erinnern stören. Der Mauerfall aus migrantischer und jüdischer Perspektive

Erinnern stören. Der Mauerfall aus migrantischer und jüdischer Perspektive
Buchvorstellung mit Lydia Lierke und Massimo Perinelli
Donnerstag, 17.06.2021, 19:00 Uhr, Parkcafe des Kukoon im Leipnizplatzpark

Der Mauerfall vor 30 Jahren bedeutete eine gewaltvolle Zäsur für migrantisches und jüdisches Leben in Ost und West. Während die einen vereinigt wurden, wurden die anderen ausgeschlossen. Das vorliegende Buch möchte ausgegrenzte Perspektiven auf die deutsch-deutsche Vereinigung wieder sichtbar machen und an die Kämpfe um Teilhabe in den 1980er Jahren, einschneidende Erlebnisse um die Wende und die Selbstbehauptung gegen den Rassismus der 1990er Jahre erinnern. So beinhaltet der Band Geschichten von Bürgerrechts- und Asylkämpfen ehemaliger Gastarbeiter*innen, von Geflüchteten in BRD und DDR, Beiträge über den Eigensinn von Vertragsarbeiter*innen, von damaligen internationalen Studierenden, über jüdisches Leben in Ost und West sowie über die Kämpfe von Sinti und Roma im geteilten Deutschland. Mit Beiträgen von Sharon Adler, Emmanuel Adu Agyeman, Pablo Dominguez Andersen, Felix Axster, Mathias Berek, Gabriel Berger, Róza Berger-Fiedler, Hamze Bytyçi, Leah Carola Czollek, Max Czollek, Nuray Demir, Dostluk Sineması, Gülriz Egilmez, Naika Foroutan, Mirna Funk, Elisa Gutsche, Kathleen Heft, Initiative 12. August, Anetta Kahane, Dmitrij Kapitelman, Kadriye Karcı, Andrea Caroline Keppler, Evrim Efsun Kızılay, Jana König, David Kowalski, Janko Lauenberger, Lydia Lierke, Jessica Massochua, Paulino Miguel, Dan Thy Nguyen, Hannah Peaceman, Massimo Perinelli, Patrice G. Poutrus, Sabuha, Elisabeth Steffen, Ceren Türkmen, Nea Weissberg, Alexandra Weltz-Rombach und Cynthia Zimmermann.
Mit Illustrationen von Nino Paula Bulling und Burcu Türker.

Lydia Lierke, geboren 1990 in Hoyerswerda, ist Politikwissenschaftlerin. Sie ist Mitglied der „Initiative 6. April“ in Kassel, unterstützt das Bündnis „NSU-Komplex auflösen“ und beschäftigt sich mit der Aufarbeitung deutsch-deutscher Erinnerungspolitik mit dem Schwerpunkt auf Migration. Massimo Perinelli ist Historiker. Er lebt und arbeitet als Referent für Migration bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Berlin. Er ist Mitglied von Kanak Attak, Mitbegründer der Initiative „Keupstraße ist überall“ und hat das Tribunal „NSU-Komplex auflösen“ mitinitiiert. 2018 gab er den Band „Die Macht der Migration“ (2018) heraus.

Eine Veranstaltung des Kulturzentrum Kukoon in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen.

Das faschistische Jahrhundert

Buchvorstellung und Diskussion mit Felix Schilk und Volkmar Wölk als Stream hier!
Freitag, 29.01.2021, 19:00 Uhr

„Wer das Wesen des Faschismus erkennen will, muss zurück zu dessen Wurzeln“ ­– so der Faschismusforscher Zeev Sternhell. Gleiches gilt für die europäische Neue Rechte. Aus welchen Gründen ist sie wann und wo mit welchen Zielen entstanden? Wo liegen ihre geistigen Wurzeln? Betreiben die „neuen“ Rechten tatsächlich eine ideologische Erneuerung der extremen Rechten, oder handelt es sich lediglich um alten Wein in neuen Schläuchen? Volkmar Wölk und Felix Schilk, Mitautoren des Bandes Das faschistische Jahrhundert, veranschaulichen die Denkwege der Neuen Rechten anhand von zwei zentralen Themenfelder: Einerseits ihre Europakonzeptionen und andererseits ihre wirtschafts- und sozialpolitischen Vorstellungen.

Ein kurzer Beitrag zu dem Buch hier.

Eine Veranstaltung des Kulturzentrum Kukoon in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen.

Einführung zu feministischem Marxismus

Positionen zu geschlechtlicher Arbeitsteilung und Reproduktionsarbeit
Freitag, 19.02.2021, 20:00 Uhr
Stream mit Valeria Bruschi unter live.talpe.org

Jenseits von Forderungen nach Wahlrecht oder Repräsentation gibt es seit der Entstehung der bürgerlichen Gesellschaft eine Tradition von feministischem Denken, das den Kapitalismus radikal kritisiert. Einige der Fragen, die dabei behandelt werden, sind: Warum werden nur bezahlte Tätigkeiten als „Arbeit“ betrachtet und bewertet? Wessen Arbeit bleibt unsichtbar? Welche Geschlechterarrangements produziert die bürgerliche Arbeitsteilung? Wie konnte die heterosexuelle Kleinfamilie ihren Siegeszug antreten und viele Ehefrauen lange Zeit ausschließlich an Kinder und Küche binden? Wie hängen Kämpfe um gleichen Lohn für gleiche Arbeit, um mehr Personal in Pflegeberufen oder ums Grundeinkommen mit den Beziehungen der Geschlechter zusammen? All diese Fragen berühren Geschlechterverhältnisse – als Produktionsverhältnisse. Ein kleiner Ritt
durch die Geschichte des feministischen Marxismus macht die Aktualität dieses Denkens sichtbar.

Valeria Bruschi betreut in Berlin und Potsdam seit mehreren Jahren Lektürekurse zu den drei Bänden des Marxschen Kapital.

Eine Veranstaltung von associazione delle talpe in Kooperation mit Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen und dem autonomen feministischen Referat der Universität Bremen.

Lektürekurs zu Karl Marx: Das Kapital

Wöchentlicher Lektürekurs zu Karl Marx: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Band 1, Kursbeginn Anfang Februar 2021
Jeweils Dienstag · 19:00 – 21:00 Uhr
Start als digitaler Kurs, nach Möglichkeit später Wechsel in Präsenzmodus

Seit der Krise 2008ff wird vermehrt Kritik am Kapitalismus laut. Dabei überwiegt meist ein undeutliches Verständnis der kapitalistischen Verhältnisse sowie Ressentiments gegen Banken, Management und ‚die da oben‘. Doch Empörung und Anklage Einzelner allein haben die gesellschaftlichen Verhältnisse noch nie zum Besseren verändert, sondern im Gegenteil eher zu Rückschritt und Barbarei geführt. Kritische Untersuchung ökonomischer und politischer Zusammenhänge ist für gesellschaftliche Emanzipation daher unverzichtbar. Die Marx’sche Kritik der politischen Ökonomie wurde zwar im 19. Jahrhundert veröffentlicht, bietet aber nach wie vor eine der profundesten Analysen des Kapitalismus. Mit dem Lektürekurs wird in zentrale Begriffe von Marx eingeführt. Unter anderem interessieren folgende Fragen: Was unterscheidet Kapitalismus von früheren Gesellschaftsepochen? Was versteht Marx unter Ware, Wert, Geld und Kapital? Welche Bedeutung haben bei ihm Fetischismus, Klasse und Staat? Ab Anfang Februar 2021 wird einmal wöchentlich der erste Band des Marx’schen Kapital gelesen und diskutiert und so bis Ende November insgesamt erarbeitet. Der Kurs wendet sich vor allem an diejenigen, die in eine kollektive Auseinandersetzung mit der Marx’schen Kritik der politischen Ökonomie einsteigen möchten und keine größeren Vorkenntnisse haben. Dabei sollen alle Fragen erlaubt sein und Expert_innendebatten vermieden werden. Der Referent wird moderieren und einen Überblick über verschiedene Lesarten geben, jedoch keine allgemeingültige Interpretation präsentieren. Gewünscht ist gemeinsame Textaneignung und Diskussion.

Moritz Zeiler hat Geschichte und Politikwissenschaften studiert und ist Mitglied der Gruppe associazione delle talpe. Veröffentlichung: Materialistische Staatskritik. Eine Einführung, Stuttgart 2017 sowie zusammen mit associazione delle talpe Herausgabe der Textsammlungen Staatsfragen. Einführungen in die materialistische Staatskritik, Berlin 2009 sowie Maulwurfsarbeit I-V, Berlin/Bremen 2010-2020.

Eine Veranstaltung von associazione delle talpe in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen.

Spuren – Die Opfer des NSU

Filmvorführung und Gespräch mit der Initiative 19. Februar Hanau
Neuer Termin: Montag, 13. Dezember 2021, um 20 Uhr in Bremen

Kino City 46, Birkenstraße 1, 28195 Bremen

Familienangehörige der NSU-Opfer berichten von der anhaltenden Traumatisierung durch die Morde, die massiven Verdächtigungen ihnen gegenüber und die milden Urteile gegen die Mörder:innen in 2018.

Spuren – Die Opfer des NSU: D 2019, Regie: Aysun Bademsoy, 81 Min., DF
Gäste: Initiative 19. Februar Hanau

Titelbild Filmreihe Kein Schlussstrich 2021

Filmreihe Kein Schlussstrich Bremen 2021

Filmreihe ›Vom Gedenken zur Veränderung – Kämpfe gegen rechte Gewalt und Terrorismus‹
Veranstalterinnen: Kein Schlussstrich Bremen, CITY 46/Kommunalkino Bremen e.V., Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen

Zum Download als PDF: Flyer & Plakat Filmreihe Kein Schlussstrich Bremen 2021.

Abhängig von der Pandemie-Situation kommt es möglicherwiese zur erneuten Verschiebung der Veranstaltungstermine.

Der Kuaför aus der Keupstraße

Filmvorführung und Gespräch mit Kutlu Yurtseven, Ulf Aminde und der Initiative Keupstraße ist überall
Neuer Termin: Montag, 15. November 2021, um 20 Uhr in Bremen

Kino City 46, Birkenstraße 1, 28195 Bremen

Nach dem Nagelbombenanschlag vor einem türkischen Frisörsalon in Köln in 2004
wurde jahrelang gegen die Angehörigen als Verdächtige ermittelt – bis die Tat 2011 der Terrorzelle NSU zugeordnet wurde.

Der Kuaför aus der Keupstraße: D 2015, Regie: Andreas Maus, 97 Min., dt./türk. OmU
Gäste: Initiative Keupstraße ist überall, Kutlu Yurtseven, Ulf Aminde

Titelbild Filmreihe Kein Schlussstrich 2021

Filmreihe Kein Schlussstrich Bremen 2021

Filmreihe ›Vom Gedenken zur Veränderung – Kämpfe gegen rechte Gewalt und Terrorismus‹
Veranstalterinnen: Kein Schlussstrich Bremen, CITY 46/Kommunalkino Bremen e.V., Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen

Zum Download als PDF: Flyer & Plakat Filmreihe Kein Schlussstrich Bremen 2021.

Abhängig von der Pandemie-Situation kommt es möglicherwiese zur erneuten Verschiebung der Veranstaltungstermine.

Der zweite Anschlag

Filmvorführung und Gespräch mit Ferat Kocak
Neuer Termin: Montag, 18. Oktober 2021, um 20 Uhr in Bremen

Kino City 46, Birkenstraße 1, 28195 Bremen

Bei rassistischen Anschlägen konzentrieren sich die Medien meistens auf die Täter:innen. Der Film gibt endlich den Opfern und ihrem Kampf nach Gerechtigkeit Raum.

Der zweite Anschlag: D 2018 Mala Reinhardt, 62 Min., dt./türk. OmU
Gast: Ferat Kocak (Betroffener des rechten Terrors in Neukölln, Initiative Basta)

Titelbild Filmreihe Kein Schlussstrich 2021

Filmreihe Kein Schlussstrich Bremen 2021

Filmreihe ›Vom Gedenken zur Veränderung – Kämpfe gegen rechte Gewalt und Terrorismus‹
Veranstalterinnen: Kein Schlussstrich Bremen, CITY 46/Kommunalkino Bremen e.V., Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen

Zum Download als PDF: Flyer & Plakat Filmreihe Kein Schlussstrich Bremen 2021.

Abhängig von der Pandemie-Situation kommt es möglicherwiese zur erneuten Verschiebung der Veranstaltungstermine.

Polizeigewalt – Ein deutsches Problem

Diskussionsveranstaltung mit Laila Abdul-Rahman, der Grün-Weißen Hilfe Bremen und der Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt
Donnerstag, 10. Dezember 2020, um 19:30 Uhr

Aufgrund der aktuellen Pandemie-Beschränkungen findet die Veranstaltung online statt unter media.kukoon.de

Nach dem Mord an George Floyd ist es zu großen Protesten in den Vereinigten Staaten gekommen. Auch in Deutschland sterben schwarze Menschen in Polizeigewahrsam. Ihre Namen sind weitgehend unbekannt: William Tonou-Mbobda, Hussam Fadl, Rooble Warsame, Oury Jalloh, Yaya Diabi, Amed A., Aamir Ageeb, Achidi John, Laya-Alama Condé, Mohamed Idrissi – die Liste ließe sich fortsetzen. Laila Abdul-Rahman vom Forschungsprojekt Körperverletzung im Amt an der Ruhr-Universität Bochum wird gemeinsam mit Aktivist*innen der Grün-Weißen Hilfe und der  Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt (KOP-Bremen) die Themen Polizeigewalt und rassistische Polizeigewalt beleuchten. Beginnt Polizeigewalt nicht schon bei der sogenannten „Anlasslosen Kontrolle“ oder dem rechtswidrigen Kessel? Warum trifft sie manche Menschen häufiger als andere? Wie geht die Polizei mit Kritik um? Und was unterscheidet die Gewalterfahrungen von Personen mit Migrationshintergrund sowie People of Color von Personen ohne Migrationshintergrund bzw. weißen Personen?

Mit Laila Abdul-Rahman, N.N. (Grün-Weiße Hilfe Bremen) und N.N. (Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt – KOP Bremen).

Eine Veranstaltung des Kulturzentrum Kukoon in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Intiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen und Partnerschaft für Demokratie Bremen.

Entfällt: Eva von Redecker: Revolution für das Leben. Philosophie der neuen Protestformen

Achtung: Die Veranstaltung entfällt leider aufgrund der aktuellen Einschränkungen öffentlicher Veranstaltungen. Nach Möglichkeit wird Nachholtermin für 2021 geplant.

Buchvorstellung am Dienstag, 24.11.2020
Einlass 17:30, Beginn 18:00
Kulturzentrum Kukoon, Buntentorsteinweg 29, 28201 Bremen

In Zeiten der Krise entzündet sich politisches Engagement. Protestbewegungen wie Black Lives Matter, Fridays for Future und NiUnaMenos kämpfen derzeit weltweit gegen Rassismus, Klimakatastrophe und Gewalt gegen Frauen. So unterschiedlich sie scheinen mögen, verfolgen diese Widerstandskräfte doch ein gemeinsames Ziel: die Rettung von Leben. Im Kern richtet sich ihr Kampf gegen den Kapitalismus, der unsere Lebensgrundlagen zerstört, indem er im Namen von Profit und Eigentum lebendige Natur in toten Stoff verwandelt: Der Kapitalismus verwertet uns und unseren Planeten rücksichtslos. In autoritären Tendenzen und rassistischen Ausschreitungen, in massiven Klimaveränderungen und einer globalen Pandemie zeigt er seine verheerendsten Seiten. In den neuen Protestformen erkennt Eva von Redecker, die als Philosophin zu Fragen der Kritischen Theorie forscht und auf einem Biohof aufgewachsen ist, die Anfänge einer Revolution für das Leben, die die zerstörerische kapitalistische Ordnung stürzen könnte und unseren grundlegenden Tätigkeiten eine neue solidarische Form verspricht: Wir könnten pflegen statt beherrschen, regenerieren statt ausbeuten, teilhaben statt verwerten. Die erste philosophische Analyse des neuen Aktivismus.

Eva von Redecker, geboren 1982, hat in Kiel, Tübingen, Cambridge und Potsdam Philosophie studiert. Von 2009 bis 2019 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Berliner Humboldt-Universität, 2015 unterrichtete sie für ein Semester als Gastdozentin an der New School for Social Research in New York. Ende 2020 tritt sie ein Marie-Skłodowska-Curie-Fellowship an der Universität Verona in Italien an. Sie arbeitet derzeit an einem Forschungsprojekt zum autoritären Charakter und ist freischaffend publizistisch tätig. Eva von Redecker ist auf einem Biohof aufgewachsen und hat dort viel über Erdbeeranbau, Direktvermarktung und Pferdezucht gelernt. Heute lebt sie wieder auf dem Land.

Eine Veranstaltung des Kulturzentrum Kukoon in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen und dem autonomen feministischen Referat der Universität Bremen.

Achtung – Bitte um Aufmerksamkeit! Spezielle Information wegen Coronapandemie und Planungsunsicherheit.
Aufgrund der aktuellen Coronapandemie existiert leider keine Planungssicherheit wie bisher. Wir möchten das Programm soweit möglich gern in klassischer vertrauter Form als Präsenzveranstaltungen anbieten. Sollte dies aber nicht möglich sein, bemühen wir uns um Alternativen. Falls potentielle erneute Einschränkungen öffentlicher Veranstaltungen seitens der zuständigen Behörden das Programm erschwehren bzw. verhindern beziehungsweise ein für Referent*innen und Publikum entspannter Modus schwer umsetzbar sein sollte, werden wir ein Alternativprogramm an den jeweiligen Terminen online anbieten. Bitte achtet daher vor den Veranstaltungsterminen auf Updates – wir werden euch dann entsprechend über eventuelle Änderungen informieren.

Entfällt: Franziska Krah: Der Traum von Israel. Zur Vorgeschichte des jüdischen Staates

Achtung: Die Veranstaltung entfällt leider aufgrund der aktuellen Einschränkungen öffentlicher Veranstaltungen. Nach Möglichkeit wird Nachholtermin für 2021 geplant.

Diskussionsveranstaltung am 04.12.2020, Einlass 19:30 Uhr, Beginn 20:00 Uhr / Kukoon, Buntentorsteinweg 29, 28201 Bremen / Nachholtermin der im Februar 2020 ausgefallenen Veranstaltung / Es gelten die Coronaschutzmaßnahmen. Aufgrund begrenzter Plätze bitten wir um pünktliches Erscheinen. Zusätzlich ist ein online Audiostream geplant.

Nachdem Israel am 14. Mai1948 seine Unabhängigkeit ausgerufen hatte, griffen arabische Armeen noch in derselben Nacht den jungen Staat an. Bis heute dauern die Konflikte an. Für ein besseres Verständnis der Lage hilft ein Blick in die Geschichte vor 1948. Der Vortrag gibt daher Einblicke in Elemente, die für die Entwicklung der Region eine Rolle spielten: angefangen von den unterschiedlichen Ideen damaliger zionistischer Strömungen, den Herausforderungen vor Ort, bis hin zu frühen Konflikten mit der christlich-muslimischen Bevölkerung, die sich in Boykottaktionen und Massakern zuspitzten.

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Valeria Bruschi/Moritz Zeiler: Kritik der politischen Ökonomie. Karl Marx: Das Kapital. Band 2-3

Wochenendseminar mit Valeria Bruschi und Moritz Zeiler am 21.-22. November 2020 / Anmeldung bitte unter mail@talpe.org / Voraussichtlich als online Seminar

Mit dem Wochenendseminar soll ein Überblick über den Inhalt des zweiten und dritten Bandes des Kapitals. Kritik der politischen Ökonomie von Karl Marx gegeben werden. Dabei werden einleitend die Marxschen Ausführungen zum Produktionsprozess aus dem ersten Band des Kapitals skizzenhaft wiederholt werden. Anschließend werden die Überlegungen zum Zirkulationsprozess und zum Gesamtprozess der kapitalistischen Produktion präsentiert und wichtige Begriffe wie Kredit, Zins, Rente und Profit vorgestellt. Kenntnisse des ersten Bands des Kapitals sind für die Teilnahme empfehlenswert. Das Seminar versteht sich als ein Angebot an alle, die Interesse haben, ihre Kenntnisse der Marxschen Ökonomiekritik zu vertiefen. Desweiteren dient es als Ergänzung zum Lektürekurs 2020 zum ersten Band des Kapitals.

Valeria Bruschi betreut in Berlin seit mehreren Jahren die jährlichen Lektürekurse der Rosa-Luxemburg-Stiftung zu den drei Bänden des Marxschen Kapital. Moritz Zeiler betreut seit mehreren Jahren die jährlichen Lektürekurse zum ersten Band des Kapital in Bremen.

Das Wochenendseminar wird organisiert von der associazione delle talpe in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen.

Achtung – Bitte um Aufmerksamkeit: Aufgrund der aktuellen Coronapandemie existiert leider keine Planungssicherheit wie bisher. Wir möchten das Programm soweit möglich gern in klassischer vertrauter Form als Präsenzveranstaltungen anbieten. Sollte dies aber angesichts potentieller erneuter Einschränkungen öffentlicher Veranstaltungen seitens der zuständigen Behörden nicht möglich sein beziehungsweise ein für Referent_innen und Publikum entspannter Modus schwer umsetzbar sein, werden wir ein Alternativprogramm an den jeweiligen Terminen online anbieten. Bitte achtet daher vor den Veranstaltungsterminen auf Updates – wir werden euch dann entsprechend über eventuelle Änderungen informieren.

Klaus Bittermann: Intellektueller Unruhestifter – Die politische Sozialisation Wolfgang Pohrts

Achtung! Augrund der aktuellen Coronaentwicklungen entfällt die Präsenzveranstaltung. Die Veranstaltung findet digital statt unter live.talpe.org

Diskussionsveranstaltung am 30.10.2020, Einlass 19:30 Uhr, Beginn 20:00 Uhr / Kukoon, Buntentorsteinweg 29, 28201 Bremen / Nachholtermin der im März 2020 ausgefallenen Veranstaltung / Es gelten die Coronaschutzmaßnahmen. Aufgrund begrenzter Plätze bitten wir um pünktliches Erscheinen. Ein zusätzlicher online Audiostream ist geplant.

Klaus Bittermann ist Herausgeber der Werke Wolfgang Pohrts und schreibt aktuell an dessen Biographie. In seinem Vortrag beschäftigt er sich mit der Zeit in Frankfurt Ende der Sechziger, Anfang der Siebziger Jahre, in der Wolfgang Pohrt politisch sozialisiert wurde. Dabei spielt viel mehr als Adorno vor allem der schon früh verstorbene Frankfurter Student_innenführer Hans-Jürgen Krahl eine entscheidende Rolle. Krahl brachte Pohrt nicht nur auf sein Dissertationsthema Theorie des Gebrauchswert, sondern prägte ihn auch mit seiner Beharrung auf einen radikalen Bruch mit der eigenen bürgerlichen Herkunft und der Interpretation des Anfangs der antiautoritären Protestbewegung als Trauer um den Tod des bürgerlichen Inviduums. In seinem frühen Text Arbeiter und Kleinbürger, in dem Pohrt auch seine eigene Existenz als „Lumpensammler“ (Benjamin) reflektiert, heißt es bereits, dass Revolution nicht Aufbau des Sozialismus heißen kann, sondern Zertrümmerung der Warenwelt, oder in den Worten Krahls: „Die Emanzipation der Gattung ist nicht mehr möglich über die personalisierende Enthüllung der herrschenden Klasse, sie ist nur möglich über eine Denunziation der Dinge, des im Spätkapitalismus produzierten Schunds, in denen die Verhältnisse sich kristallisieren.“ Im „verpfuschten Leben“ und im „erniedrigenden grauen Alltag“ erkennt Pohrt die treibende Kraft der Unruhe, die auch „aus der Trauer über das Sterben der Gebrauchswerte“ (Hans-Jürgen Krahl) resultiert. Die Protestbewegung ist für ihn ein kurzer Moment, in dem es möglich war, auch intellektuell Rache zu nehmen am „Betrug am richtigen Leben, dessen Opfer man selbst werden sollte“. Verflochten mit diesen Überlegungen wird Pohrts Beteiligung an den Student_innenprotesten erzählt.

Klaus Bittermann (Berlin) ist Autor und Verleger. In seinem Verlag Edition Tiamat veröffentlicht er die gesammelten Werke von Wolfgang Pohrt. Letzte Veröffentlichung: Einige meiner besten Freunde und Feinde. Unruhestifter und Abweichler, Berlin 2019.

Der Veranstaltungsort ist barrierefrei zugänglich.

Eine Veranstaltung von associazione delle talpe in Kooperation mit Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen.

Achtung – Bitte um Aufmerksamkeit: Aufgrund der Coronapandemie existiert leider keine Planungssicherheit. Wir möchten das Programm soweit möglich in klassischer vertrauter Form als Präsenzveranstaltungen anbieten. in jedem Fall werden wir die Abendveranstaltungen als livestream mit Kommentar- und Fragemöglichkeit unter live.talpe.org anbieten. Ob es zusätzlich die Möglichkeit für ein Publikum vor Ort geben wird entscheided sich nach den jeweils aktuellen Entwicklungen. Bitte achtet auf weitere Ankündigungen im Internet.

Emanzipatorisches Grundeinkommen oder digitaler Turbokapitalismus?

Vortrag und Diskussion mit Timo Daum (Leipzig/Berlin)
Freitag, 25. September 2020, um 19 Uhr in Bremen
Gemeindezentrum Zion, Kornstraße 31, 28201 Bremen (Vereinigte Ev. Gemeinde Bremen-Neustadt)

Gegenwart: Der digitale Kapitalismus verändert die Arbeitsverhältnisse und wartet mit neuen Formen auf: Solo-Selbständigkeit, Klickwork, User/Kunden auf Plattformen usw. In diesem Kontext wird das BGE als notwendig-passendes soziales Sicherungssystem für diese neuen Lebens- und Arbeitsrealitäten proklamiert.
In der Coronazeit konnten wir einen weiteren Veränderungsschub im Zeitraffer beobachten: Zoom, Homeoffice, verteilte Arbeitsformen nahmen zu. Und es gab einen neuen Aufwind für das bedingungslose Grundeinkommen, z.B. die Online-Petition von Tonia Merz, die explizit um ein temporäres BGE für Selbständige warb.

Zukunft: Wenn wir diese Entwicklung extrapolieren, was ergibt sich für eine Szenario? Geht es eher in eine dystopische Richtung, also Turbodigitalkapitalismus + ein rein funktionales Grundeinkommen (siehe Vorschläge von IT-Managern) ? Oder entwickeln wir ganz neue Zukunftsideen für ein gutes Leben für Alle unter Wahrung der Natur? Kann die Digitalisierung dabei unterstützen durch völlig neue Möglichkeiten der Planung und Vernetzung?

Timo Daum ist Hochschullehrer und Autor. Sein Buch „Das Kapital sind wir. Zur Kritik der digitalen Ökonomie“, das bei der Edition Nautilus erschienen ist, hat von der Friedrich-Ebert-Stiftung den Preis „Das politische Buch 2018“ erhalten. Näheres unter www.2pir.de.

Timo Daum bei der Vorstellung seines Buch «Die Künstliche Intelligenz des Kapitals» bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung im April 2019

Timo Daum bei der Vorstellung seines Buch «Die Künstliche Intelligenz des Kapitals» bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung im April 2019

Im Rahmen der 13. Internationalen Woche des Grundeinkommens unter dem Motto „Basic Income: Freedom to Choose!“.

Veranstalterinnen: attac Bremen AG „Genug für alle“ und Rosa-Luxemburg-Initiative – Die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Bremen sowie weitere.

Flyer A4 und Plakat A3 zur Veranstaltung als PDF zum Download: BGE Flyer 2020 | BGE Plakat 2020

Es gelten die Abstands- und Hygieneregeln für die Corona-Pandemie des Bundeslandes Bremen.